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03.03.2007, 18:27 von EumeljoggerProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Er ist weg - Ein Mietnomade verschwindet!
Hallo zusammen,

8 Monate Mietrückstand, die Räumungsklage voll am Laufen, da finden wir am 01.03.2007 sämtliche Schlüssel der Wohnung im Briefkasten.

Mit angehaltendem Atem gehen wir am Nachmittag rein, er ist tatsächlich weg, das Appartement bis auf ein Bügelbrett, jede Menge Putzmittel und ein Pizzaöfchen leer. Ich bin so froh, es ist zwar nix renoviert und auch nix geputzt, dafür aber alles ganz und nirgendwo Maden oder sonstwas ekliges.

Geärgert habe ich mich nur über die Aufkleber, die er viermal im Bad angebracht hat, am Spülkasen, auf dem Toilettendeckel am Waschbeckenrand und am nicht einmal ein Jahr alten Spiegelschrank: "Nach dem Besuch der Toilette Hände waschen und desinfizieren". Hört sich nach öffentlichem WC an, er hat aber alleine dort gelebt. Wahrscheinlich musste er sich selbst immer ans Händewaschen nach den "Geschäften" erinnern.

Mein RA sagt ich solle die Sachen von ihm noch drei/vier Wochen aufheben und alles fotografieren. Was meint ihr dazu, kann ich den Scheiß nicht einfach zum Sperrmüll tun bzw. in den Müll werfen, ich will nichtmal durch einen Spülmaschinentab an diesen Typen erinnert werden.

RA meinte auch ein "erledigt" ans Amtsgericht würde bedeuten, dass ich die Kosten tragen müsste, es ist Räumungs- und Zahlugnsklage gestellt. Welche Erfahrungen habt ihr? Ich möchte den ganzen Kram so schnell wie möglich hinter mich bringen und dachte es wäre am einfachsten, dem AG mitzuteilen, dass sich die Sache erledigt hat. Scheint laut RA aber nicht so zu sein. Und was ist mit der Kaution, darf ich das Geld auf jeden Fall behalten, mein RA drukste da so komisch herum, weil mein ehemaliger Mieter knappe 70.000 EUR Schulden hat, 4.000 davon bei mir und private Insolvenz angemeldet hat.

Jedenfalls bin ich erstmal froh, dass er raus ist und dass bis auf putzen, streichen und neue Lampen keine großen Kosten entstehen werden.

Allerdings habe ich vor eine andere Wohnungstür einbauen zu lassen. Das Haus ist alt und die Türen einschließlich der Schlösser sind grauenhaft. Wer macht mir sowas, nur der Schreiner und was kostet sowas?

Ich danke euch schon mal im voraus für Antworten!

LG Eumeljogger
Alle 7 Antworten
06.03.2007, 11:00 von Jutetuetchen
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Hallo,

ich sehe das genauso wie rrutz und würde es auch genauso machen - alles andere kostet unnötiges Geld - nämlich DEIN Geld was Du niemals nie wiedersehen wirst.

Da der Mensch sein InSo am laufen hat kannst Du Dir wirklich alles weitere was zusätzliches Geld kosten würde sparen, der ist nach 6 Jahren schuldenfrei (keiner der Gläubiger hat vermutlich nicht einen Cent gesehen und bleibt auf den Forderungen sitzen.)

"Freu" Dich dass Du wenigstens die Kaution noch hast - besser als nichts ! Muss man leider schon so sagen. Evtl. wg. der Kaution nochmal nachfragen nicht dass die mit in die "als Masse in die Insolvenz zur Tilgung fällt" (deswegen könnte der RA "gestutzt haben" (würde ich aber mal bei dem Inso Gericht anfragen).....

LG
05.03.2007, 09:44 von Augenroll
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Anhand ihrer Schilderung kann den Vorrednern nur zugestimmt werden. Der Anwalt verdient gut an Ihnen und vertritt offensichtlich nur seine eigenen Interessen (hochtreiben seiner Gebühren)

Für Sie ist aber das Wichtigste, dass der Mieter weg ist und die Wohnung aufgegeben hat. Es sollte auch kein Problem sein, die restlichen Sachen noch etwas aufzuheben (nur zur Sicherheit), wie lange gesetzlich vorgeschrieben ist, weiß ich aber auch nicht.

Grüße AR
04.03.2007, 09:07 von Mieterliebe
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@Fixfeier

Zitat:
mein ehemaliger Mieter knappe 70.000 EUR Schulden hat, 4.000 davon bei mir und private Insolvenz angemeldet


sache selber abbrechen - brief zum AG und anwalt wechseln!!!

Zitat:
Sicher hat Dein Anwalt Interesse daran das Verfahren weiter durchzuziehen - schließlich verdient er daran.


sonst ist hier alles gesagt.

die in der wohnung hinterlassenen sachen brauchst du auch nicht aufheben - der mieter hat dir die schlüssel in den briefkasten geworfen - demzufolge hat er das interesse an der wohnung/sachen aufgegeben.

die aufkleber gehen mit einem föhn leicht ab (warme luft ) - eventuelle rückstände mit feuerzeugbenzin.

strom/gas auf leerstand anmelden - einwohnermeldeamt anrufen und die gemeldeten mieter mit denen abgleichen; gegebenenfalls korrigieren.

ab 01.04. wieder vermieten. - selbstauskunft und mieterzeugniss bei den neuen mietern vor vertragsunterzeichung fordern

grüße

03.03.2007, 22:05 von Fixfeier
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bist du bereit nachzuforschen (kostet Geld), oder hast du schon?

Die Frage ist doch, ob bei einer Vollstreckung Zahlung zu erwarten ist. Wenn nicht ist die Empfehlung deines Anwaltes durchaus nachvollziehbar, oder?
03.03.2007, 20:55 von prinzregent
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Zitat:
dass sich die Sache erledigt hat


.... stopp ! so einfach ist das nicht ! Die deutsche Justiz will schliesslich FETT an Dir verdienen. Du wirst, wie dein Anwalt gemeint hat, alles bezahlen müssen.

Wie rrutz empfehle ich dir, selbst !!! ein Schreiben ans Amtsgericht zu senden, das spart Kosten ein.

Wegen der Haustür, ich würde einige Baumärkte abklappern, Hornbach und wie die alle heissen. Such dir ne passende Tür aus ( ab 500 Euro) und lass die von einem Fachhandwerker einbauen. Rechne mit ab 1.000 Euro ... all inclusive.

Holz hält länger als Kunststoff ...

und ich gratuliere, dass du diesen Mietnomaden so "billig" losgeworden bist.
03.03.2007, 20:28 von Sommer
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Also zu dem Thema Wohnungstür: Ich würde mir einen Tischler holen der sich das anschauen soll. Gerade im Altbau kann man die Türen oft durch Überarbeiten sehr schön herrichten; das "Grauenhaft" muß nichts bedeuten....heutige Türen sind oft wesentlich schlechterer Qualität (furniertes Pappmachée sozusagen) und da Du oft beim Wechsel auch die Zarge grundlegend ändern musst (oft stimmt nicht mal mehr das Maß), ist der Neueinbau auch nicht grad billig.

Preiswert wird das alles also eh nicht.

Und die nächste Räumungsklage machst Du bitte selbst - diese RAs kosten ein Vermögen und für einen simplen Zahlungsverzug kann man das wirklich selber machen....wesentlich billiger und vor allem schneller da die Anwälte ganz gerne rumdöseln und Fristverlängerungen beantragen....wegen "Arbeitsüberlastung".
Das nur als Tipp, den Rest hat ja rrutz schon geschrieben...

S.
03.03.2007, 18:40 von rrutz
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Hallo,

die Kaution ist unter anderem als Sicherheit für die Mietzahlungen gedacht - also Kautionsabrechnung erstellen und einbehalten...

Die Kosten fürs Gerichtsverfahren zahlst Du sowieso... und kannst dann versuchen sie vom Beklagten zurückzubekommen - also nicht möglich.

Sicher hat Dein Anwalt Interesse daran das Verfahren weiter durchzuziehen - schließlich verdient er daran.

Aber bei Insolvenz und hohen Schulden - Du bekommst sicher einen Titel - aber wo nichts ist kannst Du auch nichts holen - mit solchen "wertlosen" Titeln könnte ich mittlerweile eine ganze Wand tapezieren.

Also Erledigungsschreiben ans Amtsgericht, die bisher entstandenen Kosten mit in die Kautionsabrechnung und alles vergessen - schont auf jeden Fall die Nerven.

rrutz

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