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06.01.2008, 19:35 von sirupProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Kauf neuer Wasserzähler umlegbar? Bin verwirrt!!
Hallo zusammen,

ich bin etwas verwirrt und mich im §§ Dschungel verlaufen.

Die Miete von Wasserzählern kann ich ja auf den Mieter umlegen, den Kauf (da Eichfrist abgelaufen) aber angeblich nicht, richtig oder falsch?

Jedoch darf ich bei Ablauf der Eichfrist von "Wärmemengenzählern" den Kauf umlegen (siehe § 7 Abs. 2 der Heizkostenverordnung). Mh!?

Und dann noch § 2 BVO Abs. 2
Betriebskosten sind
die Kosten der Wasserversorgung,
hierzu gehören ...die Kosten der Anmietung oder "anderer Arten der Gebrauchsüberlassung" von Wasserzählern....

Wenn ich neue kaufe weil die Eichfrist abgelaufen ist und sie nicht miete, dann ist es doch eine "andere Art der Gebrauchsüberlassung" oder!?

Ich dachte ich könnte die Zähler nun nach Laufzeit umlegen, also auf 5 bzw 6 Jahre.

Oder halt dann doch nur im Rahmen der Steuererklärung als Erhaltungsaufwand geltend machen!?

Danke und Gruß aus AB

Alle 8 Antworten
10.01.2008, 11:31 von sirup
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Zitat:
Und warum willst Du dir unbedingt das Vermieter-Dasein schwerer machen, als es so schon ist?


Ich habe die Dinger gekauft
a) weil in unserer WEG keiner gemietete hat - sind alle Eigentum
b) habe unmittelbar mit dem Kauf auch das erste mal vermietet, hab vorher selbst in der ETW gewohnt. Also keine Erfahrung bis dato.
10.01.2008, 09:16 von Rita
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Zitat:
Eichkosten umlagefähig

* Betriebskosten, die in mehrjährigem Abstand anfallen (z.B. Eichkosten) können vom Vermieter ungekürzt für die Abrechnungsperiode in Ansatz gebracht werden, in der sie entstanden sind (Landgericht Berlin, Urteil vom 31.1.1992, Az. 65 S 171/91).
* Werden Wärmezähler nach Ablauf der Eichfrist durch neugeeichte Austauschgeräte ersetzt, so sind die hierdurch entstehenden aperiodischen Kosten auf den Mieter umlegbar; eine Aufteilung auf mehrere Jahre ist zulässig (Amtsgericht Koblenz, Urteil vom 28.05.1996, Az. 42 C 970/96).
* Kommentar: Eine sofortige Umlage der Eichkosten im Jahr des Geräteaustauschs ist aus praktischen Gründen nicht zu empfehlen. Zieht beispielsweise ein Mieter kurz nach dem Einbau neu geeichter Zähler aus, so hat er zwar bezahlt, der Nutznießer ist aber der Folgemieter. Besser ist es deshalb, einen Wartungsvertrag für eichpflichtige Geräte mit dem Messgerätehersteller abzuschließen. Die Wartungskosten werden jährlich abgerechnet und Ungerechtigkeiten werden so vermieden.
* Zu den umlagefähigen Kosten nach § 7 Abs. 2 der Heizkostenverordnung gehören auch die Kosten für einen sog. Eichservicevertrag, bei dem eine jährliche Wartung sowie der Austausch der Warmwasserzähler alle fünf Jahre vorgesehen ist. Damit wird dem Gesetzeszweck Rechnung getragen, dass eine dem Nutzer möglichst große Messgenauigkeit erreicht werden soll (Landgericht Berlin, Urteil vom 10.04.87, Az. 64 S 402/86 und Amtsgericht Bremerhaven - 01.10.86, Az. 53 C Nr. 512/86, HKA 03/88 - ebenso haben die Amtsgerichte Köln (Urteil vom 07.02.86, Az. 218 C 280/85) und Bremerhaven (Urteil vom 01.10.86, Az. 53 C 512/86 = DWW 1987, S. 19) entschieden).

Quelle: http://www.minol.de/cps/rde/xchg/SID-7F000002-9AA1A064/minol/hs.xsl/786.htm

Und warum willst Du dir unbedingt das Vermieter-Dasein schwerer machen, als es so schon ist?

> Miete die Dinger, dann bist du auf der absolut sicheren Seite, musst nicht den Gesamtbetrag für 5/6 Jahre vorlegen sondern kriegst jährlich deine umlagefähige Rechnung ... und wenn ein Gerät ausfällt ist i.d.R. kostenloser Austausch über den Eichservice-/Wartungsvertrag mit abgedeckt.

Hallo und vielen dank für die bisherigen Beiträge.

Ich habe nun auch nochmal recherchiert.

Also gem. § 2 Nr. 2 BetrKV zählt der Geräteaustausch wegen abgelaufener Eichfrist ebenfalls zu den Eichkosten.

Dh. sie sind umlagefähig. Wie bereits RMHV richtig bemerkt hat.

Umstritten ist es nun jedoch ob man dem Mieter in einem Jahr die vollen Kosten auferlegt oder auf die Nutzungsdauer (5 HW bzw 6 KW) verteilt.
Fairer (falls ein Mieter nicht die volle Nutzungsdauer die Wohnung mietet) wäre die Verteilung auf die Jahre jedoch gibt es bisher kein gerichtlichen Beschluss der dies vorgibt.
07.01.2008, 15:25 von RMHV
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Zitat:
Endu » 07.01.08 07:40 «

Zitat:

Wenn du kaufst und dann mit 11% p.a. umlegen.



Das wird wohl auch nicht funktionieren, oder dient der Kauf einer Modernisierungsmassnahme?

Wohl kaum.


Hier werden verschiedene Dinge wild durcheinandergemischt...

Die Erstausstattung mit Wasserzählern bei einem bestehenden Mietverhältnis ist eine Modernisierung und die Kosten für Einbau und Kauf der Zähler können mit 11% auf die Jahresmiete umgelegt werden. Alternativ können die Zähler angemietet und nur die Einbaukosten als Modernisierung umgelegt werden oder die Miete kann auch die Einbaukosten abdecken. Hier besteht für den Vermieter Gestaltungsfreiheit.

Nach Ablauf der Eichgültigkeit fallen Eichkosten an. Eichung würde den Ausbau der Zähler erfordern, dann die Eichung und anschließend den Einbau der nun wieder geeichten Zähler (nebst Einbau eines Zählers für die Dauer der Eichung). Dass dieses kostenträchtig ist, kann man kaum übersehen. Wesentlich günstiger ist der Austausch der alten Zähler gegen neue (in der regel auch nicht geeichte, sondern beglaubigte) Zähler. Die Kosten für den Austausch sind - einschließlich der Kosten für die neuen Zähler - Eichkosten.

Die Umlagefähigkeit von Eichkosten ergibt sich übrigens schon aus der Betriebskostenverordnung und muss nicht ausdrücklich vereinbart werden. Eine Umlagevereinbarung für Wasserkosten deckt auch die Eichkosten mit ab.
07.01.2008, 07:40 von Endu
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Zitat:
Wenn du kaufst und dann mit 11% p.a. umlegen.


Das wird wohl auch nicht funktionieren, oder dient der Kauf einer Modernisierungsmassnahme?

Wohl kaum.
06.01.2008, 23:45 von frischebrise
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Hallo,

Zitat:
Die Miete von Wasserzählern kann ich ja auf den Mieter umlegen, den Kauf (da Eichfrist abgelaufen) aber angeblich nicht, richtig oder falsch?



Falsch, auch die Eickkosten sind umlegbeare BK, sofern diese rechtswirksam vereinbart wurden.

Zitat:
die Kosten der Wasserversorgung,
hierzu gehören ...die Kosten der Anmietung oder "anderer Arten der Gebrauchsüberlassung" von Wasserzählern....


also oben schon beantwortet.

Zitat:
Wenn ich neue kaufe weil die Eichfrist abgelaufen ist und sie nicht miete, dann ist es doch eine "andere Art der Gebrauchsüberlassung" oder!?



Ja, die erstmalige Anschaffung der Erfassungsgeräte - bei Kauf - hast du an der Backe. Wenn du kaufst und dann mit 11% p.a. umlegen.

06.01.2008, 22:46 von sirup
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Danke für den geistreichen Beitrag
06.01.2008, 20:55 von CMAX_65
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Hi,

ich habe die Dinger gemietet, gesetzlich erlaubt und umlegbar und der Rest interessiert mich nicht !

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