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08.12.2007, 12:20 von scharnweberProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Kündigungsfrist verlängert
Ich habe meine Mieterin zum 30.Sept.07 die Wohnung gekündigt.Eigenbedarf angekündigt,da ich selber einziehen will.Da die Vermieterin aber schon über 5 Jahre dort wohnt,teilte sie mir im August mit, dass sie 6 Monate Kündigungsfrist hat.Daraufhin habe ich ihr geschrieben, dass die Kündigung aufrecht erhalten bleibt bis zum 31.12.2007(per Einschreiben Rückschein).Jetzt am 07.12.2007 bekam ich ein Schreiben vom Mieterverein, dass meine Mieterin nicht gedenkt zum 31.12.2007 auszuziehen, da die Kündigung nicht rechtens ist.
Wie verhalte ich mich, was kann ich tun.Ich selber mußte schon aus meinem Haus ausziehen und wohne im Hotel.
Vielen Dank für evtl.Rückmeldungen.
Ute
Alle 20 Antworten
09.01.2008, 16:14 von Augenroll
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Zitat:
Ich habe meine Mieterin zum 30.Sept.07 die Wohnung gekündigt.Eigenbedarf angekündigt,da ich selber einziehen will.Da die Vermieterin aber schon über 5 Jahre dort wohnt,teilte sie mir im August mit, dass sie 6 Monate Kündigungsfrist hat.Daraufhin habe ich ihr geschrieben, dass die Kündigung aufrecht erhalten bleibt bis zum 31.12.2007(per Einschreiben Rückschein).Jetzt am 07.12.2007 bekam ich ein Schreiben vom Mieterverein, dass meine Mieterin nicht gedenkt zum 31.12.2007 auszuziehen, da die Kündigung nicht rechtens ist.
Wie verhalte ich mich, was kann ich tun.Ich selber mußte schon aus meinem Haus ausziehen und wohne im Hotel.
Vielen Dank für evtl.Rückmeldungen.
Ute


Hallo Ute,

Wie hat sich denn die Sache entwickelt?
10.12.2007, 11:25 von Mortinghale
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Zur Zeit sieht es so aus, als ob Ute einen Anwalt viel nötiger braucht als die Mieterin.

10.12.2007, 10:18 von Augenroll
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Zitat:
Ein Anwalt ist auf Mieterseite doch noch garnicht im Spiel.


Ich wollte nur schon mal darauf hinweisen, dass der Mieter aber einen Anwalt beauftragen darf und das vom VM nicht verboten werden kann.

Solche Hinweise scheinen nun mal leider hier notwendig zu sein.
10.12.2007, 10:08 von Mortinghale
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Zitat:
Des Weiteren hat der Vermieter überhaupt keinen Anspruch darauf, dass der Mieter uninformiert ist und sich keiner anwaltlichen Hilfe bedienen darf.


Was willst Du uns damit wohl wieder sagen ?

Ein Anwalt ist auf Mieterseite doch noch garnicht im Spiel.

10.12.2007, 08:49 von Augenroll
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Wer weiß, ob die Kündigungsggründe überhaupt ausreichen. Dann wäre die Eigenbedarfskündigung eh unwirksam.

Des Weiteren hat der Vermieter überhaupt keinen Anspruch darauf, dass der Mieter uninformiert ist und sich keiner anwaltlichen Hilfe bedienen darf.

10.12.2007, 00:11 von verzweifelter
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Hallo scharnweber,

Zitat:
Die Kündigung habe ich ihr persönlich gebracht und in einem Gespräch geklärt warum ich in die Wohnung einziehen möchte.

Hast Du ihr die Kündigungsgründe nur mündlich mitgeteilt und diese nicht im Kündigungsschreiben dargelegt?

verzweifelter
09.12.2007, 15:35 von Mortinghale
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Zitat:
und in einem Gespräch geklärt warum ich in die Wohnung einziehen möchte


Das läßt Böses ahnen.

09.12.2007, 12:39 von scharnweber
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Hallo,
vielen Dank für die Meldung.Sicher werde ich am Montag gleich zu einem Fachanwalt gehen,leider bekommt man solche Briefe immer zum
Wochenende.
Der Mietverein hat nur angegeben, dass die Kündigung unwirksam ist und die Mieterin nicht auszieht.
Dazu möchte noch anmerken,dass ich mit der Mieterin immer ein gutes Verhältnis hatte.Die Kündigung habe ich ihr persönlich gebracht und in einem Gespräch geklärt warum ich in die Wohnung einziehen möchte.Sie war zwar traurig aber auch einsichtig.Leider habe ich wieder mal an das Gute im Menschen geglaubt,aber schöner Mist jetzt.
Gruß Ute
08.12.2007, 22:45 von verzweifelter
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Hallo scharnweber,

nachdem nun die Sache mit der Kündigungsfrist wohl auszuschliessen ist,
Zitat:
Das Du ursprünglich eine zu kurze Kündigungsfrist angegeben hast, ist jedenfalls unschädlich.
Die Kündigungsfrist verlängert sich automatisch auf die gesetzlich vorgesehene Dauer.

LG Karlsruhe, DWW 1990, 238; LG Göttingen, WuM 1991, 266

könnte man eine weitere Ursache in den Gründen für die Eigenbedarfskündigung suchen. Denn ein Eigenbedarf muss schon sehr gut begründet sein.

Es empfiehlt sich meist, einen versierten Anwalt zu nehmen.

verzweifelter
08.12.2007, 20:15 von Mortinghale
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Auf jeden Fall sollte die Kündigung jetzt mal von einem versierten RA gecheckt werden (ob sich damit ein Prozeß lohnt).

Bei keiner anderen Kündigung kann man so viel falsch machen wie bei einer Eigenbedarfskündigung.

Selbstbasteln ist wie das Spielen mit altem Dynamit.

08.12.2007, 20:03 von kathi2007
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Hallo Morti,
wow das hätte ich bei den heutigen mieterfreundlichen Gesetzen nicht gedacht. Da lag ich ja dann völlig daneben. Der Mieterverein scheinbar aber auch. Konnte mir das nur so erklären. Dann braucht Ute aber dann wohl doch einen Anwalt, weils dann auf Räumungsklage und zwar schon im Januar rausläuft, oder seh ich das auch falsch? Sie hätte dann ja ordentlich gekündigt, nur der Mieter widerspricht der Kündigung.
08.12.2007, 19:41 von Mortinghale
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Liebe Ute,

wenn es nicht der übliche Blödsinn vom Mieterverein sein sollte, muß die Angriffsfläche für die Kündigung eine andere sein.

Das Du ursprünglich eine zu kurze Kündigungsfrist angegeben hast, ist jedenfalls unschädlich.
Die Kündigungsfrist verlängert sich automatisch auf die gesetzlich vorgesehene Dauer.

LG Karlsruhe, DWW 1990, 238; LG Göttingen, WuM 1991, 266

Wenn Du in Deiner Kündigung Deine Mieterin auf ihr Recht zum Widerspruch hingewiesen hättest, hätte sie diesen bis spätestens zwei Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist erheben müssen.

08.12.2007, 19:30 von kathi2007
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Hallo Musti,
warum jetzt schon Anwalt? Wenn jetzt zum 30. Juni rechtswirksam gekündigt wird und die Mieterin nicht widerspricht, dann braucht sie doch keinen Anwalt. Erst WENN sie widerspricht, vorher ist das rausgeworfenes Geld. Und für mich handelt es sich im Moment nur um eine Mieterin, die ihre Rechte kennt, nicht um eine Mieterin, die ihre Rechte missbraucht. Der Missbrauch wäre das Verbleiben in der Wohnung nach dem 30. Juni, aber für mich deutet da noch nichts darauf hin.
Aber dem Wohnungssuchtip kann ich mich nur anschliessen. Glaube nicht, dass du den Mieter auf legalem Weg vor Ende Juni rausbekommst.
Leider ist es oft so: aus unseren Fehlern lernen wir am meisten. Und bei so ner heiklen Sache wie dem Mietrecht, immer vorher gut informieren, denn gerade hier hat das Recht auf eine Wohnung Vorrang vor dem Gleichheitsgrundsatz. Das machts so schwierig weil es eben nicht ganz gerecht ist.
08.12.2007, 19:00 von Musti1000
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... im Grunde hätte die Mieterin, bei einer ungültigen Kündigung, gar nichts unternehmen müssen - wäre sie einfach nur wohnen geblieben hätte eine Räumungsklage erfolgen müssen, die aber immer noch nicht rechtswirksam wäre, wenn die Kündigung unwirksam gewesen ist.

Hätte nur die Zeit bis zum möglichen Auszug der Mieterin verlängert...

Statt im Hotel zu wohnen, würde ich mir eine kleine Wohnung suchen - wird billiger!

Denn mit ein bißchen Pech wohnt Deine Mieterin noch in einem Jahr in der Wohnung - lass Dich daher unbedingt von einem Rechtsanwalt beraten bzw. vertreten...
08.12.2007, 18:39 von kathi2007
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Hallo cora,
also ne Sauerei von der Mieterin find ich das nicht. Sie kennt hier in diesem Fall nur ihre Rechte besser, als der Vermieter sich in Sachen Kündigungen auskennt. Ehrlich gesagt würde ich genau dasselbe machen, so kann man nämlich viel länger in der Wohnung bleiben. Eine Sauerei wäre der Fall, dass eine Kündigung ausgesprochen ist, die gültig ist und der Mieter zieht einfach nicht aus zum festgesetzten Zeitpunkt und es läuft dann über Räumungsklage. Denn hier ist eindeutig der Vermieter im Recht und kann nichts tun, denn wenn es in so einem Fall möglich wäre, am nächsten Tag die Polizei und eine Räumungsfirma anzurufen und die Sachen wären draussen, gäbe es sicher nur noch gaaanz wenige, die es wirklich darauf ankommen lassen würden.
08.12.2007, 14:03 von Cora
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Ist natürlich eine Sauerei, dass die Mieterin bzw. der Mieterverein erst jetzt auf die Kündigung reagiert. Muss dir aber den Vorwurf machen, dass du eine RS mit deiner Mieterin hättest halten können und nicht einfach davon hättest ausgehen sollen, dass die Kündigung nun richtig ist.

Manchmal packt man eben tief in die ....
08.12.2007, 14:00 von Cora
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Hallo

unser Recht ist nun mal kompliziert oder auch nicht.
Recht ist auch kein logisches Denken und wenn im 1. Fall die Kündigung mit 3 Monaten falsch war, muss man zwangsweise eine neue Kündigung aussprechen.

Deswegen verstehe ich manchmal nicht, wie man sich bei so wichtigen Fragen keine Hilfe holt. Soll jetzt kein Vorwurf sein, aber sich vorher richtig zu informieren spart Zeit und Geld.
Und da fast jeder Mieter heute gleich zum Mieterverein rennt, muss man als Vermieter oder Eigentümer das gleiche tun und sich entweder für rund 75 € im Jahr bei H & G erkundigen oder googeln oder einen RA befragen.

Du kannst dir natürlich auch ausrechnen was dich das Hotel kostet und deiner Mieterin gegen eine Barentschädigung einen Aufhebungsvertrag anbieten.

08.12.2007, 13:46 von anno1978
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"dass du ihr jetzt noch einmal fristgerecht mit 6Monatsfrist kündigen musst. Aber ich kann mich auch irren, vielleicht kommt noch mehr"

wenn das so ist.....dann kann ich nur sagen...scheiß deutsches recht....ich habe ein ähnliches problem mit einem pachtvertrag....es ist einfach zum kotzen.
08.12.2007, 13:30 von kathi2007
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Hallo,
also ich nehme mal an du hast ihr mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum 30.09 gekündigt. Nachdem sie dir dann mitgeteilt hat, dass sie 6Mon Kündigungsfrist hat, hast du die Kündigungsfrist verlängert, so dass sie erst zum 31.12 ausziehen muss. Versteh ich das richtig? Wenn ja kann das natürlich sein, dass das nicht rechtens ist, weil: du hast nicht fristgerecht gekündigt, daher erste Kündigung nicht wirksam, d.h. du hättest ihr dann im August nochmals mit einer 6monatigen Frist fristgerecht kündigen müssen, du hast aber nur nachträglich deine ursprüngliche Frist verlängert, wohlgemerkt die Frist einer nicht wirksamen Kündigung verlängert. Da die erste Kündigung nicht wirksam war, hast du mit der Verlängerung also nur wieder eine neue, nicht wirksame neue Kündigung ausgesprochen mit Frist von 3 Monaten. Wenn ich das richtig sehe kann es also demzufolge sein, dass du ihr jetzt noch einmal fristgerecht mit 6Monatsfrist kündigen musst. Aber ich kann mich auch irren, vielleicht kommt noch mehr
08.12.2007, 13:01 von Cora
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Hallo

aus welchem Grund?

Zitat:
da die Kündigung nicht rechtens ist.

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