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07.09.2007, 21:26 von dontpanicProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Formulierung Antrag auf Tagesordnungspunkt
Hallo,

hat jemand schon mal einen Antrag auf Aufnahme eines Tagesordnungspunktes für eine kommende Eigentümerversammlung gestellt? Ich nicht..! Ich bräuchte also mal ein wenig Formulierungshilfe von den Fachleuten unter euch. (Eigentlich sind es sogar 2 TOP's)

Also kurz die Fakten zum ersten TOP:
Architektenfehler bei einer Fassadensanierung. WEG wird Architekten verklagen. Dieser könnte sich evtl. aus der Verantwortung stehlen, da die Haftung vielleicht verjährt ist.
Sollte die Klage erfolglos verlaufen, so soll die Verwaltung verklagt werden, da sie die Ansprüche verjähren lassen hat.
Und damit nun die Ansprüche gegen den Verwalter nicht verjähren muss die WEG eine Streitverkündung gegen den Verwalter erlassen. Das wollen wir aber nicht, da dies unseren Verwalter beim Prozess gegen den Architekten schwächen würde.
Deshalb soll mit dem Verwalter nur eine aussergerichtliche Abmachung getroffen werden, das unsere Ansprüche gegen ihn nicht verjähren. Und genau dafür möchte ich einen TOP anfordern. Puh, ist das kompliziert...

Der zweite Punkt ist relativ einfach. Ich möchte beantragen, dass darüber abgestimmt wird künftig zusätzlich eine Eventual-Einladung am gleichen Tage anzusetzen. Dies ist in der TE nicht erwähnt.

Wäre nett, wenn jemand Senf hätte, den er dazugeben kann.

Dank & Gruß,
dp
Alle 18 Antworten
11.09.2007, 15:02 von dontpanic
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Hallo johanni,

ich habe die ETV-Protokolle bereits angefordert. Mal sehen, was da drinsteht.

Dank und Gruß,
dp
11.09.2007, 14:12 von johanni
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Hallo dp,

Zitat:
Das könnte ich machen, nur kostet das sehr viel Zeit. Und da sich mein MEA in Grenzen hält, geht es für mich eigentlich nicht um viel.


Gerade als Kleinanleger mit einer WE solltest Du Dich schlau machen. Denke immer daran, was passiert, wenn Du mal verkaufen willst/mußt!!

Und zur Verwaltung, dort würd ich mal einen persönlichen Termin machen mit viel Zeit und mal nachfragen, warum die Auftragserteilung nicht Gegenstand einer Jahresversammlung war bzw. wo die Unterlagen verblieben sind.

Johanni
11.09.2007, 10:54 von dontpanic
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Hallo,

Zitat:
ich glaube nicht, dass Dich hier jemand fertig machen will
Das war jetzt auch nicht so ernst gemeint...

Zitat:
Ohne Abnahmeprotokoll eine Baumassnahme durchzuführen, halte ich für nicht professionell.
Ich auch.

Zitat:
es kommt aber darauf an, was imJahre 1996 in der Eigentümergemeinschaft beschlossen wurde. Wie genau sah der Vertrag mit dem Architekten, Aussschreibung, Auftragsvergabe aus?
Keine Ahnung, deshalb hat die WEG ja einen Anwalt konsultiert, der diese Sachen alle geprüft hat.

Zitat:
das sind Fragen, die Du mit der Hausverwaltung einmal klären solltest. Evtl. ein weiteres Gespräch mit dem Anwalt.
Das könnte ich machen, nur kostet das sehr viel Zeit. Und da sich mein MEA in Grenzen hält, geht es für mich eigentlich nicht um viel. Natürlich ist es schön, wenn man den Sachverhalt genau versteht, aber das kann ich zeitlich nicht wuppen. Da sind Familie/Kinder und Hobbies wichtiger als diese par Pinkelsechser. Meine ursprüngliche Frage ging ja eigentlich auch nur in Richtung einer Formulierungshilfe. Das man ein solch komplexes Problem nicht im Forum gelöst bekommt ist klar. Ich werde aber trotzdem versuchen etwas mehr Infos vom Verwalter zu bekommen.

Gruß,
dp
11.09.2007, 09:30 von johanni
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Hallo dp,

ich glaube nicht, dass Dich hier jemand fertig machen will, Du fragst nach Rat und diesen wollen wir Dir gerne geben. aber ohne Fakten aus der Ferne, schier unmöglich!!

Zitat:
Der Architekt war für die Planung und Überwachung zuständig. Es gab irgendwie auch keine offizielle Abnahme, so dass die Zahlung der Schlussrechnung als Abnahme galt


Ohne Abnahmeprotokoll eine Baumassnahme durchzuführen, halte ich für nicht professionell.
es kommt aber darauf an, was imJahre 1996 in der Eigentümergemeinschaft beschlossen wurde. Wie genau sah der Vertrag mit dem Architekten, Aussschreibung, Auftragsvergabe aus?

das sind Fragen, die Du mit der Hausverwaltung einmal klären solltest. Evtl. ein weiteres Gespräch mit dem Anwalt.

Johanni
10.09.2007, 20:43 von dontpanic
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Hallo,

also die Fassadensanierung war 1997. Der Architekt war für die Planung und Überwachung zuständig. Es gab irgendwie auch keine offizielle Abnahme, so dass die Zahlung der Schlussrechnung als Abnahme galt. Macht mich jetzt nicht fertig, das ist der Sachverhalt, so wie ich ihn bei der ETV mitbekommen habe. Dann hat 2001 der Verwalter irgendetwas an der Fassade bemängelt, aber es ist nicht klar, ob das jetzt alles im richtigen Rahmen geschehen ist. Dann ist wieder etwas Zeit vergangen und ich glaube in 2003 waren dann die Mängel augenscheinlich erkennbar und der Verwalter hat die Eigentümer informiert. Und seitdem läuft die ganze Arie mit Anwalt usw.

Habe ich eigentlich das Recht vom Verwalter eine schriftliche Stellungnahme des Anwaltes zum Sachverhalt anzufordern, oder müsste er sowas nicht rausrücken. Der Anwalt hat uns ja auf der ETV über die Sachlage informiert. Aber wie gesagt ich bin erst seit einem Monat Eigentümer einer kleinen Wohnung und hab das alles nicht so ganz verstanden.

Gruß,
dp
10.09.2007, 09:40 von johanni
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Hallo Marie,

Zitat:
Die Verjährungsfrist für Mängel des Architektenwerkes beginnt bei Übertragung der Vollarchitektur (Leistungsphasen 1 - 9 nach HOAI) erst mit Abschluß der Leistungsphase 9.
Die grundsätzliche Verjährungsfrist bei Mängeln des Architektenwerkes beträgt nach BGB-Werkvertragsrecht 5 Jahre. Sie beginnt sodann erst nach Abschluß der Leistungsphase 9, also im Regelfall nach Ablauf der Gewährleistungsfristen der bauausführenden Firmen.


Wie immer,sehr gut erklärt und deshalb glaube ich auch nicht, dass der Architekt genau die Leistungstufen 1-9 vereinbart hat bzw. mit diesem vereinbart wurde.

Oft ist es so,, dass lediglich der Architekt mit dr Planung beauftragt wurde. Wenn das so wäre, dürfte es sehr schwer werden, ihm Planungsfehler nachzuweisen. Kenn e ich zur genüge aus der Praxis.Zwischen Planungsfehlern und Ausführungsfehlern liegen große Beweishürden.

Johanni

09.09.2007, 21:37 von MarieP
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09.09.2007, 17:23 von johanni
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Hallo dp,

keinen Klagentwurf und dann ein Angebot von der Versicheurng?

Kann es sein, dass Ihr nur mündliche Aussagen vom Verwalter habt?

Welche Leistungsstufen hatte denn der Architekt?

Hmmmm...kann ich gar nicht glauben, dass Ihr einen Supianwalt habt!

Johanni
09.09.2007, 12:54 von dontpanic
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Hallo,

nein, einen Klageentwurf gibt es meines Wissens noch nicht.

Gruß,
dp
09.09.2007, 11:07 von johanni
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Hallo dp,

hat denn der Anwalt der Hausverwaltung bereits einen Klagentwurf verfasst? Und ist auf diesen von der Versicherung die 10 % geboten wurden?

Johanni
08.09.2007, 21:39 von dontpanic
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Hallo johanni,

Zitat:
Also, zuerst sollte mal die Verjährung gegen den Architekten vor Klageeinreichung abgeklärt werden und weiterhin, ob er tatsächlich in die haftung genommen werden kann.
Wenn das klar wäre, dann bräuchten wir nicht zu klagen. Die Versicherung des Architekten sagt, dass die Haftungsansprüche verjährt sind und unser Anwalt behauptet das Gegenteil. Das ganze ist so kompliziert, dass ich es hier nicht darstellen kann. Ich kapiere es ja selber nicht ganz.

Zitat:
Ich würde nicht so sicher sein, dass eine Versicheurng nach der mündlichen Anhöhrung ein vergleichsangebot machen wird.
Wir sind uns auch nicht sicher, aber die Versicherung hat bereits ohne Klage 10% geboten. Macht sie das, wenn sie im Recht wären?

Zitat:
Warum eigentlich einen Prozess führen, wenn dann einem Vergleich zugestimmt werden wird/soll?? Macht doch überhuapt keinen Sinn und der Verwalter wäre dann auch aus einer und hier meine ich tatsächlich evtl. Haftung raus.
Weil 10% nicht akzeptabel sind und die Versicherung vorgerichtlich zu keinen weiteren Zugeständnissen bereit ist.

Zitat:
Eigentlich sollte Euer Verwalter mal dem Anwalt auf die Sprünge helfen und vorher klären, was eigentlich Sache ist.
Wie gesagt, was Sache ist, ist völlig unklar. Es gibt halt nicht nur schwarz oder weiß.

Zitat:
Ein Bauprozess , Architektenhaftung , kann ich nur sagen, stellt Euch auf einiges ein und nur einen absoluten Fachanwalt hierzu einschalten.
Unser Anwalt ist absoluter Bauprozess-Spezi. Die ersten beiden Instanzen werden ca. 50k kosten (ohne Gutachterkosten) und voraussichtlich mehrere Jahre dauern...

Klingt viel, ist aber auf meine MEA's gerechnet 110,50 Euro. Also ich kann da ganz locker bleiben.

Gruß,
dp
08.09.2007, 21:16 von johanni
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hallo dp,

Zitat:
Nicht nur kompliziert und teuer, sondern auch verdammt langwierig. Ich vermute, das die Versicherung uns nach der mündlichen Anhörung ein Vergleichsangenbot machen wird. Also abwarten...


Also, zuerst sollte mal die Verjährung gegen den Architekten vor Klageeinreichung abgeklärt werden und weiterhin, ob er tatsächlich in die haftung genommen werden kann.

Ich würde nicht so sicher sein, dass eine Versicheurng nach der mündlichen Anhöhrung ein vergleichsangebot machen wird.

Warum eigentlich einen Prozess führen, wenn dann einem Vergleich zugestimmt werden wird/soll?? Macht doch überhuapt keinen Sinn und der Verwalter wäre dann auch aus einer und hier meine ich tatsächlich evtl. Haftung raus.

Eigentlich sollte Euer Verwalter mal dem Anwalt auf die Sprünge helfen und vorher klären, was eigentlich Sache ist.

Ein Bauprozess , Architektenhaftung , kann ich nur sagen, stellt Euch auf einiges ein und nur einen absoluten Fachanwalt hierzu einschalten.

Johanni
08.09.2007, 19:23 von dontpanic
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@MarieP
Zitat:
Geh im Forum mal auf Suche

Ok, mach ich. Vielen Dank erstmal für die wie immer fundierten Antworten.

@fixfeier
Auch dir schönen Dank.
Zitat:
Wenn ich dein Verwalter bin und du mir sagst „wenn du meinen Prozess nicht gewinnst, werde ich dich verklagen. Unterschreib mir mal eben bis dahin eine Erklärung, damit mein Anspruch gegen dich nicht verjährt“, weißt du, ich würde mein Amt sofort wegen zerstörtem Vertrauensverhältnisses fristlos kündigen.
Nar klar ist das delikat, zumal er sich in unserem Namen selbst verklagen müsste. Aber mal ganz ehrlich, wenn er schlampig war und Schuld hat, soll die WEG dann sagen: "Böser, böser Verwalter! Ist ja nicht so schlimm. Ist ja nur ne halbe Mio." und anschließend den Schaden aus eigener Tasche zahlen? Das kanns ja wohl auch nicht sein!

Zitat:
So viel Geld kann der in Eurer WEG gar nicht verdienen. Schon gar nicht wenn er einen aufwändigen Bauprozess, ausgerechnet auch noch gegen den Planer und nicht gegen das ausführende Unternehmen für euch führen soll. Das ist wirklich waschechte Motivation!
Den Prozess soll ja der Anwalt führen. Es sollen vor meiner Zeit vom VW übrigens schon Worte wie "Ihr bekommt mich hier nicht raus!" gefallen sein. Zum Thema Motivation: Sofern wir den Prozess gewinnen oder, was warscheinlicher ist, uns auf einen Vergleich einlassen, dann ist er fein raus, weil wir dann keine Ansprüche mehr gegen ihn geltend machen können.

Zitat:
Tschuldige bitte, aber deine Schilderung ist ein wunderbares Exempel, das allen Privat- und Hobbyverwaltern als Pflichtlektüre unters Kopfkissen gehört.
Inwiefern..?

Zitat:
Und zum Abschluss: Baumängelstreitigkeiten sind äußerst kompliziert und mit das Teuerste was in Sachen Rechtsstreit geht.
Nicht nur kompliziert und teuer, sondern auch verdammt langwierig. Ich vermute, das die Versicherung uns nach der mündlichen Anhörung ein Vergleichsangenbot machen wird. Also abwarten...

Gruß,
dp
08.09.2007, 18:25 von Fixfeier
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Hallo dp,

meine ehrliche Antwort:

Wenn ich dein Verwalter bin und du mir sagst „wenn du meinen Prozess nicht gewinnst, werde ich dich verklagen. Unterschreib mir mal eben bis dahin eine Erklärung, damit mein Anspruch gegen dich nicht verjährt“, weißt du, ich würde mein Amt sofort wegen zerstörtem Vertrauensverhältnisses fristlos kündigen.

So viel Geld kann der in Eurer WEG gar nicht verdienen. Schon gar nicht wenn er einen aufwändigen Bauprozess, ausgerechnet auch noch gegen den Planer und nicht gegen das ausführende Unternehmen für euch führen soll. Das ist wirklich waschechte Motivation!

Tschuldige bitte, aber deine Schilderung ist ein wunderbares Exempel, das allen Privat- und Hobbyverwaltern als Pflichtlektüre unters Kopfkissen gehört.

Ansonsten sind sämtliche erforderliche Informationen zum Thema Eventualversammlung bereits in deinem ersten Thread zu dem Thema zu finden.

Und zum Abschluss: Baumängelstreitigkeiten sind äußerst kompliziert und mit das Teuerste was in Sachen Rechtsstreit geht. Viel Erfolg.

Gruß
08.09.2007, 15:19 von MarieP
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08.09.2007, 14:33 von dontpanic
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Hallo,

kurze Frage vorweg. Kann ich die Aufnahme von TOP's erst nach erfolgter Einladung stellen oder schon vorher?

Ehrlich gesagt weiss ich garnicht, ob ich beschließen oder vereinbaren will. Oder so: Ich will, dass beschlossen wird, dass der Verwalter bei der Einladung zur ETV auch gleichzeitig eine Eventualeinladung für den gleichen Tag mitversendet. Und da das nicht in der TE vorgesehen ist sollen die Anwesenden vereinbaren, dass das zulässig sein soll.

Und beim anderen Punkt möchte ich einfach nur, dass die Anwesenden Eigentümer beschliessen, dass der Verwalter mit uns vereinbart, dass unsere Ansprüche gegen ihn nicht verjähren, nur weil wir erst den Prozessausgang gegen den Architekten abwarten wollen.

Gruß,
dp

08.09.2007, 10:36 von MarieP
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08.09.2007, 09:51 von Ahela
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Hallo dontpanic,

beides lässt sich mit einem Schreiben an den Verwalter regeln:

Sehr geehrter Verwalter,

bezugnehmend auf Ihre schriftliche Einladung zur Eigentümerversammlung vom .... beantrage ich hiermit die Aufnahme folgender Tagesordnungspunkte:

1. Klärung der Haftungsfrage bezüglich fehlerhafter Fassadensanierung vom ......

2. Eventual-Einladung zur Eigentümerversammlung.

Mit freundlichen Grüßen

XXX

HTH, Ahela
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
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