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06.03.2008, 12:17 von CMAX_65Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Fassungslos.............
Hi,

CALW

Calw - Mietbetrügerin verurteilt - Opfer sind fassungslos

Verwahrlost: In diesem Zustand hat Petra F. die Wohnung von Doris Lohrbach in Unterhaugstett hinterlassen.
Foto: sb
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Calw/Bad Liebenzell - Fassungslosigkeit und hilflose Wut spricht aus den Gesichtern der Geschädigten. Der Richter hat im Calwer Amtsgericht gerade das Urteil verkündet: Einspruch abgewiesen, Petra F. (Name geändert) muss den Schaden ersetzen oder für drei Monate ins Gefängnis gehen. Dieter Walter hat Recht bekommen. Eigentlich sollte er sich freuen, aber danach ist ihm nicht zu Mute.

»Plötzlich kam eine Reklamation nach der anderen«

Die 1000 Euro Schadensersatz decken nicht einmal annähernd die von ihm errechnete Schadenssumme von mehr als 8000 Euro. Doris Lohrbach versteht die Welt ebenfalls nicht mehr. Auch sie soll 1000 Euro bekommen, auch bei ihr beläuft sich der Schaden auf etwa 5000 bis 6000 Euro.

Um den Unmut der beiden verstehen zu können, muss man die Hintergründe kennen, wie Petra F. sie nacheinander zunächst um ihre Miete betrog und dann die Wohnung in desolatem Zustand zurück gelassen hat. Im Oktober 2006 vermietete Walter seine Wohnung in Bad Liebenzell an Petra F. Diese wohnte zu der Zeit angeblich in Stuttgart.

Die Wohnung war noch nicht bezogen, da erhielt er schon eine erste Beschwerde. Der Duschkopf sei verkalkt. Walter tauschte ihn aus. »Plötzlich kam eine Reklamation nach der anderen«, sagt er heute. Der Wasserhahn sei kaputt, die Lüftung im Bad funktioniere nicht und vor allem gäbe es Schimmel in der Wohnung.

Betrügerin erstattete Anzeige

Als er den Hausverwalter auf die angeblichen Schäden anspricht, erfährt er, dass Frau F. und ihre Mutter im Umkreis als Mietbetrüger bekannt sind. Doch da ist es schon zu spät. »Von ihr habe ich nie einen Cent gesehen«, sagt Walter. Kontakt zu Frau F. gab es nur noch per SMS. Termine ließ sie grundsätzlich mit fadenscheinigen Ausreden platzen.

Ende 2006 fährt Dieter Walter mit seiner Frau Ella trotzdem nach Bad Liebenzell. Sie finden Petra F. und ihre Mutter in der Wohnung, diese wollen sie aber nicht hineinlassen. »Gegen leichten Widerstand« verschaffen sie sich Eintritt und sehen den desolaten Zustand ihres Eigentums.

Überall Müllsäcke und Essensreste, alles ist völlig verwahrlost. Trotzdem macht Walter das Angebot, Petra F. bräuchte keine Miete mehr zu zahlen, wenn sie bis Ende des Jahres auszieht. Diesen Vorschlag zur Güte lehnt die Mieterin ab. Ein paar Tage später erfährt Walter, dass Petra F. ihn und seine Frau angezeigt hat. Hausfriedensbruch und Körperverletzung. Die Ermittlungen werden jedoch eingestellt.

»Nie einen Cent gesehen«

Im Januar 2007 erstattet Walter Anzeige. Petra F. ist mit den Mietzahlungen zwei Monate im Rückstand. Nach der Räumungsklage bezahlt er nicht nur den Gerichtsvollzieher, sondern hinterlegt noch 3000 Euro, damit die letzte Widerspruchsfrist nicht eingehalten werden muss und der Gerichtsvollzieher schneller tätig werden kann.

Am 19. April ist die Wohnung geräumt. Ein Verfahren wegen Mietbetrugs gegen Petra F. kommt ins Rollen. Ein paar Tage vorher, am 14. April, hat sich Doris Lohrbach mit Petra F. getroffen, um ihr die Schlüssel zu ihrer Mietwohnung in Unterhaugstett zu übergeben.

F. gibt erneut die falsche Adresse in Stuttgart an. Die Kaution will die Mieterin später überweisen. Auch bei Lohrbach kommen nun die Beschwerden per SMS. Die Wohnung sei feucht, die Kirchenglocken läuten zu laut. Natürlich hat Doris Lohrbach von Petra F. »nie einen Cent gesehen.« Auch gegen Lohrbach erstattete F. Anzeige, auch diese wird abgewiesen.

»Das ist nunmal unser Rechtsstaat«

Was hier anmutet wie ein Fortsetzungsroman, ist die immer gleiche Masche einer Serientäterin. Petra F. hat mittlerweile sieben Vermieter in der Umgebung auf diese Art und Weise geschädigt. Menschen wie sie werden Mietnomaden genannt. Sie ziehen von Wohnung zu Wohnung und haben nie die Absicht, Geld dafür zu zahlen. Oft dauert es Monate, bis sie zum Weiterziehen gezwungen werden können. Kündigen darf der Vermieter erst, nachdem zwei Monatsmieten nicht gezahlt worden sind.

Bis dann ein Räumungsurteil vollstreckt ist, vergehen bis zu neun Monate. Seit 4. Oktober wohnt Frau F. in der Wohnung von Andreas Schmid in Althengstett. Er sitzt ebenfalls im Saal 200 des Calwer Amtsgerichts. Die Miete hat er fast schon abgeschrieben. Auch er hat das ganze Spiel mitgemacht.

Seine Räumungsklage wird im März verhandelt und eine weitere Strafanzeige wegen Unterschlagung von Briefen hat er bereits gegen F. gestellt. Für heute ist die Verhandlung beendet. »Das ist nunmal unser Rechtsstaat«, sagt der Richter. Den Geschädigten ist das allerdings nur schwer begreiflich zu machen.

Von Jan Guldner

Mehr zum Thema: Pforzheim - Das üble Spiel der "Mietnomadin"

06.03.2008 - aktualisiert am 06.03.2008 11:09



Quelle:http://www.sw-online.de/wm?catId=7828058&artId=12674764

endlich mal ein Urteil in die richtige Richtung !

Ich kann nur hoffen, dass allmählich in der Rechtsprechung ein Umdenken, weg von Täter- zu Opferschutz stattfindet !

MFG
Alle 23 Antworten
18.03.2008, 15:43 von Sledge_Hammer
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Warum kaufen Sie sich eigentlich kein Eigentum?


Grad kein Kleingeld zur Hand :-(
18.03.2008, 15:25 von Augenroll
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Das zeigt leider einmal mehr das Sie anscheinend keinen blassen Schimmer haben wie sich Kosten zusammensetzen

Na dann schlüsseln Sie doch bitte mal die Kosten auf und belehren mich eines Besseren!

Warum kaufen Sie sich eigentlich kein Eigentum?
Haben wir doch vor. Aber weil das Sparen auch wegen hoher Miete in letzter Zeit viel schwerer geworden ist, dauert es noch etwas. Aber die Immobilienpreise kommen uns ja entgegen.

18.03.2008, 12:03 von Urmelie
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@ AR

50.000 halten Sie für übertrieben?
Das zeigt leider einmal mehr das Sie anscheinend keinen blassen Schimmer haben wie sich Kosten zusammensetzen

Wir haben selbst mal so etwas erlebt, vollkommene Zerstörung, sogar 90.000 Euro Schaden. Das hätten wir alles von einem Gutachter belegen lassen müssen, und dennoch nichts einklagen können....
wer will dem Mieter auch den täglichen Kaviar streichen?

Ich habe einen viel besseren Weg gefunden: Manchmal ist die Presse auch für den Vermieter gut
Ich habe alles ins Fernsehen gebracht, lief überall auf Sat1, RTL , Pro 7. Die beste Beweissicherung die man sich denken kann.
Und als Nebeneffekt weiß bei uns in der Gegend nun jeder was von diesen Leuten zu halten ist.

Brachte zwar kein Geld,(Hartz 4) aber Genugtuung

Warum kaufen Sie sich eigentlich kein Eigentum?

MfG
18.03.2008, 09:52 von Augenroll
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War da nicht auch noch die Verfassung ?

Richtig @Jobo, danke für den Hinweis.

Ich habe "gerecht" ja auch nicht umsonst in "" gesetzt.

Das Thema ist eben sehr vielschichtig.
18.03.2008, 09:40 von Jobo
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In einer Demokratie ist i. Allg. (bzw. sollte es sein!) das "gerecht" was die Mehrheit der Leute als "gerecht" empfindet.
War da nicht auch noch die Verfassung ? Das Empfinden einer Mehrheit ist und darf nicht alleine das Regelwerk für "gerecht" sein.
Denn was die "Mehrheiten" richtig finden und fanden hat speziell in unserem Land schon seine Abgründe aufgezeigt.

Jobo
18.03.2008, 09:20 von Augenroll
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Hallo Himme,

Was daran gerecht sein soll, weiß ich nicht.

In einer Demokratie ist i. Allg. (bzw. sollte es sein!) das "gerecht" was die Mehrheit der Leute als "gerecht" empfindet.

Als VM kommt man sich immer mehr ausgebeutet vor.

Das ist Ihre subjektive Sichtweise! Erweitern Sie doch einfach mal Ihren Horizont für die Ansichten andere Menschen, und versuchen sich in diese hineinzuversetzen.

Versuchen Sie bitte, diese Fragen zu beantworten:

Wer hat warum ein Interresse an niedrigen Mieten bzw. "armen" Vermietern?

Wer hat warum ein Interresse an hohen Mieten bzw. "reichen" Vermietern?

Versuchen sie bitte, nicht nur Mieter und Vermieter in Ihre Überlegungen einzubeziehen!

Viel Spaß beim Denksport! wünscht Ihnen AR
07.03.2008, 17:51 von Apfelkuchen
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bis übernächsten Mo

Trolli macht Urlaub ???

Echten Urlaub oder auf "gelbem Schein" ??
07.03.2008, 16:06 von Augenroll
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Was daran gerecht sein soll, weiß ich nicht.

Na dann überlegen Sie mal, wenn sie bis übernächsten Mo nicht drauf gekommen sind, werde ich das nochmal erklären.

Als VM kommt man sich immer mehr ausgebeutet vor.
Als Mieter aber auch! Was sagen Sie nun?

07.03.2008, 13:30 von himme
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Folgendes gilt:

Wohnung ist mangelhaft --> Mieter darf *sofort* kürzen (auch wenn der VM nichts dafür kann).

aber es gilt auch:

Miete ist mangelhaft / wird nicht gezahlt --> VM wird den Mieter erst nach einer *langen, verlustreichen Zeit* los; Kosten 50 000 Euro sind absolut realistisch

Was daran gerecht sein soll, weiß ich nicht. Als VM kommt man sich immer mehr ausgebeutet vor.

06.03.2008, 14:16 von stefan_nuernberg
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Hat er doch schon gesagt, daß er das zu gegebener Zeit reinstellt. Im übrigen:

Behauptungen müssen nachgewiesen werden, das ist alles.

Ich werde ebenfalls bei Ihren teils sehr geistreichen Behauptungen darauf zurückkommen!

Stefan
06.03.2008, 14:12 von Augenroll
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was ich schreibe kann ich auch erklären und belegen.

Na dann tun Sie es doch einfach und eiern nicht herum.
06.03.2008, 14:08 von tommytulpe
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@ det 11,

was ich schreibe kann ich auch erklären und belegen.
Trolli hingegen dürfte da bei manchen geistigen Ausuferungen seine Probleme haben.
06.03.2008, 14:05 von det11
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Dem würd ich garnix erklären
06.03.2008, 14:04 von Jobo
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und zum eigentlichen Tread hat Augenroll mal wieder nichts zu sagen ?

Will nur stänkern, deshalb auch der neue Tread zu Thema 50.000 Schaden!

Er ist eben nicht lernfähig.

Jobo
06.03.2008, 14:04 von Augenroll
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diese werde ich nach Ablauf der Widerspruchsfrist hier veröffentlichen.

Wenn Sie das denn tun, wäre doch alles in Ordnung!

Behauptungen müssen nachgewiesen werden, das ist alles. Das wollten sie erst nicht, das war mir unverständlich, denn dann dürften sie auch nichts behaupten.

Sonst kann ja jeder schreiben was er will.

weil Ihr Arbeitgeber Sie nicht auslastet

Bitte persönlich beleidigende Behauptungen nachweisen!

06.03.2008, 13:51 von tommytulpe
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Trolli Trolli,

das Sie hier viel dummes Zeug schreiben, weil Ihr Arbeitgeber Sie nicht auslastet, war mir schon bekannt. Aber dass Sie dumm, persönlich beleidigend und ein Agro-Typ sind war mir bisher nicht bekannt.
06.03.2008, 13:47 von tommytulpe
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Hallo Trolli,

die Kosten stehen so als geschätzte Kosten des Richters in der Urteilsbegründung, diese werde ich nach Ablauf der Widerspruchsfrist hier veröffentlichen. Aber Danke für die Unterstelung. Für Herrn Trolli zur Info: Es handelt sich um ein 195 Jahre altes Fachwerhaus. In diesen Haus sind ca. 120 m² Putz (Lehmputz) von den Wänden entfernt worden und diese Flächen sind neu verputzt. UNBEZAHLBAR wenn es wieder mit Lehm ausgeführt werden sollte. Also mineralischer Putz. In drei Zimmern, ca. 70 m², müssen die Holzdielen mit den darunter befindlichen Lehmdecken entfernt werden. In diesen Zimmern ist alles mit Tierfäkalien durchtränkt. Also kann es durchaus sein, dass der vom Richter genannte fünfstellige Betrag kurz vor sechsstellig endet. Genug aufgedröselt?
06.03.2008, 13:45 von Augenroll
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@tommytulpe,

Da sie die genannte Summe nicht näher spezifizieren wollen, halte ich diese Summe schlichtweg für Spinnerei und gelogen!

Sie wollen hier doch nur allgemein billig Stimmung damit gegen Mieter allgemein machen.

Dabei Leben Sie doch von den Mietern. Denn ohne Mieter->keine Miete!

Ich finde Ihre Einstellung widerlich! Das Geld der Mieter katzbuckelnd nehmen und hintenrum schlechtmachen!
06.03.2008, 13:38 von tommytulpe
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Unser RA hat seinem RA jetzt geschrieben. Nachfrist zu Abholen der Sachen bis zum 12.03.2008. Danach geht die Gefahr des zufälligen Unterganges auf Ihren Mandanten über. Das Problem: Sein RA hat wahrscheinlich auch keinen Kontakt mehr zur Made. Denn auch er will noch Geld von ihm haben. Der Richter hat es abgelehnt, die Kosten (Prozesskostenübernahme) dieses RA vom Steuerzahler begleichen zu lassen. Fand ich richtig gut.
06.03.2008, 13:33 von Augenroll
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Ca. 50.000,00 € auf denen wir sitzen bleiben werden.

hallo tommytulpe,

können Sie bitte mal die Summe aufdröseln?

Ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, dass das alles fehlende Mieten und Sachbeschädigung sein sollen!

Vielleicht haben Sie die Kosten ja auch etwas maximiert, bzw. Sachen mit aufgenommen, die der Mieter gar nicht zu vertreten hat????
06.03.2008, 13:32 von Cora
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Ich würde den Kram fotografieren und entsorgen, eine Anzeige würde ich gern in Kauf nehmen und ansonsten kann ichüber den Artikel nur den Kopf schütteln und mich fragen: wo leben wir hier eigentlich?

Welches "Recht" wird hier für wen gesprochen?
06.03.2008, 13:21 von det11
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Spermüll
06.03.2008, 12:45 von tommytulpe
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Auch wir waren fassungslos als wir unser Wohnhaus von innen gesehen haben. Seit Januar wird jetzt renoviert. Die Arbeiten werden im April abgeschlossen sein. Ca. 50.000,00 € auf denen wir sitzen bleiben werden. Einziger Trost, der Nomade wollte per einstweiliger Verfügung wieder einzeihen. Der Richter hat nein gesagt. Die Möbel und Haseeligkeiten unserer Made lagern nun in unserer Doppelgarage. Rein rechtlich müssen wir das Zeug 30 Jahre aufheben. Die Made wird sich nicht mehr sehen lassen, weil polizeilich gesucht. Bitte zweckmäßige Lösungsvorschläge. Danke.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
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