> zur Übersicht Forum
29.04.2004, 14:50 von MatthiasProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Fristlose Kündigung
Hallo,

ich hätte gerne einmal Eure Meinung zu folgendem Problem eines Freundes gehört:

Also, mein Freund hat im letzten Jahr eine Wohnung neu vermietet und per Einzugsermächtigung die Miete jeden Monat eingezogen. Das klappte für eine Weile, doch dann wies das entsprechende Konto seines Mieters keine Deckung auf. Die Bank sei schuld, verkündete der Mieter. Um das für die Zukunft zu vermeiden, einigte er sich mit seinem Mieter dahingehend, dass selbiger einen Dauerauftrag einrichten möge. Die Miete kam nun zwar stets verspätet und auch nicht per Dauerauftrag, aber nun gut. Als die Miete dann einen Monat gar nicht kam und im folgenden Monat zur Monatsmitte sich immer noch nichts tat (nunmehr 2 Monatsmieten Rückstand), platzte meinem Freund der Kragen und er kündigte seinem Mieter fristlos. Plötzlich wurde dann eine Monatsmiete überwiesen und der Mieter verkündete geschockt, er würde alles tun, um in der Wohnung bleiben zu können. Mein Kumpel ließ sich mal wieder breitschlagen und vereinbarte mit ihm, dass die ausstehende Monatsmiete in drei Raten überwiesen werden solle. Dann schickte er dem Mieter ein Schreiben, mit Höhe und Fälligkeit der Raten und bat ihn dringlichst um Einhaltung dieser Zahlungstermine (zum jeweils dritten Werktag im Monat zusammen mit der ohnehin fälligen „normalen“ Miete).

Es kam, wie es wohl kommen musste:

Im nächsten Monat war bis zum 10.ten noch kein Cent überwiesen und mein Kumpel kündigte dem Mieter nunmehr zum 2.ten Male fristlos und gab ihm vier Wochen Zeit für die Wohnungsübergabe. 10 Tage später hat der Mieter dann die laufende Monatsmiete überwiesen inkl. der ersten vereinbarten Rate zum Abtrag der ausstehenden Monatsmiete.

Nun die Frage:
War die zweite fristlose Kündigung überflüssig, weil die erste noch gilt? Oder hat die zweite fristlose Kündigung die erste ersetzt? Hilft dem Mieter in diesem speziellen Fall noch eine Überweisung seiner kompletten Schulden, um einer evtll. Räumung zu entgehen?

Viele Grüße

Matthias
Alle 3 Antworten
29.04.2004, 15:59 von RM
Profil ansehen
Wenn zum Zeitpunkt der fristlosen Kündigung die Voraussetzungen gegeben waren, wird die Kündigung nur durch Ausgleich aller Vermieterforderungen unwirksam. Der Mieter hat dazu Zeit bis 2 Monate nach Rechtshängigkeit des Räumungsanspruchs. Zieht der Mieter also nicht freiwillig aus, muss Räumungsklage eingereicht werden. Fraglich ist, ob mit der Teilzahlungsvereinbarung gleichzeitig auch die Fortsetzung des Mietverhältnisses vereinbart wurde. Wenn man zu diesem Ergebnis kommt, wäre die 1. Kündigung hinfällig und ein Räumungsanspruch könnte nur auf die 2. Kündigung gestütz werden.
29.04.2004, 15:35 von Matthias
Profil ansehen
Leider hat mein Freund vergessen, hilfsweise auch fristgemäß zu kündigen. Wenn der Mieter nun tatsächlich nicht auszieht, aber die Miete im nächsten Monat wieder verspätet zahlt, wäre dann eine fristgemäße Kündigung (bezogen auf den Verzug lfd. Monatsmiete und die ausstehenden Raten) wirksam? Oder lieber vorher wg. ständig verspäteter Mietzahlungen noch einmal mit Kündigungsandrohung im Wiederholungsfalle abmahnen? Was bedeutet eigentlich "ständig" verspätete Mietzahlungen? 2, 3, 6 oder 12 Monate? Und heisst "verspätet" 1 Tag, 1 Woche oder 10 Tage?

Viele Grüße

Matthias
29.04.2004, 15:15 von Eigentümer
Profil ansehen
Hallo Matthias,
der letzte Satz ist für alle Fälle zutreffend -
wenn der Mieter die ausstehenden Mieten zahlt (evtl. eine MM nicht)ist alles beim Alten.
MfG
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
>weiter