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30.01.2005, 11:20 von HeidiProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Heizkostenabrechnung
Hallo,
ich habe in meinem Einfam.-Haus eine Einliegerwohnung vermietet.Die Heizkosten des Mieters habe ich über einen Wärmemengenzähler direkt am Heizungsrohr ermittelt.Die damalige mündliche Vereinbarung war die Kosten für die Wartung des Zählers zu halbieren. Allerdings habe ich jetzt erfahren dass die Wärmeverluste, die ja nur zu meinen Lasten gehen, relativ hoch seien. Da der Mieter ein ziemlicher Pfennigfuchser ist und mich mit der Abrechnung jedes Jahr fast in den Wahnsinn treibt, frage ich mich ob ich die Wartungskosten für den Verbrauchszähler seiner Wohnung wirklich mittragen muss. Oder muss er diese alleine tragen?? Kann ich auf die Kosten für eine 2. Wärmezähler verzichten wenn ich die Wärmeverluste alleine übernehme oder lohnt es sich einen Zweiten einbauen zu lassen...das kostet natürlich...und dann müssen wir beide die KOsten tragen die wir jetzt teilen. Wie sieht der hier die rechtliche Seite aus??

Für eine rasche Antwort wär ich dankbar
Gruß Heidi
Alle 6 Antworten
02.02.2005, 23:00 von Rita
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... die Klempner, die schon gut an mir/uns verdient haben und die ich abgeklappert hatte, wollten damit nix zu tun haben .. ;-)

Aber Du kennst den Hersteller und den Typ des schon vorhandenen Zählers.
Da in Zählergruppen nur baugleiche Zähler verwendet werden dürfen (sollen?), würde ich über den Hersteller oder denjenigen gehen, von dem du den ersten Zähler hast einbauen lassen.

Mit "Zähler mieten" geben sich nach meinen bisherigen Erkenntnissen i.d.R. nur Abrechnungsfirmen ab.
Die wolllen einem dann natürlich neben Miete/Ewartung/Nacheichung auch Ablesen/Abrechnungerstellen mitverkaufen.
Bei Wärmemengenzählern könntest du aber leicht selbst abrechnen.
Andererseits akzeptiert dein Nörgler evtl. eher die Abrechnung einer Firma ...

Wenn du mit deinem Mieter nicht mietvertraglich die 2-Fam.-Haus-Sonderregelung vereinbart hast oder das noch vereinbaren kannst, werden sich zukünftig leider auch deine eigenen Betriebskosten zwangsweise erhöhen.

Willlst du denn echt mit diesem Klotz am Bein weiterleben? ... du könntest deinem Mieter ja auch nach § 573 a BGB ohne Angabe eines Kündigungsgrundes kündigen (lies lest unter www.dejure.org) und dir dann einen umgänglicheren Mitbewohner suchen ... vielleicht bringt ja auch kleiner dementsprechender Hinweis deinen Mieter zur Vernunft.
02.02.2005, 18:14 von Eigentuemer
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z.B. über jeden Klempnerbetrieb kann man Zähler mieten -
denke aber, dass es schwierig wird einen Wärmemengenzähler in der Wohnung einzubauen, wenn das nicht von vornherein rohrverlegemäßig vorgesehen war -
bliebe die Möglichkeit einen Zähler direkt an der Heizung einzubauen und dann die Differenz mittels Verbrauch des Einliegerzählers zu bilden
MfG
02.02.2005, 16:50 von Heidi
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Danke euch für die Antworten und Tipps,
weiß vielleicht noch jemand wo man solche Wärmemengenzähler mieten kann??

mfg Heidi
01.02.2005, 03:40 von Rita
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Noch'n Tipp - weil ich anfangs auch darauf reingefallen war bzw. wir den Mietern Geld sparen wollten:

Wenn es um Wärmezähler (oder auch Kaltwasser-/Warmwasserzähler) geht, bedenke, dass nach Eichgesetz die Nacheichung (= Eich-/Austausch) nach 5 Jahren (KW: 6 Jahren) gesetzlich vorgeschrieben ist.
Bei Weiterverwendung nach Ablauf der Eichfrist riskierst du lt. Gesetz/HeizkVO neben Ordnungsgeld auch dann den 15%-Abzug.
Der Eichaustausch kostet soviel wie der ursprüngliche Zählerkauf, gehört aber nach Betriebskosten-Verordnung zu den umlagefähigen Betriebskosten ...

Gerade bei Wärmemengenzählern lohnt sich aufgrund der hohen Anschaffungskosten ein Kauf m.E. nicht -> besser Miete

Was du jetzt machst (wegen 2-Fam.-Haus) würde ich von den Vernunft des Mieters und von seinem vermutlichen zukünftigen Heizverhalten abhängig machen ...
Ich denke dabei an Leute, die plötzlich zu bequem sind, die Heizkörper beim Lüften abzudrehen, wenn sie wissen, das eh' ichts gezählt wird ...

31.01.2005, 17:30 von volker
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Hallo Heidi,

der Aussage von Rita ist nichts hinzu zu fügen. Evtl kommt ein Richter zu der Auffassung, dass noch ein Kürzungsrecht von 15 % der auf den Mieter entfallenden Beträge besteht.

Dann ist der Nachteil für den Vermieter noch höher.

Ich würde einen zweiten Wärmezähler einbauen. Dann ist zwar der Wartungsanteil für den Vermieter 50 % höher, für den Mieter aber auch. Die ursprüngliche Vereinbarung, die Kosten zu teilen, ist ja weiterhin eingehalten.

Die Wärmeverluste dürften in Euro ausgedrückt vermutlich höher sein, als die neu anfallenden Wartungskosten von 50 %. Dann ist unterm Strich noch etliches für den Vermieter übrig und der Mieter kann nichts mehr gegen die Abrechnung einwenden.

mfg
Volker
31.01.2005, 09:21 von Rita
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Grundlage der Heizungs-/WW-Bereitungs-Abrechnung ist die HeizkostenVerordnung = Pflicht zur verbrauchserfaßten Abrechnung.
Als VM einer Wohnung in "einem vom VM selbstbewohnten 2-Fam.-Haus" darfst du aber "rechtsgeschäftlich" (=mietvertraglich) andere Vereinbarungen treffen. -> § 2 der HeizkV

Die von dir praktizierte Differenzmessung entspricht nicht den Grundlagen einer ordnungsgemäßen Kostenermittlung-/Verteilung ... eben wegen dieser Sache mit den Wärmeverlusten.
Solange nur der Vermieter derjenige ist, der ungerecht mit höheren Kosten belastet wird, dürfte aber m.E. selbst ohne wirksame mietvertragliche Vereinbarung, die Richterwelt das nicht als "verurteilenswert" ansehen ... und dein Motze-Mieter wäre eigentlich schön blöd, wenn er sich darüber aufregt ...

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