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02.08.2007, 16:55 von naccoProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Heizkosten
Bin neu hier und stelle mich mal kurz vor. Habe ein 3 Famileinhaus. Eine Wohnung für mich, 2 Vermietet. Bin 55 Jahre (fühle mich aber sehr viel jünger) Fahre gerne mit meinem G20 durch die Gegend und höre dabei Rockmusik. Das wars zu mir (es sollte ja kurz werden).
Natürlich habe ich auch eine Frage.
Bisher habe ich die Heizkosten inclusive Warmwasser über die Firma ISTA abgerechnet mit Verdunsterrörchen.
Da das Öl aber auch für mich immer teurer wird habe ich mir einen Kaminofen einbauen lassen für meine Wohnung und den ganzen Winter damit geheizt, mit dem Effekt das natürlich auch
die Verdunster verbrauchte Einheiten anzeigten. Somit habe ich diese Einheiten und Holz bezahlt.
Da die Mieter sich auch einen Kamin zulegen wollen bin ich auf die Idee gekommen Wärmemesser an den Steigrohren der Heizung zu installieren um das Problem mit den Verdunstern zu lösen.
Jetzt lese ich aber das bei einer verbrauchsabhängigen Verrechnung jeder Heizkörper in der Wohnung abgelesen werden muss, und nicht über Wärmemesser zulässig ist.
Ist diese Information richtig?
Darf ich dann über diese Wärmemesser keine Kosten abrechnen?
Ich weiss das es bei einem 2 Familienhaus Möglichkeiten gibt.
Vielen Dank
Alle 16 Antworten
06.08.2007, 16:55 von vollprofi
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Denke, diese Entscheidung trifft jeder für sich selbst.
06.08.2007, 16:20 von Sledge_Hammer
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06.08.2007, 16:10 von vollprofi
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Schon richtig, Sledge_Hammer. Bei Fremdmietern handelt man natürlich nach Gesetz. Abweichende Lösungen empfehlen sich nur, wenn an Eltern oder Geschwister vermietet ist.

Mieter begrüssen es, wenn die NK niedrig gehalten werden (günstig Öl kaufen, keine Zählermieten oder Ablesegebühren, günstige Versicherungen usw.).

Rechnerisch ist der Kauf von Zählern immer günstiger.
Allerdings sollte man dann die Anschaffungskosten in die Kaltmiete einrechnen, da man sonst drauflegt.
Ist dies nicht möglich oder verweigert dies ein Mieter, werden sie halt gemietet u. er zahlt unterm Strich mehr. Aber was solls, wenn er es so will?

Da der Vermieter offensichtlich selbst im Haus wohnt, würde er sich ins eigene Fleisch schneiden, wenn er zumindest seine eigenen Zähler mieten würde (also für seine eigene WHG). Seine Zähler MUSS er kaufen, wenn er sparen will.

06.08.2007, 14:53 von Sledge_Hammer
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06.08.2007, 14:23 von vollprofi
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Verdunstungsröhrchen sind natürlich antike Messinstrumente, welche irgend ein Erfinder es schaffte, sie zu streuen.
Die Anwendung von Verdunstungsröhrchen im heutigen 20. Jahrhundert ist sicherlich nicht mehr zeitgemäß.

Verdunstungsröhrchen haben noch nie gerecht funktioniert und werden deshalb selbst von Ista nach und nach ausgemustert.

Die Ideallösung seit ca. 20 Jahren sind WMZ u. Warmwasseruhren.
Eine Wohnung hat also mindestens eine Kalt- u. eine Warmwasseruhr sowie einen digitalen Wärmemesszähler.

Bei Ista sind sie sehr teuer. Von Ista wird oft eine Anmietung der Zähler aufgeschwätzt, doch das ist ultrateuer. Ein Heizungsbetrieb installiert diese Uhren weitaus günstiger. Alle 5 oder 6 Jahre müssen sie geeicht werden. Versteht man sich mit den anderen Mitbewohnern, kann man vertraglich ggf. eine längere Eichzeit festlegen, da solche Zähler auch noch nach 10 Jahren einwandfrei funktionieren.

Die Umrüstung auf solche Zähler kostet halt kurz einen Batzen Geld, doch dann werden Verbräuche relativ gerecht zugeteilt und man hat lebenslang Ruhe.
06.08.2007, 09:31 von Augenroll
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Zitat:
Das Recht auf Widerspruch muß man den Mieter allerdings nicht mitteilen.


Solche Ansichten sorgen immer wieder für langfristig zerüttete Mieter-Vermieter Verhältnisse!
03.08.2007, 20:03 von Mortinghale
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Zitat:
sich deren Einverständnis holen


Das bezieht sich nur auf die Anmietung der Geräte.
Und man muß sich nicht das Einverständnis holen, sondern die Absicht, die Geräte zu mieten, den Mietern mitteilen.
Sollten weniger als die Hälfte der Mieter der Anmietung widersprechen, ist man auf der sicheren Seite. Das Recht auf Widerspruch muß man den Mieter allerdings nicht mitteilen.

03.08.2007, 19:52 von nacco
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Vielen Dank für Eure schnelle Hilfe.
In meiner Meinungsbildung hat mir sehr der Hinweis auf die
kommentierte Heizkostenverordung geholfen.
Ich glaube in diesem Forum bin ich als Vermieter gut aufgehoben.
Nochmals Dank an alle die mir mit Ihren Beiträgen weitergeholfenhaben.
03.08.2007, 11:29 von sternenmann05
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Hallo,
habe eine Seite gefunden, nennt sich: www.heizkostenverordnung.de. Die einzelnen Paragrapen sind jedesmal kommentiert. Fand ich ganz in Ordnung.
LG
03.08.2007, 09:05 von Ahela
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Zitat:
Mir geht es auch um die Rechtssicherheit. Ist so eine Lösung vor dem Gesetz erlaubt. Soviel ich weiss sollte ab 3 Wohneinheiten jeder Heizkörer gemessen werden. Nur so wäre eine verbrauchabhängige Heizkostenrechnung erlaubt.?


Sobald mehr als zwei Wohnungen von einer Heizungsanlage versorgt werden, greift zwingend die Heizkostenverordnung. Diese schreibt eine verbrauchsabhängige Abrechnung vor.

Sind keine Messgeräte vorhanden und wird ausschließlich nach Wohnfläche abgerechnet, ist der Mieter berechtigt, seinen Anteil um 15 % zu kürzen.

Sämtliche Details finden sich in der Heizkostenverordnung (sorry, ich habe den Link gerade nicht parat - ist aber über Suchmaschine problemlos zu finden).

Wo wir gerade dabei sind: Wer bislang noch keine Messgeräte installiert hat, obwohl er dazu lt. HKVO verpflichtet ist, muss sogar seine Mieter vorher über die Absicht der Installation sowie die Kosten informieren und sich deren Einverständnis holen (so absurd wie es klingt!).

Wird dies verabsäumt, können die Mieter ihren Anteil für die Erfassungsgeräte/Ablesung heraus rechnen.

Hatten wir alles schon....

Schönes WE, Ahela
02.08.2007, 21:54 von MarieP
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Hallo

Zitat:
Im übrigen sind Elektronische Heizkostenverteiler an den Heizkörpern genau so gut oder Schlecht wie die nach dem Verdunsterprinzip, eben nur teurer und in meinen Augen Geldschinderei.



und die WMZ kosten noch mehr!

Zitat:
Ja ich habe drei Heizkreisläufe. Ohne dies wäre ich ja nicht auf die Lösung mit den Wärmezählern gekommen. Es hat dann jede Wohnung seinen Wärmezähler, und die Verdunsterlösung wäre dann passee.
Mir geht es auch um die Rechtssicherheit. Ist so eine Lösung vor dem Gesetz erlaubt.


Ja

Zitat:
Soviel ich weiss sollte ab 3 Wohneinheiten jeder Heizkörer gemessen werden. Nur so wäre eine verbrauchabhängige Heizkostenrechnung erlaubt.?


Der komplette Verbrauch einer Wohnung kann mit WMZ gemessen werden, wenn die technischen Bedingungen vor Ort stimmen.
Erlauben die Bedingungen vor Ort nicht das Messverfahren durch WMZ, ist jeder Heizkörper mit einem Messgerät auszustatten

Wärmemengenzähler sind zugelassene Verbrauchsmesser.
http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4rmez%C3%A4hler

Wichtig bein Einbau der Wärmemengenzäher ( WMZ ) ist, das der Volumenstrom aller Heizkörper einer Wohnung erfasst wird.
Bei einem Warwasserpeicher muss auch dieser Heizkreislauf durch einen WMZ erfasst wird.
Im übrigen sind Elektronische Heizkostenverteiler an den Heizkörpern genau so gut oder Schlecht wie die nach dem Verdunsterprinzip, eben nur teurer und in meinen Augen Geldschinderei.
Bei WMZ isz jedoch auch die nach Wohnflächen / Verbrauch im Verhältniss 70/ 50 oder 50/50 vorgeschrieben.
Jedoch ist für eine Zentralheizung die Abrechnung mit einem WMZ sehr genau und allen anderen Abrechnungsarten vorzuziehen.
Auch die WMZ können angemietet werden und damit auf die Nebenkosten umgelegt werden.
Die Eichung der WMZ beträgt 5 Jahre danach müssen die Geräte ausgetauscht werden weil eine Nacheichung nicht angeboten wird.
WICHTIG!!!!!!
Ist die Gültigkeit der Eichung überschritten muss der WMZ gegen ein geeichtes Gerät ausgetauscht werden weil der Mieter bei nicht geeichten Geräten die Zahlung der Heizkosten verweigern darf.
02.08.2007, 19:42 von nacco
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Erstmal vielen Dank für die schnellen Infos.
Ja ich habe drei Heizkreisläufe. Ohne dies wäre ich ja nicht auf die Lösung mit den Wärmezählern gekommen. Es hat dann jede Wohnung seinen Wärmezähler, und die Verdunsterlösung wäre dann passee.
Mir geht es auch um die Rechtssicherheit. Ist so eine Lösung vor dem Gesetz erlaubt. Soviel ich weiss sollte ab 3 Wohneinheiten jeder Heizkörer gemessen werden. Nur so wäre eine verbrauchabhängige Heizkostenrechnung erlaubt.?

02.08.2007, 19:13 von Gicoba
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Ich möchte mich bei diesem Thema auch mit einklinken, da ich eine Wohnung in meinem Zweifamilienhaus vermiete.
Ich wohne mit Mann und Sohn im EG, wir haben Fußbodenheizung und Warmwasser über Heizung. Die vermietete Wohnung ist im DG und hat Heizkörper überall und Durchlauferhitzer.
Da in der Vergangenheit die Abrechnung immer sehr viel Arbeit machte, weil ich ja die in den Sommermonaten entstehenden Warmwasserkosten immer herauszurechnen hatte, überlege ich jetzt auch, auf Wärmemengenzähler umzusteigen. Ist das in unserem Fall überhaupt möglich? Wenn ja, kann mir jemand die ungefähren Kosten dieser Zähler sagen und in welchem Umfang kann man die Kosten auf die Mieter umlegen?
02.08.2007, 18:47 von MarieP
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Hallo

Entweder du rüstest auf elektronische Heizkostenverteiler um oder - wenn die Möglichkeit besteht, dass jede Wohnung einen eignen messbaren Heizkreislauf hat kannst du jede Wohnung über jeweils einen Wärmemengenzähler erfassen, außer es ist noch eine Fußbodenheizung vorhanden - diese muss über zusätzliche WMZ gemessen werden.

Die Mietkosten für die Geräte, kannst du über die Heizkostenabrechnung umlegen. Du solltest dir evtl. vorher das o.k. der Mieter holen.
02.08.2007, 18:20 von jaegermeister
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Ist schon irgenwie falsch.

Da die Mieter sich auch einen Kamin zulegen wollen bin ich auf die Idee gekommen Wärmemesser an den Steigrohren der Heizung zu installieren um das Problem mit den Verdunstern zu lösen.
Zitat:



Drei Wärmemengenzähler brauchts du, und zwar für jede Stichleitung die nur in die jeweilige Wohnung führt.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
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