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21.04.2007, 10:42 von dontpanicProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Handwerkerleistungen steuerlich geltend machen
Hallo,

ich habe gerade eine Wohngeldabrechnung von der WEG-Verwaltung bekommen. Dort sind die für die WEG entstandenen Handwerkerleistungen sehr schön getrennt nach Arbeiskosten und Materialkosten ausgewiesen. Jetzt meine Fragen:

1. Kann ich die nicht auf den Mieter umgelegten Arbeitskosten nach §35a EStG in meiner Steuererklärung geltend machen? (für alle Objekte)

2. Muss ich dem Mieter unaufgefordert eine Aufstellung der auf ihn umgelegten Arbeitskosten zukommen lassen?

Vielen Dank,
dp
Alle 7 Antworten
24.04.2007, 13:57 von Augenroll
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Zitat:
Aber warten wir mal ab, wann der erste Vermieter oder Hausverwalter gerichtlich dazu verdonnert ist einen entsprechenden Schadenersatz zu leisten, weil ein Steuerpflichtiger eine Berücksichtigung nach § 35a EStG nicht vornehmen konnte.



Danke, habe ich gerade in einem anderen Thread drauf hingewiesen:
http://www.steuern-online.de/cgi-local/loadforum.cgi?http://f3.webmart.de/f.cfm?id=1028041&r=threadview&a=1&t=3068459
Hallo,

der § 35a EStG spricht von Aufwendungen im Haushalt des Steuerpflichtigen.

Es spielt also keine Rolle ob eigengenutzte Immobilie oder vermietete Immobilie. Es kommt lediglich auf den Haushalt des Steuerpflichtigen an.

Soweit Aufwendungen vom Hauseigentümer an den Mieter umgelegt werden, sind diese richtigerweise Werbungskosten. Er bekommt aber auch diese umgelegten Werbungskosten erstattet, so dass der Mieter wirtschaftlich der Belastete ist und die Aufwendungen trägt.
Daher hat er selbstverständlich auch den Rechtsanspruch und die Möglichkeit diese haushaltsnahen Dienstleistungen bei seiner persönlichen Steuererklärung abzuzihen.

Der Abzug erfolgt ja im Rahmen der Steuerberechnung, nicht im Rahmen der steuerlichen Veranlagung.

Und was die Rechtspflicht des Vermieters angeht, eine entsprechende Aufteilung der Dienstleistungen nach Arbeitskosten und Material/sonstige Kosten vorzunehmen, die gibt es in der Tat momentan nicht.
Aber warten wir mal ab, wann der erste Vermieter oder Hausverwalter gerichtlich dazu verdonnert ist einen entsprechenden Schadenersatz zu leisten, weil ein Steuerpflichtiger eine Berücksichtigung nach § 35a EStG nicht vornehmen konnte.

Der Vermieter bzw. die Hausverwalter haben ohnehin eine Abrechnungsverpflichtung hinsichtlich der Betriebs- und Nebenkosten. Sinnvollerweise sollten sie gleich darauf achten, dass die Handwerker- und Dienstleistungsrechnungen entspechend aufgeteilt sind und dass diese Aufteilung an die Mieter weitergegeben wird.

Im übrigen bitte ich zu bedenken, dass es ja auch Eigentümer gibt, die im gleichen Haus wie ihre Mieter wohnen. Schließlich wollen ja auch sie von den steuerlichen Vorteilen des § 35a EStG profitieren.

24.04.2007, 13:41 von dontpanic
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Zitat:
Im eigenen Haus sind es haushaltsnahe Aufwendungen, bei vermieteten sind es Werbungskosten.

Da hast du natürlich Recht, also erfolgt eine Berücksichtigung nicht im Sinne des §35a EStG.

Gruß,
dp
24.04.2007, 13:06 von Sledge_Hammer
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@Dontpanic,

Im eigenen Haus sind es haushaltsnahe Aufwendungen, bei vermieteten sind es Werbungskosten.

Erlös incl. BK Vorauszahlung minus aller Kosten (ob BK oder nicht) = zu versteuendes Einkommen aus VV.

ggf. mit anderen Einkünften verrechnen, und an alle Kosten denken.....

Mfg S. Hammer
23.04.2007, 17:42 von Augenroll
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Zitat:
Zu 2) Mieter haben das Recht. Von Pflichten des Eigentümers ist bislang nichts zu lesen. Was glaubst du warum Augeroll hier nicht längst Alarm schlägt. Fordert der Mieter an, wird man nach meiner Meinung zum Ausweis wahrscheinlich auch verpflichtet sein.


Tipp für mitlesende Mieter:
Letzte Bk/HK-Abrechnung beim FA einreichen und Arbeitskostenanteil schätzen, bzw. verlangen, dass der Steuerbescheid nur vorläufig ist, bis die aktuelle BK/HK-Abrechnung vom Vermieter vorliegt.
23.04.2007, 14:21 von dontpanic
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Hallo,

vielen Dank für die Antwort. Ich meinte gehört zu haben, dass die steuerliche Geltendmachung nur für den eigenen, privaten Haushalt möglich wäre. Also nicht für Handwerksleistungen fremdgenutzten Wohnraums.

Danke und Gruß,
dp
21.04.2007, 22:39 von Fixfeier
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Hallo,

1. Ja
2. M.E. Nein

Zu 1) Es ist schon umstritten, dass der Verwalter diesen Ausweis fertigen muss. Bietet dein V. den Service, wäre es doch nicht klug, absetzbares nicht abzusetzen, oder?

Zu 2) Mieter haben das Recht. Von Pflichten des Eigentümers ist bislang nichts zu lesen. Was glaubst du warum Augeroll hier nicht längst Alarm schlägt. Fordert der Mieter an, wird man nach meiner Meinung zum Ausweis wahrscheinlich auch verpflichtet sein.

Was macht es für einen Aufwand, den Ausweis gleich und ungefragt vorzunehmen, wenn der Verwalter ihn schon detailliert geliefert hat?

Gruß
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