> zur Übersicht Forum
01.05.2007, 10:42 von kittyhawkProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Einheitswert 1/3 gestiegen 2006>2007 ?
Hallo vielleicht kann mir jemand Folgendes erklären:
Habe Dez 2006 ein kleines MFH erworben, einige Monate später verlangte das Finanzamt von mir Unterlagen zu dem Haus.

Letzte Wochen habe ich einen neuen Einheitswertbescheid bekommen:

Objektlage: Düsseldorf
(6 WHG, 300 QM Wohnfläche, 610 QM Grundstück)
Einheitswert laut "altem" Bescheid = EURO 19'200
Einheitswert laut Bescheid April 07 = EURO 32'000

Kann mir mal jemand erklären, wie sich das Finanzamt den Bescheid "hochrechnet" um mehr Grundsteuern zu kassieren ?

In den letzten 20 Jahren wurden keine Umbauten vorgenommen bzw. keine Anbauten erstellt.
Danke für Info
Alle 13 Antworten
16.05.2007, 16:38 von kittyhawk
Profil ansehen
Rätsels Lösung;

es liegt an der deutschen Gründlichkeit.

Seit fast 30 Jahren wird gilt ein Einheitswertbescheid , in dem das Objekt über 100 QM zu klein angegeben ist. Vor 20 Jahren hat es "mein" Verkäufer erworben.

Nun ist jemand in der Behörde aus dem Beamtenschlaf erwacht.

Mal sehen, was noch auf mich zukommt bzgl. evtl. Nachforderungen, falls überhaupt zulässig.

Wenigestens gibt sind einige Forderungen bereits verjährt.

14.05.2007, 15:50 von Augenroll
Profil ansehen
Zitat:
Entweder sollte man sich mit kritischen Aussagen zurück halten oder die Kritik genau benennen und nicht "einfach nur so" an allem Rumkritteln.


Das mag sein, aber da ich gerade heute hier im Forum wieder zu spüren bekommen habe, wie hier die Gepflogenheiten tatsächlich sind, sehe ich mich nicht mehr in der Verantwortung, nähere Ausführungen machen zu müssen.

Und ich befinde mich somit in Bester Gesellschaft.
14.05.2007, 15:44 von taxpert
Profil ansehen
@ augenroll

Leider bleiben Sie immer noch die Antewort schuldig, was an meinen Ausführungen nichrt stimmig gewesen sein soll! Entweder sollte man sich mit kritischen Aussagen zurück halten oder die Kritik genau benennen und nicht "einfach nur so" an allem Rumkritteln.

taxpert
14.05.2007, 09:04 von Augenroll
Profil ansehen
@taxpert,
Zitat:
Ich kann hier natürlich nur einen kurzen Abriss über das Bewertungsrecht geben. Vielleicht kannst du mir verraten wann du deinen Abschluß als Diplom-Finanzwirt (FH) gemacht hast, dass du dich im Bewertungsrecht meinst auszukennen?

Ich habe nicht behauptet, mich auszukennen. Eben deshalb fragte ich ja nach! Jedenfalls Danke für die nachgeschobenen Infos.

PS: Ich finde es äußerst korrekt und löblich von Ihnen, dass Sie der gesetzliche Verpflichtung zur Nennung des Zusatzes bei Anführung Ihres akademischen Titels von sich aus nachkommen.
13.05.2007, 12:37 von taxpert
Profil ansehen
@ zaunkoenig

Stimmt nur bedingt!

Zum Zwecke der Vermögenssteuer werden keine EW nach dem "alten" Verfahren ermittelt, da dieses vom BVerfG als verfassungswidrig eingestuft wurde. In der Folge wurde wurde das Vermögenssteuergesetz zwar nicht abgeschafft, aber ausgesetzt. D.h. es ist grunfdsätzlich weiterhin gültig, wird jedoc nicht angewendet.

Als weitere Folge wurde im BewG die Bedarfbewertung eingeführt, die zum Zwecke der Erbschafts- und Schenkungssteuer angewendet wird (vgl. §§138-150 BewG).

Zum Zwecke der Grundsteuer wird weiterhin der Einheitswert auf den 01.01.1964 ermittelt und als Bemessungsgrundlage angesetzt. Bei einem Verkauf, Erbschaft, Schenkung, etc. kann es daher nur zu einer Zurechnungsfortschreibung kommen, da sich die Wertansätze nicht ändern.

Schönen Muttertag noch

taxpert
13.05.2007, 09:54 von zaunkoenig
Profil ansehen
Hallo,

eine Einheitswertbesteuerung gibt es nicht mehr.

Einheitswerte wurden lediglich bis zum 31.12.1996 festgestellt. Ab dem 01.01.1997 wird das Erbschaftsteuerrecht herangezogen. Der Wert ermittelt sich nach dem Grundbesitzwert (Siehe Ausführungen von @taxpert).

Normalerweise sollte der Grundbesitzwert höher sein als der Einheitswert.

Da eine Bewertung erst durch Anschaffung, Herstellung oder Nachlass erfolgt, erfolgt die Neubewertung nach dem 31.12.1996 auch immer nur im Zusammenhang mit einem dieser Vorgänge.

Hat, wie hier, ein Erwerb in 2006 stattgefunden, so darf der alte Einheitswert nicht fortgeführt werden. Es kommt in der Folge zur Neubewertung.

Wer dies nachlesen möchte:

Die Ausführungen zu @taxpert finden sich im Bewertungsgesetz und können beim BMF in der Broschüre über "Erben und Vererben" am Beispiel nachvollzogen werden.

Meine Ausführungen lassen sich bei Herrn "google" problemlos nachvollziehen.

12.05.2007, 21:57 von taxpert
Profil ansehen
Hallo AugenRoll!

Jetzt darf ich einmal die Augen rollen, oder? Du solltest vielleicht einmal genau definieren, was deiner Meinung nach nicht stimmig sein soll. Ich kann hier natürlich nur einen kurzen Abriss über das Bewertungsrecht geben. Vielleicht kannst du mir verraten wann du deinen Abschluß als Diplom-Finanzwirt (FH) gemacht hast, dass du dich im Bewertungsrecht meinst auszukennen? Die meisten Steuerberater kennen sich nämlich nicht aus! Also ich habe meinen Abschluß 1998 gemacht und meine Abschlußklausur im Bewertungsrecht war, wenn ich mich recht entsinne, nicht grade einer meiner schlechtesten.

Das Bewertungsgesetz (BewG) ist, wie dir sicher bekannt ist, in mehrere Teile und diese in Abschnitte untergliedert. Die Einheitsbewertung wird im zweiten Teil und dort im ersten Abschnitt , A. Allgemeines (§§19-32 BewG) und C. Grundvermögen (§§ 68-94 BewG)geregelt. Es sei denn du bist Bauer und deine Grundstücke würden zum L+F Vermögen (für dich: zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen) gehören dann wäre natürlich statt C. B. (§§33-67 BewG) anzuwenden. Es könnte natürlich auch sein, dass du ein nicht geouteter Groß-Industrieller bist! Vielleicht fallen deine Grundstücke in das Betriebsvermögen und die Bewertung richtet sich nach D. Betriebsvermögen (§§95-109 BewG).

Vielleicht veerwechselst du die Einheitsbewertung mit der Bedarfbewertung zum Zwecke der Erbschafts- und Schenkungssteuer! Die ist natürlich im vierten Abschnitt (§§138-150 BewG) geregelt.

Die anzusetzenden Vervielfältiger findest du in den Anlagen 3 bis 8 zum Bewertungsgesetz.

Reicht dir das als Fundstellensammlung, oder benötigst du och mehr Info?

Und jetzt bitte klär mich auf, was an meinen Aussagen nicht schlüssig war!
02.05.2007, 10:13 von Augenroll
Profil ansehen
@taxpert,

wäre schön, wenn Sie Ihre Aussagen durch Quellenangaben belegen könnten, denn mir scheint dort einiges nicht stimmig zu sein.

Grüße AR
01.05.2007, 15:50 von peter98
Profil ansehen
Hallo taxpert,

es ist schön zu wissen, einen Steuerexperten an Bord zu haben

Ich habe schon einige deiner Beiträge interessiert gelesen, da ich auf diesem Gebiet doch eher bescheidene Kenntnisse habe.
01.05.2007, 15:12 von taxpert
Profil ansehen
Hallo kittyhawk!

Schau in den Bescheid über den EW in den Erläuterungen! Da steht eventuell etwas genaueres, warum es zu einer Wertfortschreibung gekommen ist. Wenn tatsächlich keine Erweiterungen oder ähnliches stattgefunden haben, die die Erhöhung rechtfertigen, kann es zum Beispiel auch sein, dass es bisher eine Grundsteuervergünstigung oder ähnliches gegeben hat, die Einfluß auf den EW hatte. Auch kann es sein, dass durch den Verkauf (Notarvertrag geht auch an FA!!) erst jetzt lange zurückliegende Baumaßnahmen, die bisher nicht bekannt waren (Man muß ja nicht alles dem FA melden, oder prinzregent!?), in die Bewertung mit eingeflossen sind. Im Zweifelsfall hilft ein Anruf beim FA. Keine Angst, auch in der Bewertung beißen sie nicht! Und sollte der Kollege etwas unwillig sein, dann einfach den zuständigen Sachgebietsleiter geben lassen. Zur Vorsicht besteht natürlich die Möglichkeit erst einmal Einspruch einzulegen.

@ prinzregent

Die Berechnung des EW's hängt nicht an der Person, sopndern am Objekt! Von daher stimmt schon dein erster Satz nicht!

man unterscheidet Bewertung nach dem Ertragswert und nach dem Schwertverfahren. Bei Wohngrundstücken grundsätzlich Ertragswertverfahren.

1. Bodenwert: Angesetzt wird der Wert 01.01.1964, ggf. anteilig bei MFH je Wohnung

2. Ermittlung der JRM, Wert 01.01.1964 (ja, auch wenn das Bj. 2007 ist!). Bei Neubauten wird daher immer der höchste Wert 1964 angesetzt, da der Wohnwert entsprechend ist (z.B. kein Etagenklo mehr, oder?)

Auf den Ertragswert wird der Vervielfältiger angesetzt. Hierfür gibt es eine eigene Tabelle die nicht nur Gemeinde-/Stadtgrößen , sondern hierin auch noch Gebäudeart unterscheidet (z.B. EFH ZFH, Mietwohngrst, gemischt genutztes Grst.gew. Mieten unter 50%, etc)

Der so ermittelte Wert wird wird mit dem Bodenwert verglichen, der höhere Wert angesetzt, auf volle hundert € abgerundet.

Dann ggf. Vergleich mit altem EW.

Wird nur der Verkauf berücksichtigt, dann kann es grds. nur zu einer Zurechnungsfortschreibung nicht zu einer Wertfortschreibung kommen! Es sein den vielleicht Nutzungsänderung?! Dann kann gleichzeitig eine Art-, Wert- und Zurechnungsfortschreibung vorkommen.

taxpert
01.05.2007, 13:58 von prinzregent
Profil ansehen
Die Berechung eines Einheitswertes erfolgt so weit ich weis nie für alle Menschen gleich.

Der Wert kann z.B. so ausgerechnet werden:

1 Lage ( ( Eg oder anderes Geschoss )

2 Nutzungsart ( Bst oder Ld oder Lg oder Wo )
Lg = Lager Ld = Laden Wo = Wohnung

3 Wohn nutzfläche

4 Wohnzwecke

Die Nutzufläche wird mit dem monatlichen Mietwert in DM je m2 berechnet

Dann wird davon eine Jahresrohmiete errechet.

Dann wird alles mit einem Vervielfältiger ( z.B. 8,5 )
mulipliziert

Beispiel:
EG Bst 100 1,00 1.200
EG Ld 44 1,5 792
EG Lg 47 1,00 564

Jrohm 2556

mal Vervielfältiger 8,5

Vielfaches der Jahresrohmiete des Bauteils 21.726

Überschreitet die Neufeststetzung die Fortschreibungsgrenze um 5.000 DM wird dir ein neuer Einheitswert zugesandt.

Dieser gilt auch rückwirkend, auf Deutsch, der Vorbesitzer bekommt eine fette Nachzahlung.

Ich weis nur, das so was gern gemacht wird, wenn der NEUE unbeliebt ist. Vielleicht hast du ne ausländisch klingenden Namen ? Oder hast den Finanzbeamten mal angepinkelt ? Oder der neue Finanzbeamte kommt aus dem Osten ???

Stop, das waren falsche Annahmen, sicherlich geht alles streng nach Recht und Gesetz !!!
01.05.2007, 13:07 von ChristophL
Profil ansehen
Evtl. wurde vom Vorgänger nicht alles angegeben. Ich würde auch erst einmal zum Finanzamt gehen und mich dort erkundigen.

Gruß Christoph
01.05.2007, 10:59 von peter98
Profil ansehen
Hallo kittyhawk,

nach deinen Erläuterungen kann ich mir keinen Reim darauf machen, warum eine Neuberechnung einen derart erhöhten Einheitswert ergeben haben - zumal keine Veränderungen am Gebäude stattfanden.

Es macht wohl auch nicht viel Sinn hier weitere Mutmaßungen anzustellen.
Ich würde da eher direkt beim Finanzamt nachfragen, wie sie zu den neuen Zahlen gekommen sind.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
>weiter