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04.05.2007, 08:49 von tobiwittmannProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Immobilienerwerbskosten = Werbungskosten?
Sind Kosten, die im Zuge der Eigentumsübertragung einer vermieteten Immobilie entstehen, im Rahmen der Einkommensteuererklärung abzugsfähig?
Im konkreten Fall geht es um Erbschaftsteuer und Notarkosten.
Alle 11 Antworten
08.05.2007, 18:21 von Mortinghale
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Ich will das Bundesverfassungsgericht nicht auf die Erbschaftsteuer, sondern auf die Einkommensteuer (wg. Ermittlung der AfA-Bemessungsgrundlage) ansetzen.

Wenn Grundvermögen wie Bargeld behandelt wird, dann muß die AfA-Bemessungsgrundlage auch so berechnet werden als wenn ich von dem Bargeld ein Haus gekauft hätte.

08.05.2007, 18:04 von zaunkoenig
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Hallo,

Zitat:
Und wenn die Reform der Erbschaftsteuer so ausfällt, wie sie erwartet wird, führt sich jedes Gegenargument ad absurdum.

Dann kommt nötigenfalls das Verfassungsgericht wieder zum Zuge.


Dann bist Du, so scheint es, in Bezug auf die Erbschaftsteuer nicht aktuell.

Die Bundesregierung hatte einen Gesetzesentwurf zur Überarbeitung der Erbschaftsteuer (speziell der Unternehmensnachfolge) fix und fertig in der Schublade. Die Gesetzesvorlage war sogar schon besprochen und stand lediglich noch zur abschließenden Abstimmung an.
Doch da gab es ja noch die Geschichte mit der ungleichen Besteuerung von Grundvermögen und Barvermögen, die beim Bundesverfassungsgericht anhängig war.

Sinnvollerweise hat man dann das Gesetzesvorhaben in der Schublade belassen, um zunächst das anstehende Urteil des Bundesverfassungsgerichts abzuwarten. Denn warum sollte man ein Gesetz verabschieden, das an anderer Stelle möglicherweise gegen die Verfassung verstößt und nochmals geändert werden muss. Denn, ganz schlaue Köpfe in den Ministerien waren davon ausgegangen, dass die Verfassungswidrigkeit festgestellt würde.

Da gleichzeitig auch die Diskussionen im Bundestag lauter wurden, die Vermögensbesteuerung (Reichenbesteuerung) wieder einzuführen, böte sich eine Totalüberarbeitung des Erbschaftsteuergesetzes an, wobei man gleich mal die Vermögenssteuer mitbehandeln könnte.

Und so, wird zum Jahresende ein Erbschaftsteuergesetz in Kraft treten, dass mitnichten noch gegen die Verfassung verstößt. Denn hochaktuell sind die Forderungen der Verfassungsrichter gleich mit umgesetzt.

Und so sehe ich derzeit null Spielraum für verfassungsrechtliche Bedenken.

Weiterhin sehe ich immer noch keine Möglichkeit die Vermögenskosten der Erbschaft in irgendeiner Form einkommensteuerlich zu berücksichtigen.

Und eine Erhöhung der Afa-Bemessungsgrundlage kann es nur dann geben, wenn ein teilentgeltlicher Vermögensübertrag vollzogen wird. Das, ist aber die Ausnahme vom Regelfall. Und der ist hier auch nicht gegeben.

08.05.2007, 15:58 von Mortinghale
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@Zaunkoenig

Zitat:
Erbschaftsteuer wird nie zum Werbungskostenabzug zugelassen


Das hat ja auch keiner behauptet; es geht um die Ermittlung der AfA-Bemessungsgrundlage.

Und wenn die Reform der Erbschaftsteuer so ausfällt, wie sie erwartet wird, führt sich jedes Gegenargument ad absurdum.

Dann kommt nötigenfalls das Verfassungsgericht wieder zum Zuge.

08.05.2007, 13:47 von tobiwittmann
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Zitat:
Ich frage mich gerade welche Notarkosten anfallen, bei einem Erbfall

Wenn der Erblasser ein "Vermächtnis" anordnet, dann braucht man i.d.R. einen Notar für den Vermächtniserfüllungsvertrag. So war es in meinem Fall.

Vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Auch wenn ich ein anderes Ergebnis erhofft hatte.
08.05.2007, 13:21 von Irm
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Das heißt also alle Ausgaben die mir im Zusammenhang mit meinem Erbfall 06 entstanden sind, kann ich in der Einkommenssteuer 06
nicht geltend machen, da sie schon bei der Berechnung der Erbschaftssteuer geltend gemacht wurden.
Irm
08.05.2007, 13:06 von zaunkoenig
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Hallo,

Zitat:
Erbschaftsteuer wird z.Zt. nicht zum Abzug (Erhöhung der AfA-Bemessungsgrundlage) zugelassen.

Ist aber unlogisch und deshalb lasse ich keine Festsetzung mehr rechtskräftig werden (warte auf bessere Zeiten und die Reformierung der Erbschaftsteuer).


Erbschaftsteuer wird nie zum Werbungskostenabzug zugelassen, weil hier eben kein Erwerb vorliegt sondern lediglich ein Vermögensübertrag auf privater Ebene.
Und so gibt es in aller Regel nicht einmal Anschaffungskosten. Der Gesetzgeber hat jedoch die Möglichkeit der Fortführung der Abschreibung des Rechtsvorgängers zugelassen. Aber auch für dieses Privileg musste in grauer Vorzeit mal jemand die Gerichtsbarkeit bemühen.

Die Änderungern im Erbschaftsteuergesetz behandeln lediglich die Besteuerung des Vermögensübergangs, haben aber nichts mit der ertragsteuerlichen Auswirkung von Vermietungseinkünften oder dem Begriff der Anschaffung/Herstellung zu tun. Das sind zwei völlig verschiedene Gesetze, die rein gar nichts miteinander zu tun haben.

Und nun Frage ich mich, welche Festsetzung denn hier nicht rechtskräftig werden soll. Wo liegt die Beschwer für Einspruch respektive Klage?

Die hier angesprochenen Notarkosten werden als Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Vermögensübergang bei der Ermittlung der Vermögenswerte für die Erbschaftsteuer berücksichtigt. Dies sind Kosten, die unmittelbar mit dem Vermögensübergang zusammenhängen und wiederum nicht mit einer Einkünfteerzielung verbunden sind, sondern Kosten im privaten Bereich darstellen.
Und die Anerkennung als vermögensmindernder Aufwand, der somit Erbschaftsteuer spart, ist ja auch eine steuerliche Anerkennung.

08.05.2007, 12:39 von Kiovar
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Ich frage mich gerade welche Notarkosten anfallen, bei einem Erbfall.. also die Umschreibung des Grundstückes/Haus auf die Erben haben wir ohne Notar durchgeführt... deswegen ist das FA auch der Annahme nuu fortgeführte AFA des Erblassers sind weiter anzusetzen sind...

Grüße
Kio
04.05.2007, 13:15 von Mortinghale
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Tja Kiovar,

das ist schon richtig so; aber Notarkosten im Zusammenhang mit Erberwerb sind etwas anderes.

Die Finanzverwaltung ist der Auffassung, daß einfach nur die AfA des Erblassers fortgeführt werden kann.

04.05.2007, 13:05 von Kiovar
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Notarkosten können als Anschaffungsnebenkosten über die Abschreibung in der EStE angesetzt werden...

Zitat von: http://www.steuerlinks.de

"Notarkosten können Anschaffungskosten sein. Beispiel: Beim Erwerb einer Immobilie sind Notarkosten entstanden. Die Notarkosten gehören zu den Anschaffungsnebenkosten und können zusammen mit den Anschaffungskosten abgeschrieben werden.

Entstehen Notarkosten beim Eintrag einer Hypothek, liegen Finanzierungskosten vor. Diese Kosten können sofort als Betriebsausgaben (Immobilie gehört zum Betriebsvermögen) oder als Werbungskosten (Immobilie gehört zum Privatvermögen) abgezogen werden.

Zu beachten ist, dass Notarkosten nur dann steuerlich berücksichtigt werden können, wenn die Kosten im Zusammenhang mit der Erzielung von Einkünften stehen. Wird zum Beispiel eine Immobilie erworben, um Vermietungseinkünfte zu erzielen, ist diese Voraussetzung gegeben.

Notarkosten können Anschaffungskosten sein. Beispiel: Beim Erwerb einer Immobilie sind Notarkosten entstanden. Die Notarkosten gehören zu den Anschaffungsnebenkosten und können zusammen mit den Anschaffungskosten abgeschrieben werden.

Entstehen Notarkosten beim Eintrag einer Hypothek, liegen Finanzierungskosten vor. Diese Kosten können sofort als Betriebsausgaben (Immobilie gehört zum Betriebsvermögen) oder als Werbungskosten (Immobilie gehört zum Privatvermögen) abgezogen werden.

Zu beachten ist, dass Notarkosten nur dann steuerlich berücksichtigt werden können, wenn die Kosten im Zusammenhang mit der Erzielung von Einkünften stehen. Wird zum Beispiel eine Immobilie erworben, um Vermietungseinkünfte zu erzielen, ist diese Voraussetzung gegeben."


Zur Erbschaftssteuer ist alles gesagt m.E.

Grüße Kio
04.05.2007, 09:34 von Mortinghale
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Erbschaftsteuer wird z.Zt. nicht zum Abzug (Erhöhung der AfA-Bemessungsgrundlage) zugelassen.

Ist aber unlogisch und deshalb lasse ich keine Festsetzung mehr rechtskräftig werden (warte auf bessere Zeiten und die Reformierung der Erbschaftsteuer).

04.05.2007, 09:00 von Sommer
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Nein, meines Wissens nach nicht.

S.
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