> zur Übersicht Forum
27.02.2007, 00:22 von KopfschuettelProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Ihr glaubt es nicht.
Kein Witz.

Heute morgen fand ich in meinem Postfach eine E-Mail von einem meiner nettesten Mieter- nennen wir ihn Mieter A. Im Betreff stand: hier hängt ein Schwein im Garten. Erst musste ich schmunzeln doch dann begriff ich den Ernst der Lage. Der Mieter der Nachbarwohnung – ein Förster, Mieter B – hatte in der Nacht zuvor ein Wildschwein erlegt und es in seinem zur Wohnung gehörenden Gartenteil – wahrscheinlich zum ausbluten – aufgehängt. Als Mieter A nichtsahnend an Mieter Bs Gartenteil vorbeikam, traf Mieter A das blanke Grauen.

Sicherlich ist der Anblick eines toten, aufgehängten, ausgeweideten Tieres nicht besonders schön. Herumliegende Innereien würden selbst mir ein leichtes Würgen verursachen. Das Tier wurde fach- und sachgerecht zerlegt, verpackt und eingefroren, der Garten vom Unrat befreit.

Mieter A ist entsetzt und erwartet von mir, dass ich das „Treiben“ des Mieter B unterbinde. Mieter A droht mit Mietminderung.

Was kann ich tun außer freundlich zu schlichten? Kann ich Mieter B wegen Zweckentfremdung abmahnen?

Unglaublich, was man nicht so alles erlebt.

Kopfschüttel

Alle 21 Antworten
06.03.2007, 10:16 von Augenroll
Profil ansehen
@christophL:

Ich hingegen würde allerdings nicht weit aus der Stadt rausziehen, brauche irgendwie den kulturellen, intellektuellen und sozialtheoretischen Input einer Großstadt. Denn der Mensch wächst an seinen Herausforderungen.

Ol' Blue Eyes sang:
"And if I can make it there, Im gonna make it anywhere..."

Freygang singt:
"...
du schmeckst nach Zucker und Dreck
du schmechst nach Zucker und Dreck
Berlin, du kalte Heimat
Berlin, du kalte Heimat
..."
05.03.2007, 15:39 von ChristophL
Profil ansehen
Ich würde mal sagen ich bin ein junger Dorfbewohner der sich in der Stadt gut auskennt, aber nie dort wohnen wird.

Gruß Christoph
05.03.2007, 15:32 von Augenroll
Profil ansehen
Zitat:
Den Ahnungslosen Dorfbewohner wird man auch nur unter den älteren Bewohner finden. Die Jüngeren wissen auch wie man sich in der Stadt verhält!!!

Oder sie wohnen dort schon, bzw. ziehen bald hin.

P.S. Mein Beitrag von 8:23 war nicht so böse oder sarkastisch gemeint, wie es vielleicht den Anschein hat. Sorry, für krasse Ausdrucksweise.
05.03.2007, 15:27 von ChristophL
Profil ansehen
Den Ahnungslosen Dorfbewohner wird man auch nur unter den älteren Bewohner finden. Die Jüngeren wissen auch wie man sich in der Stadt verhält!!!

Gruß Christoph
05.03.2007, 08:23 von Augenroll
Profil ansehen
Zitat:
Hausschlachtungen gibt es auf dem Lande nach wie vor. Egal wie sich die Zeiten ändern.

Nunja, Leute die mit: "Haben wir schon immer so gemacht, deshalb ist es auch richtig!!!" argumentieren, sind mir eh suspekt.

Ich bin ein sehr höflicher und rücksichtsvoller Mensch, dessen Freiheit genau da aufhört, wo die Freiheit eines Mitmenschen beginnt.

Um bei einem hier genannten Gleichnis zu bleiben: Wenn sich 2 rüstige Pensionisten im ihrem eigengenutzten Garten ohne Sichtschutz nackt der Leidenschaft hingeben, wird gleich (besonders auf dem Land!) geschrien: "Frevel, Irrenhaus" und den Kindern die Augen zugehalten. Dabei floß vielleicht nicht mal Blut und ein Messer war auch nicht zu sehen!

Aber wenn dann ein Schwein geschlachtet wird, so wird es den Kindern gezeigt und erklärt: Guck mal, das gibt leckere Wurst und von Körnern und Gemüse werden nur Spinner satt! Dabei hat das Kind vielleicht gerade "Bambi" oder "Ein Schweinchen namens Babe" gesehen.

Die herrschende Doppel- bzw Mehrfachmoral finde ich einfach zum

Zitat:
...auf dem Lande nach wie vor. ...Für Stadtmenschen ist es sicherlich ein ungewohnter Anblick.


Jaja, die Leute vom Lande. Wenn Sie sich dann mal in die Stadt trauen, tappen sie freiwillig in wirklich jede Touristenfalle, spielen fleißig mit den Hütchen und zu guter letzt ist auch noch (das sowieso schon leere) Portemonaie geklaut. Aber wer hat, der hat ja. Das ist dann für Stadtmenschen aber sicherlich ein gewohnter Anblick.

Nict umsonst heißt es im Englischen: Tourist rip-off (rip-off = svw. aufschlitzen) In der Stadt wird halt anders geschlachtet.
02.03.2007, 17:16 von Kopfschuettel
Profil ansehen
Hausschlachtungen gibt es auf dem Lande nach wie vor. Egal wie sich die Zeiten ändern. Für Stadtmenschen ist es sicherlich ein ungewohnter Anblick.
02.03.2007, 16:45 von Augenroll
Profil ansehen
Zitat:
...es handelt sich hier wie üblich um ein Kommunikations- und Wissensproblem

Ich denke, man muss aber auch ein bisschen beachten, dass sich die Zeiten und damit die Ansichten der Leute ändern.
02.03.2007, 14:37 von scientia
Profil ansehen
Man merkt, dass viele normale Verrichtungen im "offentlichen Raum" heute weniger bekannt sind. Im Winter habe ich noch vor einigen Jahren bei Hausschlachtungen mit ländlichen Bereich mitgeholfen, das konnte auch die gesamte Strasse einsehen und störte keinen. Die Nachbarn bekamen dann am Abend ihre Wurstsuppe, wie in der Region üblich.
Ich denken, es handelt sich hier wie üblich um ein Kommunikations- und Wissensproblem
scientia
02.03.2007, 11:51 von Camouflage
Profil ansehen
Zitat:
hier hängt ein Schwein im Garten

passende Antwort per mail:
solang kein Pferd auf dem Flur steht!
27.02.2007, 23:26 von Kopfschuettel
Profil ansehen
Ja, es ist kein schöner Anblick, aber Mieter B hat mir versichert, dass das „Waidmansheilgut“ abgedeckt aufgehängt wird. Beim Zerlegen können neugierige Augen aufgrund der Lage des Gartens schon mal draufschauen. Aber ich denke niemand ist gezwungen hinzusehen und so oft hängt da ja nun auch nichts.

Ich kann mich noch gut an die Hausschlachtungen in den 60/70ern erinnern. Schlimm fand ich nicht das tote Tier das dann an einer Leiter hing sondern das laute Todesdrama zuvor. Trotzdem fand ich die frische Leberwurst am nächsten Tag lecker.

Mieter A wird jedoch bestimmt keine Einlandung zum Wildessen annehmen. Manche Menschen sind halt etwas sensibel. Vielleicht beruhigt man sich ja wieder. Es wäre schade wenn Mieter A deswegen kündigt. Eine Mietminderung würde ich jedoch nicht akzeptieren wollen.

Ein gewisses Schmunzeln kann ich mir aber auch nicht verkneifen.

27.02.2007, 21:28 von Mieterliebe
Profil ansehen
erst einmal Waidmannsheil an mieter b

fragen sie doch einmal mieter b ob er, wenn er das nächste mal "waidmannsheil hat", von der sau, reh o,ä. mieter a einfach etwas vom wildbret abgiebt

dann dürften die wogen schon sehr schnell geglättet sein. oder wie christophl sagt - zu essen einladen - die werden unzertrennlich und anschließend geht mieter a mit b raus auf die jagd.



auch wir brechen schweine immer erst zuhause auf - bei rehwild ist es anders, da wird es direkt im wald oder auf dem feld "versorgt".

ich denke der anblick ist schon etwas ungewohnt - speziell bei der sau kann es auch ein geruchsproblem sein, aber nur wenn es aufgebrochen wird.

mit hygiene hat das nichts zu tun - ein garten ist schon hygienisch - erst hängt das stück und zerwirkt wird nicht auf dem boden.

ich denke nicht, dass hier ein grund zur mietminderung vorliegt - hingegen Mieter b sofort einsehen wird, dass sich sein nachbar gestört fühlt und er wird selber für abhilfe sorgen.

ob man es glaubt oder nicht, aber jäger sind, obwohl sie mit der waffe umgehen, in der regel einfühlsam und verständnisvoll.

allerdings ist mir nicht klar, warum der mieter a am garten des mieters b vorbeigeht - sollte mieter a nicht direkt von seiner wohnung das "treiben" einsehen können, dann haben sie mit mieter a einen sehr, um es höflich auszudrücken, sensiblen, neugierigen und eventuell neidischen mieter.

grüße

27.02.2007, 17:50 von ChristophL
Profil ansehen
Ich bin auch Jäger und ja ich waide auch Wild in meinem Garten aus. Warum soll das denn auch verboten sein? Gewerbsmäßigel Handel mit Wild unterliegt vielen auflagen, der private Teil hingegen nur einigen. Eine Zweckentfremdung liegt hier ganz bestimmt nicht vor.

Das Wild wird evtl. auch noch ein paar Tage dort hängen bleiben, zumindestens bis es abgehanden und zerwirkt ist. Die Trichinenuntersuchung dauert auch ne weile.

Evtl. kann der Förster seinen Nachbarn ja mal zum Wildessen einladen.

Gruß Christoph
27.02.2007, 14:24 von Cora
Profil ansehen
Hallo

also ganz ehrlich: da würde ich mich als Nachbar auch aufregen, esse zwar auch Fleisch - aber ich muss nicht sehen wie es zum Fleisch wird, welches ich kaufe.

Hat der Förster das denn zum 1. Mal getan oder schön öfter?
Bin mir nicht sicher, ob das so ohne weiteres an Ort und Stelle auseinander genommen werden darf.

Obwohl: unsere Nachbarn hängten auch ihre Kaninchen etc. gut sichtbar an die Scheunentür (in den 50-zigern).

Gruß
27.02.2007, 10:52 von Jobo
Profil ansehen
Zitat:
Was wäre, hätte Mieter A ein Einfamilienhaus und Mieter B direkt daneben und das Wild würde auf dem Grundstück von B hängen? Er müsste mit ihm sprechen, oder aber bei der Stadt die Grundsteuer kürzen???? Hypothetisch, ich weiß, aber ich finds irgendwie kindisch.


da hat charivarin vollkommen recht. Aber diese Vollkasko-Mentalität greift immer mehr um sich, der VM wird schon richten.

Wird gewerbsmäßig geschlachtet ?

Führt Mieter A irgendwelche Gesetzeswidrigkeiten auf ?

Wenn es allerdings einer Deiner nettesten Mieter ist solltest Du schon versuchen zu vermitteln !
Jobo
27.02.2007, 10:31 von charivarin
Profil ansehen
Ganz sicher unterliegt das (gewerbliche) Schlachten hygienischen Bedingungen, wenn ich an die ständig durchgeführten Hausschlachtungen denke, an denen der Metzger in Haus kommt, seine Utensilien mitbringt sollte es doch legal sein ??

Ein Förster, der wohl auch Jäger ist, hat bei seiner Jagdprüfung das Aufbrechen und Versorgen des Wildes testiert bekommen. Auch hier gilt, so weit ich weiß, die Fleischbeschau durch das Veterinäramt. Aber geschlachtet hat er es doch nicht im Garten, nur auskühlen lassen.

Der Förster wird auch sicher nicht tagtäglich eine Sau schießen, vielleicht gibt es ja eine nicht so sehr einsehbare Ecke auf dem Grundstück, an der das Wild zum Auskühlen aufgehängt werden kann.

Soweit ich weiß, werden die "Innereien" an Ort und Stelle entfernt, die hängen ganz sicherlich nicht aus dem aufgeschnittenen Wild.

Die an der bejagbaren Fläche beteiligten haben vermutlich eine "Wildkammer", in der die Tiere aufgehängt werden können.

Also kein rechtliches Statement, aber hier hilft doch nur Kommunikation. Für den Förster ist das aufgehängte Wild ein ganz normaler Anblick, ein 'Städter' kauft das Wild ja beim Metzger .... (Ich bin Vegetarier und finde die Anblicke auch nicht schön, aber ohne Schlachtung kein Fleisch.)

Wird immer deutlicher, dass Mieter wohl nicht "abgenabelt" sind und einen Ansprechpartner für irgendwelche Problemchen benötigen.

Was wäre, hätte Mieter A ein Einfamilienhaus und Mieter B direkt daneben und das Wild würde auf dem Grundstück von B hängen? Er müsste mit ihm sprechen, oder aber bei der Stadt die Grundsteuer kürzen???? Hypothetisch, ich weiß, aber ich finds irgendwie kindisch.

LG Chari
27.02.2007, 09:42 von Augenroll
Profil ansehen
Zitat:
und Sie können noch ein paar Euronen daran verdienen.

Na Das ist ja auch das Wichtigste.
27.02.2007, 09:35 von CMAX_65
Profil ansehen
Hallo,

das ist hoffentlich kein Witz ???

Zitat:
Mieter A droht mit Mietminderung.


Lassen Sie Ihn/den Mieter doch drohen, vielleicht gibts ja ne story für Bild, Blitz Illu etc. und Sie können noch ein paar Euronen daran verdienen. Ich würde es darauf ankommen lassen !

MFG
27.02.2007, 09:30 von Augenroll
Profil ansehen
Zitat:
Und Zweckentfremdung?

Schlachten unterliegt auch hygienischen Bestimmungen. Der Garten wurde hier auf jeden Fall zweckentfremdet, ob privat oder nicht, ist dabei egal.

Sonnenrösten häßlicher nackter Menschen ist übrigens keine Zweckentfremdung, da gibt es Urteile drüber. Allerdings muss obszönes Gebaren unterbleiben!
27.02.2007, 09:24 von Susanne
Profil ansehen
Ich würd mal mit dem Förster abklären, ob das def. erlaubt ist, was er da macht.

Rein von der Optik her hätte der Nachbar aber wohl keinen Grund zur Mietminderung. Man kann ja auch nicht mindern, wenn sich die hässliche Nachbarin nackt sonnt...
Und Zweckentfremdung? Sowas hab ich noch nicht gehört. Offensichtlich war das doch zum privaten Gebrauch!
27.02.2007, 08:08 von Augenroll
Profil ansehen
Auch wenn Mieter B Förster ist, hat er seinen Garten nicht zweckbestimmt gebraucht und Mieter A belästigt. Es ist Rücksicht zu nehmen. Für eine Abmahnung von Mieter B wird es aber nur reichen, wenn es öfter vorkommt. Mieter A hätte auch das Recht auf Mietminderung, die Sie sich aber von Mieter B, nach erfolgter Abmahnung und vorsorglicher Ankündigung der Schadenersatzansprüche, wiederholen können.

27.02.2007, 01:09 von buba
Profil ansehen
HA!!!! da wär ich aber fix dort um mir ein stückchen braten ab zu holen. würde eine flasche bier mitnehmen und mit ihm fachsimpeln wie wir die nächste sau gemeinsam vor den augen des mieters verbergen können.
abmahnen wär wohl der letzte weg den ich gehen würde!
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
>weiter