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30.03.2007, 14:36 von dunkelROOTProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|kurzer Prozess mit Mietprellern !

http://www.focus.de/immobilien/mieten/mietnomaden

Ich finde den Artikel lesenswert.

dunkelROOT
Alle 4 Antworten
02.04.2007, 09:18 von Augenroll
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Urkundenprozess geht jedoch mächtig nach hinten los, wenn der Mieter berechtigt war, Miete oder Vorauszahlungen zurückzubehalten oder zu Mindern. das wird dann trotzdem in der Verhandlung bzw. im Anschlussprozess geklärt, keine Sorge!

Wie schonmal gesagt: Focus und Stern sind keine guten Quellen. Aber mal interessant zu erfahren, wer die ganzen Recvolverblätter so liest und zitiert.
31.03.2007, 08:57 von zaunkoenig
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Hallo,

ich bin der Meinung, dass die hiesigen Rechtsanwälte und Gerichtsvollzieher (gerade diese) einfach zu weinig Phantasie bei der Beitreibung von Schulden haben.

Ist der Titel erst einmal in der Hand, kann gegen jegliche Geldforderung eine Pfändungsverfügung erwirkt werden. Mitunter wird da eine Zeitbombe aktivierit, die im Stillen tickt, in Vergessenheit gerät und später zu einem bösen Erwachen führt.

Kontenpfändung und Lohnpfändung gelten so als gängiges Mittel, dass aber auch ganz schnell mal im Nirgendwo versickert, wenn der Schuldner zahlungsunfähig ist und/oder Geld über öffentliche Kassen bekommt.

Dabei wundert es mich, dass bis zum heutigen Tag kein Rechtsanwalt einmal einen Musterprozess gestartet hat und ein Auszahlungsverbot gegen die ARGE erwirkt hat. Denn es kann einfach nicht sein, dass für Dritte bestimmte Gelder nicht den Dritten unmittelbar zukommen sondern unmittelbar über den Leistungsempfänger augezahlt, irgendwo im Nirgendwo versickern.

Da aber jeder Forderungsanspruch pfändbar ist, kann z.B. auch gegen spätere Rentenansprüche eine Pfändungsverfügung erwirkt werden.

Gerade im Hinblick auf die Tatsache, dass zukünftig eine Personenidentitätsnummer eingeführt wird (spätestens ab 2009), die, ähnlich der Sozialversicherungsnummer der USA, als Erkennungs- und Ausweisungsmerkmal bei allen Ämtern und Behörden gilt, ist ein Merkmal gegeben, dass eine Person überall ausfindig machen lässt.

So können Grundvermögen, Lebensversicherungen, versteckte Konten im In- und Ausland, unbekannte Arbeitsverhältnisse einfach alles, ohne größere Probleme ausfindig gemacht werden.

Da wir im Zeitalter der elektronischen (Zwangs-)übermittlung leben, wird ohne Angabe dieser Personenidentitätsnummer kein Bankkonto mehr eröffnet , kein Beschäftigungsverhältnis eingegangen, kein Grundvermögen erworben und keine öffentliche Leistung bezogen werden können.

Warum sollte also ein Vermieter auf die Angabe dieser Nummer verzichten sollen?

Anhand der bereits jetzt geführten Mieterdatenbanken, ließe sich durch eine kuze Abfrage auch der Status des Mieters klären.

Bis dahin dauert es noch einige Zeit, und das Gejammer wird groß werden, wenn die Konsequenzen der Einführung der Personenidentitätsnummer überhaupt erst einmal begriffen werden. Da ist denn doch noch ein Stückweit Phantasie zur Beitreibung der Forderungen notwendig. Auch scheinen die Damen und Herren Rechtsanwälte die Möglichkeiten der ZPO bzw. StP0 nicht hinreichend zu kennen, sonst hätten sie bei solcherlei Betrugsdelikten schon häufiger mal eine andere Karte gezogen. So aber begnügen sie sich mit dem Auftrag und dem damit verbundenen Geld. Ist ja so auch einfacher.

Es gibt zwar immer mehr Rechtsanwälte in Deutschland, scheinbar schwindet dadurch aber auch das ausgleichende Maß an Recht. Die Waage der Justizia neigt sich immer mehr auf eine Seite.

30.03.2007, 20:35 von Sommer
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Das mit dem Urkundenprozeß ist mir bereits bekannt.

Nur bleibt in dem Artikel etwas entscheidendes gänzlich unerwähnt und das finde ich echt leichtfertig: Der Urkundenprozeß bedeutet lediglich die Umkehrung des Verfahrens, d.h. der Gläubiger bekommt zwar den Titel ohne zuvorige Anhörung; diese kommt aber im Nachhinein.

Man darf daher so eine Aktion nur machen wenn man sich wirklich 100% sicher ist, daß die Ansprüche gerechtfertigt sind - denn ansonsten steht man für voreilige Aktionen grade.

Pfändet man also das Konto um 100 € einzutreiben und im Nachhinein kann die Gegenseite belegen, daß nur 50 € Schuld besteht, dann müssen 50 € zurückgezahlt werden - und womöglich alle Folgekosten, die aus diesem "Mehreinzug" entstanden sind.

Habe das selber noch nie gemacht und bin mir da nicht ganz sicher: Auch beim Urkundenprozeß wird doch die Gegenseite über das Verfahren informiert, oder?
Und damit weiß ein findiger Mietpreller doch was auf ihn zu kommen kann und räumt das Konto rechtzeitig leer, oder?

Und natürlich, wer eh nichts hat der hat es ja bekanntlicherweise in unserem System am besten...

S.
30.03.2007, 17:47 von dontpanic
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Hallo,

klingt gut, aber wenn das Konto leer ist fehlt auch das Druckmittel.

Gruß,
dp
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