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04.08.2007, 10:22 von SCHWERProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Gibt es so etwas wie den Mieterbund für Vermieter?
Hallo,
ich bin durch Zufall auf dieses Forum gestossen, und habe schon ein paar interessante Beiträge gefunden.

Hier meine kurze Leidensgeschichte:
Habe seit 2 Jahren einen Mieter im Dreifamilienhaus, der mir in letzter Zeit sehr zu schaffen macht...
Als er eingezogen ist, hatte er sich angeboten, für 30,- Euro monatlich die Hausmeistertätigkeiten zu übernehmen. Nach einigen Monaten musste ich jedoch feststellen, dass diese Arbeiten nur selten und nachlässig erledigt wurden. Habe ihm nach ca. 15 Monaten dieser Tätigkeiten entbunden.

Mittlerweile wohne ich auch selbst in diesem Haus. Seitdem macht er mir mit ständigen Beschwerdebriefen über den Zustand der Aussenanlage und angeblicher Lärmbelästigung durch mein Dolby-Surroundsystem zu schaffen...

Ich hatte nun beschlossen, die Aussenanlage und das Treppenhaus von einem Hausmeisterservice durchfürhen zu lassen... Es wären monatliche Kosten von 150,- Euro, die dann zu gleichen Teilen auf die 3 Wohneinheiten umgelegt würden...
Er ist nun zu einem Anwalt gegangen - dieser lehnt eine Beteiligung an den Kosten strikt ab.

Da ich nun wirklich hilflos bin, und nicht unbedingt selbst einen Anwalt einschalten will (Kostenfaktor!), frag ich mich, ob es eine Einrichtung wie den Mieterbund auch für Vermieter gibt.

Ich bin hier in der nähe von 92224 Amberg, und würde mich darüber freuen, einige hilfreiche Tipps zu bekommen...

Gruss,
Werner
Alle 27 Antworten
06.08.2007, 09:22 von Augenroll
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Zitat:
Wie gut sind da meine Chancen, mit den 12.50 Euro pro Stunde durchzukommen?


Das ist viel zu hoch. Für Hof fegen oder Hecken schneiden würden Sie doch selbst auch anderen Leuten nicht soviel zahlen! Sie verlangen aber selbst so viel! Ist die Arbeit mehr wert, wenn Sie sie machen? Sind Sie "besser" oder "wertvoller" als andere?

Angemessen sind eher 7,- €!
04.08.2007, 14:33 von SCHWER
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@Cavalier,

aber wenn ich mir meinen Mietvertrag ansehe, dann hab ich doch nach Punkt 4 (Miete Betriebskosten) das Recht, solche Kosten anzugleichen...

Wir hatten ja im Mietvorvertrag vereinbart, dass der Mieter die Hausmeisterarbeiten (Rasenmähen, Treppenhaus, Hofreinigung...) für eine Pauschale von 30,- Euro erledigt. Nachdem ich ihn (aufgrund diverser Mängel) diesen Job wieder aberkannt habe, waren diese Kosten doch von jeher Vertragsbestand... Oder sehe ich das falsch?
Wenn ich ihm nun diese Tätigkeiten (durch mich ausgeführt) mit den Nebenkosten in Rechnung stelle, kann er diese Kostenbeteiligung dann einfach ablehnen?
Ich hatte mich ja auch mit 30,- Euro an den Kosten beteiligt, als er diese Arbeiten durchführen wollte...

Gruss,
Werner
04.08.2007, 13:50 von cavalier
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Hallo Werner,

Zitat:
Hier wird unter Punkt 10 auch klargestellt, dass der Mieter die Kosten auch dann zu tragen hat, wenn er die Grünanlage nicht nutzen darf

Genau so ist es.

Nur, es muß im MV vereinbart sein.
04.08.2007, 13:48 von SCHWER
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Für einen anderen Mietvertrag ist es nun ja leider zu spät

Bei der Umlage der Kosten würde ich mich auf folgenden Link berufen:
http://www.finanztip.de/recht/immobilien/betriebskosten-im-mietrecht.htm#kap01

Hier wird unter Punkt 10 auch klargestellt, dass der Mieter die Kosten auch dann zu tragen hat, wenn er die Grünanlage nicht nutzen darf. Bei unserem Haus wird der Garten weder von uns (Vermieter) noch von den Mietern genutzt. Ich bin lediglich im Garten, um den Rasen zu mähen, oder das Unkraut zu entfernen (was ja nicht als alleinige Nutzung einer Partei gewertet werden kann). Wenn unser Hund dort gelegentlich sein Geschäft verrichtet, werden die Rückstände auch durch uns wieder beseitigt. Eine Nutzung des Gartens war nie vorgesehen, da es sich um einen reinen Ziergarten handelt...

Gruss,
Werner
04.08.2007, 13:38 von cavalier
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Hallo Werner,

in deinem Vertrag unter § 5 hast du ja geregelt, das du deine Leistungen berechnen kannst.

Zitat:
3. Sach- und Arbeitsleistungen des Vermieters, durch die Betriebskosten erspart werden, dürfen mit dem Betrag angesetzt werden, der für eine gleichwertige Leistung eines Dritten, insbesondere eines Unternehmers, angesetzt werden könnte. Die Umsatzsteuer des Dritten darf nicht angesetzt werden.


Nur hast du in deinem Mietvertrag die Betriebskosten nicht aufgelistet. Da wirst du die Kosten für die Gartenarbeiten nicht umlegen können.

Nehme nie wieder so einen Vertrag. Auf der sicheren Seite bist du, wenn du den Vertrag von H & G nimmst.
04.08.2007, 12:52 von SCHWER
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@Cavalier

Der Mietvertrag wurde aufgrund folgender Vorlage abgeschlossen:
http://www.mieter-themen.de/downloads/mietvertrag-neues-mietrecht.doc

Wie gut sind da meine Chancen, mit den 12.50 Euro pro Stunde durchzukommen?

Gruss,
Werner
04.08.2007, 12:37 von CMAX_65
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Viel Glück !

MFG
04.08.2007, 12:35 von SCHWER
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OK - dann werde ich, auf jeden Fall, mit denen gleich am Montag einen Termin vereinbaren...
Schaden kanns ja in keinem Fall, und vielleicht können die mir ja trotzdem irgendwie weiterhelfen...

Gruss,
Werner
04.08.2007, 12:00 von CMAX_65
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Hallo Schwer

Normalerweise ja,

ob die allerdings schon Montag Zeit haben für ein Beratungsgespräch hängt natürlich vom Terminplan des Anwalts ab !!!

MFG
04.08.2007, 11:57 von SCHWER
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Wenn ich also richtig verstehe, dann kann ich am Montag mit Haus & Grund Kontakt aufnehmen, und beitreten...
Daraufhin hätte ich sofort den Anspruch, auf ein kostenloses Informationsgespräch mit einem entsprechendem Anwalt?

Gruss,
Werner
04.08.2007, 11:38 von CMAX_65
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Hallo cavalier,

Zitat:
Ich bin davon ausgegangen, dass Schwer Miglied werden will. Bei H & G gibt es i.d.R. keine Wartezeit. D.h. die Beratung ist mit dem Mitgliedsbeitrag abgedeckt.


richtig, ich habe es etwas umständlich formuliert !!!

Entschuldigung !

MFG
04.08.2007, 11:35 von Mortinghale
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Zitat:
Welche Kosten kann ich denn berechnen


Wie Cavalier schon geschrieben hat, bis 12,50 € pro Stunde (also insgesamt, nicht dem einzelnen Mieter).
Dafür brauchst Du kein Gewerbe anzumelden.
Und wenn die Kostenumlage wirksam vereinbart wurde, hat der Mieter nichts zu widersprechen.

04.08.2007, 11:34 von cavalier
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Hallo

Zitat:
eine Erstberatung bei einem Anwalt ohne Mitgliedschaft bei HUG kann bis zu € 180,00 kosten

Ich bin davon ausgegangen, dass Schwer Miglied werden will. Bei H & G gibt es i.d.R. keine Wartezeit. D.h. die Beratung ist mit dem Mitgliedsbeitrag abgedeckt.
04.08.2007, 11:31 von CMAX_65
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Hallo,

Zitat:
Die Beratung bei H & G kannst du aber sofort in Anspruch nehmen. U.U. hilft dir das schon weiter.


eine Erstberatung bei einem Anwalt ohne Mitgliedschaft bei HUG kann bis zu € 180,00 kosten. Isofern lohnt sich das auf jeden Fall, mindestens zu einer ersten Orientierung, wie Ihre Rechtsposition ist !!!

MFG
04.08.2007, 11:28 von cavalier
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Hallo Schwer,

Zitat:
Weist Du, ob das dann durch einen jetztigen Beitritt auch mit abgedeckt wäre?

wie CMAX_65 schon schreibt, der Rechtsstreit vor Gericht wird von der Versicherung erst nach einer Wartezeit von (meistens 6 Monate) übernommen.

Die Beratung bei H & G kannst du aber sofort in Anspruch nehmen. U.U. hilft dir das schon weiter.
04.08.2007, 11:23 von CMAX_65
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Hallo,

RSV z.B. HDI für € 50 pro Wohneinheit und Jahr.

Rechtschutzversicherungen haben in der Regel mindestens 3 Monate Wartezeit/Kareenzzeit und sind nicht gültig für bereits laufende Auseinandersetzungen, auch Gründe (Streitpunkte), die bereits bei Vertragsabschluss bestehen !

MFG
04.08.2007, 11:19 von SCHWER
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@CMAX...
Kosten also jährlich ca. 60,- Euro für die Mitgliedschaft plus ca. 50,- Euro für die Rechtsschutzversicherung?

Wie sieht es dann mit einem aktuellem Fall aus - wie jetzt bei mir? Weist Du, ob das dann durch einen jetztigen Beitritt auch mit abgedeckt wäre?

@Morti...
Welche Kosten kann ich denn berechnen, und welche Möglichkeiten habe ich dann bei Widerspruch des Mieters?
Ich hab ja kein Gewerbe angemeldet, und kann somit auch keine Rechnung dafür stellen...

Gruss,
Werner
04.08.2007, 11:14 von cavalier
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HAllo Schwer,

Zitat:
Ich bin nicht mehr bereit dazu, diese Arbeiten ohne Berechnung zu erledigen

Mußt du auch nicht. Du kannst einen Stundenlohn von ca. 12,50 € berechnen und umlegen.

Voraussetzung ist, dass dieses im Mietvertrag (Betreibskosten) vereinbart ist.

du schreibst weiter:
Zitat:
Begründung, die wohl auf dieses Wirtschaftlichkeitsgebot des Vermieters beruft

Daraus lese ich, dass es in den BK vereinbart ist. Wenn es nicht so wäre, hätte sich der RA darauf berufen und hätte nicht das Wirtschaftlichkeitsgebot beanstandet.

04.08.2007, 11:10 von Mortinghale
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Zitat:
Ich bin nicht mehr bereit dazu, diese Arbeiten ohne Berechnung zu erledigen


Dann berechne sie doch. Dafür brauchst Du doch keinen teuren Hausmeisterservice "zwischenzuschalten".

04.08.2007, 11:05 von CMAX_65
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Hallo,

Zitat:
Wer hat mit denen schon Erfahrungen gesammelt?


Nicht mit Amberg, aber mit anderen. Mal so mal so

Zitat:
Wie hoch sind die Mitgliedsbeiträge - konnte ich nicht finden?


Da ist jeder Verein unabhängig. Von ca. 40-80 €

Zitat:
Wie sieht es dort mit der Rechtsberatung im Mietrecht aus?


Ja allerdings nur aussergerichtlich

Zitat:
Ist diese Beratung dann zusätzlich kostenpflichtig, oder ist die im Mitgliedsbeitrag enthalten?


Normal schon, deswegen hat man die Mitgliedschaft!

Zitat:
Wie weit geht deren Beistand - helfen die bis zum Ende (ggf. vor einem Gericht), oder ist es nur eine allgemeine Beratung, und ich muss trotzdem noch einen Anwalt einschalten?


Wie gesagt aussergerichtlich, ist bei ca. 40-80 € auch nicht mehr drin. Dann extra Rechtsschutzversicherung z.B. HDI in verbindung mit der Mietgliedschaft ca. 45€ pro Wohneinheit und Jahr !!!

MFG
04.08.2007, 11:02 von SCHWER
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@frischebrise...

Ich hab dem Mieter die voraussichtlichen Kosten mitgeteilt, daraufhin ist er zu seinem Anwalt. Dieser lehnt die Kosten nun ab, mit einer Begründung, die wohl auf dieses Wirtschaftlichkeitsgebot des Vermieters beruft...

Aber: Dieser Mieter ist der einzige, der sich über die Zustände im und ums Haus beschwert.
Wer soll die Kosten dann übernehmen, oder wer soll sich um die Arbeiten kümmern und dafür bezahlen, wenn sich der Mieter nicht beteiligen will?
Ich bin nicht mehr bereit dazu, diese Arbeiten ohne Berechnung zu erledigen, und der Mieter sitzt im gemachten Nest...

Gruss,
Werner
04.08.2007, 10:56 von frischebrise
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Hallo

@mortinghale schrieb:

Zitat:
in erster Linie ist die Umlagemöglichkeit derartiger Kosten natürlich abhängig vom Inhalt der Mietverträge.

Aber 50 € pro Monat dürften sich kaum durchsetzen lassen.



Wurde die Umlage der Gartenpflege rechtswirksam im MV. vereinbart, stellt sich die weitere Frage, ob die neue Höhe nicht gegen das Wirtschaftsgebot des VM verstößt gegenüber der Altkosten.

Bei derartigen Erhöhungen wären diese den M. vorher mitzuteilen.
04.08.2007, 10:48 von SCHWER
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WOW!!! Danke...
Respekt - so schnell so viele Antworten...

Ich hab mir die Seite von Haus und Grund gerade mal angesehn...
Die haben sogar ein Büro bei uns in Amberg, aber da ist heute leider nur der Anrufbeantworter dran...

Wer hat mit denen schon Erfahrungen gesammelt?
Wie hoch sind die Mitgliedsbeiträge - konnte ich nicht finden?
Wie sieht es dort mit der Rechtsberatung im Mietrecht aus?
Ist diese Beratung dann zusätzlich kostenpflichtig, oder ist die im Mitgliedsbeitrag enthalten?
Wie weit geht deren Beistand - helfen die bis zum Ende (ggf. vor einem Gericht), oder ist es nur eine allgemeine Beratung, und ich muss trotzdem noch einen Anwalt einschalten?

Gruss,
Werner
Tja Werner,

in erster Linie ist die Umlagemöglichkeit derartiger Kosten natürlich abhängig vom Inhalt der Mietverträge.

Aber 50 € pro Monat dürften sich kaum durchsetzen lassen.

Erste Anlaufstelle als Interessenvertretungist hier sicherlich
Haus und Grund
Zitat:
www.haus-und-grund.net

die haben außerdem eine Vielzahl von Ortsverbänden, sicher auch in Deiner Nähe.

Gruß JJ
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
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