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08.06.2007, 21:32 von pixelfischProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Leidiges Thema:Renovierung bei Auszug
Guten Abend zusammen,

wir ziehen ja am 1.9. in eine neue, komplett renovierte Wohnung. Nun habe ich mir meinen bestehenden Mietvertrag mal vorgenommen und werde aus dem absolut nicht schlau.

Bei starren Fristsetzungen, so sagt mir Google, ist die Renovierungsklausel unwirksam. Soweit, so gut. Ich wohne 4 Jahre in der Wohnung, bliebe selbst bei Gültigkeit nur Bad und Küche.

Mich irritiert aber folgender Passus:
Weist der Mieter nach, dass die letzten Schönheitsreparaturen innerhalb der o.g. Fristen - Zurückgerechnet vom Zeitpunkt der Beendigung des Mietverhältnisses - durchgeführt worden sind, und befindet sich die Wohnung in einem einer normalen Abnutzung entsprechenden Zustand, so muss er anteilig den Betrag an den Vermieter zahlen, der aufzuwenden wäre, wenn die Wohnung im Zeitpunkt der Vertragsbeendigung renoviert würde; dasselbe gilt, wenn und soweit bei Vertragsbeendigung die obigen Fristen seit Beginn des Mietverhältnisses noch nicht vollendet sind. Als Preisgrundlage gilt das Angebot einer anerkannten Firma. Der Mieter kann die Zahlungsverpflichtung dadurch abwenden, dass er die schönheitsreparaturen fachgerecht selbst durchführt.

Sehe ich das richtig: obwohl ich die Renovierungsfristen nicht "abgewohnt" habe, muss ich entweder zahlen oder renovieren..?
Alle 6 Antworten
10.06.2007, 13:10 von pixelfisch
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Alles klar, vielen Dank!
09.06.2007, 17:19 von Gartenfan
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Hi,

nun, aber eins muss man schon wissen: Wenn die Klauseln hinsicht-
lich der Renovierung und Quotierung unwirksam sind, dann braucht
der Mieter gar nix machen. Er SOLLTE auch gar nix machen. Denn,
WENN er dann was macht, dann ist er wieder vom Vermieter wegen
artgerechter, fachgerechter Ausführung abhängig. Soll heißen,
WENN man was macht, dann haftet man dafür. Wenn man NIX macht,
ist man aus ALLEM raus. Vorausgesetzt nochmal, die Klauseln
SIND unwirksam. Deshalb sollte man schnellstens einen Anwalt
befragen, ODER davon ausgehen, dass die Klauseln komplett zu
erfüllen sind.

Gartenfan
09.06.2007, 17:07 von pixelfisch
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Hallo Fixfeier,

ich habe eine "Eingangsbestätigung" meiner fristgerechten Kündigung bekommen, in der explizit steht: "Wir gehen davon aus, dass Sie Ihren vertraglichen Pflichten bezüglich der Schönheitsreparaturen nachgekommen sind."

So nach dem Motto: versuchen kann man es ja..

Sollte ich mit dem Hintergrund wirklich erst die Vorabnahme abwarten? Und wenn der Verwalter dann was unterschrieben haben will, was ich renovieren soll? Mir wäre es halt lieber, ich wüßte von vorneherein wo ich stehe.

Ich habe auch wie gesagt gar kein Problem damit, zB die Küche zu streichen, in der ich ja schließlich auch gewohnt/gekocht habe. Ich möchte nur nicht unbedingt die komplette Wohnung auf meine Rechnung (unnötigerweise) sanieren, zumal das echt nicht notwendig wäre (wir sind Nichtraucher, die Wohnung ist ein Jahr bevor wir eingezogen sind noch neu gestrichen worden). Ich fürchte halt, es geht darum, die Kaution einbehalten zu können, wenn man schon auf zukünftige Mieten verzichten muss (und es scheint hier im Haus eher eine Seltenheit zu sein, dass regelmäßig gezahlt wird.. ).
09.06.2007, 16:13 von Fixfeier
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Hallo,

ich empfehle erst mal abzuwarten. Große Wohnungsgesellschaften wissen in aller Regel was von ihren eigenen Vertragsklauseln zu halten ist. Wenn was verlangt wird hättest du eine konkretere Frage für deinen Anwalt. Wenn nichts verlangt wird hast du keine Anwaltskosten.

Gruß
09.06.2007, 16:08 von pixelfisch
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Hallo Gartenfan,

Danke für die Hinweise.

Es ist ein Formularvertrag, von einer großen Wohnungsgesellschaft.

Allein deswegen werde ich wohl um einen Anwalt nicht drum herum kommen. :/

Sowas sollte ein Anwalt aber recht fix prüfen können, oder? Habe nämlich keine Rechtsschutzversicherung und bin auch in keinem Mieterschutzverein (war bisher nicht vonnöten), geht mir auch nicht darum, GAR nicht zu renovieren - aber ich sehe natürlich auch nicht ein, mehr zu zahlen wenn ich nicht muss.

Der Verwalter wird nämlich ziemlich kiebig bei der (Vor-)abnahme sein, weil wir gekündigt haben. Die Wohnung ist top in Schuss, wir haben also nicht gehaust wie die Vandalen oder so *g* Und auch immer brav die Miete gezahlt, nicht rumgemüllt o.ä. - auf Grund seiner Reaktion hab ich halt gemerkt: ihm passt es nicht, dass wir ausziehen, und nun möchte er noch absahnen was geht. Und meine Kaution von 1000,00 € hätte ich dann doch ganz gerne wieder
09.06.2007, 15:38 von Gartenfan
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Hi,

ganz so simpel ist das sicher nicht. Zum Einen, die Renovierungs-
klausel KÖNNTE ungültig sein, dann KÖNNTE der gesamte Inhalt
des Vertrages hinsichtlich Renovierung ungültig sein, somit auch
die Quotenregel in dem hier angesprochenen Vertrag. ABER:
Ist das denn ein Formularvertrag? DAS ist nämlich erheblich...
hört sich fast nach individueller Vereinbarung an. Die fällt
nicht sofort unter die vom BGH gekippte Geschichte. Könnte
aber aus anderen Gründen unwirksam sein. Das kann nur ein Anwalt
abschätzen. Würd ich jetzt mal sofort einen aufsuchen.

Schönen Tag,

Gartenfan
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