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06.09.2007, 11:47 von CarmenBProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Kautionssparbuch
Hallo an alle,

ich bin neu hier, bin kein Vermieter und hoffe dennoch, daß mir jemand helfen kann.

Mein Mann und ich sind vor 3 Jahren umgezogen. Aus dieser Wohnung geht noch ein Kautionssparbuch hervor, welches wir damals für diese Wohnung angelegt hatten. Damals hatte der Vermieter das Sparbuch noch zurückgehalten, weil er sich noch umschauen wollte.
Wir schrieben ihn nach ca. 6 Monaten an, mit dem Ergebnis das er das Sparbuch nicht herausrückte, weil angeblich einige Mängel in der Wohnung wären. Dies war aber nicht so. Wir schalteten einen Anwalt ein, der allerdings nur ein paar Briefe schreiben konnte, da er dann verstarb. In der Hoffnung noch etwas von der Gegenseite zu hören, warteten wir ab, bis heute. Der letzte Brief ging also vor ca. 2 Jahren raus.

Meines Wissens hat er doch sowieso keinen Anspruch mehr auf irgendwelche Leistungen, oder? Die Bank löst allerdings trotzdem das Sparbuch nicht auf.

Hat jemand eine Idee, außer zu klagen, was wir machen können?

Was uns betrifft. Wir sind keine Mietnomaden, haben unsere Miete immer regelmäßig bezahlt und die Wohnung ordnungsgemäß übergeben.

Für Hilfe wären wir sehr dankbar.

Lieben Gruß
Carmen
Alle 22 Antworten
09.09.2007, 20:28 von Lilibeth
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Zitat:
Als ich das Sparbuch anlegte, mußte ich den Namen und die Adresse des Vermieters angeben. Diese mußten dann auch etwas unterschreiben. Das Sparbuch bekam dann der Vermieter


achso, habe jetzt kapiert

dann will ich für Dich hoffen, das der Anspruch noch nicht verjährt ist und du dein Geld bekommst!!

Daumen drück
09.09.2007, 16:18 von CarmenB
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Als ich das Sparbuch anlegte, mußte ich den Namen und die Adresse des Vermieters angeben. Diese mußten dann auch etwas unterschreiben. Das Sparbuch bekam dann der Vermieter.

Lieben Gruß
Carmen
09.09.2007, 15:35 von Lilibeth
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also so recht verstehen tue ich das nicht

Wenn das Sparbuch doch auf Deinem Namen läuft , kannst doch damit machen was du willst.

Wir haben unser Kautionsparbuch auf unserem Namen , wir sind die Vermieter, angelegt.

Darin steht : für Kaution Herr und Frau .......

Bei unserem ersten Mieter konnten wir das Geld auch einfach abheben ohne eine unterschrift des Mieters . Und der Bank war es auch egal !!!
09.09.2007, 12:23 von CarmenB
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Das Sparbuch läuft auf meinem Namen, bei meiner Bank. Der Vermieter hat das Geld nicht abgehoben, ich kann es online überprüfen. Ich habe mit der Bank mehrmals gesprochen, die meinten nur, das ich das Sparbuch bringen muss, oder eine Unterschrift vom Vermieter, das er damit einverstanden ist, das es aufgelöst wird. Ansonsten müßte ich gegen den Vermieter klagen. Sie dürften es nicht einfach so auflösen.

Ich möchte aber einer Klage entgehen, da wir unsere Rechtschutzversicherung schon genug in Beschlag nehmen(Klage wegen ärztlichen Behandlungsfehler).

Ich hoffe, daß es auch irgendwie anders geht.

Liebe Grüße
Carmen
09.09.2007, 12:17 von Lilibeth
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Zitat:
Ich vergaß, das Kautionssparbuch habe ich angelegt, es läuft auf meinen Namen. Ich weiss nicht in wie fern das wichtig ist.



dann bist Du verfügungsberechtigt. Gehe zur Bank und sage denen ,das das Sparbuch verloren gegangen ist. Die schauen dann automatisch nach und Du wirst erfahren ob der Vermieter vielleicht das Geld abgehoben hat, sei denn Du hattest es mit einem Kennwort gesichert .

Du müsstest dann an das Geld kommen.

Wenn das Sparbuch auf Deinem Namen steht , kann der Vermieter nicht einfach das Geld abholen. Wäre dóch strafbar oder???
09.09.2007, 11:57 von CarmenB
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Ich vergaß, das Kautionssparbuch habe ich angelegt, es läuft auf meinen Namen. Ich weiss nicht in wie fern das wichtig ist.

Lieben Gruß
Carmen
09.09.2007, 11:53 von CarmenB
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Hallo,

vielen Dank für Eure bisherige Hilfe.

Ich schilder Euch mal den Alptraum genau.

Im August 2000 fanden wir dieses auf den ersten Anschein schnuckelige Fachwerkhaus. Die Miete war ok. Wir haben uns direkt in dieses Häuschen verliebt, war immer ein Traum von uns.
Dieses Häuschen kann man sich quasi als Doppelhaushälfte vorstellen. In der einen Seite wohnte eine alte Dame, der das Haus ehemals gehörte, in der anderen wenig später wir. Diese Dame hatte es damals unseren Vermietern überschrieben, weil sie sich als sie dort noch wohnten ein wenig um sie gekümmert hatten.

Bei unseren ersten Gesprächen mit den Vermietern einigten wir uns, leider nur mündlich darauf, das wir gemeinsam den großen Garten (wie ein kleiner Park) pflegten, das Haus alle 2 Jahre gemeinsam streichen (es steht unter Denkmalschutz) und das der Vermieter eine neue Badezimmertür einbaut(sie war morsch und war eine Außentür). Es geschah von alledem nichts. Wir boten dem Vermieter an, die Tür selber einzubauen und ihm dann die Rechnung zu schicken. Das wollte er nicht. Als der nächste Frühling kam hatten wir tausende Ameisen in der Wohnung, die Ratten nagten diese Türe schon an. Also verriegelten wir diese Tür von innen mit Holzplatten. Der Vermieter reagierte nicht.
Als dann der Herbst kam, regnete es in dieses Badezimmer(es war ein Anbau an dieses Haus). Wir teilten es dem Vermieter mit. Wieder geschah nichts. Also legten wir eine Plane auf dieses Flachdach. Eine Woche später legte der Vermieter eine neue Plane auf dieses Dach, bis dann 3 Monate später das Dach neu gedeckt wurde.
Ein halbes Jahr nach dem Einzug verstarb die alte Dame nebenan und unser Vermieter meinte diese Wohnung auszukernen. Er wollte diese Wohnung für eines seiner Kinder herrichten. Dort stand kein Stein mehr auf dem anderen, ernsthaft. Er kloppte und bohrte und hämmerte dort über 3 Jahre, selbst an Feiertagen wie Weihnachten.
Im frühen Sommer 2004 kündigte er uns die Wohnung zwecks Eigenbedarf, obwohl er wußte, das mein schwerbehindert war, aber das interssierte ihn nicht. Also übergaben wir die ganze Sache einem Freund,der Anwalt war. Als dieser später starb, meldete sich die Gegenseite nicht mehr.

Wenn ich die Vermieter beschreiben soll. Es sind Leute aus der unteren Schicht, die zufällig ein Haus von der Tante geerbt hatten und das Fachwerkhaus sich von der alten Dame erschlichen haben. Also kein Geld, aber 2 Häuser. Sie hatten wohl von uns erwartet, das wir dieses Haus in Schuß bringen. Anders kann ich mir das nicht erklären.

So das war jetzt etwas länger, aber ich möchte einfach, das ihr wisst wie alles zustande kam.

Liebe Grüße
Carmen
07.09.2007, 10:24 von Jobo
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Hallo Rita,
super Beitrag, damit kann Carmen bestimmt mehr anfangen als nur der Hinweis geh zum Anwalt oder tritt einem Verein bei.
Ich denke damit hast Du Carmen sehr geholfen.
Jobo
07.09.2007, 10:13 von Rita
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Ein evtl. Anspruch des Vermieters ist gem. § 548 BGB schon lange verjährt (6 Monate nach Mietende/Rückgabe der Mietsache) - der Rückzahlungsanspruch also ab diesem Zeitpunkt fällig (soweit der Vermieter nicht mit anderen Gegenforderungen aufrechnen konnte > z.B. Betriebskostenabrechnung).

Zitat:
Hat jemand eine Idee, außer zu klagen, was wir machen können?

Wenn die Kaution in Geld gezahlt wurde und das Kautionssparbuch vom Vermieter auf seinen Namen angelegt wurde, besteht ggfs. die günstigere Möglichkeit den Rückzahlungsanspruch per gerichtlichem Mahnverfahren geltend zu machen - das ist in jedem Fall günstiger als der Klageweg.

Infos, Ablauf, Kosten (Vorsicht: der Online-Service ist genauso teuer, wie über Anwalt vor Ort!)
http://www.mahnung-online.de/

die amtliche Seite mit Ausfüllhilfen
https://www.online-mahnantrag.de/omahn/Mahnantrag?_ts=458789-1119679994798&Command=start

Für jeden Rechtsweg und jedes gerichtliche Verfahren fallen Kosten + Gebühren an, für die der Anspruchsteller/Kläger in Vorlage treten muss.
Rein rechtlich muss der Unterliegende für die von ihm erforderlich gemachten Kosten einstehen - praktisch bleibt der Kläger aber auch im Obsiegensfall oft noch selbst auf den Kosten sitzen ...
Also "kein Risiko"?! >> Bitte die Ernsthaftigkeit der Antworten selbst abwägen.

vor 3 Jahren umgezogen - ACHTUNG:
Auch der Kautions-Rückzahlungsanspruch unterliegt der "regelmäßigen Verjährung" = 3 Jahre nach § 195 BGB, Fristberechnung § 199 BGB
http://dejure.org/gesetze/BGB/195.html
Wenn der Auszug also in 2004 war > Jahresende 31.12.2004 + 3 Jahre = zum 31.12.2007 verjährt der Kautionsrückzahlungsanspruch
Bitte nochmal genau prüfen (korrekterweise wird erst ab Eintritt der Fälligkeit gerechnet - siehe oben)

Also ggfs. schnellstens in die Gänge kommen - um eine Verjährung noch zu verhindern!
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Zitat:
Ein Prozessrisiko besteht nicht und auch Ihr Anwalt wird von der Gegenseite bezahlt werden müssen.

korrekt wäre:

Ein Prozessrisiko besteht zwar immer, aber wenn Sie gewinnen, wird auch Ihr Anwalt von der Gegenseite bezahlt werden müssen.

Vor Gericht und auf hoher See...
07.09.2007, 09:09 von Augenroll
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Zitat:
Nur wenn es klar ist das keine Ansprüche mehr bestehen oder entstehen können.



Die Ansprüche sind aber zeitnah anzumelden!

@CarmenB,

Sie haben viel zu lange gewartet. Ich empfehle, sich unverzüglich mit einem Mietrechtsanwalt in Verbindung zu setzen und die Kaution einzuklagen.

Ein Prozessrisiko besteht nicht und auch Ihr Anwalt wird von der Gegenseite bezahlt werden müssen.
07.09.2007, 09:04 von Blondy
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Nur wenn es klar ist das keine Ansprüche mehr bestehen oder entstehen können.
07.09.2007, 01:27 von prinzregent
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Kautionen sind nach 6 Monaten auszukehren.
06.09.2007, 21:15 von CarmenB
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Hallo,

ganz lieben Dank für die vielen Antworten. Das ging ja rasend schnell.

Bin gerade von der Arbeit heim, schreibe morgen nachmittag ausführlicher, was uns dort alles widerfahren ist. Ein Alptraum.

Zitat:
Wenn das letzte Schreiben von vor 2 Jahren vom Vermieter kam und dieses dann nicht mehr beantwortet wurde, sieht das aus Sicht des Vermieters wie ein Einverständnis aus


Nein,nein, er hat sich auf unser letztes Schreiben nicht mehr gemeldet.

Aber wie gesagt, morgen schreibe ich ganz ausführlich. Danke für Eure Hilfe.

Liebe Grüße
Carmen
06.09.2007, 16:34 von Mieterliebe
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Zitat:
Dieses Problem ist leider keine Seltenheit in Deutschland, sondern eher die Regel.


nein, eher die ausnahme!!!

Zitat:
Die Profitgier vieler, vieler Vermieter ist in der Zwischenzeit unerträglich geworden und es wird auch teilweise, wie in diesem Fall, mit enormer krimineller Energie gearbeitet. Wie sonst ist es zu erklären, dass der exVM die Kaution vorsätzlich und zu unrecht einbehält?


etwas sachlickeit und neutralität in den antworten wäre schon angebracht. an polemik hat hier keiner interesse!!!

demzufolge kann ich Ihrem letzen Absatz, Herr Andreas Mayer, nur zustimmen.

grüße
mieterliebe

06.09.2007, 13:41 von Jobo
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Also diese Forum als Quellenangabe für diese Behauptung zu nutzen, ist gerade so, als wenn man mit den Mitglieder eines Kleintierzüchtervereins die liebe aller Menschen zu Kleintieren beweisen will.

Wenn ich diese Forum zur Enschätzung aller Mieter herannehmen würde, dann würde ich auch nicht mehr Vermieten dürfen.


06.09.2007, 13:32 von andreasM
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Zitat:
Quellenanagabe ?


Hier diese Forum u.a., benutzen Sie mal die Suchfunktion!
06.09.2007, 13:28 von Jobo
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@CarmenB

Hallo Carmen,
bevor Du jedoch in einen Verein eintrittst, kläre ab ob dieser Fall, da er ja schon vor einige Zeit entstanden ist, überhaupt abgedeckt wird, nicht dass Du dann Mitgliedbeitrag bezahlst und dann auch noch einen Anwalt bezahlen mußt.

Zu Deinem Fall kann ich nur sagen, dass solchen VM das Handwerk gelegt werden muss. Bei Mieterwechsel ist eine Abnahme zu machen und zeitnah hat dann auch die Kautionsabrechnung zu erfolgen.

Jobo

@am
Zitat:
Dieses Problem ist leide keine Seltenheit in Deutschland, sondern eher die Regel.


Quellenanagabe ?
06.09.2007, 13:03 von andreasM
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Dieses Problem ist leide keine Seltenheit in Deutschland, sondern eher die Regel.

Die Profitgier vieler, vieler Vermieter ist in der Zwischenzeit unerträglich geworden und es wird auch teilweise, wie in diesem Fall, mit enormer krimineller Energie gearbeitet. Wie sonst ist es zu erklären, dass der exVM die Kaution vorsätzlich und zu unrecht einbehält?

Als erstes würde ich Ihnen Raten eine Mitgliedschaft im Mieterverein zu erwerben/anzustreben. Der Mieterverein ist ein kompetenter Ansprechpartner der Mieter und wesentlich besser als sein Gegenstück auf der VM-Seite!

Anschließend gilt es zu klären, welcher Anwalt für Mietrecht Sie gegen Ihren exVM vertreten darf. Hier sollten Sie besonders auf erfolgreiche lange Zusammenarbeit des Anwaltes mit dem Mieterverein achten. Nur so kann gewährleistet werden, dass Sie die optimale Hilfe gegen Ihren exVM erhalten. Der Fachanwalt wird dann alle notwendigen Schritte gegen Ihren exVM einleiten, so dass Sie sich um nichts mehr kümmern müssen. Unter Umständen kann sogar die Immobilie Ihres exVM zwangsversteigert werden, wenn nur so Ihre berechtigten Ansprüche umgesetzt werden können.

Ich hoffe Ihnen freundlich und kompetent geholfen zu haben und verbleibe

freundlich

Andreas Mayer
06.09.2007, 12:21 von Mortinghale
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Zitat:
muss dieser bei einer Klage eh alle Kosten des Mieters übernehmen


Wenn er nicht inzwischen verarmt oder verstorben ist. Würde da im Vorfeld schon einige Informationen einholen.

Außerdem ist ja noch fraglich, inwieweit der Vermieter in Verzug ist.
Wenn das letzte Schreiben von vor 2 Jahren vom Vermieter kam und dieses dann nicht mehr beantwortet wurde, sieht das aus Sicht des Vermieters wie ein Einverständnis aus.

06.09.2007, 12:07 von Endu
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Zitat:
Um wieviel Kaution (in EURO) geht es denn (Frage: Lohnt sich der AUfwand)?



Ist unerheblich. Da nach der bisherigen Schilderung davon auszugehen ist dass der Ex-VM das Sparbuch unberechtigt zurückhält muss dieser bei einer Klage eh alle Kosten des Mieters übernehmen.

Am besten lasst euch kurz anwaltlich beraten und dann entsprechend Klage einreichen.

06.09.2007, 12:00 von Kobes
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Wenn der Vermieter das Sparbuch nicht rausrückt könnt Ihr nur klagen um daran zu kommen.

Gab es ein Wohnungsübergabeprotokoll aus dem hervorgeht dass alles i.O. war?

Habt Ihr die Nebenkostanbrechnung für diesen Zeitraum schon erhalten?

Um wieviel Kaution (in EURO) geht es denn (Frage: Lohnt sich der AUfwand)?

Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
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