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18.10.2010, 11:29 von vretenoProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Falschangaben zum "Dauerbesuch"
Hallo,

wir haben folgendes Problem: Der Mieter einer unserer Wohnungen hat unserer Meinung nach die Wohnung an seine Freundin untervermietet. Der Mieter wohnt seit Juli 2008 und seit November 2008 ist er mit der Dame liiert. Zu Beginn war sie fast nur an den Wochenden da. Mit dem Laufe der Zeit ist sie nun ständig da. Auf unsere Frage ob Sie denn eine eigene Wohnung besitze, sagte er ja und das diese "momentan" renoviert wird. Daher würde sie mehr Zeit bei ihm verbringen da ihre Wohnung voller Kartons etc. ist. Er teilte uns dabei mit, sie sei in seine Eigentumswohnung gezogen (ein kleines Apartment) und erklärte meinem Mann auch wo sich diese Wohnung befindet. Nach mehrere Wochen fragten wir erneut nach der Wohnsituation. Nun teilte er uns mit, sie wohne noch bei ihm, weil er und Sie sich ein Büro mit kleiner Werkstatt angemietet haben und dieses nun höhere Priorität zwecks Renovierung hat.

Tja, und letzten bat mich meine Schwägerin mit ihr gemeinsam nach einer Eigentumswohnung für Sie zu suchen. Schwupps, haben wir "seine" Eigentumswohnung entdeckt und zwar angeboten von der Exfrau. In dem Inserat steht die Wohnung werde zum 01.11.2010 vom derzeitigen Mieter freigezogen. Ich ab zu der Adresse schaue die Klingeln bzw. Postkästen durch, nirgendwo ein Anzeichen auf die Freundin unseres Mieters. Habe nun aber dank unserer Ämter aber herausgefunden das Sie gemeldet ist in dem Büro bzw. der Werkstatt. Jetzt muss man dazu sagen, das es sich dabei um ein nicht bewohnbares Objekt handelt, welches eher als baufällige Ruine betrachtet werden darf. Es gibt zwar eine Toilette mit Waschbecken, aber keine sonstigen Waschmöglichkeiten.

Die Nebenkostenpauschale wird im Haus auf die Köpfe verteilt (Wasser, Abwasser, Allgemeinstrom, Müll,), lediglich für Gas und Strom haben die Mieter einen separaten Zähler und zahlen direkt an den Versorger. Die Wohnung ist nun einmal eingetragen mit einer Person, nicht mit zweien. Er wäscht ja auch ständig ihre Wäsche und blockiert damit tagelang die Wäscheleinen die auch für die anderen Hausbewohner gedacht sind. Ihre Arbeitsmaterialien, Koffer etc. stehen ständig im Flur rum. Mehrfach haben wir darum gebeten das der Hausflur frei gehalten wird. Mitten in der Nacht rücken die die Möbel zur Seite, sie läuft in Plateau-Schuhen durch die Wohnung und mein zwei Jähriger Sohn zeigt schon immer mit dem Finger gegen die Decke weil die so ein Lärm machen. Im Sommer kann ich manchmal auf der eigenen Terasse nicht sitzen weil die bei offenem Fenster übertrieben laut ihrem Liebesleben nachkommen.

Wir haben mehrfach mit dem Mieter gesprochen, alles hat nichts gebracht. Was können wir tun? Einfach mahnen? Welche Paragraphen helfen?

Danke!
Alle 2 Antworten
22.10.2010, 15:00 von vreteno
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Hallo Gilhorn,

erst mal danke für die Antwort.
Ehrlich gesagt habe ich auch schon daran gedacht das wir auf jeden Fall vorsichtig vorgehen müssen bevor die Sache noch ein Eigentor wird.

Das mit den Nebenkosten wollte ich auch noch mal checken, wobei es mir persönlich nicht schlüssig ist, wieso man z.B. den Müll nach Quadratmetern berechnen sollte.

Ob ich nun wirklich gleich einen Anwalt kontaktieren will, überlege ich mir noch mal.

Habe jedenfalls schon angefangen Buch zu führen wann Sie im Haus übernachtet und wann Sie davon auch gegen die Hausordnung etc. verstößt. Das mit dem Wäsche waschen werde ich dann wohl auch noch notieren.

Danke noch mal und Gruß!
20.10.2010, 11:58 von Gilhorn
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Leider kann man nicht so einfach die § benennen, die "helfen".

Aber man kann davon ausgehen, dass die Dame bei Ihrem Mieter eingezogen ist. Allerdings müssen Sie genauestens nachweisen können, dass die Dame sich andauernd bei Ihrem Mieter aufhält und dort auch übernachtet. Bei einer Zeitdauer von 6 Wochen kann man schon nicht mehr von einem vorübergehenden Besuch sprechen. Führen Sie Buch über jeden Tag und jede Nacht, in der die Dame bei Ihrem Mieter übernachtet. Notieren Sie auch die Waschtage für die Wäsche der Dame, da dies ein Indiz für ein dauerhaftes Wohnen ist. Wenn Sie diese Buchführung erledigt haben, dann rate ich Ihnen dringend einen Anwalt für Mietrecht aufzusuchen. Tragen Sie diesem auch die übrigen Punkte vor. Es gibt genügend Ansatzpunkte hier vorzugehen, aber überlassen Sie die Taktik der Vorgehensweise auf jeden Fall einem Anwalt. Es müssen viele Dinge gleichzeitig beachtet werden, Sie verhedern sich nur und begehen Fehler, die auf Sie zurückfallen. Dann lassen Sie auch Ihre Mietverträge vom Anwalt prüfen, ob die Umlage nach Köpfen rechtlich zulässig ist. Es könnte sein, dass ansonsten die Angelegenheit zum Bumerang für Sie wird.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
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