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05.12.2007, 11:29 von SequoiaProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|*Lärmbelästigung* vom EG stört Mieter im 1.OG
Hallo zusammen,

folgendes Problem: Gewerberäume im EG haben wir als Kiosk vermietet. Darüber haben wir im 1.OG einen etwas empfindlichen Mieter, der seit 38 Jahren in unserem Haus wohnt. Der Mieter reinigt auch gegen Entgeld das Treppenhaus, erledigt auch mal über das Mietverhältnis hinausgehende Dinge (z.B. wechselt Birnen im Treppenhaus, achtet auf Fremde im Haus), tritt aber auch schon mal ein wenig *eigentümerhaft* auf.

Am Anfang störte den Mieter die laute Kiosktür - haben wir behoben. Dann störte den Mieter die Klingel - haben wir geändert. Nun stört den Mieter Musik, die der Kioskbetreiber abends wohl laufen lässt.

Der Kioskbetreiber wurde mehrfach darauf hingewiesen, die Musik leiser zu stellen. Meine im Haus lebende Schwester konnte in der Wohnung des Mieters keine Lärmbelästigung feststellen.

Ein Schreiben des Mietervereins haben wir dahingehend beantwortet, daß wir den Kioskbetreiber nochmals auf die Belästigung hingewiesen haben, der Mieter doch meiner Schwester im aktuten Fall nochmals ansprechen möge (sie wohnt nebenan) und ggfs. auch ein Lärmprotokoll zu erstellen. Des weiteren haben wir den Mieter aufgefordert, im Wiederholungsfall die Polizei zu rufen. - Nix passiert!

Nun kommt ein Schreiben des Mietervereins mit Mietkürzung um 10%.

Meiner Einschätzung nach ist der Mieter zu empfindlich. Früher war in der Gewerbeeinheit eine Bäckerei, d.h. ab 19.00 Uhr war Ruhe. Der Kiosk hat bis 22.00 Uhr auf.

Wie würdet Ihr reagieren und wie ist die Rechtslage?

Gruss,
Claudia

Alle 9 Antworten
07.12.2007, 10:10 von Rita
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Die Schilderung der Störungen kommt mir ganz bekannt vor

Wie Johanni schon schrieb: zunächst mal den Ball flachhalten > der Mieter muss das Vorhandensein des Mangels beweisen.
Zitat:
Ein Schreiben des Mietervereins haben wir dahingehend beantwortet, daß wir den Kioskbetreiber nochmals auf die Belästigung hingewiesen haben,

Richtig wäre (und i.d.R. auch zutreffend): angeblichen Störer angesprochen, dieser bestreitet aber - andere Hausbewohner befragt, diese haben nichts von einer Störung bemerkt - ...

Bei angeblichen "Lärmstörungen" kommt (bei uns) sogar 'ne Tante vom Amt (Landratsamt, Immissionsschutz - bei Lärm von gewerbl. Mietern) angetrabt und macht eine Lärmmessung.
War's ein Fehlalarm, dann ist das für den "Gestörten" sogar völlig kostenlos.
Hat der "Störer" tatsächlich über die Stränge geschlagen, dann geht die Rechnung an ihn.

Das ist m.E. eine wunderbare Möglichkeit, sich da zunächst mal 'rauszuhalten.
Wir hatten's dann amtlich "es ist weder was zu hören noch zu messen" > wo kein Mangel/Lärm, da kein Unterlassungsanspruch/Mietminderungsanspruch.

Der "Problem-Mieter" scheint ja nun doch noch recht kooperativ.
Zitat:
Aber wie ich nun die beiden Kontrahenten zusammenbringe weiß ich noch nicht. Ich habe wenig Lust drauf, daß der *Problemmieter* jetzt meinen Gewerbemieter mit Beschwerden beim Ordnungsamt etc. madig macht.


Befürchten muss der Gewerbemieter nur etwas, wenn er sich nicht an öffentlich-rechtliche Regeln hält.
Wie schon gesagt, kann das "madig machen"/Amt einschalten ja auch wunderbar klärende Effekte haben.
Ggfs. muss man sich leider entscheiden, welchen Mieter man lieber halten möchte.
Eine Anzeige ohne Anlass/wider besseres Wissen wäre dann jedenfalls mind. Grund für eine Abmahnung und könnte auch Schadensersatzansprüche des Gewerbemieters auslösen.
06.12.2007, 12:24 von Mortinghale
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Zitat:
und erklärte sich mit dem Brief des Mietervereins nicht so einverstanden.


Garnicht mal so selten.

Viele Mieter "fallen aus allen Wolken", wenn sie feststellen müssen, was (und wen) sie da eigentlich "losgetreten" haben.

Spitzenzitat: "Ich wollte das doch garnicht, aber der Mieterverein hat gesagt, das muß so sein. Da kann ich doch auch nichts machen". Und "böse" darf man einem solchen Mieter dann natürlich auch nicht sein (meint er jedenfalls).

06.12.2007, 12:12 von Sequoia
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Kleines Update: Gestern kam der *Problemmieter* zu meiner Schwester und erklärte sich mit dem Brief des Mietervereins nicht so einverstanden. Die Sache mit dem Lärm müsse geklärt werden, aber Mietminderung und Ärger mit uns wolle er nicht.

Ich werde am WE dem Mieterverein kurz und knapp antworten und um Beweise für die Lärmbelästigung bitten.

Aber wie ich nun die beiden Kontrahenten zusammenbringe weiß ich noch nicht. Ich habe wenig Lust drauf, daß der *Problemmieter* jetzt meinen Gewerbemieter mit Beschwerden beim Ordnungsamt etc. madig macht.

Ich hätte gerne Frieden im Haus Mehr will ich doch gar nicht.

Danke für Eure Beiträge,
Claudia
05.12.2007, 17:51 von scientia
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Vielleicht auch nach anderen Ursachen suchen, die das lange bestehende Mietverhältnis ggf. "belasten".
Ist der Mieter in einem Alter, wo Realiäten anders wahrgenommen werden?
"Stört" der Kioskbetreiber ggf. die Sozialvostellungen von "Blockwarten", die sich an fremde Ethnien nur schwer gewöhnen können und daher glauben, über den Vermieter Mobbing auszuüben.
Den vorherigen Beiträgen ist zuzustimmen, keine ausführlichen Schriftwechsel mit dem Mieterverein only the facts nothing more.
Sucht sich der Mieter eine neue "Beschäftigung", weil sich sein soziales Umfeld ( Tod des Ehepartners etc.) verändert hat.
Auch dieses sollte berücksichtigt werden, denn auch ein Obsiegen bei Gericht ist keine Garantie für den Hausfrieden, gerade bei dieser Mieterklientel
gruesse scientia

05.12.2007, 12:59 von johanni
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Hallo Claudia,

am besten nie ausführlich schreiben!!

Kurz und knapp widersprechen mit der Begründung, die angebliche Lärmbelästigung konnte nicht durch Zeugen in der Wohnung des Mieters bestätigt werden.
Daher siehst Du die Mietminderung als unberechtigt an und setzt eine kurze Frist zum Ausgleich!! Nach fruchtlosem Fristablauf siehst Du dich dann gezwungen, diese Angelegenheit kostenpflichtig für den Mieter Deinem Rechtsanwalt mit der weiteren Bearbeitung zu übergeben!!

Zitat:
Ich denke, ich werde der Minderung erneut widersprechen, auf mein Schreiben vom Juni hinweisen und um die Daten der vermeintlichen Lärmbelastigung bitten. Ferner fordere ich auf, bei der nächsten Belästigung meine Schwester anzusprechen und auch ein Lärmprotokoll zu führen.


Auf keinen Fall würde ich dem verein Argumente liefern mit KLärmprotokoll und auf keinen Fall weitere Belästigungen ansprechen.
Diese liegen Dir nicht beweisbar vor, also auch nicht darauf eingehen!!

Dann sollte der Mieter mal nachweisen, dass solch eine Ruhestörung vorliegt!!Wie kann er dies, wenn nicht mal Deine Schwester ( es sei denn, sie hört schlecht!)diese bestätigen kann!!

Natürlich muß sich der Verein seinen Mitlgiedern auch beweisen. Schließlich zahlen die Mitglieder.

Immer daran denken, in der Kürze liegt die Würze!! Nichts schriftliches geben, was gegen Dich verwendet werden kann!!

Johanni
05.12.2007, 12:38 von Sequoia
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hier ein Auszug aus unserem Schreiben an den Mieterverein vom Juni:

wir haben zwischenzeitlich mit unserem Pächter gesprochen und ihn aufgefordert, die Musiklautstärke und v.a. die Bässe zu reduzieren. Dieser Bitte wollte Herr ... nachkommen.

Frau ...(meine Schwester) hat ferner die Eheleute ...(Mieter) gebeten, sie bei Lärmbelästigung bis 23.00 Uhr direkt hinzuzuziehen. Dies ist bisher erst einmal geschehen.

Wir bitten daher nochmals darum, bei einer weiteren Lärmbelästigung Frau ... (meine Schwester) anzusprechen, damit diese hier vermitteln eingreifen kann.

Von daher sehen wir eine Mietkürzung keinesfalls als gerechtfertigt an und weisen diese zurück.

Wir sind aufgrund des bislang harmonischen Mietverhältnisses bemüht, hier Einigkeit zu erzielen und den Frieden im Haus wieder herzustellen. Allerdings sind wir auch der Meinung, daß für die Beseitigung ruhestörenden Lärms v.a. in den Abendstunden die staatlichen Ordnungshüter, also die Polizei, zuständig ist und im Ernstfall auch in Anspruch genommen werden sollte.

Ich habe so den Eindruck, hier soll sich der Beitrag für den Mieterverein auch lohnen.

Ich denke, ich werde der Minderung erneut widersprechen, auf mein Schreiben vom Juni hinweisen und um die Daten der vermeintlichen Lärmbelastigung bitten. Ferner fordere ich auf, bei der nächsten Belästigung meine Schwester anzusprechen und auch ein Lärmprotokoll zu führen.

Überlege schon, ob ich einen Aufhebungsvertrag anbieten soll. Vielleicht macht den Mietern klar, daß ich das gar nicht lustig finde, daß ich mir hier mit Empfindlichkeiten befassen muss.

Gruss,
Claudia

05.12.2007, 12:03 von johanni
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Zitat:
Der Kioskbetreiber wurde mehrfach darauf hingewiesen, die Musik leiser zu stellen. Meine im Haus lebende Schwester konnte in der Wohnung des Mieters keine Lärmbelästigung feststellen.


Ja wo mit will er dann die Mietminderung begründen?

Zitat:
Ein Schreiben des Mietervereins haben wir dahingehend beantwortet, daß wir den Kioskbetreiber nochmals auf die Belästigung hingewiesen haben,


Und genau das war der Fehler!! Damit habt Ihr eine Beästigung des Mieters bestätigt!!

Schade, dass auf Grund von Unwissenheit immer viel zu schnell auf Schreiben dieses Vereins genatwortet wird.

Johanni
05.12.2007, 11:55 von cavalier
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Zitat:
Meiner Einschätzung nach ist der Mieter zu empfindlich. Früher war in der Gewerbeeinheit eine Bäckerei, d.h. ab 19.00 Uhr war Ruhe. Der Kiosk hat bis 22.00 Uhr auf.

Und im Ausland haben die Geschäfte teilweise rund um die Uhr geöffnet.

05.12.2007, 11:49 von Lilibeth
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Zitat:
Gewerberäume im EG haben wir als Kiosk vermietet


wie lange besteht denn dieser Kiosk schon ??

Das ein Mieter der schon 38 Jahre bei Ihnen im Mietverhältnis ist und dann auf die Idee kommt und die Miete kürzt finde ich schon ein bischen sonderbar .

Sie haben Ihr möglichstes getan um für Ruhe zu sorgen ?? was können dann Sie dafür wenn der Kioskbetreiber weiterhin eine Lärmbelästigung darstellt ?? dann hat der Mieter kein Recht ihnen den Mietzins zu kürzen .

Finde es immer merkwürdig wenn die Miete gemindert wird, läßt sich sogar im dicksten Schimmelbefall gut leben

Sie können natürlich abmahnen und nach der 3. Abmahnung das Mietverhältnis kündigen !!

Wäre natürlich gut wenn sie Zeugen haben , die diese bestätigen können .

Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
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