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13.05.2007, 19:50 von ErichProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Gleichbehandlung ?
Hallo, bin ich jetzt ein Dummerchen oder habe ich nur keine Ahnung.
Ich habe zur Zeit eine von 5 Wohnungen zu vermieten und möchte, aus Erfahrung klug geworden eine vorsichtige Auswahl treffen. Nun fühlt sich ein Interessent zurückgesetzt, "warum kriegt der die
Wohnung und ich nicht".
Sind wir schon wieder soweit, daß ich mit meinem Eigentum nicht
mehr machen kann was ch will?
Grüsse Erich
Alle 9 Antworten
16.05.2007, 17:54 von ceyda
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Hallo Erich,
wieviele Parteien seid Ihr in Eurer Wohnanlage und wieviele Stimmen bei der Versammlung hast du,wenn ich fragen darf?!?

LG Ceyda
16.05.2007, 10:50 von CMAX_65
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Hallo,

Zitat:
Man muß ja dem Mietinteressenten keinen Anlaß geben zu denken/glauben das er wegen seiner Rasse, Ethnie oder anderem abgelehnt wird. Wenn der Mietinterssent ansonsten OK ist würde ich ihn auch nicht ablehnen.


Zitat:
Was eigentlich auch in Anbetracht des Anti-Diskriminierungsgesetzes ausreichen sollte, ist die Aussage, dass Du demjenigen Interessenten die Wohnung gegeben hast, der zuerst angerufen und zugesagt hat.


Fakt ist, akribisch dokumentieren, Selbstauskunft etc. und keinerlei Gründe nennen, warum man sich für oder gegen jemanden entschieden hat (bei Interessentenablehnung)

sonst liefert man "Futter" für unterbeschäftigte Anwälte und streitlustige Mitmenschen.

Bin wirklich mal gespannt, wann die ersten Urteile in Sachen AGG im Mietrecht gesprochen werden..........
16.05.2007, 07:33 von Susanne
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Man gibt natürlich dem die Wohnung, der die höchste Miete geboten hat! Die Armen dürfen in D nämlich diskriminiert werden.
"Jou, dem Müller hat die Wohnung so gut gefallen, der hat mir 50.-€ mehr Miete geboten, wenn er sie bekommt"
Angebot und Nachfrage=Marktwirtschaft
16.05.2007, 07:14 von maralena1970
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hallo Erich,

ist leider auch meine Erfahrung: wenn man den Leuten, die sich interessieren, absagen muss, werden sie zum Teil echt wütend. (Und wenn man sich die Beine in den Bauch steht, weil Interessenten nichtmal die Besichtigungstermine absagen, ist das natürlich vollkommen in Ordnung! )

Was eigentlich auch in Anbetracht des Anti-Diskriminierungsgesetzes ausreichen sollte, ist die Aussage, dass Du demjenigen Interessenten die Wohnung gegeben hast, der zuerst angerufen und zugesagt hat.

Damit hast Du m.E. nach niemanden diskriminiert und schließlich kannst Du nicht warten, bis der Idealkandidat kommt. Dann sollte dann eigentlich auch niemand persönlich beleidigt sein?

Gruß
Mara
15.05.2007, 19:08 von Anita
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Zitat:
Leider gilt auch das AGG unter 50 Wohnungen, bei dem sogenannten Diskriminierungstatbestand "Rasse und Ethnie" (welcher Schwachkopf wohl dies Formulierung kreiert hat ???)


Sicher ein über 100jähriger Richter aus dem 1000jährigen Reich. Oder - noch schlimmer - man hat ein Gesetz aus dieser Zeit einfach "umformuliert".

Das Thema hatten wir ja schon des öfteren hier im Forum.

Man muß ja dem Mietinteressenten keinen Anlaß geben zu denken/glauben das er wegen seiner Rasse, Ethnie oder anderem abgelehnt wird. Wenn der Mietinterssent ansonsten OK ist würde ich ihn auch nicht ablehnen.

Ich bin mal jetzt ein ganz böses Mädchen und lehne - weil selbst Atheist (siehe auch Signatur) - Katholiken und Christen - ab. Auweia was gäbe das für einen Aufschrei!!!

Gruß Anita


15.05.2007, 17:55 von CMAX_65
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Hallo,

Zitat:
Aber Mortinghale hat recht. Bei uns "Kleinvermieterchen" - soweit ich weiß unter 50 Wohnungen - gilt das AGG nicht. Der Vermieter muß - und sollte auch - nicht begründen warum er den einen Mieter nimmt und den anderen nicht.


......leider nicht !!!

Leider gilt auch das AGG unter 50 Wohnungen, bei dem sogenannten Diskriminierungstatbestand "Rasse und Ethnie" (welcher Schwachkopf wohl dies Formulierung kreiert hat ???)

Heisst, wenn Erich z.B. einen Schwarzafrikaner diskriminiert, kann dieser Klagen, wenn ein sogenannter "Anscheinsbeweiss" vorliegt ! Dann gilt Beweisslastumkehr.

Bisher, mus man fairerweise dazu sagen, gibt es noch keine "Gerichtsurteile und Schadensersatzklagen". Aber was nicht ist, kann durchaus noch werden.

Im Spiegel gabs vor geraumer Zeit den Bericht von Anwälten, die bereits die Messer "wetzen".

Zitat:
Aus der Lindauer Zeitung vom 23. Oktober 2006 / Nr. 245 (sib)
VERMIETER MÜSSEN BEWERBER GLEICH BEHANDELN
Lindau – Großes Interesse haben Vermieter an einen Informationsabend des
HAUS- UND GRUNDBESITZERVEREINS LINDAU gezeigt, bei dem es um das
neue Gleichbehandlungsgesetz gegangen ist. Weitere Themen waren der
Energiepass und die rechtliche Behandlung von Schönheitsreperaturen.

Erst im August ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das auch
bei privaten Vermietungen gilt, in Kraft getreten. Dementsprechend groß war das
Interesse der Besucher, sich gründlich zu informieren. Nach den AGG darf ein
Vermieter von weniger als 50 Wohnungen einen Mietinteressenten einem anderen
gegenüber nicht bevorzugen, nur weil dieser eine andere Hautfarbe hat ("Rasse")
oder einer anderen Volks- oder Sprachgruppe ("Ethnie") angehört.
Wie der
CHEFJUSTIZIAR des Landesverbandes bayerischer Haus-, Wohnungs- und
Grundbesitzer MANFRED NIKUI, erläuterte, gilt dies jedoch nicht, wenn der
Vermieter oder seine Familie in dem Haus wohnen, in dem auch die zu vermietende
Wohnng liegt. Übersteigt der Wohnungsbestand jedoch 50 Objekte, müssen laut
dem AGG neben den Merkmalen der Rasse und Ethnie fünf weitere Kriterien
beachtet werden. Aber was gilt, wenn beispielsweise ein privater Vermieter von
zwei Wohnungen einen Verwalter beauftragt, der mehr als 50 Objekte in seinem
Bestand hat? In diesem Fall rät NIKUI, in einem Verwaltervertrag festzulegen,
dass alleine der private Vermieter über die Vergabe der Wohnung entscheidet.
Somit seien für das AGG nur die beiden Merkmale Rasse und Ethnie bindend.

Mal schaun !

MFG

15.05.2007, 17:37 von Cora
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Hallo

da würde ich mich auch nicht rechtfertigen, man kann, wenn man höflich sein möchte ja sagen, dass dies keine persönlichen Gründe hat, basta aus.

Gruß
15.05.2007, 17:25 von Anita
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Zitat:
Sind wir schon wieder soweit, daß ich mit meinem Eigentum nichtmehr machen kann was ch will?


Hallo Erich,

konnte man mit seinen Eigentum - insbesondere Grund und Haus - schon mal machen was man wollte? Wenn ja, muß das seeehr lange her sein.

Das fängt, in manchen Gegenden, schon bei der Bepflanzung an.

Aber Mortinghale hat recht. Bei uns "Kleinvermieterchen" - soweit ich weiß unter 50 Wohnungen - gilt das AGG nicht. Der Vermieter muß - und sollte auch - nicht begründen warum er den einen Mieter nimmt und den anderen nicht.

Gruß Anita
13.05.2007, 20:14 von Mortinghale
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Keine Sorge, Erich,

mit 5 Wohnungen bist Du auf der sicheren Seite und niemandem Rede und Antwort schuldig.

Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
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