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24.01.2007, 15:22 von kasperle28Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Fragen zum Verkauf einer Wohnung
Hallo zusammen!
Ich bin nicht sicher, ob mir jemand hier Auskunft zu dem Thema geben kann, aber ich dachte, ich versuch´s einfach mal :-))

Am 29. Januar wird eine Wohnung von mir verkauft, auf der noch Grundschulden eingetragen sind. Der Notartermin steht bereits und den Grundbuchauszug habe ich auch schon hier. Das Problem ist nur, daß die Grundschulden noch nicht gelöscht sind.
Ich habe mit der Bank bereits mehrmals gesprochen und die Pfandfreigabe ist schon seit Ende letztem Jahr durch und bewilligt, allerdings habe ich noch keine Unterlagen dazu erhalten.
Also habe ich den Bankmensch nochmals angeschrieben, ob er denn denkt, daß der Notartermin einhaltbar ist bzw. wann der Wisch endlich rausgeht.
Daraufhin hat er zurückgeschrieben:
"Eine Terminverschiebung muss nicht gemacht werden, m.E. reicht eine entsprechende Vollmacht im Kaufvertrag aus (fragen sie hierzu den Notar oder Rechtsanwalt)."

Da der Anwalt von der Gegenseite gemeint ist und der Notar ein sehr sehr umgänglicher Mensch ist (berühmt-berüchtigt in der ganzen Gegend hier!!), wollte ich keinen von beiden unbedingt fragen, weil beide nicht notwendigerweise meine "Interessen" vertreten.
Daher meine Frage:
Hat jemand eine Ahnung, von was für einer Vollmacht der Bankmensch hier spricht???
Kann eine Wohnung auch mit eingetragenen Grundschulden übertragen werden, die dann halt ein paar Tage hinterher gelöscht werden?
Brauche ich eine Vollmacht von der Bank, oder ist die Vollmacht von mir an den neuen Eigentümer???
Ich hab sowas noch nie gemacht und absolut keine Ahnung...

Ich wäre überaus dankbar, wenn jemand einen kleinen Schimmer mehr Ahnung hätte als ich und mir einen Hinweis geben kann...

Liebe Grüße,
kasperle28
Alle 7 Antworten
25.01.2007, 11:03 von kasperle28
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Hallo Johanni,

ich lebe zwar tatsächlich in einem Dorf, aber die Bank ist eher im Großraum Stuttgart angesiedelt :-)
Der einzige Grund, warum ich mir vorstellen konnte, was so lange gedauert hat, ist die Tatsache, daß ein Teil Grundschulden auf die Bank und ein Teil auf die Bausparkasse lautet, und die sitzen zwar beide in der Stuttgarter Gegend, aber ein paar Kilometer voneinander entfernt. Dh der Bankmensch hat mir immer wieder erzählt, daß er sich mit der anderen Abteilung abstimmen muß und dazu die Akten laufend hin und her geschickt werden müssen..
Was auch immer daran wahr ist, ich habe keine Ahnung...
Mich nervt das ganze nur langsam echt an, weil ich nicht dachte, daß so eine Bearbeitung Wochen und Monate dauern kann...

Den Grund vom Notar kann ich nicht so ganz nachvollziehen, weil der andere Notar im Nachbarort zwar den Auseinandersetzungsvertrag beglaubigt hat, dort aber nur eine Ausgleichssumme festgelegt wurde. Daß statt der Summe jetzt eine Wohnung überschrieben wird, hat sich erst lange hinterher herauskristallisiert. Zudem hat der Notar hier ja den Erbschein - also die dem Auseinandersetzungsvertrag zugrunde liegende Schrift - beglaubigt...
Ich bin prinzipiell nicht böse, daß der blöde Notar sich jetzt weigert, das dumme ist halt nur, daß die Wohnung seit einem halben Jahr leersteht und wir die Hausgeldzahlungen ja noch nicht mal mehr absetzen können, wenn eine Verkaufsabsicht besteht - jetzt steht sie noch 2 weitere Monate zu unseren Lasten frei...

Naja, wir werden sehen, ob die ganze Geschichte jetzt endlich mal fertig sein wird...

Liebe Grüße und Danke,
kasperle28

Bin demnächst wahrscheinlich wieder hier, weil die anderen Eigentümer in dem Haus sich an den neuen Mietern der kleinen Wohnung reiben... Meines Erachtens nach wegen echt lapidaren Gründen, aber... Es gibt halt Leute, die zuviel Zeit haben, sich aufzuregen und die gerne gleich mit der Hausverwaltung drohen :-)
24.01.2007, 20:16 von johanni
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Hallo Kasperle,

Zitat:
er macht das nicht, weil sich da schon ein anderer Notar in einem anderen Ort bei der Auseinandersetzung mit beschäftigt hat und der dann auch die Überschreibung machen soll. Jetzt ist der nächste Termin bei dem anderen Notar erst Anfang März


dann darf er als Notar gar nicht bekurkunden, weil er in dieser Sache schon parteilich tätig war!!

Kosten des vertrages tragen i.d. Regel die Käufer, kann aber auch anders vereinbart werden.

Und die Beglaubigung durch die Bank ist doch wohl ein Witz, was Euch die Bänker da vormachen wollen.Dauert, da die Banken ja auch ihre Hausnotare haben, in der Regel 5 Minuten!!
In welchem Dorf lebst Du?

LG Johanni

24.01.2007, 18:44 von kasperle28
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Hallo nochmal,

wie gesagt, das ist alles ein bißchen komplizierter und warum auch immer waren die Grundschulden auf 2 Wohnungen zusammen eingetragen. D.h. wir waren am Anfang nicht sicher, ob die kleinere von den beiden Wohnungen für die Restbelastung (ein Haufen von den Grundschulden sind ja sowieso seit Jahren praktisch unnötig) ausreicht. Das hat die Bank im Dezember ausgerechnet irgendwie und uns dann bescheid gegeben, daß es für sie okay ist und die Sicherheit ausreicht und sie deshalb die Pfandfreigabe schicken werden, aber leider klappt es dieses Jahr nicht mehr (2006). Daraufhin dachte ich eben, daß es Anfang diesen Jahres sein würde, aber wie ich jetzt erst erfahren habe, muß die Bank diese Pfandfreigabe-Urkunde auch beim Notar beglaubigen lassen und deshalb hat es anscheinend ein bißchen länger gedauert.
D.h. zur Frage von Johanni: ich kann gar nicht genau sagen, wie weit der Prozess bei der Bank denn letztendlich fortgeschritten ist, weil bewilligt zur Pfandfreigabe ist es ja schon seit knapp 4 Wochen, aber schriftlich habe ich dazu noch nix.

Wegen dem Notar:
Der Anwalt von der Gegenseite hat den Termin ausgemacht und uns ein bißchen vor vollendete Tatsachen gestellt - wobei der erste Termin noch bei einem anderen Notar gewesen wäre, der aber kurzfristig auch selbst absagen mußte. Aber wie ich gerade vor 2 Stunden erfahren habe, hat der nette Notar gesagt, er macht das nicht, weil sich da schon ein anderer Notar in einem anderen Ort bei der Auseinandersetzung mit beschäftigt hat und der dann auch die Überschreibung machen soll. Jetzt ist der nächste Termin bei dem anderen Notar erst Anfang März, bis dahin sollte die Bank doch wohl hoffentlich die Pfandfreigabe beglaubigt und geschickt haben.

Und ja: wir wohnen in der netten Gegend von Deutschland, wo bei Nachlaßgeschichten der Notar noch pro Ort festgeschrieben ist - da war also keine Auswahlmöglichkeit damals.
Der hat sich inzwischen bei 3 Gemeinden im Umland als Bürgermeister beworben, wurde aber nie genommen - wahrscheinlich weil ihm sein Ruf voraus geeilt ist

Wird der Notar eigentlich nicht vom Käufer bezahlt???

Liebe Grüße,
kasperle28
24.01.2007, 16:15 von cavalier
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Hallo Kasperle,

Zitat:
Der Notar ist wie gesagt sehr berüchtigt in der ganzen Gegend,

Ist denn der Notar gleichzeitig als Testamentsvollstrecker eingesetzt?

Sucht doch einen anderen, denn Ihr beazhlt doch den Notar und wer die Musik bezahlt kann sie auch bestellen.
24.01.2007, 16:04 von johanni
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Hallo Kasperle,

Zitat:
Die Restschulden gehen auf eine andere Eigentumswohnung über, die momentan schon mitbelastet ist, deswegen brauchen wir von der Bank auch keine Löschungsbewilligung in dem Sinne, sondern lediglich die Pfandfreigabe von der Wohnung, die überschrieben wird.


Sind sie schon oder werden, wenn Werden hat die Bank ja noch keine Sicherheit für Ihre Löschungsbewilligung.

Hat die Bank schon neu eingetragen, müßte sie eigentlich die Löshungsbewilligung herausgeben, wenn dieses so vereinbart war.

Warum akzeptierst Du diesen Notar, nehme einen anderen. Es kann Dich doch keiner zwingen.

LG Johanni
24.01.2007, 15:55 von kasperle28
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Hallo Johanni,

herzlichen Dank für Deine Antwort.
Meine Infos waren vielleicht ein bißchen knapp vorhin, aber es ist eigentlich kein Kaufvertrag, weil nix direkt verkauft wird, sondern nur übertragen. Die Wohnung geht an meine Tante über im Zuge einer Erbauseinandersetzung von einem anderen Grundstück. D.h. es wird kein Geld in dem Sinne fließen und es geht lediglich um die Überschreibung.
Die Restschulden gehen auf eine andere Eigentumswohnung über, die momentan schon mitbelastet ist, deswegen brauchen wir von der Bank auch keine Löschungsbewilligung in dem Sinne, sondern lediglich die Pfandfreigabe von der Wohnung, die überschrieben wird.
Der Notar ist wie gesagt sehr berüchtigt in der ganzen Gegend, er war auch derjenige, der hier aus "eigenem Gutdünken" den ersten Erbschein für die Auseinandersetzung nicht genehmigt hat, obwohl beide Parteien damit einverstanden waren. Er hat uns auch damals nach einer Ortsbesichtigung ins Gesicht gesagt, daß er nicht akzeptieren wird, wenn das Vermögen so ungleich aufgeteilt wird, wie es von den Großeltern (als Dank für jahrelange Hilfs- und Pflegeleistungen) geplant war.
Daher gehe ich wirklich nicht davon aus, daß der Notar es für nötig halten wird, irgendwas in Ausführlichkeit zu erläutern - auch wenn ich sehr gerne Fragen stelle :-))

Meinst Du, daß auch bei einer reinen Überschreibung die Pfandfreigabe noch hinterher eingereicht werden kann?

Liebe Grüße,
kasperle28
24.01.2007, 15:41 von johanni
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Hallo Kasperle,

in dem Kaufvertrag wird sicherlich drinstehen, dass Du das Grundbuch lastenfrei verkauft. Das heist, nach Eingang des kaufpreises auf dem Notaranderkonto fordert der Notar die Löschungsbewilligung von Deiner Bank ab. Wenn noch Schulden bzw. Restvaluta vorhanden ist, wird die Bank dem Notar die Löschungsbewilligung nur unter der Treuhandauflage herausgeben, dass der Notar von dem Kaufpreis die Schulden an die Bank zahlt.

Eine Eigentumsumschreibung sofort bei Kaufvertragsabschluss halte ich für nicht seriös, sondern in der Regel erst eine Eintragung der Auflassungsvormerkung. Dann geht der Kaufpreis auf dem Notaranderkonto beim Notar ein und erst wenn alle Genehmigngen zur Durhführung des Kaufvertrages vorliegen, findet Zug um Zug Auszahlung Kaufpreis / die Auflassung ( Eigentumsumschreibung) statt.

Deine Fragen hat Dir aber Notar auch vor bzw. dringend vor Unterzeichnung des Kaufvertrages zu beantworten.

LG Johanni
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