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06.06.2007, 21:57 von micha32Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Herstellungskosten < 4000 EUR
Taxman weisst immer wieder drauf hin, daß Herstellungskosten / Erweiterungen bestehender Gebäude im Umfang von bis zu EUR 4.000 (netto / je Massnahme) sofort abzugsfähig und nicht abgeschrieben werden muß.

gilt das für eine zusätzlich errichtete Garage auch ?
Alle 25 Antworten
27.06.2007, 19:04 von micha32
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habe heute meinen Steuerbescheid erhalten.

Darin heisst es nun, "nachträgliche Herstellungskosten der Garage werden den Herstellungskosten des Gebäudes zugerechnet und deshalb mit dem normalen Abschreibungssatz von 2,5 % zu berücksichtigen"

Also als Herstellungskosten zu dem Gebäude wird's vom Finanzamt eingestuft (also kein zumindest nicht als eigenständiges Gebäude). Aber die Sofortabsetzung wollen sie trotzdem nicht anerkennen :-(
10.06.2007, 18:18 von micha32
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klar, meinte nur, daß wenn das Finanzamt mir vorgibt, daß die Abschreibung der Garage auf die Restnutzungsdauer des Gebäudes zu erfolgen hat, unterstellt es ja, daß es kein separates Gebäude ist.

Im Einspruch könnt ich dann immernoch auf Anwendung R 21.1 bestehen und das Argument, daß es sich um ein separates Gebäude handelt, würde seitens Finanzamt ja dann entfallen.
10.06.2007, 17:35 von Mortinghale
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Ist eher unwahrscheinlich.
Wenn die AfA-Tabelle erst einmal angelegt wurde, wird nur noch nach Vorgang gearbeitet.
Die zu umschiffende Klippe ist das erste Jahr der Beantragung.

10.06.2007, 15:25 von micha32
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muß nochmal drauf zurück kommen, wenn das Finanzamt die Garage tatsächlich auf die Restnutzungsdauer des Hauses abgeschrieben haben will.

Wär das dann ein "Eigentor" des Finanzamts ...mal davon abgesehen, daß das Finanzamt dann ja immernoch seine Meinung ändert könnt, wenn sie's merken ...sind da ja recht flexibel :-)
07.06.2007, 21:19 von Mortinghale
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Wobei Restnutzungsdauer in dem Fall die unsinnigste Lösung wäre.

07.06.2007, 20:51 von micha32
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@ Rita

erst mal ganz lieben Dank für Deine Bemühungen. Nicht nur, daß die mir wenigstens die Hoffnung erhalten, daß ich die Garage gleich sofort voll "abschreiben" kann, sondern sind auch interessante Links dabei.

Wenn ich Fragen nicht beantwortet hab tut's mir Leid, muß ich dann wohl in den ganzen Antworten übersehen haben.

ehrlich gesagt weiß ich grad immernoch nicht, welche Frage offen war.

Es handelt sich um ein freistehendes Zweifamilienhaus, das bisher eine Garage und einen Carport hatte. Nun wurde an die bestehende Garage eine Garage angebaut und ebenfalls an die Hausbewohner vermietet (Mietertrag hat sich entsprechend erhöht).

Theoretisch könnte natürlich auch argumentiert werden, daß ein Stellplatz gegen eine Garage aufgewertet wurde.

@ Mortinghale

wie das gemeint war kann vermutlich nur das Finanzamt beantworten. Gehe aber davon aus, daß die Garage auf die Restnutzungsdauer abgeschrieben werden soll ...was ja evtl. wieder für nachträgliche Herstellungskosten sprechen würde
07.06.2007, 19:13 von Mortinghale
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Zitat:
möchte es auf die Nutzungsdauer des Gebäudes abgeschrieben haben.


Was soll das heißen ? Restnutzungsdauer oder was ?

07.06.2007, 18:58 von Rita
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ich versuch's auch nochmal

Zitat:
Die Garage stellt steuerrechtlich ein eigenes Wirtschaftsgut dar, das mit einer eigenen Nutzungsdauer abgeschrieben werden muß.
Der R21.1 Abs.2 EStR greift eben deshalb nicht, da es nicht um nachträgliche HK des Gebäudes handelt.


Das kann zutreffen - muss aber nicht.
Den Frage-Sachverhalt hatte ich hier anders interpretiert ... (vielleicht fälschlicherweise? > das kann nur micha32 aufklären)
Und auch beim Finanzamt kann man ja ein und denselben Sachverhalt so oder ganz anders darlegen ...

Also:
Wird die Garage als gesondertes Wirtschaftsgut genutzt/vermietet oder im Zusammenhang mit dem bereits bestehenden Haus/Wohnungen?
Steht die Nutzung in engem Zusammenhang mit dem bestehenden Gebäude/Wohnungen?

z.B.
Zitat:
Bundesfinanzhof - EStG § 7 Abs. 5

Anders als Garagen von Ein- oder Zweifamilienhäusern sind Garagen, die auf dem Gelände eines großen Mietwohnungskomplexes nachträglich errichtet werden, jedenfalls dann als selbständige Wirtschaftsgüter gesondert abzuschreiben, wenn ihre Errichtung nicht Bestandteil der Baugenehmigung für das Mietwohngebäude war und kein enger Zusammenhang zwischen der Nutzung der Wohnungen und der Garagen besteht, weil die Zahl der Garagen hinter der Zahl der Wohnungen deutlich zurückbleibt und die Garagen zum Teil an Dritte vermietet sind.

BFH, Urteil vom 22. 9. 2005 - IX R 26/ 04; Niedersächsisches FG


Alles klar ? - siehe auch die ausführliche Begründung:
http://lexetius.com/2005,3110

Zitat:
so spontan finde ich keinen Grund, weshalb R 21.1 für Garagen nicht gelten sollte.

Na z.B, wenn die neu errichtete Garage von Jemandem gemietet/genutzt wird, der nicht Mieter/Nutzer, der bereits bestehenden Wohnungen im Haus ist

Also mal mehr Butter ... oder wir fragen uns dann, wenn dein FA zu deiner Sachverhaltsschilderung entschieden hat, warum das in deinem Sinne oder eben nicht so ausging ...
ich versuch nochmal ein paar Punkte zusammen zu fassen.

Die Sonderregelung R 21.1 gilt doch für Dinge, die sonst als Herstellungskosten abgeschrieben werden müssen.

Da die Garage eine abgeschlossene Massnahme ist, muss sie nicht als Herstellungskostenerhöhende Massnahme des Hauses zählen.

Unter "Erweiterung oder wesentliche Verbesserung" könnte man eine Garage m.E. schon sehen. Ob die nun direkt angebaut ist oder ein Carport dazwischen ist, dürfte doch eigentlich nicht relevant sein ?!

Wie würden denn sonst Gartenhäuschen, Pavillions oder Carports behandelt ?

so spontan finde ich keinen Grund, weshalb R 21.1 für Garagen nicht gelten sollte.

Probiert hab ich's übrigens schon beim Finanzamt, möchte es auf die Nutzungsdauer des Gebäudes abgeschrieben haben.
07.06.2007, 15:07 von Mortinghale
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Ich habe doch überhaupt keine Garage (mußt Du unbedingt Salz in offene Wunden streuen ?)

Der Unterschied liegt z.B. darin, daß es sich bei dem Kran um eine Betriebsvorrichtung handelt (mit der Betonung auf Betriebs); eine Garage steht einfach nur rum.

07.06.2007, 14:58 von taxpert
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@ Mortinghale

Wenn ich schon einem Stahlwerk eine ND von 6 Jahren für einen Portalkran mit AK 350 T€ durchgehen lassen muß, dann werden mich bei AfA-Verschiebung von 320 €/Jahr (400 €/Jahr bei 10 Jahren, 80 €/Jahr bei 50 Jahren) nicht rumstreiten!

Du kannst natürlich gerne die 50 Jahre ansetzen!

taxpert
07.06.2007, 14:50 von Mortinghale
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Zitat:
da auf Grund der Bauweise nur von einer kürzeren ND ausgegangen werden kann (§7 Abs.4 Satz2 EStG).


Wo steht das denn ?

(Wenn Baracken/Schuppen schon 16 Jahre halten sollen)

Abgesehen davon, daß die Bauweise hier garnicht geschildert wurde.

07.06.2007, 14:10 von taxpert
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Die Garage stellt steuerrechtlich ein eigenes Wirtschaftsgut dar, das mit einer eigenen Nutzungsdauer abgeschrieben werden muß.

Der R21.1 Abs.2 EStR greift eben deshalb nicht, da es nicht um nachträgliche HK des Gebäudes handelt.

Auch wenn die gararge ein Gebäude ist und deshalb grundsätzlich eine ND von 50 Jahren hätte, greift hier nur eine ND von 10 Jahren, da auf Grund der Bauweise nur von einer kürzeren ND ausgegangen werden kann (§7 Abs.4 Satz2 EStG).

taxpert
07.06.2007, 11:13 von Rita
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@Mortinghale/frischebrise: Ihr habt mich gerade beim Senf-Abgeben überholt
Was ich aber unbedingt noch loswerden möchte:
M.E. trifft die Vereinfachungsregel gemäß Einkommensteuer-Richtlinien genau für diesen Fall zu
=> also eben NICHT AfA über mehrere Jahre, sondern aufgrund der Vereinfachungsregel sofort abziehbar!

http://195.243.173.120/persoline/servlet/ContentResult?query=QryRangeDetail&requestid=byioid&queryparam.po_content.ioid=915890

> R 21.1 (2)
Zitat:
(2) 1 Nach der Fertigstellung des Gebäudes ist Herstellungsaufwand anzunehmen, wenn Aufwendungen durch den Verbrauch von Gütern und die Inanspruchnahme von Diensten für die Erweiterung oder für die über den ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung eines Gebäudes entstehen (§ 255 Abs. 2 Satz 1 HGB). 2 Betragen die Aufwendungen nach Fertigstellung eines Gebäudes für die einzelne Baumaßnahme nicht mehr als 4 000 EUR (Rechnungsbetrag ohne Umsatzsteuer) je Gebäude, ist auf Antrag dieser Aufwand stets als Erhaltungsaufwand zu behandeln. 3 Auf Aufwendungen, die der endgültigen Fertigstellung eines neu errichteten Gebäudes dienen, ist die Vereinfachungsregelung jedoch nicht anzuwenden.



siehe auch:
http://www.steuerlex.de/mustermann/lexika.html?id=183&i=&lexikon=S&no_body=
Da findet sich auch der Rasenmäher > der läuft unter Werkzeug und unterliegt nicht der o.g. Vereinfachungsregelung > hier: normale GWG-Abgrenung = 410 Euro.

und:
BMF Schreiben vom 18. Juli 2003
Abgrenzung von Anschaffungskosten, Herstellungskosten und Erhaltungsaufwendungen bei der Instandsetzung und Modernisierung von Gebäuden
http://www.bundesfinanzministerium.de/cln_04/lang_de/nn_3790/DE/Aktuelles/BMF__Schreiben/Veroffentlichungen__zu__Steuerarten/einkommensteuer/075.html

Hallo,

auch herstellungsnaher Aufwand scheidet aus, weil im Zeitfenster 3-5 Jahre nach Erstellung des Hauptgebaeudes (Haus) die Garage nicht erstellt wurde.

Also Afa. leider.
07.06.2007, 10:46 von Mortinghale
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Na ja,

wenn die Garage als eigenes Gebäude zu sehen wäre, würde die Regelung nicht gelten. Genauso, wenn durch die Garage das eigentliche Gebäude überhaupt erst fertiggestellt werden würde.

Da in Deinem Fall kein Um- oder Erweiterungsumbau vorliegt, sondern etwas völlig Neues dort entsteht, wo vorher nichts war, dürfte m.E. die 4.000er-Regelung keine Anwendung finden.

Aber heutzutage heißt es auch beim FA umsomehr: Probieren geht über studieren (haben schon ganz andere Sachen geklappt).

Versuch's einfach.

07.06.2007, 00:48 von micha32
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macht es denn einen Unterschied, ob die Garage angebaut oder separat steht ?

war nicht von Anfang an geplant - Haus ist bereits 10 Jahre fertiggestellt. Und angebaut ist sie in gewisser weise schon, schließt an die bestehenden Garagen an
07.06.2007, 00:24 von Cora
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Hallo Morti

Zitat:
Bentley oder Lamborghini ?




wir fahren nur BMW

leider sind Aufsitzmäher sehr teuer und bei 4000 qm muss ein bisschen Komfort dabei sein. Das ist doch verständlich?

Danke für deine Antwort...

Gut's Nächtle
cora
06.06.2007, 23:50 von Mortinghale
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Liebe Cora,

Bentley oder Lamborghini ?

Abschreibung erfolgt auf 9 Jahre.

06.06.2007, 23:35 von Cora
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Hallo

hänge mich mal dran.

Wie schreibe ich einen Rasenmäher für 4180 € ab - wieviel Jahre?

Danke.

Gruß
06.06.2007, 23:30 von Mortinghale
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War die Garage von Anfang an geplant oder wurde sie später zusätzlich errichtet ? Angebaut oder getrennt vom Haus ?

06.06.2007, 23:04 von micha32
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naja, der Text kommt aus der Zeitschrift "capital" was das Finanzamt natürlich nicht beeindrucken wird ...aber ansich steht in R 21.1 auch nichts sehr viel anderes
06.06.2007, 22:46 von Mortinghale
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Woher stammt der Text ?

06.06.2007, 22:12 von micha32
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gibt's auch einen Grund für das "nein" ?

meines Wissens heisst es

"Ausgaben für Neuinvestitionen bis zu 4000 Euro werden wie Erhaltungsaufwand behandelt, auch wenn es faktisch Herstellungskosten sind, die langfristig abgeschrieben werden müssten. Voraussetzung ist, dass es um Einzelmaßnahmen geht und nicht um Ausgaben im Rahmen größerer Modernisierungsmaßnahmen"
06.06.2007, 22:06 von Mortinghale
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Nein

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