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25.10.2007, 12:18 von KruemelProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Hartz IV - worauf achten?
Hallo zusammen,

ich habe für meine Wohnung einen sehr netten Interessenten, der Hartz IV-Empfänger ist.
Worauf muss ich achten? Wenn das Amt die Wohnung als angemessen befindet, kann ich dann davon ausgehen dass ich problemlos meine Miete erhalte? Gibt es Schwierigkeiten bei den Nebenkosten bzw. evtl. Nachzahlungen?

Habe schon unterschiedliches gehört, leider eher von Leuten ohne wirkliche Fachkenntnisse. Die einen sagen "Super, was besseres kann einem nicht passieren", die anderen raten eher zur Vorsicht.

Gruß
Krümel
Alle 18 Antworten
28.10.2007, 11:05 von Rita
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Für eine Entscheidungsfindung pro/contro würde ich auf jeden Fall mehr Hintergrundinformationen einholen (Schufa-Selbstauskunft, Bankauskunft, Vor-Vor-Vermieterauskünfte).
Es soll ja durchaus den gerade erst frischgebackenen Hartz IV-ler geben, der schnell wieder eine Arbeitsstelle findet oder der dennoch immer seine Miete zahlen wird, auch wenn vom Amt mal nichts (mehr) kommt (man sollte sich allerdings mal fragen woher, wenn er für Hartz IV ja nichts mehr haben darf).

Leider sitzen in der Wohnung einer Bekannten die anderen - d.h. Hartz IV-ler,die schon jahrelang und als "goldene Lebensgrundregel" auf Kosten anderer leben. Zahlt die ARGE nicht (z.B. weil ein angebotener Job mal wieder nicht genehm war), dann bleibt halt auch die Miete aus, weil sich die Hartz IV-ler gar nicht als eigentlichen Zahlungsschuldner sehen > und es sich einfach machen: "woher sollen wir denn die Miete selbst bezahlen - wir haben ja nichts?"

Eintreten kann das aber bei jedem Mietinteressenten (nicht nur Hartz IV-lern):
Wo nichts zu holen ist (keine Rücklagen bestehen) und einer nichts mehr zu verlieren hat, fehlt oft jegliches Unrechtsbewusstsein und i.d.R. bleibt der Vermieter als einer der ersten auf seinen Forderungen sitzen. Leider erschwert es unser Rechtssystem einem Vermieter dann auch noch den "Leistungsbezug" (Wohnen) ohne Gegenleistung (Mietzahlung) zu unterbinden und kostet den Vermieter noch einen zusätzlichen Batzen Geld (Räumungsklage, Zwangsräumung).

Davor kann einen letztendlich keine nicht-negative Auskunft schützen ... eventuell Händchen, Gefühlssache - oder einfach nur Glück.

26.10.2007, 11:35 von CMAX_65
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Hi,

wie wärs denn mit einer Schufa-Selbstauskunft.

Möglicherweise ist er ja nicht nur Harz`ler sondern da ist sonst noch was ???

Kann ja auch eine positive Auskunft sein ! z.B. Vertragsgemässes Verhalten, normale Kontoführung etc. !
Dann spricht dies für Ihn !

Wenn da allerdings Einwände kommen oder Bla, Bla, dann Finger weg !!!

MFG
25.10.2007, 20:56 von Musti1000
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Die ARGE erteilt grundsätzlich keinerlei Auskünfte - meist findet sich noch nicht einmal ein zuständiger Ansprechpartner - die Hotline bzw. das Callcenter (auf Deutsch: die Telefonzentrale...) wimmelt alles ab.
25.10.2007, 20:50 von Kruemel
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Vielen Dank für die Antworten!

Ich habe noch eine weitere Interessentin, die ich allerdings noch nicht gesehen habe. Mal sehen wie sie mir zusagt und ob sie die Wohnung überhaupt nehmen würde, dann hätte sich die Frage ob Hartzler oder nicht ja evtl. erübrigt.
Falls nicht, "mein" Hartzler bezieht wohl schon seit einer Weile seine Stütze, kann ich da zusätzlich zu einer Selbstauskunft eigentlich irgendwelche Infos vom Amt bekommen? Ob bisher alles reibungslos gelaufen ist oder er eher auf der "Abschussliste" steht und evtl. Gelder gekürzt werden? Aber vermutlich dürfen die mir nichts sagen. Ist ja eigentlich auch richtig so, ich würde auch nicht wollen dass jemand in meinen Privatangelegenheiten schnüffelt, aber als evtl. Vermieter würde man eben doch gerne mehr wissen...

Ach ja, dann wäre da noch eine Interessentin, die...nun ja...wie soll ich sagen...nein, die käme mir definitiv nicht in die Wohnung rein - obwohl nicht Hartz IV-Empfänger
25.10.2007, 16:53 von Mortinghale
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Phili,

nicht gemerkt ?

Mehrere Postings im Thread sind auf einmal "verschwunden".

25.10.2007, 16:52 von Augenroll
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@Morty, @ Melanie,

25.10.2007, 15:19 von Augenroll
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An diesem Thread kann man gut sehen, wie gering die Solidarität in unserer Gesellschaft ausgeprägt ist.

Leute: Alle (außer Rentner) sind irgendwie nur 1 Jahr von Hartz IV entfernt, wenn etwas schief läuft!

Und schief laufen kann mal ganz schnell was.

Hartz IV Bezug kann kein Ausschlusskriterium sein, da gehört schon eine gründlichere Prüfung der näheren Umstände dazu.
25.10.2007, 14:10 von martinapa
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Hallo Krümel,

Zitat:
ich habe für meine Wohnung einen sehr netten Interessenten, der Hartz IV-Empfänger ist.
Worauf muss ich achten? Wenn das Amt die Wohnung als angemessen befindet, kann ich dann davon ausgehen dass ich problemlos meine Miete erhalte? Gibt es Schwierigkeiten bei den Nebenkosten bzw. evtl. Nachzahlungen?


Neben dem, was die anderen hier schon gesagt haben, kann ich Dir nur raten, wenn die Mieter nicht zahlen sollten, sofort die ARGE bzw. Jobcenter benachrichtigen. Die sind nämlich verpflichtet die Miete direkt an den Vermieter zu überweisen, wenn der Hartz4 Mieter selbst nicht zahlt. Der Hartz4er kann das dann auch nicht mehr so einfach rückgängig machen. Allerdings scheint es regional unterschiedlich zu sein, wie schnell die Jobcenter mit der Direktüberweisung zur Stelle sind. Eine Nebenkostenabrechnung muss der Mieter beim Jobcenter/Arge einreichen. Wenn der Mieter eine Nachzahlung nicht zahlt, würde ich einfach die Arge benachrichtigen. Ein Guthaben ist nur dann problematisch, wenn das Amt schon direkt an dich, also den Vermieter, zahlt. Dann möchte man das Guthaben nämlich auch direkt ans Amt zurückzahlen und nicht an den Mieter, ist aber gar nicht so einfach.
Grüße Martina
25.10.2007, 13:43 von Cora
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Hallo

ehrliche Meinung?!
Ich würde keinen Hartz-IV nehmen wenn es nicht unbedingt sein muss.
Habe gerade im Bekanntenkreis wieder so einen Fall:
junges Pärches, er macht eine Umschulung vom AA, sie kriegt H IV, erwarten auch noch ein Kind. Seit 3 Monaten keine Miete gezahlt, obwohl diese "nur" 400 € warm beträgt und die Miete von der ARGE bezahlt wird.

Dazu heizen sie bei offenen Fenstern und treiben die Kosten in die Höhe.

Bin eigentlich tolerant und gutmütig, aber man muss auch nicht ins offene Messer laufen.
25.10.2007, 13:02 von Gipsy
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Hi Kruemel,

auch bei den NK solltest du bei den Abschlagszahlungen etwas mehr nehmen. Lieber ein Guthaben auszahlen als hinter der Bezahlung herrennen.

Gipsy
25.10.2007, 12:53 von andreasM
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Zitat:
sehr netten Interessenten, der Hartz IV-Empfänger ist


Seien Sie doch froh, wenn Sie sich mit dem neuen Mieter gut verstehen!

Zitat:
Worauf muss ich achten?

Das Ihnen bei Unterzeichnung des Mietvertrages nicht die gleichen Fehler passieren, wie bei den vielen gescheiterten Vermietern hier! (Renovierungsklauseln etc)

Ansonsten sind auch Leute mit einem Hartz Einkommen einfach nur Bürger! Und warum sollen diese nicht die Miete zahlen? Mortinghale, Musti und wie sie sich alle nennen, sind angeblich erfolgreiche VM. Aber hören Sie nicht auf diese! Wenn die so erfolgreich wären, dann brauchten diese hier nicht zu trollen!

Also nehmen Sie den netten Anwärter und vertragen Sie sich mit ihm.

Das wünscht Ihnen
Andreas Mayer
Dresden
25.10.2007, 12:48 von Musti1000
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... und wenn Du dann doch einen Mietvertrag abschließt nimm zumindest die höchstmögliche Kaution (3 netto-KM)!
25.10.2007, 12:40 von Sommer
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Such hier mal im Forum nach dem Stichwort Hartz und Du wirst wahnsinnig viele Geschichten finden. Fast alle fangen mit dem wahnissinnig netten Bewerber an und enden im Wahnsinn. Lies es durch, wappne Dich und Deinen Mietvertrag und prüfe genau ob Du wirklich keine Wahl hast....

S.
25.10.2007, 12:39 von Lilibeth
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Zitat:
die anderen raten eher zur Vorsicht.




vorsichtig mußt Du werden , wenn der Mieter seine Auflagen bei der ARGE nicht erfüllt. ZB. sich nicht regelmäßig dort meldet oder ihm alle angebotenen Arbeiten abschmettert. Dann wird schnell das Geld bekürzt und meistens dann vom Harzler die Miete nicht bezahlt. Das gleiche gilt auch für Nachzahlungen.

Sonst ist nichts gegen Harzler ( kann jeder werden )ein zu wenden .
25.10.2007, 12:33 von giselkind
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Habe ich vor einigen Jahren auch so erlebt.

Solange die Stütze kam, war alles perfekt. Dann wurde diese aber um 20% gekürzt. Von dem Tag an haben meine Mieter keinen Cent Miete mehr bezahlt. Ich blieb bis zur Räumung 1 1/2 Jahre auf den Kosten sitzen.

Es kann gut gehen, es kann aber auch in die Hose gehen. Da nicht sicher ist, dass die Stütze dauerhaft in derselben Form gezahlt wird, ist das Risiko groß.

Allerdings:
Welcher Mieter kann nicht unverschuldet arbeitslos werden. Meine Mieter waren vorher auch "in Arbeit" und dann hat er seinen Job verloren. Sowas passiert sicher nicht selten. Daher kann man nie auf Nummer sicher gehen. Der Schaden, der dann durch solche "Mietnomaden" entsteht, ist allerdings immens, zumal das Gesetz ja immer auf ihrer Seite steht.
25.10.2007, 12:28 von Musti1000
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Also doch besser Vorsicht..

Natürlich zahlt die ARGE die Miete und auch eine Kaution - solange sich der Mieter an alle Vorgaben der ARGE hält.

Nimmt er aber zB. einen 1 Euro Job nicht an oder verpasst einen oder mehrere Termine bei der ARGE streicht sie ihm zunächst die Unterstützung und später auch die Zahlungen fü die Wohnung - habe ich gerade erst so erlebt...
25.10.2007, 12:27 von Mortinghale
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Zitat:
die anderen raten eher zur Vorsicht.


Das sind die, die schon auf die Nase gefallen sind.
Und das kann schnell passieren.

Gibt es denn keine anderen Interessenten für die Wohnung ?

25.10.2007, 12:27 von stefan_nuernberg
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Also ich würde eine Abtretung unterschreiben lassen, dass das Amt direkt die Miete an VM überweist. Sonst kassiert der Harzler die Miete und ob er die dann weiterleitet ist seine Sache!

Das ist zwar auch keine 100%-ige Sache, weil der Harzler ja die Abtretung später widerrufen kann, aber schon mal besser, als wenn er selbst entscheiden darf, ob er die Miete weiterleitet oder nicht!

Ansonsten wäre ich mit der Klientel eher vorsichtig, aber wenn die Wohnung sonst nicht zu vermieten ist - ein gewisses Risiko bleibt eben immer!

Mit den besten Grüssen aus dem schönen Frankenland!

Stefan
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