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27.04.2007, 19:44 von marco_szProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Grillen auf dem Balkon?
Wie ist es denn eigentlich mit dem Grillen (Holzkohle) auf dem Balkon. Darf man das? In der Hausordnung steht hierzu nichts und beim googlen habe ich auch nichts wirklich brauchbares gefunden.
Hintergrund ist der, das meine neuen Nachbarn unter mir mich und die Nachbarn im Nebenhaus einnebeln. Natürlich halten alle die Klappe und warten, bis sich irgendjemand mal beschwert.

Gruß
Marco
Alle 8 Antworten
02.05.2007, 11:33 von Augenroll
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Zitat:
Auf diese Vorlage springe ich nicht an. Auch wenn es mich in den Fingern juckt.

Würde ich auch nicht.
02.05.2007, 11:05 von pbsenn
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Zitat:
Gott wie zickig, wirklich sehr Oberlehrerhaft.


Auf diese Vorlage springe ich nicht an. Auch wenn es mich in den Fingern juckt.

Gruß

Torsten
02.05.2007, 11:03 von Augenroll
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Zitat:
Tja marco. Googlen muss gekonnt sein.


....

Zitat:
Tja marco, hättest Du meine Urteile durchgelesen, wären Dir zwei bezüglich Holzkohle ins Auge gestochen, aber wer nicht lesen will, selber Schuld.


Gott wie zickig, wirklich sehr Oberlehrerhaft.
28.04.2007, 12:00 von Franceska
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Tja marco, hättest Du meine Urteile durchgelesen, wären Dir zwei bezüglich Holzkohle ins Auge gestochen, aber wer nicht lesen will, selber Schuld.
28.04.2007, 11:10 von Rita
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Allgemein kann man nur sagen:
Jeder (Mieter oder Eigentümer) darf in seiner Wohnung, seinem Garten, seinem Balkon grundsätzlich alles tun, was nicht die Rechte anderer verletzt.

Soweit Grillen also nicht lt. Mietvertrag verboten ist, ist es grundsätzlich erlaubt ...
unter den Einschränkungen des BGB
Dem Nachbar steht nach den §§ 906 und 1004 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ein Unterlassungsanspruch zu, wenn er durch den Geruch und Rauch in der Nutzung seines Grundstückes bzw. seiner Wohnung wesentlich beeinträchtigt wird. Die Beurteilung obliegt dann letztendlich dem jeweils "urteilenden" Richter.
http://dejure.org/gesetze/BGB/906.html
unter den Einschränkungen des Bundes-Immissionsschutz-Gesetzes > §§ 22 ff (Nicht genehmigungsbedürftige Anlagen)
http://bundesrecht.juris.de/bimschg/index.html
ggfs. unter speziellen landesrechtlichen oder örtlichen Einschränkungen > Immissionsschutz, Nachbarrecht, Brennstoffverordnung o.Ä.
z.B. (einfach mal wahllos herausgepickt)
http://www.wiesbaden.de/loader.php?menue=/die_stadt/umwelt/menue.php&content=/die_stadt/umwelt/umwelttipp/0605_grillen.php
> also jeweils nach eigenem Bundesland/Landkreis/Stadt suchen - weil jeweils örtlich anderes gilt, differieren die unzähligen Urteile auch so stark

Eine wirklich gute allgemeine Abhandlung findet sich auch hier:
http://www.felser.de/felser/download/grillen.pdf
@Franceska

aber auch lesen will gekonnt sein, mir geht es ganz allein um das grillen mit HOLZKOHLE, wodurch nunmal Qualm entsteht aber auch die Gefahr von Funkenflug besteht. Die weitläufige Meinung ist, dass das Grillen mit Holzkohle auf dem Balkon verboten ist (und genau dazu finde ich nichts). Gegen Gas oder Elektro wird niemand etwas haben.
27.04.2007, 19:57 von Franceska
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Tja marco. Googlen muss gekonnt sein. Wenn ich nämlich nach dem Thema suche, bekomme ich mindestens 10 Seiten.

Einfach wie folgt eingeben: "grillen auf dem Balkon" Mietrecht

Ich habe folgendes mal kopiert. Das schreibt der Münchner Mieterverein:

Zitat:
Speziell grillen und Feste feiern auf dem Balkon

Die immer wiederkehrende Frage, ob und wie häufig Mieter im Sommer auf ihrem Balkon oder Kleingarten grillen dürfen, wurde von verschiedenen Gerichten unterschiedlich beantwortet:

Das Landgericht Stuttgart (LG Stuttgart, Az.: 10 T 359/96) ist der Auffassung, daß 3 x 2 Stunden im Jahr oder 6 Stunden zulässig aber auch ausreichend sind.

Das Amtsgericht Bonn (AG Bonn, Az.: 6 C 545/96) ist der Auffassung, dass im Sommer einmal im Monat mit 48-stündiger Voranmeldung auf dem Balkon gegrillt werden darf.

Das Bayer. Oberste Landgericht erlaubt in einer Wohnungseigentumsanlage 5 Grillfeste im Jahr auf Holzkohlefeuer, zumindest dann, wenn der Grill am Ende des Gartens aufgebaut wird (BayObLG 2 ZBR 6/99).
Diese Entscheidung dürfte nur eingeschränkt auf Mietwohnungen übertragbar sein, nämlich nur dann, wenn ein Gärtchen mitvermietet ist und ausreichender Abstand zu den anderen Wohnungen gehalten werden kann.

Nach einem Vergleich, der vor dem Landgericht Aachen (LG Aachen, Az.:6 S 2/02) geschlossen wurde, darf im Sommer 2 x im Monat zwischen 17.00 Uhr und 22.30 Uhr im hinteren Teil des Gartens gegrillt werden, falls ein solcher überhaupt vorhanden ist.

Das Landgericht Essen (LG Essen, Az.: 10 S 437/01) hat in einem sehr aktuellen Urteil entschieden, dass durch mietvertragliche Regelungen ein absolutes Grillverbot – sowohl auf Holzkohlengrill als auch auf einem Elektrogrill – verhängt werden kann

Solche Regelungen im Mietvertrag sind sehr selten.

Trotzdem vorsichtshalber vor dem Grill-Vergnügen im Mietvertrag nachsehen.
27.04.2007, 19:57 von Gartenfan
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Hi,

da gibts natürlich wieder unterschiedliche Ansichten, aber zum
Glück auch eindeutige Urteile, so rein orientierungsmäßig:

Wenn der Qualm in konzentrierter Weise in Wohn- und Schlafzimmer unbeteiligter Nachbarn eindringt, ist dies eine erhebliche Belästigung und verstößt gegen die Vorschrift des Landesimmissionsschutzgesetzes. Das kann als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße geahndet werden (OLG Düsseldorf 5 Ss (OWi) 149/95 - (OWi) 79/95 I)
Mieter dürfen von April bis September einmal monatlich auf Balkon oder Terrasse grillen. Die Nachbarn sind 48 Stunden vorher zu informieren (AG Bonn 6 C 545/96)

Naja, der Hit ist natürlich ein Gasgrill, und komm mir keiner
mit "...das ist doch nicht authentisch, schmeckt nicht..."
und so n Zeug. Gasgrill ist die Lösung.

schönes Grillen noch

Gartenfan
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