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29.11.2005, 10:30 von MajaProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Innentüren
Vor 3 Monaten ist eine Familie aus unserem Mietshaus ausgezogen. Bei der Wohnungsübergabe wurden verschiedene Mängel festgestellt, die auch im Übergabeprotokoll festgehalten wurden. Jetzt stellt sich der Mieter hin, Mangel abgelehnt das sind übliche Abnutzungserscheinungen. Vor 5 Jahren haben wir das gesamte Haus neu saniert. Die Innentüren sind aus Portalit. Laut Aussage des Händlers, der diese Türen eingebaut hat ein unverwüstliches Material. ( Bucheoptik braucht eigentlich nur feucht abgewischt zu werden )An einer Tür sind jetzt helle Flecken in der Oberfläche. Eine Ausbesserung ist nicht möglich. Muß der Mieter einen Anteil der neuen Tür bezahlen? Wie hoch wäre dieser? Ich habe noch nirgends eine Lebenserwartung für Türen gefunden.
Alle 5 Antworten
01.12.2005, 01:49 von scientia
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In entsprechenden Handbüchern von Architekten gibt es Tabellen für die durchschnittliche Haltbarkeit von Bauteilen. Diese decken sich aber mit den Abschreibungstabellen nicht.
In meinem nun 110 Jahre alten Mietshaus sind die Innentüren , entsprechende Renovierung vorausgesetzt tip top. Hier würde die Frage nach der Restnutzungsdauer wohl kompliziert und nur durch Gutachter zu entscheiden sein. Die Neuanfertigung einer solchen Tuere, da nicht DIN Norm etc. ist jedenfalls hübsch teuer!
scientia
30.11.2005, 14:22 von Lexi
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Hallo Volker,

die gilt die Sache mit dem Zeitwert auch bei grober Fahrlässigkeit? Ich hatte mal den Fall wo ein Mieter bei der Wohnungsrückgabe eine Türe samt Türstock dermaßen befeuchtet hat, dass die Resopalbeschichtung sich von unter her aufgewölbt hat und dadurch völlig zerstört war. Bei der Abnahme war alles noch feucht.

Gruß
Lexi
30.11.2005, 10:08 von volker
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Hallo Lexi,

nach meiner Ansicht muss der Mieter den Schaden zahlen, wenn diese Tür im eingebauten Zustand nicht mehr funktionsfähig ist.

Allerdings auch wieder nur den Restwert.

Bei einer "Lebensdauer" von 25 Jahren würde der Selbstbehalt des Vermieters je Jahr seit der Anschaffung 4 % betragen. Bei einer "Lebensdauer" von 40 Jahren jedoch nur 2,5 %.

Du musst je nach vergangener Nutzungszeit also entscheiden, was besser ist. Der Schadenersatz für den Vermieter wird umso höher, je länger die noch mögliche Nutzungszeit des beschädigten Gegenstandes für den Vermieter gewesen wäre.
30.11.2005, 09:54 von Lexi
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Hallo,

Ersatz des Restwertes ist alles recht und gut; aber wie ist es, wenn man bei einer Wohnungsabnahme eine mit Resopal beschichtete Innentüre völlig "verzogen" (im feuchten Keller gelagert) feststellt? Muss der Mieter diese nicht ersetzen?

Gruß
Lexi
30.11.2005, 01:32 von Rita
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helle Flecken > das riecht für mich ganz stark nach ungeeignetem Reinigungsmittel/Fleckentferner > (Nitro-)Verdünnung/Terpentin/Aceton/Nagellackentferner/ hin
welche Oberfläche (Kunststoff Holzdekor, Holzfurnier ??) haben die Türen denn?

Bei Bucheoptik "Furnier" kann z.B. das Echtholz-Furnier auch nachdunkeln ... aber nicht dort, wo es durch Aufkleber "geschützt" war ... Dann wär's ggfs. "übliche Abnutzung" und der Farbunterschied würde sich im Laufe 2-3 Jahren angleichen.

Lebenserwartung: Bei Sanitärgegenständen (WC, Waschbecken o.Ä.) konnte ich die Haftpflichtversicherung des Mieters auf m.E. eher angemessene 25 Jahre herunterhandeln (ursprünglich waren witzigerweise 40 Jahre angesetzt - möchte mal sehen, wo das "üblicherweise" so lange hält - ist ja sowieso ein gewaltiger Unterschied, ob man die Sache "vermietet" oder "selbstgenutzt" betrachtet)

Bei Türen würde ich meinen, eine ähnliche Lebenserwartung sei angemessen.
Ob "amtliche" Abschreibungstabellen (Finanzamt) da etwas anderes hergeben, weiss ich nicht.

Hat der Mieter die Farbe/Oberfläche durch falsche Behandlung = nicht "übliche Abnutzung" verändert, dann muss er Schadensersatz leisten.
Lt. BGB heisst das aber "Zeitwertentschädigung", d.h. Restwert der Türen zum Schadenszeitpunkt.

Ggfs. kann der Händler ein "Gutachten" (Statement) zur Schadensursache geben, das den Mieter überzeugt ... und auch zur "üblichen Nutzungsdauer der Türen".
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