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24.11.2006, 21:19 von dontpanicProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Kniffelige Frage zur Abschreibung
Hallo,

das ist jetzt nicht ganz einfach, aber hier die Stichpunkte:

Erwerb einer Immobilie (Etagenwohnung BJ 1964) aus Zwangsversteigerung.

Zuschlag bei 28.000,-
Grunderwerbsteuer etc. 1.600,-
--> Anschaffungskosten 29.600,-

Verkehrswert lt. Gutachten 74.000,- (Vergleichswertverfahren)
Bodenwert 16.500,-

Auf welchen Wert darf ich jetzt die 2% Abschreibung anwenden?

Gruß,
dp
Alle 12 Antworten
27.11.2006, 15:44 von dontpanic
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Ist ja Wahnsinn was du alles parat hast..!
27.11.2006, 12:11 von Rita
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§ 7 Absatz (4) Satz 2 EStG
Satz 2: "Beträgt die tatsächliche Nutzungsdauer eines Gebäudes in den Fällen des Satzes 1 Nr. 1 weniger als 33 Jahre, in den Fällen des Satzes 1 Nr. 2 Buchstabe a weniger als 50 Jahre, in den Fällen des Satzes 1 Nr. 2 Buchstabe b weniger als 40 Jahre, so können an Stelle der Absetzungen nach Satz 1 die der tatsächlichen Nutzungsdauer entsprechenden Absetzungen für Abnutzung vorgenommen werden."

http://bundesrecht.juris.de/estg/__7.html

Man muss halt "nur" sein Finanzamt/seinen Beamten entsprechend überzeugen ...

Hallo,

soweit ich weiß kann ich nur 2% ansetzen (linear).
Wäre schön, wenn ich 3 oder 4% abschreiben könnt, aber ich wüsste nicht worauf ich mich dabei berufen könnte.

Gruß,
dp
27.11.2006, 08:09 von RMHV
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Es gibt auch keinen zwingenden Grund, die AfA mit lediglich 2% der Anschaffungskosten anzusetzen. Bei einer Wohnung Bj. 1964 sind von den 50 Jahren Abschreibungsdauer immerhin schon mehr als 40 Jahre vorbei. Welche Restnutzungsdauer anzusetzen ist, wird sicher vom Erhaltungs- bzw. Modernisierungszustand des Objekts abhängen. Ohne größere Instandsetzungen bzw. Modernisierungen könnte man an eine Restnutzungsdauer von 20 oder 25 Jahren denken. Soweit größere Erneuerungen vorgenommen wurden, wären vielleicht 30-35 möglich.
26.11.2006, 19:23 von dontpanic
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Danke nochmal an Alle,

80/20 pauschal gefällt mir gut. Wenn es soweit ist werde ich es versuchen.

Gruß,
dp
26.11.2006, 10:52 von PHILLIKAUF
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Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Pauschaler Ansatz von 20% Boden 80% Gebäude, geht meistens durch.
P.
26.11.2006, 10:41 von Rita
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Es gibt "feste Regelungen" (EkStR, EkStH, Verwaltungsvorschriften etc.) - allerdings habe ich keine Lust, seitenweise Texte abzutippen oder zusammenzukopieren. Wenn du dir das Geld für den Steuerberater sparen willst, dann bitte selbst nachlesen (mögliche Quellen wurden dir ja bereits benannt).

Viel Spass beim Studium!

I.ü. spart sich der normale, träge Finanzbeamte i.d.R. gerne Arbeit und übernimmt oft entsprechende Vorschläge des Steuerpflichtigen - soweit die nicht zu überzogen sind (bis nur 20% Grund+Boden ging bei mir bisher immer problemlos durch).

25.11.2006, 15:34 von dontpanic
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Hallo,

das klingt gut. Also werde ich einen möglichst realistischen Vorschlag machen und hoffen, dass es gut geht.

Aber feste Regelungen gibt es nicht?

Gruß,
dp
25.11.2006, 10:05 von Rita
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Zitat:
Abgeschrieben werden dürfen nur die tatsächlichen Anschaffungs-/Herstellungskosten!

So ist es.

Das Verkehrswertgutachten könnte aber gegenüber dem Finanzamt als Argumentationshilfe dienen, wenn es an die Aufteilung der tatsächlichen Anschaffungskosten in Anteile Wohnung & Grund+Boden zur Ermittlung der AfA-Bemessungsgrundlage geht.
=> 29.600 / 74.000 * (74.000 - 16.500) = 23.000 AfA-Bem.Grundlage

25.11.2006, 10:03 von PHILLIKAUF
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Ich würde die Verteilung Grund und Boden bei der Erwerbssumme im Verhältnis des Gutachtenwerts zum Bodenwert ansetzen. Ansetzbar für die AVA sind natürlich nur die entstandenen Kosten abbzgl. ermittelter anteiliger Bodenwert. Wenns dem FA nicht passt, dann meldet es sich schon.
P.
25.11.2006, 09:52 von ChristophL
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Da kann ich meiner vorrednerin nur zustimmen.

Gruß Christoph
25.11.2006, 09:09 von Susanne
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Abgeschrieben werden dürfen tatsächliche Kosten und nicht ungefähre Werte!
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