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28.03.2007, 07:32 von zaunkoenigProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Hausverwalter - sehr bedenkliche Zahlen
Hallo,

hier habe ich mal was aktuelles, was eigentlich jeden Hausverwalter bei seiner Ehre packen sollte.

Nach einer Untersuchung von beispielhaft 132 Hausverwalterabrechnungen in ganz Deutschland wurden folgende Zahlen festgestellt:

- Bei jeder dritten Abrechnung werden Kosten falsch verteilt
- 17% der Abrechnungen weisen ein verstecktes zweites Honorar des Hausverwalters aus;
- 20% der Hausverwalter verweigern die Einsicht in die Unterlagen
- 22% der Hausverwalter verwenden die Instandhaltungsrücklage verkehrt (zum Teil gesetzeswidrig)
- 25% der Buchführungen sind mangelhaft und/oder falsch
- 43% der Abrechnungen sind falsch

Leider gibt es keine Angaben darüber wieviele der Hausverwalter sich nicht an die Hausverwalterverträge halten. In Anbetracht obiger Zahlen vermutlich auch jeder Dritte.

Alle 12 Antworten
02.04.2007, 08:58 von Kasperkopf
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Hallo zusammen,

ich denke, dass der Hintergrund dieser schlechten Ergebnisse - wie so oft im Leben - vielschichtig ist und nicht einfach mit einem Pauschalsatz erklärt werden kann. Dass es eine nicht geringe Anzahl von fehlerhaften Abrechnungen und Beschlüssen gibt, bezweifle ich nicht.

Ein Problem ist sicherlich, dass viele Unwissende Hausverwalter werden, so nach dem Motto: "So ein bisserl Aberechnung machen und dem Hausmeister auf die Finger schauen, kann ja nicht so schwer sein." Beliebte Variante ist ja auch, dass gleich in der Teilungserklärung gewissen Familienangehörigen des Bauträgers die Verwaltung für fünf Jahre zugeschanzt wird. Allerdings wehre ich mich, wenn es heißt, Verwalter x liefert deswegen so eine schlechte Arbeit ab, weil er keine klassiche Ausbildung durchlaufen hat. Das ist wieder typisch deutsch, dass nur derjenige als qualifiziert gilt, der eine Ausbildung mit einem hübschen Zeugnis vorweisen kann. Natürlich ist es nicht falsch, eine solche Ausbildung zu haben aber derjenige, der eine solche vorweisen kann, wird dadurch nicht autmomatisch zu einem guten Verwalter. Vor allem dann nicht, wenn er sich auf seinem einmal erworbenen Wissen ausruht und sich nicht um seine Fortbildung kümmert.

Hier bei uns in der Region gibt es eine große Hausverwaltungsfirma, die einen sehr guten Ruf genießt und auch ich bin bisher davon ausgegangen, dass die sicherlich alles richtig machen. Bis ich kürzlich eine neue Verwaltung übertragen bekam, die bis dato von dieser Firma verwaltet wurde. Da es mir bei Durchsicht der Unterlagen immer mehr die Zehennägel aufrollte, begann ich dann auch mal im Bekanntenkreis herumzufragen, wer von denen verwaltet wird und wie es da so läuft. Mir wurde von den Bekannten bestätigt, was ich selbst auch schon feststellen musste: ein Riesenbestand an verwalteten Objekten, eine große Firma, ein guter Ruf, ein elegantes Büro, all das macht noch lange keinen guten Verwalter. Nur um ein Beispiel der "Fehler" zu nennen: Da werden auf Vorschlag des Hausverwalters (!!!) Nichteigentümer zum Verwaltungsbeirat des Objekts gewählt. Wagt es dann jemand nachzufragen, ob das überhaupt zulässig ist, kommt von der Verwaltung die Antwort: "In Ausnahmefällen geht das schon mal."

Andererseits ist es vielfach so, dass ein Hausverwalter auch nur eine so gute oder schlechte Arbeit abliefern kann, wie es die Hausgemeinschaft zulässt. Viele Wohnungseigentümer sind überhaupt nicht WEG-tauglich, weil sie nicht bereit sind, sich mit den Grundlagen des WEG zu beschäftigen und gewisse Dinge zu akzeptieren. Immer wieder beliebtes Thema sind ja zum Beispiel die Fenster. Dass die nunmal Gemeinschaftseigentum sind und daher nicht jeder damit tun und lassen kann, was er will oder auch nicht, begreifen die wenigsten. Die Miteigentümer in dem Haus, in dem ich wohne, hätten am liebsten die Dachsanierung nur auf die Eigentümer der Dachgeschosswohnungen abgewälzt, weil die ja auch am meisten davon haben. Oder da werden Wirtschaftspläne radikal gekürzt oder dringende Instandsetzungsarbeiten einfach nicht durchgeführt, weil man gerade keine Lust oder kein Geld hat, das zu bezahlen. Da sitzt Du dann da als Verwalter, redest Dir den Mund fusslig, argumentierst, rechnest vor und trotzdem wird ein völlig schwachsinniger Beschluss gefasst.

Das sind nur wenige Beispiele, die zeigen sollen, dass fehlerhafte Abrechnungen oder Beschlüsse viele Gründe haben können. Und wie sagte schon Winston Churchill: "Ich traue keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe."

Gruss Kasperkopf
30.03.2007, 09:22 von Augenroll
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Zitat:
Abgesehen davon, fände ich es tatsächlich traurig, wenn professionelle, gelernte Hausverwalter ihr Geschäft so schlecht verstehen.

Ich glaube auch nicht dran, dass Hausverwalter ihr Geschäft schlecht verstehen oder keine Ahnung haben.

Vielmehr wird äußerst "kreativ" gerechnet und wenn es auffliegt, war es halt ein Rechenfehler oder Unwissenheit. Dann gelobt man Besserung und gut ist.
@fixfeier:
Zitat:
Was also wirklich nicht funktioniert ist, dass wir unendlich viele Ebenen haben um solchen Müll zu publizieren und man das hierzulands allerorten einfach so begeistert aufnimmt wenns grad passt ohne es genau zu hinterfragen. Man denke an der Stelle an Mitglieder hier die genau in die gleiche Kerbe hauen.

Naja, so wird ja vor allem über Mietnomadentum diskutiert. Aber da ist es dann wohl genehm?
28.03.2007, 21:02 von KleinesArschloch
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Mahlzeit.

Zitat:
Aber ich bestreite nicht, mich wahrscheinlich bis ans Ende meiner Tage für das WEG und für Gemeinschaften und ihr Umfeld zu interessieren und Zugriff und Einblick zu haben.



Mögen der Tage noch mächtig, mächtig viele sein.
( Edit)
oder schreibt man , Deiner Tage noch mächtig...., egal ,Du weisst was ich meine.
Gruss
28.03.2007, 20:25 von Fixfeier
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Hallo,

das ist mir, zumindest so wie hier zitiert, ebenfalls äußerst dürftig. Auf der recht gut gemachten und aktuellen Internetseite von WISO lässt sich zu dem Thema übrigens nichts finden.

Nur um mal ein Beispiel zu nennen, könnte man etwa über dieses Thema
Zitat:
22% der Hausverwalter verwenden die Instandhaltungsrücklage verkehrt (zum Teil gesetzeswidrig)

mächtig diskutieren. Auch wenn hier die Rechtslage unbestritten klar ist. Es sollte dabei, so ist es nach der Aussage anzunehmen, zumindest in dem Unterpunkt um Eigentümergemeinschaften nach dem WEG und deren Verwalter gegangen sein.

Nebenbei, ich meine übrigens eine sachliche Diskussion. Keinen Laberthread mit ahnungslosen und Augenrollenden Arbeitszeitvertreibern.

Man könnte sich ja beispielsweise mal fragen, wie die tatsächliche Rücklageverwendung bei der jew. Prüfung einer Abrechnung gecheckt worden ist. Das muss schon eine recht aussagekräftige Abrechnung gewesen sein, wenn man dort auch die ständige Rücklageverwendung erkennen konnte. Wie dann im nächsten Schritt von der Presse geprüft wurde, ob für eine solche Rücklageverwendung etwa während der vergangenen Jahre genehmigende Beschlüsse unterblieben sind (=alle Protokolle der jeweiligen Gemeinschaft einsehen und prüfen), um sodann eine ungesetzliche Verwendung annehmen zu können, ist unklar usw, usw ...

Ich will damit wirklich nicht sagen, dass alles immer ordentlich zu geht. Dafür gibts wirklich überall "Schwarze Schafe". Nur, mir stinks schon gewaltig, dass es heute in unserem Land üblich ist, schlicht pauschal Pessimissmus und Misstrauen auszustreuen und man dafür oft genug einfach Halbwahrheiten hernimmt. Es ist ja nicht so, dass es bei denen, die so etwas schreiben, keine (etwa womöglich mehr?) schwarze Schafe gibt. Schließlich lebt man ja auch noch davon!

Was also wirklich nicht funktioniert ist, dass wir unendlich viele Ebenen haben um solchen Müll zu publizieren und man das hierzulands allerorten einfach so begeistert aufnimmt wenns grad passt ohne es genau zu hinterfragen. Man denke an der Stelle an Mitglieder hier die genau in die gleiche Kerbe hauen.

Nur am Rande, ich bin kein Hausverwalter und momentan auch nicht Wohnungseigentümer. Aber ich bestreite nicht, mich wahrscheinlich bis ans Ende meiner Tage für das WEG und für Gemeinschaften und ihr Umfeld zu interessieren und Zugriff und Einblick zu haben.

Gruß
28.03.2007, 17:12 von Augenroll
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28.03.2007, 16:11 von Sommer
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Zitat:
Liebe, Freude und Gesundheit sind mir das Wichtigste. Aber ich bin ja auch kein Hausverwalter/Vermieter, sondern in den Augen vieler hier ein Habenichts und damit Abschaum!


Oh weh, da kommen mir ja die Tränen! Aber wie es in den Wald hineinschallt...da Sie sich ja hier einen Namen gemacht haben mit Threads nach denen die Vermieter eher faulen Geldsäcken gleichgestellt werden, hält sich mein Mitleid in Grenzen.

Ich bin kein Hausverwalter und ehrlich gesagt möchte ich mich in dieses Mahlwerk zumeist gegensätzlicher Vermieter-Mieter-Interessen nicht setzen...den Aufwand, den ich um mein Objekt und die innewohnenden Vertragspartner (sprich: Mieter) treibe, könnte ich einem Verwalter gar nicht bezahlen. Also zahle ich mit meiner Zeit und meinen Nerven drauf. Aber besser so als mich zusätzlich noch mit einem Verwalter auseinanderzusetzen, dessen Leistung ich unzureichend finde.

Da Hausverwaltung lange Zeit weder Ausbildungsberuf noch eine geschützte Berufsbezeichnung war, überraschen mich die Zahlen nicht - wie viele Schädlingsbekämpfer spritzen noch mit falschem Zeug in falschen Mengen und wieviele Baumpfleger ruinieren Bäume für wenig Geld durch falschen Schnitt?

S.
28.03.2007, 14:03 von Augenroll
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Erschreckend ruhig hier, dieser Thread, warum nur???
28.03.2007, 13:00 von zaunkoenig
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Hallo,

die Zahlen stammen aus einer Auswertung der "Interessengemeinschaft der Wohneigentümer" (oder so ähnlich). Die hatten im Zusammenhang mit der Redaktion von "Wiso" bei Ihren Mitgliedern herumgefragt, wer bereit sei seine Verwalterabrechnung überprüfen zu lassen.

Dies haben 132 Mitglieder aus ganz Deutschland wahrgenommen. Dabei waren kleine Wohneinheiten (4 bis 6), aber auch ganze Komplexe (z.B. Hannover mit 120 Eigentümern).

Da es ein Querschnitt ist, der zu diesen Zahlen führt, dürfte die Realität auch ganz genau so sein.

Und wir wissen alle, es gibt solche und solche. Dennoch kommt so ein Querschnitt heraus.

Ist übrigens nicht die einzige Umfrage dieser Art. Da existieren noch zwei, drei andere.

28.03.2007, 11:06 von Augenroll
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Zitat:
...bei seiner Ehre packen...

das ist ja auch das wichtigste: Ruhm und Ehre.

Liebe, Freude und Gesundheit sind mir das Wichtigste. Aber ich bin ja auch kein Hausverwalter/Vermieter, sondern in den Augen vieler hier ein Habenichts und damit Abschaum!

Jeder haut sich doch wohl die Taschen voll, so gut er kann, außer Sie natürlich nicht. (sehr glaubwürdig)
28.03.2007, 10:58 von Jobo
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zu dieser Aussage fehlt mir persönlich der Hinweis um welche Hausverwaltungstyp es sich handelt (Anzahl der Einheiten, der Mitarbeiter, Objektarten usw.).
Den da gibt es kleine feine Verwaltungen die einen super Job machen haben vielleicht so ca 300 bis 600 Einheiten zu verwalten und dann kommen diese Eigentümer und Verwalter http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,7k8hksxguod28ydv~cm.aspund machen verändern das Ergebnis signifikant.
Jobo
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