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15.07.2004, 23:33 von Demnächst VermieterProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Hauskauf mit Mieter
Hallo,

wir hoffen, wir sind hier richtig...
Wir beabsichtigen den Kauf eines Hauses mit 3 kleinen Wohnungen.
Die Gesamtwohnfläche des Hauses beträgt 140 qm², die sich wie folgt aufteilt:

EG 2 Zimmer 55 qm² freistehend
1.OG 2 Zimmer 55² vermietet
DG 2 Zimmer 30²

Die Mieterin im ersten Stock genießt ab Vertragsunterzeichnung einen 10 jährigen Kündigungsschutz.
Sie zahlt momentan ca. 300 Euro Miete warm inkl. Garage (ein Witz für Düsseldorf)
Sie hat sich nun im ganzen Haus breit gemacht und bewohnt bis auf das EG eigentlich alles (auch im Garten hat sie ihr Revier abgesteckt)
Da wir aufgrund des Kündigungschutzes sie ja nicht per Klage auf Eigenbedarf rauskriegen, würde uns nun interessieren, wie wir ihr einen Wohnungswechsel schmackhaft machen könnten...

Nach unserer Info muss der alte Mietvertrag wohl komplett übernommen werden?
Wie sieht es dann mit einer Mieterhöhung aus? (300 Euro wären lt. Mietspiegel Düsseldorfs die reine Kaltmiete)
Können wir die Garagenmiete erhöhen?
Besteht die Möglichkeit die Gartennutzung einzuschränken?
Wieviel Keller steht der Frau zu?
Was gibt es sonst noch für Möglichkeiten?

Wäre spitze wenn ein paar unserer Fragen beantwortet werden könnten

Vielen Dank im Voraus!

Andreas + Meike
Alle 7 Antworten
20.07.2004, 08:11 von Heiko
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Ich habe letztens in einem Wohnblock einen Aushang von der dortigen Wohnungsgenossenschaft (also dem Vermieter) gesehen, der alle Parteien aufgefordert hat, abgelagerte Gegenstände in Keller und Dachboden bis zum Tag X zu räumen, da es nicht gestattet sei, dort abzulagern.

Wenn am Tag X dort noch etwas vorzufinden sei, würde "wieder" eine Sperrmüllaktion gemacht und alles was da noch steht entsorgt und die Kosten der Aktion auf alle Mieter umgelegt werden.

Ich glaube nicht, daß das ganz rechtskonform ist, allerdings waren diese Sätze nicht von irgendeinem dummen Einzeltäter, sondern von einer großen Gesellschaft.

Ich würde empfehlen, eine faire Frist zur Räumung zu setzen unter dem Aspekt, daß ansonsten kostenpflichtig geräumt wird. Wenn danach immer noch was steht, muß man weiter sehen. Die Drohung könnte schon wirken.

Grüße,
Heiko
19.07.2004, 09:40 von Demnächst Vermieter
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Hallo und erstmal vielen Dank für die zahlreichen Antworten
Ob die Mieterin schwierig ist, wissen wir noch nicht genau - allerdings hat sie wohl einem weiteren Kaufinteressenten deutlich(!) zu verstehen gegeben, dass sie überhaupt nicht daran denkt auszuziehen...
Naja, wir erhalten wohl heute oder morgen den alten/aktuellen Mietvertrag von ihr und dann werden wir mal schauen, was machbar ist.
Ich denke, dass Einschränkung der Gartennutzung, (erlaubte) Mietanpassung und das Begrenzen ihres Wohnraums auf die tatsächlichen 55 qm² schon ganz hilfreich sein werden...

Also vielen Dank nochmal und falls bei uns nochmal Detailfragen aufkommen, würden wir nochmals eure Hilfe in Anspruch nehmen!

Schöne Grüsse,
Andreas + Meike

BTW: Kann man der Mieterin eigentlich eine Frist zur Räumung der nicht angemieteten Räume setzen? Was wäre eine angemessene Frist? Welche Möglichkeiten haben wir, wenn diese Frist nicht eingehalten wird?
17.07.2004, 10:22 von chum
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Sorry,
habe mal wieder "Speichern (ohne Vorschau)" gedrückt und nicht auf Rechtschreibung geachtet - shit happens ;-)
17.07.2004, 10:20 von chum
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Hallo Demnächst Vermieter,
wenn die Mieterin zeitig die Miete zahlt und sonst kein Problem macht - abwarten und Tee trinken.

Das Sie die Mieterin in Ihrem Eigentum noch mehrere Jahre dulden müssen, kann zu Ihrem Vorteil sein - sprechen Sie mi dem Verkäufer und teilen Sie mit, Sie hätte gerne 2 WOhnung (z.B. 1OG + DG) per Innentreppe verbunden, müssen nun noch xx Jahre warten um der Dame zu kündigen.
Lange Rede kurzer Sinn - Argument zu den Kaufpreis weiter zu drücken.

Wenn Sie Eigentümer (im Grundbuch) sind, können Sie die Dame schriftlich auffordern, die Räume bzw. Gartenteile nur zu "in Beschlag zu nehmen", für die Sie auch Miete gemäß dem Mietvertrag zahlt.

Ich gehe davon aus, daß die "in Beschlag nahme" nur stillschweigend bisher geduldet wurde.
Gruß
Chum
16.07.2004, 09:10 von neu hier
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Hallo!

Natürlich stimmt, was schon gesagt wurde (nachsehen was im Mietvertrag steht...).

Nun aber mal eine Frage vorweg: Ist das denn eine schwierige Mieterin? Hier wird gleich von einer uneinsichtigen, unmöglichen Person ausgegangen, obwohl aus dem ersten Beitrag nichts dergleichen hervor geht.

Eventuell kann man mit der Frau ja auch einfach mal reden. Der Vorvermieter hatte ja scheinbar kein Problem mit der Mieterin einen Vertrag abzuschließen, der einen 10jährigen Kündigungsausschluss beinhaltet. Sowas macht man ja auch nicht immer.

Ausserdem: Wie lange läuft denn der Vertrag schon?
16.07.2004, 07:27 von GAst
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Guten Tag,

das sind im Allgemeinen die Fälle,welche am leichtesten zu lösen sind. :

1. Mieterhöhungen ganz ausreizen
2. Modernisieren und Modernisierungszuschlag einfordern (die Kappungsgrenze von 20 % gilt nicht für Mieterhöhungen)
3. Der unbefugten Nutzung von nicht mitgemieteten Räumen sofortschriftlich widersprechen und abmahnen
4. Keller stehen grundsätzlich nur zu,wenn auch vertraglich vereinbart wurden ... allerdings sollten Sie den Vorbesitzer fragen,ob er mündliche Nebenabreden zu dem MV getroffen hat. Und dann im MV nachsehen ob die Gültigkeit solcher nicht im Vertrag ausgeschlossen ist.
5. Der Kündigungsschutz bezieht sich normalerweise auf Eigenbedarfskündigungen ... es gibt aber noch andere Begründungen für Kündigungen.

Ganz allgemein :
Lesen Sie sich den Vertrag durch und mahnen Sie jeden Vertragsverstoss ab. Aber machen Sie aus einer Mücke keinen Elefanten,den meisten Richtern stösst sowas sauer auf wenn es zun einen Rechtsstreit kommt.

Noch ein Tipp : Wenn die Mieterin Sie ärgern will,wird Sie,da warm vermietet, die Heizkosten in die Höhe treiben wollen .... lassen Sie sich vom Vorbesitzer unbedingt die alten Abrechnungen der Energieversorger über des Hauses / der Wohnung übergeben !
Überhaupt ist das (übetrieben) blindwütige Einsammeln von alten Unterlagen das sinnvollste,was Sie als neuer Besitzer eines alten Hauses machen können. (die meisten Vorbesitzer sind froh,die Unterlagen los zu werden)

GAst
16.07.2004, 00:47 von Gastilein
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Sie müssen den alten Mietvertrag natürlich übernehmen - Kauf bricht Miete nicht.

Was Sie der Dame genau untersagen können oder nicht, ist eine Frage, die man so nicht beantworten kann, denn dazu müßte man die genauen Vereinbarungen des Vertrages kennen.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
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