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24.10.2010, 13:01 von Daniela F.Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Höhe des Stundenlohns bei Eigenleistung?
Hallo!
Zum 30. Sept. ist unser Mieter ausgezogen.
Im Frühsommer ist seine Beziehung in die Brüche gegangen und seine Lebensgefährtin, die sich um den Haushalt gekümmert hat, ausgezogen.
Seitdem hatte er die Wohnung wohl nicht mehr gereinigt.
Beim Auszug sagte er sinngemäß, er habe jetzt keine Lust und keinen Nerv mehr zum Putzen, wir sollten saubermachen und ihm die Arbeitszeit in Rechnung stellen.
Da wir keinen Ärger mit den neuen Mietern haben wollten und eine top gepflegte Wohnung übergeben wollten, haben wir uns darauf eingelassen.
Grössere Schaden haben wir nicht festgestellt, es war halt alles einfach nur dreckig.

Jetzt meine Frage:

Wie hoch kann ich den Stundenlohn ansetzen, wenn wir alles selbst saubergemacht haben? Ich hätte mal 8 € angesetzt.
Allerdings haben wir mit 3 Personen zwei Tage geschrubbt, also insgesamt ca. 48 Stunden.
Hatte jemd. schonmal so was?
Ich will auch nicht zu hoch ansetzen, um Ärger aus dem Weg zu gehen!
Freue mich über Eure Antworten.
Alle 3 Antworten
26.10.2010, 21:25 von Daniela F.
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Wenn Ihr die Wohnung gesehen hättet, würdet Ihr die Zeitangaben nicht anzweifeln.
In der Küche waren Flecken, die wir mehrfach aufweichen mussten, bis sie weg waren. Der Teppichboden in einem Zimmer war total verdreckt, auch dieser wurde mehrfach mit Teppichreiniger behandelt.
Alleine die Reinigung des Toilettenbeckens hat mehr als eine Stunde in Anspruch genommen.
Vielleicht haben wir zu penibel gearbeitet. Aber wir wollen auch keine "unsaubere" Wohnung übergeben. Der Mieter hatte die Wohnung frisch renoviert übernommen, davon war leider nichts mehr zu sehen.

Ich muss dazu sagen, wir sind keine Profi-Vermieter, wir vermieten eine Wohnung im eigenen Haus mit ca. 120 qm Wohnfläche. Wir haben bis jetzt noch nie von einem Mieter verlangt, dass er die Wohnung vor Auszug renoviert.
Die Wohnung sollte nur so hinterlassen werden, dass der nächste Mieter unverzüglich einziehen könnte. Wie er sich dann die Wände streicht oder tapeziert und ob überhaupt, konnte der Nachfolger dann selbst aussuchen.
Die Renovierung der Wohnung (neue Deckenpaneelen, Laminat, etc.) wurde immer von uns in Eigenleistung in unvermieteten Phasen durchgeführt. Zuletzt halt vor zwei Jahren.
Die Wohnung entspricht meiner Meinung nach gehobener Ausstattung, und bis jetzt hatten wir auch noch nie solche Probleme beim Auszug eines Mieters.
Gerade wenn man im selben Haus wohnt und alles in Eigenleistung renoviert hat, hängt das Herz vielleicht doch stärker an einem "ordentlichen Zustand".
Wir wohnen auf dem Dorf und hier ist noch vieles anders. Wir sind nicht die "bösen Vermieter", die die "armen Mieter" immer zu Unrecht bedrängen und ihnen ohne Grundlage Geld abknöpfen, wie es die Mieterbünde immer gerne darstellen!

Ich hätte jetzt nicht die 48 Stunden mal 8 € hochgerechnet und dem Mann fast 400 € abgeknöpft. Ich hätte vielleicht pauschal 50 - 80 € auf die Nebenkostenabrechnung gesetzt.
Meine Frage war nur, gibt es hierfür einen rechtlichen (haltbaren) Hintergrund, und hat jmd. vielleicht einen Stundenlohn parat, den ich dem Mieter unter die Nase halten kann und sagen kann "mecker nicht, bist noch billig davongekommen!)
Heute war er übrigens nochmal da. Er hat sofort geglaubt, dass wir zwei Tage geputzt haben. Er wollte nur mal ungefähr wissen, mit welchem Betrag er denn zu rechnen habe.
Ich habe ihm die hier vorgeschlagenen Stundenlöhne vorgehalten, aber auch gleichzeitig gesagt, dass ich wahrsch. nicht über 100 € dafür ansetze würde. Den genauen Betrag müsse ich aber noch errechnen. Damit schien er zufrieden.

Ich hätte halt nur gerne Rechtssicherheit, wenn ich einen Betrag in die Nebenkostenabrechnung/Abschlussrechnung einsetze.

Vielen Dank schonmal für die Kommentare!
26.10.2010, 18:33 von Gilhorn
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Die Übergabe einer Wohnung muss "besenrein" erfolgen. Natürlich ist besenrein ein dehnbarer Begriff, aber sicherlich nicht so zu verstehen, dass daraus eine "top gepflegte" Wohnung direkt zur Übergabe an den neuen Mieter resultiert.
Dass aus einer "nicht top gepflegten" Wohnung ein Anspruch auf Kostenerstattung für die Putzarbeiten des Vermieters erwächst, wage ich zu bezweifeln, es sei denn, dass der Dreck schon als Schaden an der Mietsache angesehen werden könnte.
Ich hoffe, dass die Vereinbarung über die Kosten der Säuberung und der Zustand der Verunreinigung im Übergabeprotokoll festgehalten worden sind, ansonsten können Sie die Kostenerstattung unter Umständen gerichtlich nicht durchsetzen.
Eine Frage möchte ich noch aufwerfen, wie kann das Putzen einer leerstehenden Wohnung 48 Std. in Anspruch nehmen? Allein dieser Zeitaufwand scheint doch ein wenig überzogen.
25.10.2010, 20:49 von Frau Schlau
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Hallo,

normalerweise müssen Sie dem Mieter eine Abhilfefrist setzen. Das ist aber entbehrlich, weil er dies abgelehnt hat.

Haben Sie jetzt keine Firma mit dem Putzen beauftragt, sondern lieber selbst Hand anlegen, gehen Sie dennoch nicht leer aus. Sie können nämlich auch Ihre Eigenleistungen vergütet verlangen. Der Stundenlohn, den Sie Ihrem Mieter dafür in Rechnung stellen dürfen, liegt in der Regel zwischen 10 und 15 EUR.

Bitte denken Sie aber an Folgendes: Ihre Eigenarbeit und die Helferstunden von Freunden und Familienangehörigen müssen Sie im Streitfall beweisen können! Führen Sie deshalb unbedingt Stundenzettel und lassen Sie diese von Zeugen abzeichnen.

Viel Erfolg wünscht
Frau Schlau
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
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