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03.08.2007, 19:12 von HolgerProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Hausfriedensbruch bei gekündigter Wohnung
Hallo liebe Gemeinde.
Hier mal was lustiges.Habe einem Mieter anfang des Jahres fristgerecht zum 30.5.07 gekündigt ( schleppende Mietzahlungen)
Der Vater des Mieters zahlt mitte Juni 3Monatsmieten . Also bis ende Mai ist somit alles bezahlt.Ein Widersruch auf die Kündigung kommt nicht.Mieter zieht jedoch nicht aus. Mehrere Abmahnungen von mir kommen ungeöffnet wieder zurück, da kein Briefkasten und Klingelschild mehr vorhanden ist.Da sich der Mieter nur über SMS kontaktieren lässt, einigen wir uns über SMS über eine Zahlung von einer MM ( also 2MM erlasse ich ihm )
im Gegenzug für die Herausgabe der Wohnungsschlüssel. Zwei Tage später kommt ein Einschreiben mit ca. 60% der Miete in Bar und der Wohnungsschlüssel. Nun gehe ich in die Wohnung und bin überrascht, das diese noch voll möbliert und nicht frei ist.Nach einem Tel Anruf mit dem Vater , den ich frage, wo ich die pers. Dinge seines Sohnes hinbringen soll, beschimpft mich dieser und meint das wäre Hausfriedensbruch.

Haben diese Leute wirklich noch ein Recht auf diese Wohnung, die fristgemäß zum 30.5 07 gekündigt war und auch kein Geld für Juni, Juli und August überwiesen wurde?
Alle 5 Antworten
04.08.2007, 09:16 von frischebrise
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Hallo,

die Mietvertragsparteien sind doch VM und Sohn.
Selbst wenn Vater - als Erfüllungsgegilfe - des Sohnes durch konkludentes Handeln - hier Schlüsselabgabe - erklärt hat, dass er an der Mietsache des Sohnes nicht weiter interessiert ist, hätte sich VM vergewissern müssen, ob dies konkruent ist mit der Willenserklärung des Mietvertragsnehmers.

Hier sehe ich ein Problem, welches VM zu klären hat.

In jedem Fall sofort Vermieterpfandrecht erklären.
Rein rechtlich hat Sohn die Wohnung noch nicht aufgegeben.
Für die überzogene Zeit kann VM Nutzungsausfall sowie weiteren Verzugsschaden geltend machen.

Hier hilft meiner Meinung nach nur ein Räumungstitel, Vermieterpfandrecht, Berliner Räumung sofern Platz vorhanden.
03.08.2007, 21:43 von prinzregent
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offensichtlich haben Vater und Sohn keinen richtigen Kontakt miteinander.

Ich würde mich nur an eine ! Person halten, das ist die Person die dir bares geschickt hat mit dem Schlüssel. Sonst verwirrst du den Fall.

03.08.2007, 21:33 von CMAX_65
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Hallo,

Zitat:
Die Rückgabe des Schlüssels kommt da einer Eigentumsaufgabe doch schon recht nahe.


sehe ich ähnlich, wenn ich einen Schlüssel zugeschickt bekäme ist das ja eine Aufforderung diesen auch anzuwenden.

Ein Hausfriedensbruch kann ich ebenfalls nicht erkennen.
Darüberhinaus gingen Sie davon aus dass die Wohnung leer ist, da ja sonst kein normaler Mensch einen Schlüssel übergibt !

Oder wird einem VM neuerdings abverlangt, alle psychologisch schrägen Fälle neuerdings hellzusehen bzw. vorherzusehen ???

Bei der (Miet-) Gesetzgebung, wer weiss das schon ???

MFG
03.08.2007, 20:46 von zaunkoenig
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Hallo,

man kann hier auch einen Fall der Dereliktion sehen.

Zitat:
Gibt der Eigentümer in der Absicht, auf das Eigentum zu verzichten, den Besitz einer beweglichen Sache auf (z.B. bewusstes Liegenlassen), so verliert er das Eigentum; die Sache wird herrenlos und unterliegt dem Aneignungsrecht (§ 959 BGB, sog. Dereliktion)


Die Rückgabe des Schlüssels kommt da einer Eigentumsaufgabe doch schon recht nahe.

Und zum Hausfriedensbruch gehört der Vorsatz der Grundrechtsverletzung. Die freiwillige Übergabe des Schlüssels steht dem allerdings entgegen, da der Vermieter davon ausgehen muss, dass die Wohnung geräumt ist.

Vielmehr kann der Vermieter für die weitere Nutzung der Wohnung noch eine Nutzungsentschädigung verlangen. Insoweit ist er befähigt sein Vermieterpfandrecht geltend zu machen. Die zurückgelassenen Möbel können dann gegen Bargeld ausgelöst werden.

03.08.2007, 19:25 von Mortinghale
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Zitat:
im Gegenzug für die Herausgabe der Wohnungsschlüssel


An die Vereinbarung hat der Mieter sich ja gehalten.

Hättest Du vielleicht besser die Räumung der Wohnung vereinbart.

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