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20.07.2007, 22:58 von KarinProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Erbschaftsteuer-Stop
Hallo,

der Verein Haus & Grund hat eine Seite eingerichtet, wo über die Erbschaftssteuer diskutiert werden kann (www.erbschaftsteuer-stop.de).

Ich habe mir die Argumente durchgelesen und bin der Meinung, daß die Erbschaftssteuer abgeschafft werden sollte. Natürlich mache ich mir keine Illussion hierüber, daß dieses in Deutschland passiert. Aber wenn der Staat doch maßvoller wäre....

Für Augenroll: Ja, auch ich habe mit der Erbschaftssteuer Bekanntschaft gemacht. Das war schon ein ziemlicher Schock. Es ist doch einfach makaber, daß der Staat vom Tod seiner Bürger noch profitiert.

Gruß Karin
Alle 30 Antworten
24.07.2007, 14:55 von Augenroll
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Hallo Chris512,

Zitat:
wie oft müssen EFH verkauft werden, weil der eine erbe den teil fürs finanzamt nicht locker hat...schade sowas, wenn erst deine eltern abdanken und du dann auch noch ihr haus verkaufen musst, um die steuern zu zahlen...


Das wird nie passieren, denn ein EFH ist locker mit in den Freibeträgen drin.

Ein EFH der Eltern brauchen die Kinder demnach nie zu verkaufen, da es steuerfrei ist.

Daher ist Ihr Beitrag lediglich als billigste Stimmungsmache anzusehen.

das ist ja dann noch viel schlimmer !!!

armes deutschland
24.07.2007, 14:36 von Mortinghale
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Hi Chris

Zitat:
aus gleichem grunde aus dem die vermögenssteuer abgeschafft wurde


Die "Doppelversteuerung" war nicht der Grund für die Abschaffung der Vermögensteuer.

24.07.2007, 14:30 von Chris512
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zur erbschaftssteuer kann ich nur eins sagen:

wie kann es sein, dass vermögen, welches aus bereits versteuertem einkommen (einkommensteuer ect...) angeschafft wurde, nochmals versteuert wird ?!?

das ist ja genau so wie die mwst auf die mineralölsteuer...

aus gleichem grunde aus dem die vermögenssteuer abgeschafft wurde, sollte auch die erbschaftssteuer abgeschafft werden, denn einmal steuern pro verdientem € reicht.

wie oft müssen EFH verkauft werden, weil der eine erbe den teil fürs finanzamt nicht locker hat...schade sowas, wenn erst deine eltern abdanken und du dann auch noch ihr haus verkaufen musst, um die steuern zu zahlen...

das problem ist doch:

würde der staat besser haushalten mit seinem geld, dann müsste er nicht auf teufel komm raus überall nach möglichkeiten suchen noch mehr geld in die kassen zu spülen.

24.07.2007, 13:27 von zaunkoenig
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Hallo,

informieren = Wissenserweiterung

Wissenserweiterung = Erkennen von neuen und anderen Möglichkeiten

Erkennen von neuen und anderen Möglichkeiten = Vorteilsverschaffung

Vorteilsverschaffung = Gewinn oder Nutzziehung

Was hat dies mit "Und ewig schleichen die Erben" zu tun. Da hilft doch Information erst recht dem entgegenzuwirken. Letztlich ist der Staat doch auch nur ein "Schleicher" (sogar der größte).

24.07.2007, 10:31 von Augenroll
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informieren = agitieren, überreden???
24.07.2007, 10:14 von cavalier
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@Augenroll,

Zitat:
Denn das Vermögen gehört immer noch dem Erblasser so lange er nicht tot ist. Und er bestimmt allein, was damit geschieht!!!!

Richtig

taxpert schrieb
Zitat:
Das wichtigste ist mit Sicherheit sich als (zukünftiger) Errblasser rechtzeitig zu informieren und sein Vermögen entsprechend zu schichten
24.07.2007, 09:53 von Mortinghale
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Zitat:
Denn das Vermögen gehört immer noch dem Erblasser so lange er nicht tot ist.


Da stimme ich Dir voll zu.

Zitat:
Und er bestimmt allein, was damit geschieht!!!!


Das wäre das wünschenswerte Ziel, aber leider steht dem das Erbschaftsteuerrecht entgegen.
Der zukünftige Erblasser kann sich nicht einfach ruhig zurücklehnen und die Früchte seines Lebens betrachten, sondern muß wie verrückt "tricksen", um zu verhindern, daß ein Großteil dieser Früchte nach seinem Tod "den Bach runter" geht.

24.07.2007, 09:35 von Augenroll
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Ich finde, die Freibeträge sind so hoch, dass sowieso nur ein kleiner Bruchteil der Erben Erbschaftssteuer bezahlen muss. Diese Frage betrifft also auch nur einen kleinen Bruchteil der Gesellschaft. Das so etwas hier immer wieder gern diskutiert wird, lässt tief blicken...

taxpert schrieb,
Zitat:
Das wichtigste ist mit Sicherheit sich als (zukünftiger) Errblasser rechtzeitig zu informieren und sein Vermögen entsprechend zu schichten!

So eine Beeinflussung finde ich moralisch zutiefst fragwürdig. Denn das Vermögen gehört immer noch dem Erblasser so lange er nicht tot ist. Und er bestimmt allein, was damit geschieht!!!!

22.07.2007, 11:07 von Cora
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Hallo zaunkönig

ich bin an einer "Filiale" interessiert
22.07.2007, 10:23 von Ulrich
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cavalier schrieb:

Zitat:
Zitat:
Wie sieht es denn mit Italien aus ?


2001 abgeschafft.

2007 wieder eingeführt.



Diese 6 Jahre Pause hat Herr Berlusconi vermutlich genutzt, um die Schäfchen seines Clans ins Trockene zu bringen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
22.07.2007, 07:30 von zaunkoenig
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Hallo,

Zitat:
Erbschaftsteuer-Hilfeverein


Gute Idee!

Gründungssatzung für Dachverband ist entworfen. Montag beantrage ich Zulassung. Natürlich werde ich noch verschiedene Namens- und Schutzrechte beantragen (möchte eine Monopolstellung haben). Und wer mag, der kann sich in einer Art "Franchising" das Recht zur Eröffnung einer Ortsgruppe erkaufen.

Warum nur den Staat am Lebensumstand "Tod und Erbe" verdienen lassen.



21.07.2007, 23:15 von Mortinghale
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Und ich hab schon gedacht
Erbschaftsteuer-Hilfevereine

21.07.2007, 23:03 von taxpert
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@ Mortinghale
Da hätten wir noch die Steuerbevollmächtigten (müssten zumeist schon sehr betagt sein!), z.T. Notare, Wirtschaftsprüfer...
21.07.2007, 22:54 von Mortinghale
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Zitat:
und ähnlichen
???

21.07.2007, 22:44 von Ulrich
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Zitat:
Oder welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es?


Hier gibts ein paar allgemeine Tipps:

http://www.finanztip.de/recht/erbrecht/erbschaftsteuer-checkliste.htm
21.07.2007, 22:36 von taxpert
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@ verzweifelter

Das wichtigste ist mit Sicherheit sich als (zukünftiger) Errblasser rechtzeitig zu informieren und sein Vermögen entsprechend zu schichten! So wird es auch nach der nächstan Änderung im ErbSt-Recht immer sog. begünstigtes Vermögen geben.

Eine auch nur annähernde Darstellung würde hier den Rahmen sprengen. Eine solche Beratung müsste exakt auf die tatsächlichen Umstände abgestimmt werden (z.B. Vorerwerbe) und darf nach dem Steuerberatergesetz nur von Stb, RA und ähnlichen durchgeführt werden!

taxpert
21.07.2007, 22:33 von Mortinghale
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Zitat:
Weil der Erblasser sich nicht darum kümmerte


Hauptsächlich deshalb.

21.07.2007, 22:22 von verzweifelter
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Hallo,

Zitat:
Das macht "man" garnicht, allenfalls der (zukünftige) Erblasser.

Und die, die hier im Forum Erbschaftsteuer gezahlt haben, werden hierfür wohl keine Gestaltungsmöglichkeiten gehabt haben.


Also bitte nicht falsch verstehen! Ich will ja nur dazu lernen.
Wie macht das der zukünftige Erblasser?
Und warum haben diejenigen hier, welche Erbschaftssteuer zahlten, keine Gestaltungsmöglichkeit gehabt? Weil der Erblasser sich nicht darum kümmerte? Oder welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es?

verzweifelter
21.07.2007, 21:56 von Mortinghale
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Das macht "man" garnicht, allenfalls der (zukünftige) Erblasser.

Und die, die hier im Forum Erbschaftsteuer gezahlt haben, werden hierfür wohl keine Gestaltungsmöglichkeiten gehabt haben.

Beim Beispiel "Italien" bestand die beste Gestaltungsmöglichkeit darin, pünktlich zu sterben.

21.07.2007, 21:35 von verzweifelter
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Hallo,

mal eine andere Frage: Wieviel Immobilien erwartet Ihr oder habt Ihr schon geerbt? Sorry diese Indiskretion, ich will ja auch gar keine Zahlen.
Aber es gibt ja auch Freibeträge, vor allem für nahe Verwandte, also wenn ein Elternteil eine Immo an ein Kind vererbt.
Mit etwas Glück liegt man darunter.
(Soll jetzt aber nicht heissen, dass ich das Zahlen von Steuern schön finde, oder dass ich hier gegen Leute stänkern will, die jede Menge Immos geerbt haben oder ein solches Erbe noch "erwarten"!)

Vielleicht könnt Ihr auch folgendes ein bisschen näher erklären:
Zitat:
Die Erbschaftsteuer ist doch etwas, auf das man sich zu Lebzeiten sehr gut vorbereiten kann. Es ist gewissermassen der "Kunstleistungskurs" unter den Steuern, da nirgendwo sonst die Möglichkeit besteht Steuern zu gestalten (bis hin zur Totalvermeidung).

Zitat:
Aber man muß zaunköenig Recht geben, bei kaum einer anderen Steuer läßt sich die tatsächlich Belastung steuern wie bei der ErbSt!

Erklärt mal einem Neuling ein bisschen, wie man es macht.

verzweifelter
21.07.2007, 19:53 von Shadow1977
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Moin moin!
Na ja, Ansichtssache.
Ich bin beim besten Willen auch kein Freund der Erbschaftsteuer, da dies in meinen Augen eine Art Doppelbesteuerung ist. Der verstorbene hat auf seinen Besitz schliesslich schon Steuern bezahlt, und dies muss erneut versteuert werden.
Andererseits wird in den nächsten Jahren so dermaßen viel vererbt, dass da der Staat kaum nur zuschaut und seine Finger nicht aufmacht.
Aber im Vorfeld kann man steuerlich gesehen viel "jonglieren", so dass die Erbschaftsteuer enorm gemindert werden kann. Hier rentiert sich ggfs. ein guter Steuerberater enorm .
21.07.2007, 18:55 von taxpert
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Als erstes vorweg: Auch ich bin kein Freund der Erbschafts- und Schenkungssteuer! Im Studium habe ich zwar beim diesem Thema, wie auch bei der Vermögenssteuer (Gott hab' sie selig!) zwar gedacht: "Wenn die anfällt habe ich wenigstens was bekommen!", aber die Zeiten und Meinungen ändern sich!

Aber man muß zaunköenig Recht geben, bei kaum einer anderen Steuer läßt sich die tatsächlich Belastung steuern wie bei der ErbSt! Dafür muß man noch einmal Alois Müller heißen!

Aber im Ernst!

Steuern sind Geldleistungen, die nicht eine Gegenleistung für eine besondere Leistung darstellen und von einem öffentlich-rechtlichen Gemeinwesen zur Erzielung von Einnahmen allen auferlegt werden, bei denen der Tatbestand zutrifft, an den das Gesetz die Leistungspflicht knüpft; die Erzielung von Einnahmen kann Nebenzweck sein (§3 Abs.1 Abgabenordnung 1977).

Hintergedanke einer jeden Steuer ist, dass jeder seiner Leistungsfähigkeit des Steuersubjektes. Je höher die Leistungsfähigkeit, desto höher die Steuer! Wer erbt ist unzweifelhaft in seiner finanziellen Leistungsfähigkeit gestärkt (sonst würde er/sie ja das Erbe ausschlagen!). Vom Grundsatz her stimmt daher die Besteuerung des Erwerbs im Rahmen Schenkung/Erbe!

Man darf auch einen anderen Gedankengang nicht vergessen! Maßgebend für den Staatshaushalt sind nicht unbedingt die Einnahmen, sondern die Ausgaben! Und die sind leider in großen Teilen fix! Schafft man daher die ErbSt ab, so muß die entstehende Lücke in den Länderfinanzhaushalten (denen steht die ErbSt zu!) durch andere Steuern oder Abgaben gestopft werden! Ob sich der einzelne dann tatsächlich besser steht ist fraglich, da der Tatbestand, an den die Leistungspflicht gebunden ist, auch wieder jeden treffen kann!

taxpert
21.07.2007, 18:04 von zaunkoenig
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Hallo,

Die Erbschaftsteuer ist doch etwas, auf das man sich zu Lebzeiten sehr gut vorbereiten kann. Es ist gewissermassen der "Kunstleistungskurs" unter den Steuern, da nirgendwo sonst die Möglichkeit besteht Steuern zu gestalten (bis hin zur Totalvermeidung).

Leider ist Tod und Erbfolge etwas, worüber der Deutsche nur ungern spricht - eine Art Tabuthema. Daher setzt man sich auch nicht zu Lebzeiten mit der Erbschaftsteuer auseinander sondern meist erst dann, wenn der Steuerfall eingetreten ist.

Persönlich bin ich auch kein Freund der Erbschaftsteuer. Das sehen auch einige Parteien so, können sich allerdings mangels politischer Machtstellung nicht durchsetzen.
Es ist schon sehr merkwürdig, dass sich hier der Staat an etwas beteiligt, was er im vorhinein schon deutlich besteuert hat, teilweise mit einer Belastung von bis zu 70 Prozent in der Spitze.

Argumente für die Erbschaftsteuer lässt sich nur eines finden. Steuerliches Schmarotzertum an einem unausweichlichen Lebensumstand. Denn der Erblasser, reskpektive die Erben müssen ohnehin mit der "Beseitigung der Lebensumstände und Lebensnachfolgeumstände" aufkommen. Dem Staat in Form der Regierung, der Länder und der Kommunen entsteht also kein Aufwand, den sie (und damit die Allgemeinheit) zu tragen hätte.

Die in diesem Jahr auf den Weg gebrachte Gesetzesvorlage zur Erbschaftsteuerreform wurde ja vorläufig verschoben, da das Bundesverfassungsgericht noch Entscheidungen zu treffen hatte, die unbedingt in die Gesetzesreform hineingehören. Was allerdings jetzt noch vom ursprünglichen Plan übrig bleibt, ob Freibeträge erhöht oder gesenkt werden, das bleibt abzuwarten.
Vielleicht fällt die Gier des Staates aber in Anbetracht der momentanen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der hieraus sprudelnden Steuereinnahme etwas milder aus.

Warten wir es ab. Und bis dahin nehme der Steuerbürger in seiner Eigenschaft als politischer Willensträger (Wähler) doch seine Aufgabe wahr und bringt seinen Willen denjenigen gegenüber deutlich zum Ausdruck, die sich als Volkes Vertreter so gerne mit Lorbeeren schmücken. Hier haben sie uneingeschränkt die Möglichkeit sich selbige zu verdienen.

Ich glaube es war genau heute auf den Tag, als Graf Stauffenberg den Aufstand gegen das diktatorische NS-Regime durch das Attentat auf den Exil-Österreicher zum Ausdruck brachte. Gott sei Dank benötigt man solche Methoden in Anbetracht der Möglichkeiten der politischen Willensentscheidung nicht mehr. Aber der Umstand, dass es demokratischer in der deutschen Welt zugeht bedeutet ja nicht zwangsläufig, das man nicht mehr aufbegehrt und den Widerstand nachdrücklich zum Ausdruck bringt gegenüber denjenigen, die sich als "Herrscher" haben wählen lassen und regieren, und gegenüber den Dingen, die sozialunverträglich sind, ja sogar wirtschaftlich einer Vernichtungsmaschinerie gleichen.

21.07.2007, 16:32 von cavalier
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Zitat:
Wie sieht es denn mit Italien aus ?

2001 abgeschafft.

2007 wieder eingeführt.

21.07.2007, 16:27 von Mortinghale
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Wie sieht es denn mit Italien aus ?

21.07.2007, 15:18 von Ulrich
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Zitat:
"Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen."

Goethe, Faust I


Die Erbschaftsteuerbelastung ist hier im internationalen Vergleich mäßig; in Europa ist es nur in Österreich, Schweiz und Liechtenstein günstiger.
21.07.2007, 12:59 von Mortinghale
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Glückspilz

21.07.2007, 12:02 von michael_aug
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Da bin ich auch deiner Meinung. Letztes Jahr musste ich an den Staat wegen der Erbschaftssteuer ca. 60.000,00 € zahlen...
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
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