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02.02.2008, 19:02 von PfaelzerProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Kündigung trotz 3jähriges Kündigungsverzicht.
Hallo Kollegen,

habe im Oktober letzten Jahres eine Wohnung an eine 3er WG vermietet. Im Vertrag (aktueller von Haus u. Grund) haben wir ein 3jähriges Kündigungsverzicht vereinbart. Jetzt erhalte ich eine Kündigung zum 1.5.2008. Im Kündiungsschreiben steht fristgerecht ohne sonstige Begründung, die evtl. ein Recht auf ein Sonderkündigungsrecht hinweist.
Frage:

1.Ist die Kündigung wirksam, obwohl nicht die Gründe mit aufgeführt wurden?
2.Wie sieht es mit der Renovierungspflicht aus? Die WG hat eine renovierte Wohnung übernommen. Meine Sorge besteht darin, dass in der Wohnung, durch zusätzlich 2-3 große Hunde u. starker Nekotinkonsum, spuren hinterlassen wurde, die eine Renovierung nötig machen, bzw. den Nachmieter nicht mehr zumutbar sein könnte. Muss ich für die "Schäden" aufkommen, weil die kurze Mietzeit eine Renovierung ausschließt?
3.Kann ich einen Nachweis verlangen, das ein außerordenliche Kündigungsrecht rechtfertigt?
4.Wie soll ich den Mietern rechtssicher auf die Kündigung antworten?

Danke, für alle Infos.
Pfaelzer
Alle 5 Antworten
20.03.2008, 20:22 von Sommer
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Gerade erhalten ich eine Info, dass die Mieter Ihre Miete nicht mehr bezahlen wollen. Auch die 3 Kautionsrate ist noch offen.
Soll ich direkt einen Anwalt mit der Abwicklung beauftragen? Wie hoch ist mein Kostenrisiko, auf den Anwaltskosten sitzen zu bleiben?

Für einen Anwalt halte ich es noch etwas früh. Wie wurde denn der Vertrag nun geschlossen - mit allen Mietern als Hauptmietern? Dann ist das Risiko auf den Kosten sitzen zu bleiben natürlich wesentlich geringer.
Und warum wollen die keine Miete mehr bezahlen?

Es liegen dann ja gleich drei Problemfelder vor:
1. Ausstehende Kaution: Kannst Du einfordern, müssen die leisten auch bei ausgesprochener Kündigung.

2. Die Kündigung: Wenn die Klausel wirklich in Ordnung ist (Anwalt prüfen lassen) dann kannst Du Dir überlegen, ob Du ihnen das Angebot zum früheren Auszug machst wenn sie z.B. Nachmieter organisieren o.ä. Du kannst aber natürlich auch auf Konfrontation fahren und auf die drei Jahre pochen....allerdings: sie haben dann viel Zeit um viel Schaden anzurichten und wenn sie nicht mehr zahlen, dann bringt das ja auch nichts.

3. Die Mietzahlung: Die muß natürlich weiter geleistet werden - aber: sie wollen ja aus dem Vertrag. Darum ist es eigentlich nur logisch denn nach 2 ausstehenden MM kannst Du kündigen. Kannst aber natürlich auch darauf verzichten und nur Zahlungsklage erheben.

Letztlich einfach die Frage was Dir wichtiger ist und wie Du die Typen einschätzt...
Nen Anwalt braucht es dafür eigentlich noch nicht...
Kostet erst mal viel Geld...

S.
20.03.2008, 18:03 von Pfaelzer
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Danke für die Info. Leider bin ich erst jetzt dazu gekommen die Antworten zu lesen u. werde entsprechend mich bei den Mietern melden.
Gerade erhalten ich eine Info, dass die Mieter Ihre Miete nicht mehr bezahlen wollen. Auch die 3 Kautionsrate ist noch offen.
Soll ich direkt einen Anwalt mit der Abwicklung beauftragen? Wie hoch ist mein Kostenrisiko, auf den Anwaltskosten sitzen zu bleiben?

Sollte ich über Ostern nicht mehr hören, wünsche ich Euch fröhliche Ostern!

Gruß, Pfaelzer aus Köln
03.02.2008, 16:09 von Gicoba
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Zitat:
Gleichwohl würde ich mich verhandlungsbereit geben unter der Voraussetzung es wird ein Aufhebungsvertrag vereinbart indem dann...
- eine eventuellle Abfindung für den VM
- Renovierungsvereinbarung
- weitere Vereinbarungen

etc. getroffen werden.....


Das wäre bei starken Rauchern mit auch noch großen Hunden in der Wohnung wohl die beste Lösung.
Denn wer weiß, wie die Wohnung nach 3 Jahren aussieht? Der Gestank ist fast kaum raus zu bekommen.
03.02.2008, 09:01 von Sommer
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Stimme dem Vorredner zu - wurde der MV mit allen WGlern geschlossen, d.h. sie müssen alle zusammen kündigen?

Um vorzeitig kündigen zu können müssen schon triftige (eben Wichtige) Gründe vorliegen.

Einfach lapidar antworten, daß Sie gerne eine Kündigung zu Ende September 2010 (also eben drei Jahre) notieren; bis dahin aber das Mietvertragsverhältnis als fortbestehend betrachten (es sei denn, Sie wollen die Leute da lieber raus haben...).
Einfach auf den entsprechenden Paragraphen des MV verweisen und unbedingt eine rechtssichere Zustellung wählen (GV oder Zeuge).

S.
02.02.2008, 19:48 von CMAX_65
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Hi,

ganz schön besch....!

Ich nehme an, dass ein beiderseitiger Kündigungsverzicht vereinbart wurde ?

Zitat:
1.Ist die Kündigung wirksam, obwohl nicht die Gründe mit aufgeführt wurden?


ich denke nicht, es sei denn die Klausel wäre sittenwidrig gewesen, das kann ich nicht erkennen

Zitat:
2.Wie sieht es mit der Renovierungspflicht aus


wenn Schäden tatsächlich verursacht werden (Übergabeprotokoll ???) müssen diese bezahlt werden. Soweit die Theorie, wie es praktisch aussieht ?

Zitat:
3.Kann ich einen Nachweis verlangen, das ein außerordenliche Kündigungsrecht rechtfertigt?
4.Wie soll ich den Mietern rechtssicher auf die Kündigung antworten?


ich würde antworten, dass ich keinen Kündigungsgrund sehe (ausserhalb der 3 Jahre) und diese Kündigung nicht akzeptiere !

Gleichwohl würde ich mich verhandlungsbereit geben unter der Voraussetzung es wird ein Aufhebungsvertrag vereinbart indem dann ....

- eine eventuellle Abfindung für den VM
- Renovierungsvereinbarung
- weitere Vereinbarungen

etc. getroffen werden.

Ist denn überhaupt eine Kaution vorhanden ???

MFG

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