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31.10.2005, 23:54 von ich_binsProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Energiepass
Zitat:
Energiesparpass löst Energiesparcheck ab

100.000 Ausweise pro Jahr

30.10.2005 Stuttgart - Die staatlich geförderten Energiesparchecks für Gebäude soll es nach den Worten von Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) in dieser Form nur noch im nächsten Jahr geben. Von Mitte 2006 an soll es dann einen Gebäudeenergiepass geben. «Künftig müssen Besitzer von Wohngebäuden bei Verkauf oder Vermietung ihrer Immobilien einen solchen Pass vorlegen», sagte Gönner in einem dpa- Gespräch. Gegenwärtig steuert das Land jährlich rund 400 000 Euro - das heißt 100 Euro pro Antragsteller - für den freiwilligen Check bei.

Das Land erwartet, dass zu Beginn jährlich rund 100 000 (und davon 35 000 für Ein- und Zweifamilienhäuser) der Pässe fällig werden - öffentliche Zuschüsse wird es dafür nicht geben. Der neue Pass soll 150 Euro für ein Einfamilien- und 500 Euro für ein Zweifamilienhaus kosten. Er soll zum Beispiel zeigen, wie viel Energie durch schlechte Dämmung eines Gebäudes verloren geht. Bei Neubauten gehört der Pass bereits zu den Standard-Dokumenten. Mit Blick auf die Einführung des des nach EU-Recht vorgeschriebenen Gebäudeenergiepasses verlangte Gönner eine bessere Qualifizierung der Handwerker.

Die Ministerin wies jedoch darauf hin, dass es bei der Einführung des Ausweises zu Verzögerungen von voraussichtlich einem halben Jahr kommen werde. Unklar seien bisher der genaue Wortlaut der Verordnung und die Details zu dem Gebäudeenergiepass. Ursprünglich sollte das Dokument von 1. Januar an Vorschrift sein.

Zwei von drei Wohngebäuden im Südwesten sind nach Angaben der Ministerin Baujahr 1977 oder älter. «Etwa 90 Prozent von den Wohngebäuden abgegebenes klimaschädliches Kohlendioxids geht auf diese alten Gebäude zurück», betonte Gönner. «Das sind rund 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich.» Mit besserer Fassaden- und Dachdämmung, dichten Fenstern und optimierten Heizanlagen lasse sich der Ausstoß aber halbieren, sagte die Ministerin.

Die nötigen Investitionen für eine Umrüstung der Bauwerke rechnen sich nach Angaben der Ministerin spätestens nach 20 bis 25 Jahren. «Wegen der steigenden Energiepreise wird dieser Zeitraum allerdings zunehmend kürzer», sagte Gönner. Von dem neuen Gebäudeenergiepass erhofft sich die Ministerin einen zusätzlichen Impuls zur Energieinsparung in Wohngebäuden. «Der Pass schafft Transparenz über die vor allem bei älteren Gebäuden nicht unerheblichen Energiekosten. Bei Mietern wie Käufern wird ein Bewusstsein für diese vielfach noch wenig beachteten Nebenkosten entstehen.»

(Internet: Förderprogramme: http://www.energiesparcheck.de und http://www.impulsprogramm-altbau.de
Quelle: dpa/lsw
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