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11.03.2007, 15:13 von pixelfischProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Gewissensfrage EV?
Hallo,

bin neu hier und hoffe auf neutralen Rat. Ich ziehe demnächst mit meinem Lebensgefährten in eine neue, größere Wohnung. Die bisherige Wohnung läuft auf meinen Namen, er beteiligt sich an der Miete (klappt sehr gut, wohnen seit 2,5 Jahren zusammen).

Mein LG hat vor ein paar Jahren finanziell Mist gebaut und ist an einen Kredithai geraten, hat ein paar T Euro Schulden gemacht, die er seit 2 Jahren brav abstottert. Im Verlauf dieser Geschichte hat er damals eine EV abgegeben. Die offenen Schulden belaufen sich auf ca. 3000 €, 2 T sind abgezahlt.

Nun möchte der neue Vermieter logischerweise eine Selbstauskunft. Wäre für mich auch unproblematisch, für meinen LG wohl weniger. Da wir die Wohnung aber wie bisher ohnehin auf mich laufen lassen wollten, dachte ich auch, das sei eigentlich kein Thema - oder? Die Miete könnte ich aufgrund meines Einkommens auch alleine tragen. Muss ich dem Vermieter über die EV also Auskunft geben? Ich habe halt Bedenken, einerseits das Mietverhältnis mit "Verschweigen" zu beginnen, und andererseits, die Wohnung viell. nicht zu kriegen (die wirklich traumhaft ist).
Alle 17 Antworten
22.03.2007, 20:55 von pixelfisch
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Vielen Dank an euch und einen schönen Abend!
22.03.2007, 09:08 von Rita
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Ein solcher Passus ist üblich wenn er sich beschränkt auf vom VM nicht zu vertretende Unterbrechungen/Störungen z.B. infolge von höherer Gewalt (Krieg), Überschwemmungen/Erdbeben oder sonstiger Katastrophen (Terroranschläge) ... und in dieser Hinsicht doch auch durchaus verständlich - oder?

Ein Ausschluss für vom VM selbst herbeigeführte, selbst zu vertretende Unterbrechnungen (z.B. weil er die Ölrechnung nicht bezahlt hat, eine kaputte Heizung nicht reparieren lässt) ist m.E. nicht wirksam möglich.
22.03.2007, 08:34 von peter98
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Da später bei der Betriebskostenabrechnung nur Kosten abgerechnet werden können, die im Mietvertrag stehen, wurde hier wohl vorsorglich auch schon diejenigen genannt, die evtl. zu einem späteren Zeitpunkt zum Tragen kommen könnten.

Wie Sommer schon richtig erwähnt hat, können aber nur tatsächlich angefallene Betriebskosten abgerechnet werden.

Der Passus im Mietvertrag mit dem Heizungsausfall aufgrund fehlenden Öls, würde ich mir noch einmal genau ansehen und bei Unklarheiten mit dem Vermieter noch einmal aufnehmen.
Sie müssen auf keinen Fall damit leben, wenn im Winter die Heizung deswegen ausfällt.
22.03.2007, 08:27 von Augenroll
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@pixelfisch:

Keine Sorge, solche Klauseln sind dann automatisch ungültig. Und die Auslegung von zweifelhaften Formulierungen erfolgt zugunsten des Mieters, weil die Verantwortung dafür der Verfasser (also meist der Vermieter) des Vertrages trägt.

Es braucht nur das an BK/HK gezahlt werden, was tatsächlich und nachweisbar angefallen ist.

Wenn die Wohnung im Winter kalt bleibt und Sie sind nicht schuld dran: Mietminderung um ca. 80-100%! Da ändern auch keine Phantasieklauseln was dran.
21.03.2007, 21:00 von Sommer
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Hallo, Pixelfisch,
im MV stehen erst mal prophylaktisch alle BKs drin - keine Sorge, zahlen muß man natürlich auch nur die, die anfallen. Ohne AUfzug keine Wartung - warte die Abrechnung ab und schau sie Dir gut an!

Gratulation & ein schönes, harmonisches Mietverhältnis!

S.
21.03.2007, 20:28 von pixelfisch
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Hallo @ll,

es hat geklappt! *strahl*

Ab September haben wir eine neue Residenz! Hätte mir gar nicht so viele Gedanken machen brauchen. Wir haben mich als Hauptmieter angegeben, alles weitere war dem Vermieter "wurscht".

Es sind zwar einige für mich komisch klingende Passagen im Mietvertrag, aber da steige ich schon noch durch (ist es wirklich richtig, das, wenn die Heizung ausfällt, weil kein Öl mehr da ist, ich damit leben muss? Ich darf in diesem Fall nicht mal eine Elektroheizung aufstellen?!) Ach ja, in den Betriebskosten steht was von AUfzugswartung drin - aber wir haben gar keinen AUfzug im Haus?! Also, wenn die ABrechnung kommt, werde ich mir die sehr genau ansehen.. Auch wird da ein Posten Straßenreinigung bzw. Winterdienst genannt, lt. MV müssen aber wir Mieter streuen und räumen - das wäre doch irgendwie doppelt gemoppelt, oder?
12.03.2007, 21:28 von pixelfisch
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Hallo frischebrise,

nun - solange die Selbstauskunft nur von mir verlangt wird, bin ich doch wohl aus dem Schneider - wir sind ja (noch ?*g*) nicht verheiratet. Somit wäre - hypothetisch gesprochen - der MV doch wohl keineswegs nichtig, falls das Thema aufkommt, oder?

Wie auch immer, vielen Dank für alle Tipps und Infos! Ich lasse nächsten Samstag mal auf mich zukommen - sobald ich eine Entscheidung habe, werde ich mich mal mit dem Ergebnis melden. Und wie gesagt, ich bin ja auch eher dafür, die Karten offen auf den Tisch zu legen!

12.03.2007, 09:13 von frischebrise
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Hallo,

es wurde schon sehr gut dargelegt.

Zitat:
Nun möchte der neue Vermieter logischerweise eine Selbstauskunft.


Zitat:
Im Verlauf dieser Geschichte hat er damals eine EV abgegeben. Die offenen Schulden belaufen sich auf ca. 3000 €, 2 T sind abgezahlt.



in diesem Fall sollten und müßten die Fakten auf den Tisch.
Die Chancen auf die Wohnung sind nur durch die Offenlegung der Vorgeschichte zu sehen und deren posititive Prognoseaussichten.
Hierzu ist alles zu tun um keinerlei weitere Zweifel oder Nachfragen zu induzieren.
Der VM muß das Gefühl vermittelt bekommen, dass keinerlei weitere nicht aufgedeckte Sachverhalte mehr vorliegen.

Zitat:
2 positive Vorvermieterbescheinigungen (bei Bedarf)
2 Gehälter
und Nachweis der regelmässigen Tilgungen Ihres Lebenspartners



Viel Glück!

Die Rechtsfolgen bei Unterlassung/Verschweigen in der Selbstauskunft - wären bei Erhalt der Wohnung - als Täuschung zu werten und deshalb anfechtbar.
Ein MV wäre somit schnell nichtig und zwar von Grund auf.

11.03.2007, 22:01 von pixelfisch
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Keine Angst, das habe ich schon durchgerechnet, die zukünftige Warmmiete macht etwa ein gutes Drittel meines Nettogehaltes aus - das ist aber auch aus den Gehaltabrechnungen ersichtlich (bin seit 6 Jahren bei demselben Arbeitgeber).

3 Monate mietfrei?! Aber wahrscheinlich bei entsprechendem Klientel, oder? Vor dem wollen wir ja gerade flüchten.. *g*
11.03.2007, 19:21 von Sommer
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Nun, ich als Vermieter würde immer wünschen, daß der MV auf beide Namen läuft. Und wenn das der Fall ist dann muß der Partner seine EV auf jeden Fall dem Vermieter mitteilen - ein Verschweigen kann im Rechtsstreit böse nach hinten losgehen.

Wenn der VM kein Problem damit hat, daß nur Sie den MV unterzeichnen, dann ist das vollkommen irrelevant was der Partner macht oder getan hat - er darf als Lebenspartner mit einziehen; muß dem VM allerdings namentlich bekannt gegeben werden. Die EV würde ich dann nicht erwähnen sofern der Vermieter nicht explizit fragt. Und warum ne Schufa vom Partner wenn der nicht Mieter wird?

Allerdings sollten Sie´für sich sicher sein, daß Sie die Miete zur Not auch allein aufbringen können - denn nur Sie alleine sind für die Mietzahlung verantwortlich. Wenn Sie das nicht können, dann wird ein kritischer Vermieter noch eher darauf bestehen, daß Ihr Partner mit an Bord kommt - oder Sie als Mieterin ablehnen. Aber das muß nicht so sein - gerade Gesellschaften sind da bemerkenswert tolerant (wer ins Berliner Märkische Viertel ziehen will bekommt grad eine Drei-Zimmer-Wohnung drei Monate mietfrei!).

S.
11.03.2007, 19:05 von Cora
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Hallo

wenn der Mietvertrag nur auf dich lauten sollte und der Vermieter vom LG nichts verlangt ist es doch ok.

Ansonsten bin ich auch für Ehrlichkeit und wenn ich sehe, dass alles andere "passt" sind mir solche Mieter lieber als andere.

Gruß
11.03.2007, 18:57 von pixelfisch
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Hallo CMAX_65,

sehe ich ganz genauso - mir ist auch unwohl, da noch ne "Leiche im Keller" zu haben, ich bin sowieso eher der direkte Typ. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn man solchen "Ausflüchten" auf die Schliche kommt, bleibt immer ein fahler Nachgeschmack.

Ich denke, Ende nächster Woche werde ich schlauer sein, dann habe ich einen Termin beim hoffentlich bald neuen VM.

Auf jeden Fall danke für die Antworten!
11.03.2007, 18:37 von CMAX_65
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Hallo,

also ich sehs ähnlich wie "Mieterliebe":

Ehrlichkeit währt am Längsten....

Sie haben:

2 positive Vorvermieterbescheinigungen (bei Bedarf)
2 Gehälter
und Nachweis der regelmässigen Tilgungen Ihres Lebenspartners

wenn Sie von vorn herein ihre Karten auf den Tisch legen sind sie kreditwürdig und bekommen m.M. nach die Wohnung.

Ich seh da eher Probleme wenn Sie "es" verschweigen oder rumdrucksen. Spätestens wenn die Frage nach dem Lebenspartner kommt müssen/sollten sie was sagen, schweigen macht den VM misstrauisch und vielleicht hat er ja die Möglichkeit eine eventuelle EV zu checken (Bank und/oder Creditreform z.B.). Dann siehts schlecht aus im Falle einer Lüge.

Ist jedenfalls meine Meinung, natürlich weiss ich nicht und kann auch nicht einschätzen, wie der VM drauf ist und welche Erfahrungen er sonst mit Mietern hat bzw. hatte !

Viel Glück !

MFG
11.03.2007, 17:38 von pixelfisch
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Lt. Vermieter sind ihm "normale" Schufa-Einträge wurscht, eben weil er das wohl kennt, dass man da relativ schnell mal "reinrutscht".

Bis zur EV ist es einfach durch "Verschleppung" seinerseits gekommen, soweit ich das mitbekommen habe - bis ihm dann die Erkenntnis gekommen ist, dass die Methode "Kopf in den Sand stecken" absolut fatal war. Und diese Geschichte hatte wohl rechtlich keinen ganz soliden Hintergrund (also, dieser "Kredit einfach so"), ich hatte da mal nach gegoogelt und es gab einige Anzeigen gegen diese Firma und deren Inkasso-"verfahren".

Mit einer Rechtschutzversicherung hätte er wahrscheinlich gar nix zahlen müssen - nun ist halt das Kind in den Brunnen gefallen. Wir sind beide rechtlich nicht so versiert dass wir da eine Chance hätten, jetzt noch gegen vorzugehen, also wird's unter Lehrgeld verbucht und aus.

Schufa-Einträge dürfte ich deswegen ja schon einige haben, weil ich ne Kreditkarte, nen Dispo und ne Ratenzahlung (Auto) habe - wo man allerdings auch sehen sollte, dass alles regelmäßig gezahlt bzw. abgebucht wird. Ich hatte meine Bank da auch mal nach gefragt (interessehalber), die meinten auch, dass sie das sehen, was aber eher positiv ist, da sie ja sehen das alles "ordentlich" abgewickelt wird.

Hm. Also besser doch erstmal vornehm schweigen, den Vertrag wie gehabt auf mich setzen, Mieterauskunft meinerseits beibringen?

Ach da fällt mir nochwas ein:
seine Miete hat er, bevor er zu mir gezogen ist, immer pünktlich gezahlt u. hatte auch danach noch ein gutes Verhältnis zum Ex-VM. Bringt das irgendwas, wenn wir den als "Referenz" anbieten?
11.03.2007, 15:42 von Mieterliebe
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Zitat:
Im Verlauf dieser Geschichte hat er damals eine EV abgegeben. Die offenen Schulden belaufen sich auf ca. 3000 €, 2 T sind abgezahlt.


ups, die sache hat sich anders gelesen - also noch 3.000 von ehemals 5.000 noch offen.

Zitat:
(ausserdem will er das nicht, was ich auch gut finde - ich hatte auch schon angeboten, ihn da zu unterstützen)


es ehrt ihn - stimmt schon ... ABER

stolz hin oder her - er kann doch an dich zurückzahlen. stolz läßt viele türen verschlossen!!!

Zitat:
Schufa & CR wären kein Problem,


ein EV steht in der Schufa!!! wieso ist das kein problem?

ich habe auch ein problem mit einer EV - soweit muss es nicht kommen, hätte dein freund sofort die ratenvereinbarungen eingehalten oder getroffen, dann wäre es nie zu einer EV gekommen - das nur mal so als hintergrund!!! bitte nicht falsch verstehen - aber genau deshalb sind vermieter hier etwas elektrisiert.
11.03.2007, 15:29 von pixelfisch
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danke für die schnelle Antwort - tausend wäre ja notfalls noch machbar, 3 tausend übersteigen etwas mein Budget (ausserdem will er das nicht, was ich auch gut finde - ich hatte auch schon angeboten, ihn da zu unterstützen).

Schufa & CR wären kein Problem, aber der Vermieter hat wohl ein Problem bez. EV (hat er mal angedeutet). Die Idee mit der Gehaltsabrechnung ist gut (vielleicht sollte ich seine UND meine der letzten 3 Monate vorlegen?).

Natürlich will sich jeder absichern, so gut er kann.. Ob der VM umgänglich ist, kann ich leider nicht beurteilen, dazu kenne ich ihn zu wenig.
11.03.2007, 15:22 von Mieterliebe
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schwere frage - ehrlichkeit währt am längsten.

wenn der vermieter ein umgänglicher kerl / kerlin ist, dann kann man es vielleicht sagen.

auf der anderen seite besteht doch die möglichkeit, dass dem vermieter gezeigt wird, dass dein freund brav abstottert. wie hoch sich der titel beläuft ist doch auch aufzeigbar.

wenn deine einkünfte so sind, dass du die wohnung auch alleine anmieten könntest, dann bist du doch auch bestimmt in der lage, die letzten 1000 euro für deinen freund zu bezahlten - bestätigen lassen, antrag auf löschung stellen und dann ist die schufa wieder blütenrein - der EV wird so schnell allerding nicht löschbar sein und ihr wollt ein die wohnung.

oder zeige deinem neuen vermieter die letzten drei gehaltsabrechnungen - ich denke, dass jeder vermieter / mensch verstehen kann, dass man mal in eine schuldenfalle geraten kann. hier sieht es ja so aus, als dass es bald erledigt ist.

ich finde es immer gut, wenn ich über EV´s oder sonstiges im vorfeld informiert werde - unabhängig überprüfe ich mietinteressenten bei der creditreform - da bekomme ich es sofort raus - naja, wenn der EV nicht jünger als 4 wochen ist.

viel spaß in der neuen wohnung!!!

viel glück!!

grüße
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