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08.02.2007, 14:50 von Chris512Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Elektro Küchengeräte bei Vermietung der Küche
Hallo, ich bin neu hier.

Und habe auch gleich eine knifflige Frage.
Ich habe mehrere Wohnungen incl Küche vermietet. Meistens beträgt die Miete 25-50 € monatlich für die Küche. Somit rechnet sich die Anschaffung nach mehreren Jahren (8-10). Soeben musste ich einen Kühlschrank austauschen, nachdem der neue Mieter 3 Monate drin war. Der denkt sich natürlich: Toll, kaum bin ich drin gehn die ersten Geräte kaputt...er stand immerhin wg. Lieferproblemen 4 Wochen ohne Kühlschrank da. Ich denke mir: Der hebt 10 Jahre lang der Kühlschrank, und kaum ist der drin, geht er kaputt...

Meine Hauptsorge liegt aber bei den Spülmaschinen. Salz ist teuer, Siebreinigung aufwendig, und wenn das Geschirr blind wird ist es eh meistens zu spät. Der Mieter reagiert ja meist erst dann wenn gar nix mehr zu retten ist. Ich möchte meine Mieter also etwas dazu animieren mit den Geräten etwas sorgfältiger umzugehen. Ich würde gern eine Klausel vereinbaren, dass der Mieter einen Teil der Reparatur oder Neuanschaffung, falls nötig, selbst zu tragen hat. Kaum kostet es das eigene Geld, geht man doch mit den Sachen ganz anders um. Wenn mir alle 5 Jahre ein E-Gerät kaputt geht, dann rechnet sich das grad 0 auf 0, aber die Küche wird nicht abbezahlt. Verlange ich 100 € für die Küche, zieht keiner ein, klar oder.

Also wie kann ich das vertraglich rechtssicher formulieren, dass der Mieter einen Teil, z.b. 50 % max. 200 € im Jahr für defekte Geräte sei Reparatur oder Austausch notwendig selbst zu tragen hat. Fällt das unter Pech, wenn er 3 Monate nach Einzug einen neuen Kühlschrank mit bezahlen muss oder kann er da gegen mich vorgenen? Kann man das auch formulieren?
Und macht eine Wartung (die man ja umlegen kann) Sinn bei E-Geräten in der Küche? Ist ja nur Herd, Spülmaschine, Kühlschrank...

Schon mal Danke für die Tipps !

Gruß
Alle 8 Antworten
09.02.2007, 10:31 von Susanne
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Dies entspricht ja einem Leihvertrag, wie schon o.g.
Nach § 602 BGB kannst Du aber m.E. auch keine Reparatur vom Mieter verlangen!

Fakt ist allerdings: Geht während der Mietzeit was kaputt und der Mieter ersetzt z.B. ein Elektrogerät und baut nach der Mietzeit das alte, defekte Gerät wieder ein hast Du dagegen keinen Anspruch mehr.

Ich denke mal, die Mieter akzeptieren die Klausel deswegen, weil die meißten eh keine Ahnung vom Mietrecht geschweige denn vom Leihrecht haben.
09.02.2007, 07:26 von chum
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Folgende Klausel habe ich in meinem MV (von Haus & Grund unter § sonstige Vereinbarung) aufgenommen und habe seit Jahren keine Probleme (hatte bereits gepostet)

• Die Einbauküche wurde bei der Festsetzung des Mietzinses nicht berücksichtigt. Die komplett eingerichtete Küche (Gerätebeschreibung + Typ, Schrankbeschreibung) wird dem Mieter während der Mietzeit – unentgeltlich überlassen. Der Vermieter hat deshalb keine Verpflichtung, die eventuellen Reparaturkosten für die vorhandenen Elektrogeräte zu tragen, sowie für deren Neuanschaffung zu sorgen. Kostenbegrenzung für evtl. Reparaturen an der Küche (inkl. Elektrogeräte, Schränke, Sanitären Kücheneinrichtungen, weiteres Küchenmobiliar) gem. § 8 Kleinreparaturen, gilt nicht für die Küche. Die Küche ist vollständig und betriebsbereit und wurde von dem Mieter vor Einzug besichtigt bzw. geprüft. Gleiches gilt für die überlassenen Schränke. Sämtliche Betriebsanleitungen für die Elektrogeräte wurde dem Mieter übergeben.
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Eine Neuanschaffung älterer Geräte kann ich natürlich nicht verlangen, nur wenn ich nachweisen kann, dass z.B. ein Gerät entwendet wurde usw.
Mit dieser Klausel im MV habe ich wenigstens das Gefühl den Mieter zu sensiblisieren, die Sachen pfleglicher zu behandeln
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Ich denke, dass gewisser Anteil an Mieter nicht mit der Küche pfleglich umgehen werden; wenn eh alles abgegolten ist für EURO 25,-- / Monat für die Küche.
08.02.2007, 22:38 von ChristophL
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Das Elektro Küchengeräte irgendwann den Geist aufgeben, damit sollte man rechnen. Ich plane damit das die Geräte nach 7 Jahren ausgetauscht werden müssen.

Aber bei der nächsten Vermietung verlange ich auch einfach mal 25 Euro für die EBK, mal sehen ob das geht.

Gruß Christoph
08.02.2007, 17:08 von Susanne
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Möglicherweise wäre das als Individualklausel gültig, weiß ich aber nicht.
Für eine Individualklausel gilt aber: beide Parteien müssen darüber verhandelt haben. Wenn Du das als VM festlegst und nicht als Verhandlungsbasis, besteht halt die Möglichkeit, dass es nicht gültig ist.
Ich denke da an den jeweiligen Zusatz unter jedem § des Mietrechts: "Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam"
Voraussetzung wäre ja dann auch, dass die Sachen bei Mietbeginn jeweils neu sind (da Du ja den Vergleich zum Leasingfahrzeug gebracht hast)

Ich sehe allerdings bei Deiner Auslegung einen deutlichen Nachteil des Mieters, gerade in dem von Dir beschriebenen Fall, wenn nach 3 Monaten Mietzeit ein Gerät kaputt ist.

Ich denke, dass der Mieter nur Schäden zu begleichen hat, die schuldhaft auf ihn zurückzuführen sind, z.B. bei Fehlbedienung etc. - das fällt aber sowieso unter Schadenersatz.
08.02.2007, 16:55 von Chris512
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na man muss doch unter zusatzvereinbarungen schrieben können:

miete küche: 30 €
für reparaturen oder austausch der elektrogeräte der gemieteten küche trägt der mieter 50 % der kosten, max. 200 € insgesamt pro jahr.
der mieter ist damit einverstanden. nur wenn er sich das nach nem jahr doch anders überlegt ist ja egal was man vertraglich vereinbart hat...wenn das ein richter anders sieht;ob das anfechtbar ist...am ende ist die ganze klausel hinfällig.

bei nem leasingfahrzeug zahlt man reparaturen ja auch selbst...

oder kann man vielleicht die küchengeräte auch leasen und somit direkt umlegen in die nebenkosten oder so? ähnlich wie ne wartung oder so?

vermieten ohne küche ist keine alternative. ne küche kostet nochmal so viel wie die kaution, die meisten sind froh wenn sie sich keine küche kaufen müssen. und wer eine hat kann sie eh nicht ohne anpassung und erweiterungen, welche wiederum viel geld kosten, in die neue wohnung übernehmen. außerdem hat der vermieter die probleme mit den löchern in den fliesen, dann werden leitungen und rohre an andere stellen gelegt, weil man das spülbecken woanders haben will ect....neeneenee, das is viel mehr stress...
08.02.2007, 16:39 von Susanne
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Das käme einem Leihvertrag gleich.

aber:
Zitat:
§ 602
Abnutzung der Sache
Veränderungen oder Verschlechterungen der geliehenen Sache, die durch den vertragsmäßigen Gebrauch herbeigeführt werden, hat der Entleiher nicht zu vertreten.


Demnach müßte wiederum der VM Reparaturen und Ersatz leisten?
08.02.2007, 16:19 von Dernie
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Wie wäre es damit:

Die Miete gleich etwas höher (um die o.a. 25-50€) ansetzen und dann in den Mietvertrag schreiben, daß die Küche unentgeltlich zur eigenen Nutzung überlassen wird (Zustand der Küche bei der Übergabe unterzeichnen lassen). Dann müßten m.E. die Reparaturen von dem Mieter zu tragen sein.

Aber das Problem der pfleglichen Nutzung wird dadurch vermutlich nicht sooo wesentlich gemindert..... .
08.02.2007, 14:59 von Susanne
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Naja, es sind immerhin schon andere darauf gekommen, dass sich das Vermieten von Küchen nicht bezahlt macht, daher werden m.W. kaum noch Wohnungen inkl. Küche angeboten.

Eine gültige Klausel ist m.E. nur die Kleinreparaturklausel und die ist wohl auf bis zu 100.-€ pro Reparaturfall und jährlich 8% der Kaltmiete beschränkt.
Ist daher schlecht auf Küchen anzuwenden, denn welche Reparatur eines Küchengerätes beschränkt sich schon auf 100.-€?
Vielleicht nicht unbedingt einen separaten MV machen, sondern als Teilmöbliert vermieten und direkt die Km hoch ansetzen?
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