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30.06.2007, 18:58 von CoraProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Hausverwaltung verlangt Gebühr für Mietvertrag
Hallo

das Thema hatten wir glaube schon, finde aber momentan nichts.
Hatte gerade eine Anfrage:

3 WG, 1 Mieter zieht aus, 1 neuer ein, gleichberechtigte Mieter. Die Hausverwaltung verlangt für die Ausstellung des MV eine Gebühr von 200 € + MwSt, also 238 €.

Die Interessentin weiß bzw. glaubt, dass diese Gebühr zu hoch ist, hat auch schon ein paar Urteile gegoogelt, möchte natürlich das Zimmer gern haben.

Fragt deshalb: soll sie das Geld bezahlen?
Vertrag unterschreiben und dann nur ca. 50 € bezahlen?
Alles bezahlen und versuchen was zurück zu bekommen?

Was meint ihr?

Gruß
Alle 27 Antworten
04.07.2007, 10:43 von Fixfeier
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@dimager

dafür fehlt es mit absolut an jedem Verständnis.

Wen der es nicht fertigbringt seine Arbeit vom Auftraggeber ausreichend bezahlt zu bekommen hat er den falschen Beruf. Fals doch ... das sag ich jetzt besser nicht.

Wenn so was vorkommt, kann ich verstehen, dass manche HV-Kunden sauer auf ihren Auftragnehmer reagieren.

Gruß
04.07.2007, 09:54 von MarieP
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Hallo

sorry

Zitat:
Hallo,
kenne einen Kollegen der eine "Verwaltungsgebühr" in ca. derselben Höhe verlangt. Wie er mir "augenzwinkernd" mitteilte, zahlt er aber an jeden Mieter den über 100 Euro hinausgehenden Betrag sofort zurück, wenn dieser sich nach Einzug gegen die Gebühr wehrt. Auf meine Frage, wieso er das so handhabt, meinte er: "Ich weiss genau, dass ich jede Klage über 100 Euro verliere. Aber bei 2/3 klappt es.". Na ja! Keine Leuchte unseres Berufsstandes, aber eine klare Richtlinie und Verhaltensanweisung.



das ist absolut daneben - als klare Richtlinie und Verhaltensanweisung - ist es auch nicht anzusehen.
Die Vertragsausfertigung ist Vermietersache - die Kosten darf die HV sich vom Vermieter -eben seinen Auftraggeber holen!
04.07.2007, 09:04 von Augenroll
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Zitat:
...kenne einen Kollegen der eine "Verwaltungsgebühr" in ca. derselben Höhe verlangt. Wie er mir "augenzwinkernd" mitteilte, zahlt er aber an jeden Mieter den über 100 Euro hinausgehenden Betrag sofort zurück, wenn dieser sich nach Einzug gegen die Gebühr wehrt. Auf meine Frage, wieso er das so handhabt, meinte er: "Ich weiss genau, dass ich jede Klage über 100 Euro verliere. Aber bei 2/3 klappt es.". Na ja! Keine Leuchte unseres Berufsstandes...

Erschütternd, wie gering doch der Respekt und die Dankbarkeit des "Fußvolkes und Bittstellers" vor der herrschenden Klasse geworden ist. Ich ging bisher davon aus, dass so etwas bei 95% der Mieter klappt. Ts, ts, ts.
04.07.2007, 01:15 von dimager
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Hallo,
kenne einen Kollegen der eine "Verwaltungsgebühr" in ca. derselben Höhe verlangt. Wie er mir "augenzwinkernd" mitteilte, zahlt er aber an jeden Mieter den über 100 Euro hinausgehenden Betrag sofort zurück, wenn dieser sich nach Einzug gegen die Gebühr wehrt. Auf meine Frage, wieso er das so handhabt, meinte er: "Ich weiss genau, dass ich jede Klage über 100 Euro verliere. Aber bei 2/3 klappt es.". Na ja! Keine Leuchte unseres Berufsstandes, aber eine klare Richtlinie und Verhaltensanweisung.
Also mein Tipp: Gebühr zahlen und nach Einzug zurückfordern. Entweder den Betrag über 100 Euro oder sogar alles.
02.07.2007, 13:53 von MarieP
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Hallo

Zitat:
wenn die Dame unbedingt die Wohnung haben möchte die "Bearbeitungsgebühr" überweisen unter Vorbehalt.
Dann sollte die Dame wirklich mal beim Mieterbund nachfragen und entsprechend das Geld zurückverlangen.
(Auf solche Fälle - sollte es wirklich gegen Gesetz / gute Sitten verstossen, ist der Mieterbund bestimmt sehr interessiert)



" unter Vorbehalt" allein reicht nicht aus.
Der Vorbehalt muss genau deklariert sein.

und der Stress ist vorprogrammiert
02.07.2007, 13:50 von Cora
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OK, alles klar jetzt. Danke euch für die vielen Tipps.

Gruß
02.07.2007, 10:58 von chum
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Abzocke;
wenn die Dame unbedingt die Wohnung haben möchte die "Bearbeitungsgebühr" überweisen unter Vorbehalt.
Dann sollte die Dame wirklich mal beim Mieterbund nachfragen und entsprechend das Geld zurückverlangen.
(Auf solche Fälle - sollte es wirklich gegen Gesetz / gute Sitten verstossen, ist der Mieterbund bestimmt sehr interessiert)
01.07.2007, 23:58 von MarieP
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Sorry Cora

Zitat:
Hallo

sie hat ja auch bereits ein paar Urteile etc. gegoogelt, hat aber Angst, wenn sie nicht zahlt, dass sie das Zimmer nicht bekommt - das ist doch das Problem.

Und die Gebühr ist keine Art Kaution, sondern einfach eine Bearbeitungsgebühr...

Gruß



hab ich nicht gelesen oder überlesen...

Aber die Angelegenheit ist doch gehopst wie gesprungen.
Wenn der Vertrag unterschrieben wird und danach evtl. die Rückforderung des Geldes kommt und dies evl. noch über RA - ist das Mietverhältnis absolut gestört und nicht mehr reibungsfrei. Das kann auch nicht im Interesse der Mieterin sein.
Wenn mit der HV nicht im Vorfeld eine vernünftige Einigung zustande kommt - nicht unterschreiben - weiter suchen.
01.07.2007, 23:04 von Cora
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Hallo

sie hat ja auch bereits ein paar Urteile etc. gegoogelt, hat aber Angst, wenn sie nicht zahlt, dass sie das Zimmer nicht bekommt - das ist doch das Problem.

Und die Gebühr ist keine Art Kaution, sondern einfach eine Bearbeitungsgebühr...

Gruß
01.07.2007, 22:04 von MarieP
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Hallo

Zitat:
Hallo...
...könnte es sein, das diese 200 € eine Art Mietsicherheit und für eventuelle spätere Schäden sind.

Gruß Liebertee



Wenn dem so sein sollte, müsste dies korrekt vereinbart sein!
Ansonsten sind solche Klausel nichtig.
Man kann viel in einem Mietvertrag reinschreiben, ob aber alles rechtlich haltbar ist .....
01.07.2007, 21:52 von Liebertee
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Hallo...
...könnte es sein, das diese 200 € eine Art Mietsicherheit und für eventuelle spätere Schäden sind.

Gruß Liebertee
01.07.2007, 21:48 von MarieP
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Hallo

Ich würd höflich darauf hinweisen, dass die Klausel nichtig ist.
Hierzu z.B.
§ 307 BGB
AG Hamburg-Altona, Urteil vom 11.7.2006 -316 C 120/06
01.07.2007, 19:35 von Cora
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Zitat:
Zahlen, einziehen ! in die tolle Wohnung und dann - einklagen der 238 Euro . DAS wird ein Festessen für jeden Rechtsanwalt. Und teuer für die Hausverwaltung.

Oder was meinen unsere Vollprofis ?



..tolle Idee, dann warte ich morgen noch mal ab - augenrollig hat bestimmt auch einen hilfreichen Rat
01.07.2007, 19:13 von prinzregent
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1. Geld auf den Tisch legen, Zeugen dabei haben !!!, idealer Weise ein Tonband ( illegal aber kann Sinn machen ), und wenn die Hausverwaltung so doof ist sich wie folgt quittieren lassen:

Für die Ausstellung des Mietvertrages vom DATUM eine Gebühr von 238 Euro erhalten.



Zahlen, einziehen ! in die tolle Wohnung und dann - einklagen der 238 Euro . DAS wird ein Festessen für jeden Rechtsanwalt. Und teuer für die Hausverwaltung.

Oder was meinen unsere Vollprofis ?

Ein mit der Vermietung einer Eigentumswohnung betrauter Hausverwalter verlangte von einem Mieter für den ausgefertigten Mietvertrag eine so genannte Auftragsausfertigungsgebühr in Höhe von 100 DM zzgl. MwSt. Das Amtsgericht Hamburg sah darin einen Verstoß gegen das Wohnungsvermittlungsgesetz, nach dem derartige Gebühren nicht erhoben werden dürfen.

Urteil des AG Hamburg 12 C 167/99

Hausbesitzer Zeitung Heft 3/2001, Seite 14

ähnlich bei http://www.focus.de
01.07.2007, 18:21 von Cora
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Hallo

das hat sie schon. Aber die Angestellte meinte, da würde sich der Chef nicht darauf einlassen.

Also: mein Rat an Sie ganz philosophisch: sie soll es so machen wie sie es für richtig hält

Danke euch
01.07.2007, 17:16 von CMAX_65
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Hallo,

Zitat:
Da in einigen Hausverwaltungen doch noch Menschen hinten dran stehen, würde ich zunächst versuchen, auf der persönlichen Ebene eine Angemessenheit der Gebühr zu erwirken. Damit kann man sich doch sehr viel Ärger, Gericht etc. im günstigsten Falle ersparen .


einverstanden. Ich habe dass so verstanden, wenn kein Vertrag, kein Zimmer. Und - € 200,00 + Steuer steht drin.

Also versuchen mit der HV zu reden, ist vielleicht tatsächlich besser so !!!

MFG
01.07.2007, 17:08 von Shadow1977
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Hi!
Schon richtig, aber wer sagt dann im Endeffekt, ob das definitiv sittenwidrig ist oder nicht? Das eine HV Geld verlangen kann, kommt auf deren Vertrag drauf an. Dann geht es nur noch um die Angemessenheit. Ich kann mir auch keinen Porsche kaufen und sagen, ich bezahle nur den Trabant-Preis, da mir dies als genug angemessen vorkommt ^^ . Dann läuft das ggfs. über den RA / Gericht, bis dies so oder so entschieden wird. Als HV würde ich bei den 200,- € als Rechtfertigung sagen, dass dies aufgrund der stetigen Gesetzesänderungen etc. nunmal notwendig ist und gerademal den Verwaltungskostenvorgang abdeckt. Und das muss man mir erstmal widerlegen.

Da in einigen Hausverwaltungen doch noch Menschen hinten dran stehen, würde ich zunächst versuchen, auf der persönlichen Ebene eine Angemessenheit der Gebühr zu erwirken. Damit kann man sich doch sehr viel Ärger, Gericht etc. im günstigsten Falle ersparen .

Einfach unterschreiben und dann dagegen vorgehen, kann auch in´s Auge gehen und man bleibt auf den vertraglich vorgeschriebenen Kosten ggfs. zzgl. RA / Gerichtskosten sitzen .
01.07.2007, 16:52 von CMAX_65
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Hallo,

@Shadow1977

Zitat:
Mit der Unterschrift willigst Du diesen Vertrag ja ein, und das möchtest Du ja nicht mit den 200,- €. Daher vorher abklären und abändern (wenn möglich) .


richtig. Was aber, wenn der Vertrag sittenwidrig ist. Dann wäre er ja nicht rechtsgültig.!

So ähnlich, wie wenn eine sittenwidrige Klausel im Mietvertrag ist, die ist ja auch nicht rechtsgültig bzw. einklagbar !!!

???

MFG
01.07.2007, 16:44 von Shadow1977
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Hi Cora!
Mit der Unterschrift willigst Du diesen Vertrag ja ein, und das möchtest Du ja nicht mit den 200,- €. Daher vorher abklären und abändern (wenn möglich) .
01.07.2007, 16:43 von CMAX_65
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Hallo Cora,

Zitat:
Soll ich ihr raten den Vertrag zu unterschreiben und bei Eintreffen der Rechnung der Höhe zu widersprechen und einen "angemessenen Betrag" in Höhe von 50 € zu überweisen und alles andere auf sich zu kommen zu lassen?


unter diesen Umständen ja!!!

Die Hausverwaltung müsste dann mehr "einklagen". Differenz € 238,00 abzgl. € 50,00 = € 188,00. Falls die einen Funken Verstand haben, werden die das tunlichst unterlassen !!!

MFG
01.07.2007, 14:39 von Cora
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ja, wat denn nun?

Soll ich ihr raten den Vertrag zu unterschreiben und bei Eintreffen der Rechnung der Höhe zu widersprechen und einen "angemessenen Betrag" in Höhe von 50 € zu überweisen und alles andere auf sich zu kommen zu lassen?

Gruß
01.07.2007, 14:27 von Shadow1977
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Hi!

Ich sehe den Betrag auch absolut überteuert an.
Eine kleinere Gebühr ist angemessen, wobei auch nicht zu vergessen sein sollte, dass die Verwaltung dann aufgrund der Erstellung des Mietvertrages entsprechend haftet .
01.07.2007, 14:08 von Cora
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Hallo Morti

die junge Dame ist ja auch bereit etwas zu zahlen, aber keine 238 €, sondern einen angemessenen Betrag von sagen wir, 50 €.

Soll sie nun die verlangte Gebühr erst mal zahlen und dann zurückfordern oder Gefahr laufen, bei Weigerung der Zahlung das Zimmer nicht zu bekommen?

Wir wissen, dass diese Gebühren eigentlich versteckte Provisionen sind, nur, das hilft jetzt nicht weiter.

Gruß
01.07.2007, 10:50 von Mortinghale
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Wenn bei einer WG Mitglieder wechseln (womöglich "alle Nase lang") löst dies durch notwendige Vertragsänderungen/-anpassungen mit nachfolgend zusätzlichen NK-Abrechnungs-Besonderheiten schon einen Mehraufwand aus, der nach dem Verursacherprinzip bezahlt werden sollte.

01.07.2007, 09:41 von CMAX_65
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Hallo,

Gebühr für MV. Hatten wir schon, rechtlich fragwürdig, bringt m.E. Ärger bereits am Anfang des MV.

Die Hausverwaltung sollte sich fragen, ob sie Dinge verlangt, die nicht ok sind !

Im Rahmen einer Mietverwaltung sollte dies im Leistungskatalog sein, gegebenenfalls mit Extravergütung die der Eigentümer bezahlt !

Alles andere ist Nonsens !

MFG
01.07.2007, 01:33 von dimager
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Hallo,
das Ausfertigen des Mietvertrages gehört zweifelsfrei zu den Verwaltungsarbeiten, somit zu den Verwaltungskosten. Solche sind aber nicht auf den Mieter umlegbar. Sollte es sich um eine versteckte Provision handeln, ist dies ebenfalls nicht zulässig. Bei Maklern werden "Schreibgebühren" von 50-100 Euro von der Rechtsprechung anerkannt (je nach Gericht). Falls der Mieter unter Zeitdruck gerät, dann zahlen und später zurück verlangen.
30.06.2007, 19:27 von MarieP
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Hallo

Diese Vereinbarung im Mietvertrag ist nichtig.
Es ist Vermietersache, den Mietvertrag auszufertigen.

Diese Gebühr kann die HV nicht vom Mieter nehmen - sondern nur vom Eigentümer/Vermieter.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
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