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04.10.2009, 14:26 von ruhrgebietler12Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|fristger./fristlose Kündigung erfolgt, Mieter zieht nicht aus
hallo liebe vermietergemeinde,

ich habe mich hier angemeldet, weil meine mutter und ich völlig ratlos sind.

zu unserem fall:

meine mutter vermietet ein 5 familienhaus im ruhrgebiet. eine mietpartei, ist seit monaten mit der miete in rückstand, daher ist eine fristgerechte als auch fristlose kündigung erfolgt. die fristlose kündigung tritt mitte november in kraft.
der mieter hat meiner mutter gesagt, dass er nicht ausziehen wird und sie sich mit den mietforderungen hinten anstellen kann in der reihe der gläubiger und dass sie sich auf stress einstellen kann, bzw sowas dann min. 1 jahr dauern wird.

der mieter lagert seinen müll auf dem speicher, es gehen zwielichtige gestalten ein u aus, hört laut musik und beeinträchtigt nachhaltig die anderen mietparteien.

meine mutter ist schon etwas älter und sie belastet diese situation ungemein, da sie auch dringend für ihre alterssicherung auf die mieten angewiesen ist. wenn es nach mir ginge, würde ich am liebsten handgreiflich werden, aber dies würde meiner mutter nur noch mehr sorge bereiten und wenn es dann zu irgendwelchen racheakten des mieters meiner mutter gegenüber kommen würde, so würde ich mit ziemlicher sicherheit für 10+ jahre im gefängnis landen.

wir haben schon viel versucht, unter anderem haben wir dem mieter geld geboten, damit er binnen einer 3-wöchigen frist auszieht, ohne ergebnis.
der mieter ist auch telefonisch nicht zu erreichen, bzw macht er die türe nicht auf. meine mutter kommt selber nicht aus dem ruhrgebiet, so dass es uns auch nicht möglich ist, dort täglich druck zu machen.
der weg einer räumungsklage ist natürlich sehr lang und mit kaum zu bewältigenden kosten verbunden für meine mutter, wenn man die anwalts,gerichtskosten nimmt und die mietausfälle bzw beschädigtes inventar noch einbezieht.

was mich interessieren würde, ist wie ihr in ähnlichen fällen vorgegangen seit, bzw. ob es grauzonen gibt, die man nutzen kann um das prozedere zu beschleunigen.
damit meine ich zb. :
detektiv beauftragen um mal bei denen "den keller auf leichen" zu überprüfen und dies ggf als druckmittel einzusetzen

nach der fristlosen kündigung, ist der mieter nicht mehr berechtigt die wohnung zu benutzen, dass eine selbst vollstreckte eigenmacht verboten ist, ist mir bewusst, aber wie sähe es aus, wenn man denen das wasser dann abstellt.

strom beziehen die mieter wohl über einen selbst vereinbarten vertrag mit dem stromanbieter, so denke ich, dass man hier schlecht eingreifen kann.
wie sähe es jedoch aus, wenn man die stromzufuhr kappt und abstreitet, dass man damit etwas zu tun hat, sich jedoch weigert, den schaden zu reparieren, da die wohnung rechtlich wieder der nutzung des vermieters unterliegt.

last but not least würde ich gerne wissen, wie eine einkalkulierte straftat in form von hausfriedensbruch (schlösser tauschen) sich auswirken würde. sowohl das strafmaß als auch die anfallenden kosten.

ich hoffe ich habe mit manchen ideen hier nicht gegen die forenregeln verstoßen, aber ihr müsst bitte verstehen, dass ich angst um meine mutter habe und nicht hinnehmen kann, dass dieser abschaum auf grund der schlechten gesetzeslage in deutschland sich ein lockeres leben auf kosten der gesundheit meiner mutter macht.

gruss pät
Alle 3 Antworten
13.10.2009, 12:27 von Frau Schlau
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Guten Tag,

so wie ich es sehe bleibt Ihnen nur die Räumungsklage und die gilt es dann gleich im November, wenn der Mietvertrag endet, einzureichen. Alles andere ist unrechtmäßig, verteuert, verzögert und erschwert nur die Sache. Beispielsweise, wenn Sie dem Mieter das Wasser abstellen: Er kann mit einer einstweiligen Verfügung erreichen, dass Sie ihm den Hahn wieder aufdrehen müssen. Wer die Kosten dafür zahlen muss, können Sie sich ja ausrechnen...

... mal abgesehen davon, dass diese Selbsthilfe in einem - aus meiner Sicht unausweichlichen - Räumungsprozess kein gutes Licht auf Sie wirft!

Wieso allerdings Ihre fristlose Kündigung erst im November wirksam werden soll, ist mir ein Rätsel: Normalerweise maximal 14 Tage. Ich kann nur für Sie hoffen, dass die fristlose Kündigung korrekt formuliert war, sonst könnten Sie jetzt noch eine rechtmäßige fristlose Kündigung "nachschieben".

Wichtig ist, dass in Ihrem Kündigungsschreiben monatlich aufgeschlüsselt ist, wann der Mieter wie viel und worauf (Miete, Betriebskosten usw.) gezahlt hat. Zudem der Hinweis auf sein Widerspruchsrecht und die Folgen einer stillschweigenden Vertragsfortsetzung.

Dies sind nur die wichtigsten Punkte. Ich habe gerade an der Aufschlüsselung der Mieten schon viele Klagen scheitern gesehen - also Vorsicht!

Sollte Ihre Mutter die Kosten einer Klage nicht aufbringen können, kann Sie Prozesskostenhilfe beantragen. Ein Gang zum Anwalt ist bei Wohnraum kein Muss, weil die Sache vor dem Amtsgericht verhandelt wird und dort kein Anwaltszwang besteht. Eine andere Frage ist, ob es nicht ratsam ist, zum Anwalt zu gehen, da es ja nicht nur um eine Räumungs- sondern auch um Zahlungsklage geht.

Ich drücke Ihnen jedenfalls die Daumen und wünsche Ihnen viel Erfolg

Frau Schlau
04.10.2009, 14:54 von ruhrgebietler12
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danke erstmal für den ratschlag.

natürlich möchten wir nichts illegales machen, aber ich würde gerne nochmal diskutieren, ob es nicht rechtmäßig ist, das wasser abzustellen nach erfolgter fristloser kündigung.

ist es unbedingt nötig einen anwalt zu konsultieren? dieser würde ja noch mehr kosten verursachen...
04.10.2009, 14:49 von jstroisch
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Hallo,

ich kann nur DRINGEND davon abraten, irgendeine illegale Aktion zu starten. Überhaupt ist es indiskutabel über potenzielle Strafmaße für Einbruch etc. hier im Forum zu disktuieren, denn erstens ist die Vorbereitung einer strafbaren Handlung hier nicht gestattet und zweitens kann niemand sagen, wie hoch eine Strafe am Ende ausfällt. Ich möchte Sie deshalb dringend bitten, solche Diskussionen hier zu unterlassen. Unrecht darf man nicht mit Unrecht ahnden.

Nun aber zur Sachfrage: Es gibt bei Wohnungen ein Mietausfallwagnis, es handelt sich um ein vermietetes Haus immer um eine unternehmerische Anlage. Entsprechend müssen ggf. Kosten, die durch Mietausfall und deren Folgen entstehen in eine realistische Wirtschaftslichkeitsrechnung einfließen.

Immens wichtig ist es in einem solchen - unkooperativen - Fall möglichst schnell die einzelnen rechtlichen Schritte einzuleisten, damit sich der Schaden nicht alleine durch eine zögerliche Haltung erhöht. Sollte es darüber hinaus zu weiteren Störungen rund um den Hausfrieden kommen, so sollte hier ebenfalls unverzüglich gemahnt werden. Generell empfehle ich dringend, sich nicht mehr auf eine direkte (telefonische etc.) Diskussion mit dem Mieter einzulassen, sondern diese Diskussion den Anwalt erledigen zu lassen. Versuchen Sie, mit dieser Situation möglichst professionell umzugehen, d. h. schnell und rechtlich abgesichert.

Ich weiß, dass so etwas alles sehr ärgerlich ist, aber je mehr Sie sich von Ihrer Emotionalität lösen und sich auf die rechtlich durchsetzbaren Abläufe konzentrieren, desto weniger werden Sie sich ärgern. Versuchen Sie sich stark darauf zu konzentrieren, wie Sie sich finanziell die Durchsetzung Ihrer Rechte leisten können. Vielleicht geht das ja über eine familäre Leihgabe? Leider ist es beim Forderungsmanagement immer so, dass Sie nie wissen, ob Sie auch nur einen Penny des zusätzlich ausgegebenen Geldes und selbst der Forderung selbst jemals wiedersehen werden. Aber wie gesagt: Je länger Sie warten, desto höher wird der Gesamtschaden sein. Oberstes Gebot ist es deshalb, den Gesamtschaden so gering wie möglich zu halten.

Lassen Sie sich in keinem Fall auf eine weitere direkte Diskussion mit dem Mieter ein und lassen Sie sich auf keinen Fall zu illegalen Straftaten verleiten.

Jörg Stroisch
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