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10.09.2009, 16:43 von SusiSProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mängel - und kein Mietvertrag
Hallo,

ich habe ein ziemlich großes Problem. Meine Oma wohnt im eigenen Haus und hat dort eine Wohnung vermietet.
Das Ganze hat sie, gutgläubig wie man so auf dem Dorf (wo sich jeder kennt) ist, per Handschlag gemacht.
Sie hat den Mietern ihre Küche und einen Schrank (oder auch mehrere) überlassen.
Nun hat sie nach über 10 Jahren Mietzeit einen Brief bekommen, in dem unter anderem bemängelt wird, dass im Bad über dem Fließenspiegel Feuchtigkeit ist, dass der Läufer im Flur abgewohnt ist (war auch von Oma), dass der Putz an der Wand über einem Heizkörper bröckelt usw... Zu jedem Mangel sind Jahreszahlen aufgeführt, seit wann das bekannt ist (beim Einzug, 2001, 1999...).
Folgende Fragen habe ich nun:
1. Wann kann meine Oma kündigen?
2. Wie ist das mit den Schönheitsreparaturen? Müssen die nicht auch irgend etwas selbst machen?
3. Die Küche wurde den Mietern geschenkt. Ist meine Oma verpflichtet, den Backofen zu reparieren???
4. Ist es sinnvoll oder gar ratsam, jetzt einen Mietvertrag noch aufzusetzen?

Über Antworten würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße

SusiS
Alle 2 Antworten
11.09.2009, 14:31 von Gate
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Zitat:
Original geschrieben von Gate
Hallo Susi,

mündliche Mietverträge sind zwar recht urtümlich und rührend, jedoch für den Vermieter unangenehm, wenn es z.B. um Betriebskostenumlage, Kaution, Kleinreparaturen und Schönheitsreperaturen geht. Im Grunde gilt in Deinem Fall einfach der § 535 BGB: Der Vermieter hat die gesamte (vertragsgemäß genutzte) Mietsache instandzuhalten/ instandzusetzen, also erforderlichenfalls Feuchteschäden zu beheben, Putz auszubessern und zu malern. Was einst an die Mieter verschenkt wurde, ist Mietereigentum geworden und nicht vermieterseits zu unterhalten. Kündigen kann der Vermieter nur im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten (siehe BGB). Ein schriftlicher Mietvertrag ist natürlich dringend zu empfehlen (z.B. Formular des Berliner Grundeigentum-Verlages), fragt sich nur, ob der Mieter sich darauf einläßt.

Der Verwalter



Zitat:
Original geschrieben von SusiS
Hallo,

ich habe ein ziemlich großes Problem. Meine Oma wohnt im eigenen Haus und hat dort eine Wohnung vermietet.
Das Ganze hat sie, gutgläubig wie man so auf dem Dorf (wo sich jeder kennt) ist, per Handschlag gemacht.
Sie hat den Mietern ihre Küche und einen Schrank (oder auch mehrere) überlassen.
Nun hat sie nach über 10 Jahren Mietzeit einen Brief bekommen, in dem unter anderem bemängelt wird, dass im Bad über dem Fließenspiegel Feuchtigkeit ist, dass der Läufer im Flur abgewohnt ist (war auch von Oma), dass der Putz an der Wand über einem Heizkörper bröckelt usw... Zu jedem Mangel sind Jahreszahlen aufgeführt, seit wann das bekannt ist (beim Einzug, 2001, 1999...).
Folgende Fragen habe ich nun:
1. Wann kann meine Oma kündigen?
2. Wie ist das mit den Schönheitsreparaturen? Müssen die nicht auch irgend etwas selbst machen?
3. Die Küche wurde den Mietern geschenkt. Ist meine Oma verpflichtet, den Backofen zu reparieren???
4. Ist es sinnvoll oder gar ratsam, jetzt einen Mietvertrag noch aufzusetzen?

Über Antworten würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße

SusiS

11.09.2009, 14:29 von Gate
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Hallo Susi,

mündliche Mietverträge sind zwar recht urtümlich und rührend, jedoch für den Vermieter unangenehm, wenn es z.B. um Betriebskostenumlage, Kaution, Kleinreparaturen und Schönheitsreperaturen geht. Im Grunde gilt in Deinem Fall einfach der § 535 BGB: Der Vermieter hat die gesamte (vertragsgemäß genutzte) Mietsache instandzuhalten/ instandzusetzen, also erforderlichenfalls Feuchteschäden zu beheben, Putz auszubessern und zu malern. Was einst an die Mieter verschenkt worden ist, ist damit Mietereigentum geworden und ist nicht vermieterseits zu unterhalten. Kündigen kann der Vermieter nur im Rahmen der gesetzlichen Möglichkleiten (siehe BGB). Ein schriftlicher Mietvertrag ist natürlich dringend zu empfehlen (z.B. Formular des Berliner Grundeigentum-Verlages), fragt sich nur, ob der Mieter sich darauf einläßt.

Der Verwalter



Zitat:
Original geschrieben von SusiS
Hallo,

ich habe ein ziemlich großes Problem. Meine Oma wohnt im eigenen Haus und hat dort eine Wohnung vermietet.
Das Ganze hat sie, gutgläubig wie man so auf dem Dorf (wo sich jeder kennt) ist, per Handschlag gemacht.
Sie hat den Mietern ihre Küche und einen Schrank (oder auch mehrere) überlassen.
Nun hat sie nach über 10 Jahren Mietzeit einen Brief bekommen, in dem unter anderem bemängelt wird, dass im Bad über dem Fließenspiegel Feuchtigkeit ist, dass der Läufer im Flur abgewohnt ist (war auch von Oma), dass der Putz an der Wand über einem Heizkörper bröckelt usw... Zu jedem Mangel sind Jahreszahlen aufgeführt, seit wann das bekannt ist (beim Einzug, 2001, 1999...).
Folgende Fragen habe ich nun:
1. Wann kann meine Oma kündigen?
2. Wie ist das mit den Schönheitsreparaturen? Müssen die nicht auch irgend etwas selbst machen?
3. Die Küche wurde den Mietern geschenkt. Ist meine Oma verpflichtet, den Backofen zu reparieren???
4. Ist es sinnvoll oder gar ratsam, jetzt einen Mietvertrag noch aufzusetzen?

Über Antworten würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße

SusiS
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