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11.12.2007, 21:53 von SanneProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|hohe mietschulden-unbekannt verzogen- insolvenz?
Hallo,

ich habe heute nach x-maliger (tel.) Fristsetzung abermals meine Mieteinkünfte in Höhe von etwa 1800.-€ (Ohne Zinsen) nicht erhalten. Mein Mieter hatte mir zugesagt, dass seine Mutter diese begleichen würde. Doch Fehlanzeige. Da er einst ein "guter Freund" war, hab ich überhaupt die Sache solange geduldet.

Über seine insgesamt 4 Telefonanschlüsse war er für mich nicht mehr erreichbar. Zufällig hab ich ihn heute über seine Freundin erreicht. Die Wohnungskündigung erhielt ich vor ca. 3 Wochen, weshalb ich schon Nachmieter für den 1. Januar 2008 habe. Aber jetzt als ich die Wohnung betreten habe, um zu sehen, ob noch etwas zu pfänden wäre, da war außer ein paar Großmöbeln alles bereits geräumt. Als ich dann noch erfahren habe, dass er davon einen Großteil dem Nachmieter bereits verkauft hat, hab ich das Schloss ausgetauscht.

Über das Einwohnermeldeamt (Schweigepflicht) konnte ich heute keine neue Adresse herausbekommen, doch über den Stromlieferanten (wo er ebenfalls säumig ist und der Strom abgestellt ist) war ich erfolgreich.

Wie erfahre ich, ob er Privatinsolvenz angemeldet hat? Da er zuvor selbständig als Landschaftsgärtner war, nehme ich stark an, dass er zumindest versucht damit in die Firmeninsolvenz zu gehen (wenn er es nicht schon ist)!

Den Mieter hab ich vor dem Auflegen übrigens noch in Kenntnis gesetzt, dass er die Wohnung noch räumen muss, ausserdem wären einige Dinge noch in den Ausgangszustand zu versetzen (Überkleben der Fliesen mit DC-Fix, abtapezieren, diverse Kleinreperaturen). Allerdings auch, dass er den Schlüssel dann bei mir abhholen muss.

Einen Anwaltstermin hab ich erst am Donnerstag. Was kann ich noch machen ansonsten?

Dass das mit dem Schlüsseltausch womöglich waghalsig war, weiß ich wohl, doch anders scheint mir keine Beikommen, zumal die Wohnung in drei Wochen neu vermietet ist!

Für eure Hilfe bin ich dankbar.
Ganz liebe Grüsse
Sanne
Alle 39 Antworten
29.12.2007, 11:43 von Erich
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Ja, Jdeen muß man haben

und natürlich das nötige Wissen,

gut gemacht

Erich
28.12.2007, 20:23 von Sanne
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Hallo Stefan,

na das war (ist!) ja echt mal ne nette Geschichte mit dem Mieterlein Meine Gratulation hierzu!!

Ich werde mir die Tage mal meine Gedanken machen, wie es taktisch am sinnvollsten ist vorzugehen, da mir der Mieter ja weiterhin (ins Blaue hineinlügt?) noch Geld locker machen zu können ausserhalb des Insolvenzverfahrens..

Ich habe ihm nun heute einige Möbel gepfändet, die mir zwar nichts nutzen ausser im Weg rumzustehen, aber die ihm fehlen, womit ich hoffe, dass er doch noch einen Geldgeber findet.

Ich war sowas von blöd, denn ich habe seine Karteikarten mit sämtlichen Adressen (auch der Schwarzbaustellen) ihm versehentlich mitgegeben. Doch hat er jetzt Post bekommen vom Hauptzollamt/ Kontrolle Schwarzarbeit. Die könnten das vielleicht besser herausfinden? Zumindest die Überprüfung des Kontos der Freundin dürfte mehr als genug Adressen liefern, wo er Schwarz gearbeitet hat, hoffe ich doch..

Hat vielleicht noch jemand einen Tipp, wie ich mit dem nunmehr unbrauchbaren (und nicht mitvermieteten) Teppichboden verfahren sollte/ könnte? Auf eigene Kosten entfernen?

Euch allen hier ganz liebe Grüsse
Sanne

28.12.2007, 16:38 von jaegermeister
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Was für ein Fuchs.

Zitat:
aber das war mir der Spaß und die Schadenfreude ehrlich gesagt wert.


28.12.2007, 16:21 von Erich
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EOM
28.12.2007, 13:07 von stefan_nuernberg
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@sanne

Zur Aufheiterung für Dich noch eine kleine Anekdote, wie blöd Mieterlein dann doch sein kann - vor allem wenn er sich für schlau hält:

Es war einmal ein Mieter (nicht von mir), der war in der Privatinsolvenz. Ich hatte eine ganz normale Forderung gegen ihn (nichts mit unerlaubter Handlung), die ich mir natürlich dann hätte abschminken können. Zum Glück kannte ich seinen Vermieter, der auch noch Geld von ihm zu kriegen hatte und mit dem Typen eh auch auf dem Kriegsfuß lebte. Für die Nebenkostenabrechnung hätte Mieterlein ca. 80 € nachzahlen müssen. Abrechnung an den Mieter geschickt und "versehentlich" die 80 € als Erstattung gesehen und ihm darüber einen Barscheck dazugelegt. Die 80 € habe ich übernommen und dem Vermieter gezahlt.

Mieterlein hat den Scheck natürlich (wohl dreckig grinsend) eingelöst. Dann passiert erst einmal nichts, wobei ich jedesmal dreckig gegrinst habe, wenn mir die Akte zufällig in die Finger gekommen ist. Die einzige Aktion - von der aber Mieterlein nichts wußte - war, dass mir der Vermieter über seine Bank eine Kopie des eingelösten Schecks besorgt hat - mit 1A-Unterschrift von Mieterlein. Nach über einem Jahr habe ich dann beim Treuhänder nachgefragt, ob Mieterlein denn die zusätzlichen "Einkünfte" von 80 € auch angegeben hat, hat er natürlich nicht. Also Verstoß gegen die Obliegenheitspflichten, Anzeige wegen Insolvenzstraftat, Restschuldbefreiung geplatzt. Die 80 € haben Mieterlein also runde 70.000 € gekostet, die er jetzt weiter als Schulden hat. Zusätzlich hat er noch wegen der Insolvenzstraftat 60 Tagessätze bekommen!

Dadurch habe ich natürlich mein Geld immer noch nicht - ich kann nur jetzt weiter versuchen zu vollstrecken, also betriebswirtschaftlich waren die 80 € vielleicht nicht gut angelegt, aber das war mir der Spaß und die Schadenfreude ehrlich gesagt wert.

Mieterlein grübelt glaube ich immer noch, wieso ich von der Rückzahlung aus der Nebenkostenabrechnung gewußt habe.
28.12.2007, 12:11 von stefan_nuernberg
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Hallo Sanne,

also die Restschuldbefreiung bedeutet, dass alle Forderungen erloschen sind, mit Ausnahmen derer aus unerlaubter Handlung, sofern diese auch entsprechend angemeldet wurden! Die Gläubiger können nach Aussprache der Restschuldbefreiung lauter hübsche Papierflieger bauen und haben so wenigstens noch Spass mit den Mahnbescheiden, Urteilen etc.!

Der eine Ausweg ist, wenn Deine Forderung aus einer unerlaubten Handlung herrührt. Wenn es wirklich Einmietbetrug ist, wäre das der Fall, aber der ist sehr schwer zu beweisen. Der Mieter muss bereits bei der Unterschrift unter dem Mietvertrag gewusst haben, dass er den Vertrag nicht erfüllen kann. Wenn er am nächsten Tag arbeitslos wird oder ein Auftrag platzt etc., ist das schon nicht der Fall. Wenn aber z.B. die Selbstauskunft glatt gelogen war, dann könnte man sicher so argumentieren.

Der andere Ausweg ist, dass der Schuldner wegen einer Insolvenzstraftat (Bankrott, Schuldnerbegünstigung etc.) verurteilt wird, dann ist die Restschuldbefreiung auch weg und zwar für alle Gläubiger. Das Verfahren war also dann für den Schuldner für die Katz, die Titel gelten weiter und nach Abschluß des Verfahrens kann munter weiter vollstreckt werden. Oder er verstößt gegen seine Obliegenheiten im Verfahren, also z.B. die Pflicht zur Arbeitssuche etc., dann kann auch auf Antrag die Restschuldbefreiung versagt werden, ist aber alles eben schwer zu beweisen.

Beim Eröffnungsantrag muß er angeben, ob er in der Vergangenheit Gegenstände/Geld verschenkt oder an Verwandte abgegeben hat. Wenn Du beweisen kannst, dass die Angaben dort falsch sind, Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, Verurteilung wegen falscher eidesstattlichen Versicherung, Restschuldbefreiung ade!

Solltest Du es schaffen, dass Deine Forderung als solche aus unerlaubter Handlung anerkannt wird, dann wäre es natürlich für Dich besser, wenn die Restschuldbefreiung greift! Die anderen Schulden sind dann nach 7 Jahren erloschen und Du bist möglicherweise die einzige, die dann noch einen Titel gegen den Herrn hat, also natürlich wesentlich bessere Vollstreckungsmöglichkeiten, aber eben erst nach Ablauf der 7 Jahre, bis dahin geht erst einmal gar nichts.

Die noch entstehenden Forderungen (z.B. weitere Miete) jeweils sofort beim Insolvenzverwalter noch anmelden bzw. mit diesem sprechen, da er ja jetzt Dein Ansprechpartner ist. Dem Schuldner ist ja mit Eröffnung des Insolvenzverfahrung diesbezüglich quasi entmündigt worden!
28.12.2007, 10:32 von Sanne
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Hallo Stefan,

langsam werd ich ein treuer Fan von dir:-)

Ich muß nochmal nachfragen und bin total froh, dass sich damit jemand auskennt, auch wenn dies sicher bei dir auch nicht "freiwillig" passiert ist sondern dies zuvor ebenfalls eine Mieterinsolvenz "nötig" gemacht hat..

Das heißt also, dass trotz Einmietbetrug einer Restschuldbefreiung stattgegeben würde? Wie sieht es aus, wenn ich nachweisen könnte, dass Einkünfte aus Selbstständiger Arbeit dem Finanzamt zur Steuerersparnis dem Konto der Mieterfreundin überwiesen wurden? Zudem hat der Mieter mit seiner Freundin gemeinsam eine Altersversorgung abgeschlossen und eindeutig eigene Wertgegenstände (wenn auch nicht von hohem Wert) sind jetzt angeblich die seiner Freundin und nicht seine..

Wie läuft es überhaupt mit der Restschuldbefreiung? Sind das dann nur Beträge, die eindeutig "unterschlagen" wurden, oder betrifft das die gesamte Restschuld (aller?) Gläubiger?

Und noch eine weitere Frage stellt sich mir: Die Wohnung ist nun zwar gekündigt, doch was passiert mit den Kosten, die jetzt erst noch bekannt werden wie z.Bsp. Nebenkostenabrechnungsdefizit aus 2007, zusätzliche Ablesekosten, Verwaltungsaufwand usw.? Diese Kosten müsste er doch eigentlich direkt bezahlen, oder?

Ich habe den Teppichboden im Wohnzimmer vor 4 Jahren ausdrücklich nicht mitvermietet um nicht bei Abnutzung für Ersatz sorgen zu müssen. Dieser Teppichboden ist jetzt allerdings dermaßen verfleckt, dass er raus muß. Das habe ich erst jetzt gesehen, als der Raum weitgehend leer war. Wie sieht es mit der Entfernung dessen aus? Muß ich diesen auf eigene Kosten und Arbeit entfernen oder wäre das evtl. auch dem Mieter auferlegbar?

Freue mich schon wieder auf Nachricht, das ist momentan zumindest noch ein Hoffnungsschimmer..

Ganz liebe Grüsse
Sanne

28.12.2007, 09:54 von stefan_nuernberg
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Hallo Sanne,

tut mir leid, dass Du gerade über Weihnachten solchen Ärger hattest. Mit den Sachen Betrug etc. kannst Du die Restschuldbefreiung nicht kippen, normale Straftaten zählen da nicht. Etwas anderes wäre es, wenn der Mieter eine eidesstattliche Versicherung abgegeben hat und dabei die Einkünfte aus Schwarzarbeit, das ihm zuzurechnende Konto etc. "vergessen" hätte, das wäre eine Geschichte bezüglich Versagung der Restschuldbefreiung.

Bei der Beantragung des Insolvenzverfahrens wurde ebenfalls eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, besorge Dir diese, entweder beim Insolvenzgericht oder beim Insolvenzverwalter (Treuhänder bei der Privatinsolvenz), wenn Du beweisen kannst, das hier etwas fehlt, ist die Restschuldbefreiung weg - ist eventuell eine gute Pokerkarte, Du bist ja nicht verpflichtet, das mitzuteilen, vielleicht zahlt ein Verwandter Deine Forderung außerhalb des Insolvenzverfahrens .....

Noch ein Tipp:

Die Restschuldbefreiung gilt sowieso nicht für Forderungen, die Schadensersatzansprüche aus unerlaubter Handlung betreffen. Du solltest Dir bei der Anmeldung der Forderung genau überlegen, wie Du diese begründest. Wenn es Mietforderungen sind, ist es wohl klar, normale Forderung. Bei der Nutzungsentschädigung bei nicht vertragsmäßiger Rückgabe z.B. stellt diese Handlung wohl einen Vertragsbruch dar, also Schadensersatzanspruch, also keine Restschuldbefreiung. Ich würde meine Forderung dann mit diesem Zusatz anmelden, wenn der Insolvenzverwalter das anerkennt ist für Dich alles klar, wenn er es bestreitet kannst Du Dir immer noch überlegen, ob Du auf Feststellung der Forderung klagst (gegen den Insolvenzverwalter) oder eben nicht. Die reine Anmeldung kostet erst mal gar nichts und erspart - wenn die Forderung anerkannt wird - die Kosten für den Mahnbescheid. Sollte es zur Klage kommen, muss aber wohl besser ein Anwalt ran!

Liebe Grüße und trotz dem ganzen Ärger einen guten Rutsch und alles Gute für 2008

Stefan

27.12.2007, 21:09 von Sanne
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Hallo Ihr Lieben,

hoffe ihr habe die Feiertage ruhiger verbringen können als ich.. Mir flatterte noch vor Heilig Abend ein Anwaltsbrief ins Haus, in dem mir mitgeteilt wurde, dass nunmehr das Insolvenzverfahren meines Mieters eröffnet wurde. Super!

Die Wohnung ist noch nicht mal geräumt, geschweige in Ordnung gebracht und von Ihm jemals noch irgendwie an Geld zu kommen scheint aussichtslos.. Wobei ich ihm mit relativ großer Sicherheit die beantragte Restschuldbefreiung vermiesen könnte. Ich weiß von mehreren "Schwarzarbeitsbaustellen", Betrug am Finanzamt und somit Geldwäsche. Auch was meine Mietschulden samt Anwaltskosten und sonstigem Aufwand angeht, bin ich nahe daran, ihm Einmietbetrug vorzuwerfen.

Er hat -wie sich jetzt nach Schlossaustausch- herausgestellt hat, ja einen Untermieter (angeblich ohne dass er hierfür Geldleistungen erhalten hat). Dieser bekommt nach wie vor Post (Rechnungen, Kontoauszüge und Überprüfung wegen Schwarzarbeit) an die Adresse der Mietwohnung. Auch der Postbote sowie die Bank sagten aus, dass dies bereits seit Frühjahr diesen Jahres so ist.

Einen Anwalt möchte ich anhand der Kosten nicht mehr damit beauftragen, doch würde ich gerne versuchen, den Untermieter mit Mietforderungen zu konfrontieren und damit wenigstens einen Teil meiner Miete wieder zu bekommen. Eine Anfrage bei einem Anwalt ergab, dass ich evtl. eine höhere Miete nachträglich wegen höherer Nutzung ansetzen könnte. Kennt sich damit jemand aus?

Auch wäre diese Untermietgeschichte sowie die Tatsache, dass der eigentliche Mieter noch vor weniger als 4 Wochen mir schriftlich mitgeteilt hat, die ausstehenden Mieten schnellstmöglich zu begleichen, vielleicht ein Sachverhalt für einen Einmietbetrug? (Zwecks Restschuldbefreiung?)

Weiterhin hat er seine sonstigen finanziellen Sachen über seine Freundin laufen lassen (Auto - ich habe jetzt schriftlich, dass dies seines ist!, Geldleistungen aus seiner Arbeit, diverse Anschaffungen), welche somit nicht pfändbar wären. Freilich sind dies nicht sehr hohe Beträge, doch unter Betrug würde es sicherlich fallen, oder?

Die Sache ärgert mich so sehr, dass ich bereits mit vorzeitigen Wehen zu kämpfen habe. Ich kann bald nicht mehr, vor allem deshalb, weil man als Gläubiger wohl immer der Depp ist und kaum an Informationen kommt. Aber der, der jahrelang sich einen schönen Lenz gemacht hat, der kommt ungeschoren davon? Das darf echt nicht wahr sein!

Wäre schön, wenn ich bald Antwort bekäme, da ich den Abgabetermin für meine Forderung bereits in der zweiten Januarhälfte habe.

Liebe Grüsse und auch für Euch hoffentlich ein besseres Neues Jahr 2008

Sanne
Hallo,

wie kann ich denn Wissen, ob jemand in Insolvenz ist oder nicht? Bei mir hat sich niemand gemeldet und über die Seite : https://www.insolvenzbekanntmachungen.de
hab ich leider auch nichts gefunden.

Wo werden die Insolvenzen denn bekannt gemacht? In der Zeitung hab ich wohl mal solch Dinge gelesen, doch muß man als vermeintlicher Gläubiger täglich mehrere Zeitungen durchstöbern? Da der Mieter nun ja (in einen anderen Landkreis) umgezogen ist, und er weiterhin aus einem anderen Landkreis stammt, kann ich auch nicht wissen, welches Gericht zuständig ist, oder?

Woher komme ich als Gläubiger an die nötigen Informationen??

Liebe Grüsse
Sanne

19.12.2007, 19:22 von cavalier
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Zitat:
Für mich ist die Restschuldbefreiung der größte Schwachsinn, den sich unsere Regierung ausgedacht hat. Fleißig Schulden machen und dann nach einer "Wohlverhaltensphase" alle Schulden wieder los sein.

Und während der "Wohlverhaltensphase" dürfen auch neue Schulden gemacht werden.

Wenn der Schuldner während der "Wohlverhaltensphase" erbt, darf er 50 % des Erbes behalten. ALG II-Empfänger müssen sich alles anrechnen lassen.
19.12.2007, 19:15 von stefan_nuernberg
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@Augentroll

Immer diese Unterstellungen, und dass von einem, der immer an das Gute im Menschen glaubt - damit auch der letzte Troll es kapiert: Ich war oft genug in der Situation, meine Forderungen anmelden zu müssen und habe daraufhin mal die Insolvenzvorschriften genau zerpflückt und siehe da, es gibt genug Fallstricke, mit denen man die Restschuldbefreiung verhindern kann, man muss sie nur kennen und im Fall der Fälle dann ausnutzen bzw. ggfs. auch provozieren, damit Mieterlein in die Falle tappt.

Für mich ist die Restschuldbefreiung der größte Schwachsinn, den sich unsere Regierung ausgedacht hat. Fleißig Schulden machen und dann nach einer "Wohlverhaltensphase" alle Schulden wieder los sein.

19.12.2007, 15:55 von Augenroll
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Zitat:
...und dann nachträglich mit der Information zu kommen, ich bin ja sowieso in Insolvenz.


Wieso nachträglich? Insolvenzen werden doch bekanntgemacht.

Stefan kennt sich ja ganz gut aus, mit Insolvenzen. Hat wohl schon einige durch???
19.12.2007, 09:19 von stefan_nuernberg
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@troll

Frech ist es wohl, erstmal etliche Monate nicht zu bezahlen und dann nachträglich mit der Information zu kommen, ich bin ja sowieso in Insolvenz.

War gestern Betriebsausflug, oder warum war es so ruhig hier?

@sanne

Wenn das mit der Insolvenz stimmt und der Eröffnungsbeschluß veröffentlicht ist, sofort beim Insolvenzverwalter anfragen, ob der Schuldner die Mietschulden auch angegeben hat - wenn er die unterschlagen hat, kann man ihm wohl ein bißchen ärgern in Sachen Restschuldbefreiung (natürlich erst aktuell in ca. 6 - 7 Jahren)

Auf jeden Fall dann aber die Forderung beim Insolvenzverwalter anmelden, kostet nichts und ersetzt sogar die Titulierung (Mahnbescheid), wenn der Insolvenzverwalter der Forderung nicht anfechtet.

19.12.2007, 08:18 von Augenroll
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Zitat:
Ach ja, heute hat er mir gegenüber dann auch noch ganz frech erwähnt, dass er bereits in Insolvenz wäre.


Wieso ist das frech?

Es ist doch jederman sein Recht, gemäß dem Gesetz in die Insolvenz zu gehen.

Ich finde es ganz schön "frech" von Ihnen hier Mietern die Rechte, die jederman (auch Vermietern!) zustehen, einfach abzusprechen.
17.12.2007, 20:28 von Sanne
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Hallo Ihr Lieben,

schön, dass ich erneut hilfreiche Antworten von Euch hier gefunden habe.

Es ist in der Tat so, dass leider der Untermieter nur gegen den Hauptmieter zahlungspflichtig ist, dass hätte ich wirklich nicht vermutet.. Außerdem weiß ich mittlerweile von diesem, dass auch der Untermieter wohl ziemlich tief in der Kreide steht.. Und wenn dieser keine Zahlungen an den Hauptmieter gezahlt hätte, dann erst wäre es mir möglich Forderungen einzustreichen.. aber das sind mir dann wohl auch zu viele "wenn´s"..

Was die Post angeht, ja, ist ja gut, öffnen dürfte ich nicht.. Doch wenn dies die vielleicht letzte Möglichkeit ist, irgendwelche Informationen zu bekommen.. (unter uns: auch der Anwalt meint dass der Mieter bestimmt gerade andere Sorgen hat und was den gelben Brief anbelangt, (nach der Nummer und Nachforschung sicherlich ein Mahnbescheid, aber das wusste ich zuvor auch nicht, insofern besonderen dank an stefan!), dann kommt ja nochmals Post, auf die er reagieren könnte..

Jetzt interessiert mich aber immernoch, wie ich in Erfahrung bringe, ob er nun in Firmen oder/und Privatinsolvenz ist. Muß sich da (zumindest noch in diesem Jahr) jemand bei mir melden?

Bin mal gespannt darauf, ob der Mieter sich morgen meldet bei mir, da er angeblich "schwarz" arbeitet morgen im Umkreis. Wehe ich bekomme heraus, wo das ist..

Liebe Grüsse
Sanne

17.12.2007, 09:43 von cavalier
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Hallo sanne,

Zitat:
Es brennt mir wirklich in den Fingern die Sachen zu öffnen

mach dich nicht unglücklich.

Das Briefgeheimnis ist aus gutem Grund im Grundgesetz verankert.

Zitat:
Artikel 10 GG

(1) Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich.
(2) Beschränkungen dürfen nur auf Grund eines Gesetzes angeordnet werden. Dient die Beschränkung dem Schutze der freiheitlichen demokratischen Grundordnung oder des Bestandes oder der Sicherung des Bundes oder eines Landes, so kann das Gesetz bestimmen, daß sie dem Betroffenen nicht mitgeteilt wird und daß an die Stelle des Rechtsweges die Nachprüfung durch von der Volksvertretung bestellte Organe und Hilfsorgane tritt.
17.12.2007, 09:29 von stefan_nuernberg
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Hallo Sanne,

auf dem "gelben" Brief steht außen ein Aktenzeichen drauf, beginnt meistens mit einer Zahl, dann ein Buchstabe und dann eine laufende Nummer (z.B. 1 M 9999/07). Wenn Du den Buchstaben (aus Datenschutzgründen auch nur diesen) - gerne auch PN - schickst, kann ich Dir wohl sagen, ob es dabei um Insolvenz geht oder z.B. um eine Klage, einen Mahnbescheid etc. etc.

17.12.2007, 08:37 von Rita
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Zitat:
Wäre es daher auch möglich, von diesem Untermieter an meine Mietausstände und die des eigentlichen Mieters zu kommen?

an die des eigentlichen Mieters: nein
der Untermieter hat ja mit dir kein Vertragsverhältnis

Ein Zahlungsverbot/Drittpfändung ist aber gegen jeden möglich, der deinem Schuldner noch Zahlungen schuldet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Zahlungsverbot
z.B. hier: der Untermiete schuldet deinem Exmieter/Schuldner noch seine Untermiete

Zu den Briefen: sinnvoll ist es jede nur erdenkliche Möglichkeit zu nutzen ...
Hallo Rita,

vielen Dank für deine liebe Antwort.. (Tritt gegen das Schränkchen.. :-) )

Bei den Briefen ist gut Rat sicher teuer, aber vielleicht für mich am Ende billiger zu öffnen.. Denn heute hab ich nochmals genau hingeschaut und ein geöffneter Brief kann es dann anhand des Stempels nicht mehr sein und der "gelbe" Brief vom Amtsgericht Stuttgart.. da steht leider außen ausgerechnet noch das Zustelldatum der Post drauf.. Doch ich vermute, dass hier irgendetwas von seiner (möglichen) Insolvenz darin steht..

Es brennt mir wirklich in den Fingern die Sachen zu öffnen, doch die sind alle erst abgestempelt, als ich bereits das Schloss ausgetauscht hatte..

Nicht beantwortet blieb mir bisher die Frage nach dem vermuteten Untermieter. Es ist ein ebenfalls Selbständiger (mit leider auch nicht dickem Bankkonto), der in der von meinem Mieter angemieteten 2-Zimmer-Wohnung, einen Raum als Büro benutzte. Da mir dies trotz meiner Verweigerung dennoch durchgeführt wurde ist mir hierzu auch kein Zeitraum bekannt. Aber ich schätze, den könnte ich herausbekommen. Wäre es daher auch möglich, von diesem Untermieter an meine Mietausstände und die des eigentlichen Mieters zu kommen?

Ich finde es dermaßen zum abk.... dass man als Gläubiger von keinem Informationen erhält, die Schuldner aber hingegen finden Info´s über Info´s und Hilfe von man hinschaut.. Guter (!) deutscher Staat!

Liebe Grüsse
Sanne
16.12.2007, 11:53 von Rita
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Zitat:
Als ich dann noch erfahren habe, dass er davon einen Großteil dem Nachmieter bereits verkauft hat, ...

Hat der Nachmieter die Möbel bereits dem Ex-Mieter bezahlt?
Wenn nicht > vorläufiges Zahlungsverbot bzw. Zahlung nur an dich verlangen!

Zitat:
Wie sieht es aus, wenn der Mieter seine Restmöbel nicht abholt und auch nicht die Schäden in der Wohnung beseitigt bis zum Einzugstermin des Nachmieters? Wert zum Einlagern hat nichts mehr, darf (muß) ich es auf eigene Kosten entsorgen? Dürfte ich auch Teile behalten, z.Bsp. in der Garage als Schränkchen nutzen?

Eigentlich müsstest zu zurückgelassene Teile, die möglicherweise noch zu gebrauchen sind, aufbewahren bzw. dürftest nur offensichtlichen Müll entsorgen - um ggfs. wieder Schadensersatz für dadurch verursachte Kosten fordern zu dürfen ...
Wenn er Schäden nicht beseitigt ist eine Nachfristsetzung samt Ablehnungsandrohung, Androhung Ausführung durch Dritte erforderlich, um rechtlich korrekt Schadensersatzansprüche auszulösen.
Dadurch dürfte eine Übergabe per 01.01. an den Nachfolgemieter unmöglich werden > Folge: auch dem Nachfolgemieter erwachsen Schadensersatzansprüche - gegen dich; du darfst dann wieder vom Exmieter/Schuldner Ersatz verlangen ...

1. Mit rechtlich korrektem Vorgehen erhöhst du nur den Schaden, auf dem du sitzenbleibst.
2. Wenn du Mietersachen einfach behältst/entsorgst, löst du ggfs. Schadensersatzansprüche des Ex-Mieters/Schuldners aus.

Der VM/Gläubiger steckt hier in einer Klemme, die eigentlich nicht lösbar ist - und "das Recht" schützt hier nur den zahlungsunfähigen Schuldner.
Wenn man selbst Gegenforderungen hat, mit denen man aufrechnen könnte, dann könnte man es so zusammenfassen:
Tu alles, was deinen Schaden gering hält, selbst auf die Gefahr hin Schadensersatzansprüche des Schuldners auszulösen, denn die rechnest du mit einem müden Schulterzucken ggfs. auf deine Forderungen auf ...
(es ist selbst nach Jahren noch eine Genugtuung gegen das Schränkchen eines Exmieters/Schuldners zu treten ...)

Fremde Post darfst du weder behalten noch öffnen oder gar lesen, obwohl du womöglich für dich sehr wertvolle Informationen darin finden könntest ...
Aber wer wollte denn beweisen, dass du die Briefe nicht bereits geöffnet im Altpapier gefunden hast?
15.12.2007, 19:43 von Sanne
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Stimmt, es regt mich ungemein auf die ganze Sache, aber hilft ja nichts, muß alles noch vorher erledigt werden... :-(

Nun war ich ja vergangenen Donnerstag beim Anwalt und mein Mieter hatte das Schreiben bereits am Freitag, denn daraufhin meldete er sich sofort bei mir (allerdings erreichte er mich nicht). Erst heute hatte er Erfolg. Er war doch sehr erstaunt darüber, dass ich tatsächlich das Schloss ausgewechselt hatte :-), und die Tatsache, dass mir heute dabei noch "heiße" Post in die Hände fiel. Allerdings traue ich mich nicht so recht, diese zu öffnen. Werde also noch bis Montag warten und mit dem RA abklären. Sind "gelbe" Briefe mit Zustelldatum sowie Bankauszüge an versch. Personen (vermutlich hatte er noch untervermietet ohne mein Wissen) und Briefe eines Anwaltes.

Jedenfalls würde mich interessieren, ob ich möglicherweise anhand der Post und der Tatsache, das er sicher untervermietet hatte, evtl. an den anderen Part mit meiner Forderung zur Mietzahlung treten kann? Hat jemand damit Erfahrung?

Ach ja, heute hat er mir gegenüber dann auch noch ganz frech erwähnt, dass er bereits in Insolvenz wäre. Allerdings weiß ich nicht, ob privat und Firmeninsolvenz gleichzeitig eingereicht wurde.

Wie sieht es aus, wenn der Mieter seine Restmöbel nicht abholt und auch nicht die Schäden in der Wohnung beseitigt bis zum Einzugstermin des Nachmieters? Wert zum Einlagern hat nichts mehr, darf (muß) ich es auf eigene Kosten entsorgen? Dürfte ich auch Teile behalten, z.Bsp. in der Garage als Schränkchen nutzen?

Auch wenn ich das niemanden gönne, dass hierbei eig. Erfahrungen bestehen, würde ich mich doch über eure Beiträge freuen.

Liebe Grüsse und einen schönen 3. Advent
Sanne
12.12.2007, 23:00 von Cora
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Hallo sanne

dann reg dich nicht so auf, sonst gibt es noch eine Sturzgeburt wünsch dir alles Gute
12.12.2007, 21:01 von Sanne
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Hallo Rita,

ich habe gestern gegoogelt und dabei gelesen, dass eine Insolvenzänderung ab 2008 geplant ist, wobei sich der Sachverhalt ändert, dass Gläubiger zuvor angeschrieben werden müssen, sollten es ingesamt mehr als 20 sein. (Bei mehr als 20 Gläubigern oder einer voraussichtlichen Befriedigungsquote von unter 5 % der jeweiligen Forderung wird in Zukunft ohne außergerichtlichen Schuldenbereinigungsversuch die Aussichtslosigkeit einer Einigung sofort bescheinigt und es kann sogleich der Insolvenzantrag gestellt werden.) Da der Mieter in den wenigen Wochen bis dahin ja nichts mehr zu verlieren hat, käme evtl. auch noch dies in Betracht.

Seine Besitzverhältnisse hat er sicherlich soweit geregelt, denn sein eigenes Konto ist mehr gesperrt als zugänglich, doch er hatte ja ein Gewerbe und hat mit den Überweisungen über das Konto der Freundin erhebliche Beträge (Steuern) am Finanzamt vorbeigeschleust. Vielleicht wäre dies noch ein Druckmittel, den Sachverhalt zu melden. Denn seinen Vermieter kann man noch prellen, aber wie sieht es mit dem FA aus? Gönnen würd ich ihm mittlerweile eine Haftstrafe..

Sanne
12.12.2007, 20:01 von Rita
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Leider muss man tatsächlich froh sein, einen Mieter der nicht zahlt möglichst schnell und ohne viel weitere Zusatzkosten losgeworden zu sein.

Insolvenz: so schnell geht das nicht, bevor der eigentliche Insolvenzantrag gestellt/angenommen/Verfahren veröffentlicht wird, ist erstmal eine Schuldnerberatung und ein aussergerichtlicher Schuldenbereinigungsplan vorgeschrieben > d.h. die Gläubiger werden mit einem Vergleichsvorschlag angeschrieben - üblich ist da eine Quote von 1% - d.h. für rund 10.000 Euro Mietschulden soll der Vermieter mit 100 Euro abgespeist werden!!!
Läuft das Insolvenzverfahren erstmal, dann endet das i.d.R. auch in der Restschuldbefreiung, d.h. die Gläubiger gehen üblicherweise leer aus.
Auch sämtliche bestehenden Vollstreckungsbescheide/-urteile für Schulden, von denen befreit werden soll werden durch die Restschuldbefreiung wertlos.

Ein gerichtl. Mahnverfahren/Mahnbescheid/Vollstreckungsbescheid kostet nicht die Welt > daraus ist aber 30 Jahre lang vollstreckbar (weitere Zusatzkosten!).
z.B. für eine Forderung von 2000 Euro betragen hier die Gerichtsgebühren 36,50 Euro - wenn der Anwalt Euro diesen "Service" übernimmt, kommt die Sache auf 218,57 Euro - das kriegt man aber alle mal selber hin
http://www.mahnung-online.de/
> siehe auch Kostenrechner
https://www.online-mahnantrag.de/omahn/Mahnantrag?_ts=458789-1119679994798&Command=start
> die amtl. Seite zum Mahnantrag (zum Online-Ausfüllen braucht's aber spezielle Hardware > also Vordruck im Schreibwarenhandel besorgen und mit dieser Ausfüllhilfe selbst ausfüllen)

Für den Mahnbescheid/Vollstreckungsbescheid gibt's 2 Strategien:
- möglichst schnell, solange man noch die Spur des Schuldners hat und Erfolgsaussichten bei der anschliessenden Vollstreckung sieht
- hinauszögern (max. 3 Jahre - d.h. um keine Verjährung eintreten zu lassen), wenn man vermutet, dass diese Kosten eh' "in den Wind geschossen" wären, weil sowieso Insolvenzantrag/Restschuldbefreiung ins Haus steht

Sinnvoll wäre m.E. zunächst einmal eine Anfrage beim örtlich zuständigen Amtsgericht > Schuldnerregister.
Womöglich hat der Mensch bereits eine EV (Eidesstattliche Versicherung) abgegeben > Abschrift verlangen (kostet natürlich ebenfalls wieder). I.d.R. ist aus der EV zu ersehen, dass nichts zu holen ist, weil der Schuldner üblicherweise seine Verhältnisse bereits entsprechend "geordnet" hat.
Deine Schilderung (Geld über Konto der Freundin etc) klingt sehr stark danach ...

Bei Firmen mit Handelsregistereintrag kriegt man blitzschnell und recht günstig (z.B. per ClickAndBuy) Auskünfte bei
http://www.genios.de/r_schnellsuche/index.ein

Leider läuft's eher auf die Frage raus: will ich dem Kerl zeigen "so geht's nicht" und bin ich bereit dafür nochmal zu zahlen?

Zitat:
Kann es am Ende sein, dass mir vorgeworfen werden könnte, ich hätte den Mieter kündigen müssen um weitere Verschuldung zu vermeiden?

Nicht von dritter Seite - allerdings kann man sich selbst das wohl vorwerfen und sich vornehmen, beim nächsten Fall eben schneller die Reissleine zu ziehen.

Zum beherzten Zutritt/Schlossaustausch meine herzlichste Gratulation!
Wer unser Rechtssystem kennengelernt hat, weiss, dass das die einzige Chance ist, seinen eigenen Schaden möglichst gering zu halten.
Hallo Ihr Lieben,

ich habe heute mal grob "Kassensturz" gemacht, was heißt ich habe die Aussenstände des Mieters mal zusammengerechnet, ohne jegliche Zinsen oder Zinseszinsen, ohne sonstigen Gebühren oder noch fälligen durch Instandsetzung der Wohnung. Der Betrag liegt bei über 1800.-Euro, für eine Wohnung mit Kaltmiete von 245.-Euro ne ganze Menge.. Kann es am Ende sein, dass mir vorgeworfen werden könnte, ich hätte den Mieter kündigen müssen um weitere Verschuldung zu vermeiden? Auch ist die Nebenkostenabrechnung des laufenden Jahres ja erst zum März nächsten Jahres zu erwarten....

Mittlerweile bin ich zwar schon fast froh, ihn "loszuhaben", doch auch mir tut das fehlende Geld erheblich weh.. zumal ich gerade wenige Wochen vor Entbindung bin und dann mein Verdienst auch noch wegfällt.

Bin mal gespannt, was der Anwalt morgen sagt.

Danke jedenfalls für jeden Beitrag hier.
Grüsse Sanne
12.12.2007, 15:27 von Cora
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Zitat:
Das kann es nicht sein, Leute.


das bezog sich eher auf unsere Troll-Aussage: einer liegt am Boden...

klar, gibt es alles und zwar täglich, aber ich als Vermieter muss da nicht - lt. der Meinung einiger wenige - den großmütigen spielen, das wollte ich damit sagen

weil, wenn du Schulden beim Bäcker hast gibt es kein Brot mehr, beim Metzger kein Fleisch und dein Auto wird zurückgeholt wenn du die Raten nicht zahlst, nur der blöde Vermieter kann seine Wohnung nicht "wegnehmen" oder die Nutzung verweigern

kann er zwar, aber nur mit größter Anstrengung und finanziellem Verlust
12.12.2007, 15:07 von Sommer
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Zitat:
Das kann es nicht sein, Leute.


Tja, leider ist es eben immer noch keine Straftat oder nur Ordnungswidrigkeit, sich zu überschulden. Tatsächlich werden zig Schutzvorschriften und Auffangmöglichkeiten für die Überschuldeten geschaffen ohne auch nur annähernd zu berücksichtigen, wie es zu der Überschuldung kam. Wenn der "nackte Mann" sich weiter wissentlich und willentlich verschuldet, dann ist das eben Pech des Vermieters, des Warenlieferanten oder Dienstleisters, daß er sich nicht näher über den "Kunden" informiert hat (auch wenn er an diese Daten nur schwer oder gar nicht kommt) - wenn der Vermieter, Dienstleister oder Warenlieferant durch solche "Kunden" in die Insolvenz getrieben wird, dann wird er erst mal alles los und kann sich dann erst als "nackter Mann" genauso entschulden lassen.

Das nennt man übrigens "Rechtssystem"...und wir hacken auf die Türkei wegen des Falls Marco ein!!

S.
12.12.2007, 14:09 von Cora
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Zitat:
Auf die einschlagen, die bereits am Boden liegen, ist verdammt einfach. Zu einfach und bill


wenn ich so einen Schmarrn immer lese kommt mir die Galle hoch.

Mieter und Vermieter gehen ein Vertragsverhältnis ein, jeder verpflichtet sich zu etwas, der eine, die Wohnung zur Verfügung zu stellen, der andere, dafür Miete zu zahlen.

Lässt der Vermieter die Wohnung "verkommen", übernimmt er keine Reparaturen etc. steigt ihm der Mieter sofort auf's Dach, mindert die Miete, will Schadensersatz und was weiß ich noch.

Zahlt der Mieter die vereinbarte Miete nicht, hält er sich ebenfalls nicht an seinen Vertrag - dann soll der Vermieter sagen: ok, hast kein Geld - kein Einkommen - ich verzichte.

Du hast Schulden bei mir, aber die erlasse ich dir - habe ja genug Geld. So stellt sich Paulchen Doof die Sache anscheinend vor.

Ginge es ehrlich und fair zu, würde der Mieter seinen Vermieter informieren, dass er in Zahlungsschwierigkeiten ist, dann kann man gemeinsam eine Lösung finden - aber das ist zu 99% nicht de r Fall. Da werden Schulden gemacht, der Vermieter wird hingehalten und quasi hintergangen und wenn dann das Kind in den Brunnen gefallen ist, soll man als Vermieter aus lauter Menschenliebe noch still halten und auf sein Geld verzichten.

Das kann es nicht sein, Leute.
12.12.2007, 10:31 von Dernie
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Ertrunken ist der Sozilaismus! Überlebt hat die Marktwirtschaft!!!!

Nicht vergessen, gelle?

Wer den Sozilaismus will, soll dahin auswandern!!!!

Dernie
12.12.2007, 10:27 von Augenroll
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Zitat:
nee, aber es gibt noch Stellen wo es ihm verdammt weh tut. Und dies hat schon so mancher Mann erfahren müssen!
Und außerdem hat er ja einen Buckel auf dem noch so einiges abgeladen werden kann, schließlich geht nach oben immer was.



Auf die einschlagen, die bereits am Boden liegen, ist verdammt einfach. Zu einfach und billig!

Wo bleibt eigentlich Ihre Erziehnung und Ihre Zivilisiertheit?

Letztendlich sitzen wir alle in einem Boot, das leicht von den gerade Ertrinkenden umgekippt werden kann.
12.12.2007, 07:58 von zaunkoenig
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Hallo,

Zitat:
... einem nakten Mann greift niemand in die Tasche.



nee, aber es gibt noch Stellen wo es ihm verdammt weh tut. Und dies hat schon so mancher Mann erfahren müssen!
Und außerdem hat er ja einen Buckel auf dem noch so einiges abgeladen werden kann, schließlich geht nach oben immer was.

Will damit nur sagen, dass ich nichts von solchen Aussagen (Sprüche) halte.
12.12.2007, 01:06 von prinzregent
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... einem nakten Mann greift niemand in die Tasche.

Offensichtlich ist dein ehemaliger Freund wirklich bankrott und er will sein Gesicht nicht verlieren.

Du solltest nach vorne schauen:

1. Ziel: Die Wohnung muss unbedingt zum 1. Januar wieder vermietet sein. Dazu muss alles o.k. sein und mit dem Nachmieter abgesprochen.

2. Ziel: Sicherung deiner Forderung: Das uebliche: Mahnbescheid (schick den an die alte Adresse ) oder eben an die neue. Die neue bekommst du raus - naja, es gibt da keine Schweigepflicht, das Meldeamt muss dir, gegen kleine Gebuehr, 7,50 ? die neue Anschrift rausgeben.Aber ist eh meist sinnlos, besser ist ueber Bekannte die Sache zu erfahren. Du hast ja ca. 2 Jahre Zeit.

3. Ziel: Nicht aufregen. Hat eh keinen Sinn. Kann sein, dass du 1.800 Euro abschreiben must. Wenn ich meine Forderungen anschaue, ist das irre wenig.
12.12.2007, 00:49 von verzweifelter
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Hallo sanne,

na, dann ist er wenigstens soweit um Schadensbegrenzung bemüht, als dass er ausgezogen ist, bei anderen zieht sich der Auszug mitunter in die Länge.
Das mit den Reparaturen ist ärgerlich, schaue mal, was Euer Mietvertrag dazu sagt, sofern Ihr einen hattet. Aber auch dann ist es fraglich, weil die Mieter heute nicht mehr viel machen müssen beim Auszug.
Klingt herb, aber sei froh, Du bist vermutlich noch gut davon gekommen. Setze ihm eine Frist und gut ist. Leider! Wird eh nix mehr zu holen sein, auch wenn er einen BMW gekauft hat. Ich könnte mich auch jedesmal aufregen.

verzweifelter
11.12.2007, 23:23 von Sanne
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Hallo Verzweifelter,

der Mieter hatte um baldigste Mietaufhebung gebeten und angesichts der Mietrückstände schien dies ja auch sinnvoll. Er weiß natürlich von dem neuen Mietvertrag ab 1.Januar und auch, dass er noch den Dezember in der Pflicht steht und nicht wie (ohne Nachmieter) bis einschließlich Februar. Deshalb muß es meiner Meinung auch klar sein, dass die Wohnung leer ist UND in den Ausgangszustand zurückversetzt werden muss. (Wobei hier die Wohnung von mir komplett renoviert wurde, jetzt 4 Jahre alt, und von Ihm nichts gemacht sondern nur noch verschlechtert wurde.) Da die Schönheitsreparaturen-Klausel wohl nicht mehr greift, steh ich damit sicher machtlos gegenüber, doch Überkleben von Fliesen mit Teilstückchen von unendlich vielen DC-FIX Teilchen, Kleinreparaturen und dergleichen, dass setze ich schon voraus.

Das EWA hat wegen der Datenschutzpflicht nur dann Auskunftspflicht, wenn ich Nachweisen kann, dass ich noch Eigentümer der Wohnung bin. Das heißt ich muß einen gültigen Grundbuchauszug /kostenpflichtig (!) vorlegen. Da hatte ich also Glück, dass mir der Stromlieferant weitergeholfen hat (hat die Daten auch über das EWA). Ob dies dann tatsächlich so ist, dass er dort auch wirklich wohnt, bleibt abzuwarten.

Ich weiß, dass er in der Nähe seine Freundin wohnen hat, welche als "Alleinerziehende " sonst, würde er bei ihr offiziell wohnen, Vergünstigungen verlieren würde. Aber inoffiziell wohnt er 100%ig dort.

Auch hat er als noch Selbständiger oftmals seinen Klienten die Kontodaten der Freundin angegeben, damit sein Konto, welches vom Finanzamt gesperrt war wegen Steuerrückstände, die verdiente Summe nicht erhält. Evt. hätte ich hier noch die Möglichkeit ihm zu schaden, doch dies möchte ich mir noch gerne vorbehalten.

Ich habe nun noch die Angst, dass ich auf den Kosten des Anwaltes sowie den Mietrückständen samt Nebenkosten sowie Wiederherstellung des Ursprungzustandes der Wohnung sitzen bleibe, weil er überall Aussenstände hat und ich vermute, dass er in die Insolvenz geht. Dabei hat er sich erst vor kurzem ein gebrauchtes Auto (BMW 5er Kombi) gekauft. Womöglich noch auf den Namen der Freundin...

Ich bin total verärgert, insbesondere weil ich ihn einst so gut kannte und jetzt so argwillig hintergangen werde. Bin deshalb auch dankbar für jeden Rat, den ihr mir geben könnt.

Gruß
Sanne
11.12.2007, 23:05 von verzweifelter
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Hallo sanne,

Wohnungskündigung vor 3 Wochen erhalten und schon zum Januar wieder vermieten?
Setze ihm eine Frist, innerhalb welcher er seine Sachen holen soll und die Wohnung in den Ausgangszustand setzen muss. Allerdings ist es zu knapp, darauf zu warten, dass er eventuell die Arbeiten ausführt, also wirst Du es wohl selber machen müssen und auf den Kosten sitzen bleiben.
Schau, dass Du die ausstehenden Mieten titulieren kannst, damit Du sie wenigstens später einfordern kannst.
Bist Du Dir sicher, wo er wohnt? Als Vermieter solltest Du normalerweise Auskunft vom EWA bekommen. Aber Du kannst es auch mal mit einer Anschriftenprüfkarte der Post versuchen, kostet nur 1,27 Euro und dauert ein paar Tage. Dann hast Du vielleicht wenigstens die Adresse, an welche sich der Mieter die Post schicken lässt, heisst aber nicht, dass er auch dort wohnt.

verzweifelter
11.12.2007, 22:20 von Sanne
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Hallo JJ,

vielen Dank für die Zusendung des Links. Hab da mal sowohl die alte wie auch die (vermeintlich?) neue Adresse des Mieters eingegeben. Da fand sich (bislang) kein Eintrag. Ich denke sowas braucht allerdings auch Zeit. Er hat sein Gewerbe erst Anfang November gekündigt.

Kennst du dich vielleicht damit aus, wie ich mit den restlichen Möbeln in der Wohnung verfahren kann, wenn er sich nicht meldet, bedenke man die Weitervermietung ab Januar. Und wie kann ich den Mängeln entgegentreten? Selbst auf eigene Kosten oder machen lassen und ebenfalls die Kosten tragen??

Danke im Voraus.
Sanne
11.12.2007, 22:08 von JollyJumper
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Zitat:
...ob er Privatinsolvenz angemeldet hat?
Wenn Du seinen neuen Wohnsitz kennst solltes Du die gewünschten Informationen über: http://www.insolvenzbekanntmachungen.de/ erhalten!
Zitat:
Dass das mit dem Schlüsseltausch womöglich waghalsig war,..
Schon! Aber dazu müsste er erst mal melden!

Gruss JJ
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