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22.11.2006, 09:54 von FranceskaProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Ein paar Tipps gegen Mietnomaden
Ich bin zwar neu hier, doch ist dies nicht das erste Forum, wo ich Mitglied bin. Ich selbst bin keine Vermieterin, sondern Mieterin, doch mag ich Mietnomaden genauso wenig wie jeder andere.

Oft wird an einen Menschen gutgläubig vermietet und dann hat man die Bescherung. Wegen 1-2 Ratten, werden alle der selben Gruppe, in einen Topf geschmissen. Nicht jeder ist eine Mietnomade und nicht jeder Hartz-IV-Empfänger einer, der keine Miete zahlen will.

Würdet Ihr als Vermieter folgende Vorkehrung vornehmen, wäre vielen von Euch der Ärger vielleicht erspart geblieben.

Fakt ist, oft verlangen Vermieter (gerade hier bei uns in einer Großstadt), Unterlagen die man vielleicht nicht verlangen darf, doch ich sage immer, wenn ich nichts zu verbergen habe, mach ich mir auch hier die Mühe, wenn ich die Wohnung unbedingt haben will.

Ich als Vermieter würde Folgendes verlangen:

1. Schufa-Auskunft (und die zwar selbst anfragen). Diese € 7,50 sollten es mir wert sein.

2. Bonitätsprüfung beim Vorvermieter.

Alleine diese beiden Punkte, anhand Eurer Geschichten, hätten die meisten von Euch vor dem jetzigen Ärger bewahrt.

3. In der Vermieterkartei nachprüfen, ob es ein Urteil gegen den neuen Mietinteressenten gibt. Ich denke aber dies kann man lassen, wenn die Bonitätsprüfung positiv und die Schufa-Auskunft negativ (also es bestehen keine Mietschulden) ausgefallen ist. Ich kenne Fälle, wo man wegen dem Handy in der Schufa steht und lange gegen seinen alten Vermieter gekämpft hat, weil der nie was repariert hatte. Dadurch kann es einen Schufaeintrag und eine negative Bonitätsprüfung geben, was aber nichts mit 'keine Miete gezahlt zu haben' zu tun hat.

4. Bei Berufstätigen (drei Gehaltsnachweise und/oder einen Brief vom Arbeitgeber).

5. Bei Arbeitslosen, die schriftliche Zustimmung der Arbeitsagentur, dass die Miete und die Kaution übernommen werden.

6. Das kommt jetzt auf jeden individuell an, aber wer die Wohnung an einen Arbeitslosen bereit ist zu vermieten (was in meiner Stadt absolut keine Selbstverständlichkeit mehr ist), kann auch verlangen, dass die Miete direkt an ihn überwiesen wird. Der Grund, wieso die Arbeitsagenturen das nicht mehr automatisch machen und auch so ungerne tun ist, weil es für die ein weiterer Aufwand ist.

Bezahlt der Arbeitslose aber selbst die Miete und hört auf damit, sofort seine Arge ausfindig machen und mit dem Sachbearbeiter reden. Ich habe oft gelesen, wie Vermieter sich drei Monate lang im Forum beschweren und nicht einmal auf den Gedanken kamen, den 'Mietzahler', also die Arge, zu kontaktieren.

Das Problem insgesamt leider ist, dass solange Mietnomaden, die ja unter Vorsatz betrügen, nicht zur Rechenschaft gezogen werden und im Knast landen, sie mit diesem Spiel weitermachen werden.

Mein Vermieter erzählte mir bei meinem Einzug, dass eine der zwei Penthauswohnungen über mir, an einen Bankkaufmann vermietet wurde. Er hatte damals sogar noch eine Küche im Wert von € 38.000,00 einbauen lassen. Auch das imponierte der Vermieterin. Fakt ist, der Kerl war eine Mietnomade, hat für die Küche, die Miete und die Kaution, nicht einen Cent bezahlt. Die Küche und die Wohnung hat er dazu noch komplett ruiniert und die Eigentümerin musste die Wohnung am Ende verkaufen, um ihre Schulden zu decken. Wenn ich so etwas höre, könnte ich den Mietnomaden selbst den Hals umdrehen, aber nur wörtlich, versteht sich.

Was mich aber als Mieterin angeht, so habe ich von meiner Seite aus, auch Horrorgeschichten auf Lager (Kaution- und Umlagenveruntreuung, ungültige Kleinreparaturklausel weil Vermieter zu gierig ist, Zinsen der Kaution einbehalten, etc.). Ich denke auf beiden Seiten gibt es schwarze Schafe.

Alle 21 Antworten
24.11.2006, 20:30 von Jutetuetchen
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Zitat:
<<<<<Das ist so nicht korrekt. Verlangen kann ein Vermieter nicht, dass die ARGE das Geld direkt an ihn überweist, er kann darum bitten. Vor allem ist eine diesbezügliche Vereinbarung, die ein Mieter mit seinem Vermieter trifft, für die ARGE nicht bindend, weil die ARGE sich immer auf den Standpunkt zurück zieht, dass sie in keinem Vertragsverhältnis mit dem Vermieter steht. Verstösst der Mieter zudem gegen irgendeine Auflage, wird im ratzfatz ALG II und damit auch die Mietzahlung gestrichen.>>><

nein das ist nicht so, die Mietzahlungen gehen weiter, da der vorliegende mietvertrag nichts mit den auflagen zu tun hat und die bezüge auch nur wegen einem mietvertrag erhalten werden.


....Oh doch, das ist so ! Verstösst der Mieter gegen eine Auflage bei der ARGE (z.B. erscheint nicht zu Terminen wird ihm nicht nur das ALG gestrichen sondern auch die Mietzahlung an den Vermieter - auch wenn eine Abtretungserklärung unterschriebn wurde! Haben es selbst erlebt.

Die Zahlung wird von der ARGE einfach eingestellt und VM bekommt erst nach "nachfragen" den grund genannt.

Grüsse
24.11.2006, 18:45 von Franceska
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Mein Vater war vor Jahren auch mal Vermieter. Als ich mal vor 20 Jahren Kummer mit meinem damaligen Vermieter hatte (es bildete sich Schimmel in meiner Wohnung und der berühmte Satz Sie Mieter lüften nicht genug), ist gefallen. Daraufhin erzählte mein Vater mir von Mieterverein. Dort bekam ich die Adresse eines gerichtlich anerkannten Gutachter und der sah sofort bei seiner Visite bei mir, dass es eine Öffnung am Schornstein gab, es reinregnete und deswegen wurden die Wände nass.

Ich fragte meinen Vater, was er als Vermieter denn bitte mit dem Mieterverein zu tun hatte. Also erzählte er mir eine traurige und nervige, aber trotzdem, amüsante Geschichte.

Wie gesagt vor Jahren, hatte er in einem seiner Häuser, zwei 4-Zimmer Penthauswohnungen. Die Eine vermietete er neu. Nach kurzer Zeit riefen seine Mieter aus dem Haus bei ihm an und beschwerten sich über die neuen Nachbarn, sie würden ihren Müll vom Fenster aus, auf die Wiese schmeißen. Mein Vater kam vorbei, schaute sich das an und klingelte bei den Nachbarn. Geholfen hat das kleine Gespräch nicht. Sie machten weiter und manchmal landete der Müll sogar auf den Balkonen der Nachbarn unter denen.

Mein Vater mahnte schriftlich ab, dass denke ich sogar zweimal und kündigte denen fristlos das Mietverhältnis. Die besagten Mieter gingen zum Mieterverein und hörten auf, die Miete zu zahlen. Jetzt stellte sich heraus, dass diese Mieter, Zigeuner waren und dem Mieterverein erzählten, mein Vater hätte denen fristlos gekündigt, weil er Ausländer nicht mag. Da mein Vater einen sehr deutschen Namen hat, glaubte das der Mieterverein. Was die Mieter dem Mieterverein aber verschwiegen war die Sache mit dem Müll und, dass sie aufgehört hatten Miete zu zahlen.

Nach vier Monaten kam die Sache vor Gericht. Als mein Vater (ohne Anwalt) vor Gericht erschien, bekam der Anwalt vom Mieterverein einen Schlag ( ) und der Richter musste sich ein Schmunzeln verkneifen. Mein Vater ist nämlich selbst Ausländer, der sieben Sprachen spricht und zwar sehr gut Deutsch kann, aber mit einem sehr schweren Akzent. Als der Richter meinen Vater fragte, ob er denen gekündigt hat, weil sie Ausländer sind, sagte mein Vater Sehe ich aus, als würde ich Ausländer hassen?. Dann nannte er den wahren Grund der fristlosen Kündigung und dass die netten Mieter, seit vier Monaten keine Miete mehr bezahlen. Der Anwalt vom Mieterverein saß da, wie ein begossener Pudel, der Richter wurde wütend auf die Mieter und urteilte, dass die fristlose Kündigung korrekt ist und die Mieter innerhalb von zwei Wochen ausziehen müssen.

Nunja, die Wohnung haben die in einem verwüsteten Zustand hinterlassen, aber mein Vater wird nie den schmunzelnden Richter und den stinkwütenden Anwalt der Gegenseite vergessen.
24.11.2006, 14:28 von Gini
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......außerdem ist es ja nicht nur der finanzielle Schaden, das Ganze raubt Zeit, Nerven, Glauben an die Gerechtigkeit. Siehe die Super-Mühe-Liste von Sommer: Davon kannst du Francesca, erst mitreden, wenn du selbst Vermieter bist. Mieter dürfen sich eben alles erlauben, und der Vermieter ist dem schutzlos ausgeliefert und hat selbst kaum Rechte. Ich kenne einen Fall aus dem Internet
wobei einer Frau Mietschmarotzern dermaßen zugesetzt haben daß:

1. Sie finanziell am Ende ist
2. Gesundheitlich körperlich und seelisch ruinert
3. ihre Ehe in die Brüche gegangen ist
4. sie ihren Beruf dadurch verloren hat
24.11.2006, 14:20 von Gini
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Der Mieter bekommt häufig sogar noch Prozeßkostenbeihilfe; etwas, wovon ein Vermieter nur träumen darf denn auch ein mit Hypotheken belastetes Haus gilt eben als Wert. Damit kann sich der Mieter vom besten Anwalt der Stadt verteidigen lassen - Genauso ist es!

Außerdem stehen die Unkosten welche ein Mieter (unberechtigt) hat, in absolut keinstem Verhältnis zum dem Schaden, den ein Mieter anrichten kann: Das geht in die 5-stelligen Beträge innerhalb kürzester Zeit.

Frag mal die Mit-Vermieter im Forum hier, wie groß deren finanzielle Schaden war. Ich bin mit 15.000;-- innerhalb 1 1/2 Jahres dabei ;-( Wer bietet mehr ??? ;-)

Bei den assozialen Mietschmarotzern hast du eh kaum die Chance eine gerichtlich titulierte Forderung durchzusetzen. Denn sie geben dann die (nicht korrekt ausgefüllte)EV ab, machen auf arm. Folglich ist da nichts mehr zu holen....
24.11.2006, 09:54 von Franceska
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Hallo Charivarin,

keine Sorge, ich habe Deine Frust verstanden. Das mit den Kleinreparaturen ist halt so. Ich musste noch nie oder besser gesagt kaum welche durchführen. Daher kenne ich mich mit den Summen, die im Mietvertrag stehen dürfen nicht aus. Damit sollte sich aber ein Vermieter auskennen schon deswegen, damit er selber durch falsche Angaben, diese Klausel nicht unwirksam macht.

Das Thema kam halt auf, als die Heizung in meinem Bad nicht mehr ging. Ich wohne hier seit fünf Monaten und denke nicht, dass ich Ventile wegen jahrelanger Abnutzung auswechseln muss. Mein Vermieter brauchte vier Tage, bis er auf meine Beschwerde reagierte und zwar per SMS. Ich sollte die Reparatur doch bitte selber vornehmen, wäre ja nicht so teuer.

Das Ventil kostet vielleicht nicht viel, aber ein Handwerker kann zusätzlich locker € 30,00-35,00 für eine Stunde plus Anfahrt kosten. Daher habe ich mich im Internet erkundigt denn Fakt ist, die Klausel ist so ausgeschrieben, dass ich pro Reparatur, € 160 und im ganzen Jahr 8%, also über € 500,00 bezahlen soll. Auf die Richtigkeit der Klausel kam ich, weil in einem anderen Forum dieses Thema plötzlich oft befragt wurde.

Daher habe ich keinen Mitleid mit meinem Vermieter. Würde er nur diese eine Wohnung besitzen könnte ich sagen Okay, er hat's nicht gewusst. Doch er besitzt mehrere Mietshäuser und sollte sich daher damit auskennen. Da ich zu den geprellten Mietern gehöre kann man hoffentlich auch verstehen, dass nach jahrelanger negativen Erfahrung, man eher gleich misstrauisch, als das Gegenteil wird.

Ich kann Dir aber auch bezüglich der Wohnungsrenovierung sagen, dass bei uns es langsam gang und gebe ist, dass der Mieter bei Einzug selbst renoviert. Auch die Küchen sind oft leer und somit muss man auch die selber kaufen und einbauen. Damit haben die Mieter hier in Frankfurt anscheinend weniger Probleme. Fakt ist, dass wenn ich bei Einzug renoviere, die Wahrscheinlichkeit ist, dass ich mir mehr Mühe gebe, als beim Auszug. Meine jetzige Wohnung wurde auch vom Vermieter renoviert. Der gesamte Boden in der Wohnung ist schief, hätte ausgeglichen werden sollen, bevor das Laminat verlegt wurde. Jetzt stehen mein Bett, die Schränke und meine Kommode so schief, dass es entweder nicht schön aussieht oder quietscht. Unter den Vorderfüßen meiner Kommode, kleben in der Zwischenzeit, 1,5 cm Fließstreifen. Würde ich in einem Altbau wohnen Okay, aber das Haus wurde 1983 fertiggestellt.

Für meine Tiefgarage, die ich nicht brauche, zahle ich monatlich € 80,00. Umlagen sage und schreibe € 230,00. Wer über € 36,00 wegen Tiefgarage und nicht 100% perfekt renovierte Wohnungen klagt, sollte doch mal in die Großstadt ziehen. Da haben Vermieter und Makler keine Zeit für solche Probleme, aber auch ich habe von Maklern gehört, dass Interessenten teilweise unmöglich sind und man oft seiner Provision hinterher laufen muss. Ist es nicht leicht für beide Seiten denke ich.
23.11.2006, 21:57 von charivarin
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franceska

hallo, ja dann >>> ich biete Dir ein 7-Fam-Haus, mit Abtrag durch die anderen Wohnungen, kannst Du quasi bis auf die Nebenkosten, ohne weiteren Aufwand darin wohnen!! Und: es ist in top-Zustand, weil: ich erhalte mein Eigentum in bestmöglichem Zustand . Ich habe aber einfach keine Lust mehr nach ca. 12 Jahren. Ich putze Wohnungen ständig nach Auszug und ich sag mir immer wieder, es dient der Pflege ... und irgendwann erhältst du sie so zurück, wie übergeben "die Hoffnung stirbt zuletzt"!! Ich vermiete 12 Wohnungen insgesamt und ich bin ständig mit der Erhaltung/Schlichtung/Hintermieteherlaufen/Reparatur/Hausordnung(machichhalteinfachwennichdortbin) .... beschäftigt.

Alle Punkte, die Du angesprochen hast sind unter den Voraussetzungen eines normalen Umganges nachzuvollziehen. Seit Jahren sage ich den Mietern bei Unterschrift des Mietvertrages. Jeder kann in Situationen kommen, die nicht vorhersehbar sind. Ich erwarte dann aber ... Information!

Warum denken Mieter, wenn ich ein Haus besitze bin ich z.B. ein Kreditinstitut? Wenn es um Veränderungen geht, sprich Kündigung, erwartet man von mir, dass ich Entgegenkommen zeige und auf so ein bis zwei Monate verzichte ... Der neue Mieter wünscht sich schon früheren Einzug, ohne Mietzahlung. Ich gehe seit 2 Jahren wieder arbeiten, um eintretende Defizite auszugleichen. Gut, ich arbeite gern, aber gedacht war es so nicht !! (Bin über 50 und habe bis 45 durch Selbständigkeit so 16 Std/Tag 6 Tage/Woche gearbeitet, mir dann *ich Depp* Häuser zugelegt, in denen ich genauso weitergearbeitet habe - heute halte ich den Allerwertesten hin, um mir das, was ich als "Sicherung" wollte konsequent vernichten zu lassen)

Bei Abschluss eines Mietvertrages erwarte ich (weil auch ich bin nicht unfehlbar), dass der zukünftige Mieter sagt: nein, mit der Höhe der Kleinreparaturen bin ich nicht einverstanden. Ja Hallo!! Ich hab auch schon einen Mietvertrag über copy verfasst, in dem ich dann Fehler feststellte und mich der Mieter darauf hinwies.
Dazu muß ich sagen: wenn ein Wasserhahn defekt ist, himmel, die kosten evtl 19,99 Euro, da fahre ich los, hole ihn und lege den Mietern das Teil hin, sofern sie es selbst installieren wollen, ansonsten lasse ich auch das noch machen - allerdings nur bei denen, wo auch alles funktioniert: Zahlung, Information normaler Umgang ...

War am Wochenende wieder Mietinteressenten Wohnung zeigen. Die Interessebekundenden waren paar Tage vorher dort und wollten die Wohnung bei Tageslicht erneut betrachten. Sonntag morgen: hingefahren 6 Leute am Haus, es stellte sich heraus: Eltern der jeweiligen Interessenten. Hey, das war ja positiv. Dann kams: Ich habe die Wohnung selbst renoviert, Rauhfaser und weiss und es gab im Wohnzimmer eine Stossnaht, die ca. 1,5 cm lang und 0,3 mm breit eine leichte Wölbung aufweist, einfach: fehlender Kleister (glaubts mir, ich tapeziere Decken auch allein, ohne Fehler ... bei Bedarf: Fotos via mail !!). "Das ist nicht fachmännisch renoviert". Ich hm, das ist sicherlich so, weil es ist meine Arbeit gewesen ... aber: wenn sie fachmännisch renoviert wäre, liegt die Kaution statt bei 850 Euro möglicherweise bei 3.500 Euro? (wohl wissend, dass es überhöht dargestellt ist !!!) "Warum kostet die Garage 36 Euro, nicht 35 oder 40?" Och, ich nehm auch gern die 40 Euro, aber die 36 waren einfach meine 'faire' Entscheidung. Dann mussten die Fenster (das Haus ist wirklich gepflegt !) einigen drehkippwackelschwenkundrüttelbewegungen standhalten. Ich: wie lange möchten Sie dies durchführen? Es sind keine Baumarktfenster und sie sind fachgerecht eingesetzt, sonst hingen sie gerade JETZT schon daneben. Dann kam noch eine mögliche Verhandlung über den Mietzins, der seit 10 Jahren nicht erhöht wurde, nachweislich, und die Möglichkeit, die Hausversicherung noch aus den Nebenkosten zu streichen - ich hatte einen leicht geschwollenen Hals und bat alle sechs: jetzt bitte auf der Stelle ! zu gehen.

Ich nahm es ja immer noch relativ locker bisher. Bisserl nicht sachlich zu diesem thread, aber:

Mieter unterschreiben .. sie haben verstanden, hatten genug Zeit zum Lesen etc. und dann kommen die Beschwerden wegen Kleinreparaturen. Die Summe steht doch drin !! bevor unterschrieben wird.

Tschuldigung, ist etwas sehr emotional, weil so betroffen ... aber trägt vielleicht auch zur netten Belustigung bei.

Schönen Abend
chari
23.11.2006, 21:16 von Sommer
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Mühe? Ein Brief ist das und denn wird gemindert - das ist trivial aber keine Mühe.

Mühe ist, wenn einer auszieht ohne zu kündigen und man dem detektivisch hinterherspüren muß um zu erfahren ob man den Müll in der Wohnung zwischenzeitlich entsorgen darf.

Mühe ist wenn ein Mieter Gastherme und Armaturen ausbaut und verscherbelt und dann untertaucht.

Mühe ist wenn ein Mieter dringend erforderliche Reparaturen verweigert und nicht mal die Polizei helfen will.

Mühe ist wenn Mieter systematisch Abfälle in die Toilette kippen und eine Verstopfung nach der nächsten produzieren und der Vermieter um 23 Uhr am Wochenende in der Scheiße steht und nur noch Scheiße schreien kann.

Mühe ist wenn Mieter alle Grundlagen der Mülltrennung ignorieren und sich dann aber über die Müllkosten ärgern.

Mühe ist wenn der eine lärmt und der andere deshalb die Miete mindert und der Lärmende trotzdem weiter Mieter sein darf weil kein Gericht zu finden ist, daß den Lärm als Kündigungsgrund anerkennen will.

Mühe ist wenn die neu angeschafften Treppenhauslampen zerschlagen werden.

Mühe ist wenn man drei Stunden an Antwortbriefen feilt nur weil ein Mieter wegen einer trivialen Bitte sofort einen Anwalt einschaltet anstatt die Sache einfach mal telefonisch zu klären.

Mühe ist wenn man bei jedem Briefeinwurf und Mieterbesuch einen neutralen Zeugen und Kamera dabei haben muß.

Mühe ist einen Mietschuldner teuer aus dem Haus klagen zu müssen während das ARGE sagt, es wisse von nichts und alles sei Datenschutz.

KEINE Mühe ist es derzeit die Immobilie an die Heuschrecken zu verscherbeln...und ehrlich gesagt, ich stehe oft genug davor...

S.
23.11.2006, 20:43 von Franceska
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Hallo Sommer,

das mit der Kleinreparaturklausel ist aktuell, doch momentan mache ich nichts dafür oder dagegen.

Der Rest ist zum Glück mein Ex-Vermieter und gemindert habe ich schon oft UND es hat auch oft was bewirkt. Doch irgendwann mal fragt sich auch ein Mieter, ob der ganze Ärger es wert ist.
23.11.2006, 16:36 von Sommer
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Liebe Franceska,
was Du da schreibst mag zwar ärgerlich sein aber ehrlich: das ist doch pillepalle:

Die ungültige Kleinreparatur: Ist doch easy, lass den Vermieter doch klagen - er hat die Kosten und damit, wie Du schon sagst, sich selbst ins Bein geschossen. Na und? Was ist denn daran ein Problem? Ständig gibt es das daß jemand Forderungen gegen einen erheben und Du kannst Dann eben zahlen oder eben abwarten was das Gericht sagt. Na und? Der Kläger muß erstmal das Theater zahlen - und das ist fast immer der Vermieter und eben nicht der Mieter. Der Mieter bekommt häufig sogar noch Prozeßkostenbeihilfe; etwas, wovon ein Vermieter nur träumen darf denn auch ein mit Hypotheken belastetes Haus gilt eben als Wert. Damit kann sich der Mieter vom besten Anwalt der Stadt verteidigen lassen - wenn ich als Vermieter Klage erheben muß weil so ein Mieter meint, seine Primitivumbauten seien so toll da müsse er nichts zurückbauen, dann mache ich das ganz alleine - ohne Anwalt, ohne Hilfe!

Nicht eingehaltene Zusagen: Ein beliebtes und leidiges Thema - klar, gibt es auf beiden Seiten. Der Mieter, der behauptet, er habe ne sichere Stelle und der Vermieter, der mit irgendwelchen Maßnahmen lockt.
Aber: Es liegt doch an Dir - wenn das TReppenhaus so desolat ist und Du die Zusage zur Behebung sogar schriftlich hast, dann fordere den Vermieter unter Minderungsandrohung zum Handeln auf. Und wenn er nix tut dann mindere - Du darfst dank der deutschen Rechtssprechung sogar wegen Sachen mindern, für die der Vermieter gar nichts kann (weil z.B. der Nachbar sein Haus umbauen läßt und das Lärm und Schmutz macht). Das ist doch ganz easy - Mietervereine beraten leidenschaftlich gerne; mindere nur dezent (also am unteren Ende) und nur nachdem Du mit Fotos und Zeugen den Zustand belegt hast - und den Vermieter unter Zugzwang gesetzt hast. Selbst vor Gericht ist das dann schlüssig. Also easy!

Das gleiche kannst Du machen wenn das Wasser fehlt, wenn der Strom ausfällt oder die Heizung. Du hast doch als Mieter das Geld und damit alle Fäden in der Hand.

Sicherlich ist das kein angenehmer Vermieter und es ist richtig, solchen Geschäftspartnern den Rücken zu kehren - aber letztlich sind die Gegenmaßnahmen ganz easy und unkompliziert während es andersrum ein Drama ohne Ende ist. Du als Mieter kannst solchen Vermietern einfach kündigen - als Vermieter bist Du mit solchen Mietern quasi verheiratet...

S.
23.11.2006, 00:51 von Franceska
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Erstens Danke für die Teilkomplimente.

1. Ich wohne in Frankfurt am Main und hier werden Hartz-IV Empfänger z.B., teilweise wie Pest erkrankte behandelt. Als ich meine jetzige Wohnung angemietet habe, war ich in einem befristeten Arbeitsverhältnis, welches etwas kürzer sein Ende fand, als vorhergesehen. Trotzdem habe ich von meinem Gehalt eine anständige Summe weggelegt, weil das Arbeitsamt schon jetzt bezüglich meiner Miete schluckt und wahrscheinlich bald mich auffordern wird, sich was günstigeres zu suchen. Da ich mich weigere, in eine asozial schwache Gegend zu ziehen, war es mir wichtig das Geld wegzulegen um somit die eventuell gekürzte Miete zu ergänzen. Mein Vermieter muss nämlich von dem allen nichts wissen. Das ist meine Einstellung.

2. Den Mietvertrag habe ich unterschrieben, weil ich die Wohnung wollte. Ich wußte aber auch, sollte etwas sittenwidriges im Mietvertrag stehen, ist die Klausel trotz Unterschrift ungültig. Der Mieterverein hat damals lediglich gesagt, dass die Einzelreparatursumme happig ist und dass man die erste Umlagenabrechnung abwarten sollte. Mit der ungültigen Klausel hat der Vermieter nur sich geschadet. Trotzdem, sollte das Thema aufkommen, wäre ich bereit, bis zu € 150,00 Kleinreparaturen im Jahr zu tätigen.

3. Der Grund wieso ich meinem damaligen Vermieter, Mietnomaden wünsche, ist weil er von Vermieterseite genau das ist, was eine Mietnomade von Seite des Mieters ist. Er veruntreut Kautionen, er bescheißt Interessenten, die sich neue Wohnungen anschauen und den Makler bezüglich des desolaten Treppenhaus fragen (meine Ex-Nachbarin erzählte mir vor einem Monat, als die leere Wohnung über ihr besichtigt wurde, hat der Makler die Interessenten angelogen, der Eigentümer hätte das Haus erst 2005 gekauft und wäre noch nicht dazu gekommen, das Treppenhaus zu reparieren). Fakt ist, er hat das Haus vor 18 Jahren geerbt und wirtschaftet es in den Boden. Das Versprechen, das Treppenhaus zu reparieren, habe ich noch schriftlich von ihm, vom Jahre 2001.

Er hat Monate lang unsere Umlagenvorauszahlungen, in sein privates Haus in Italien investiert. Wir hatten drei Anwälte im Haus wohnen. Alle sind ausgezogen. Auf die damalige Frage, was denn mit dem Wasser sei, dass man uns abstellen wollte, sagte er nur patzig, solange wir Wasser haben, sollen wir den Mund halten. Durch eine einstweilige Verfügung meinerseits, fing er an, die Wasserschulden zu begleichen und weiter zu zahlen. Dafür hörte er auf, die Stromrechnung zu bezahlen. im Dez 2005, wurde uns der Hausstrom, bei 0° Grad für 48 Stunden abgestellt. Somit kein Licht im Treppenhaus und keine Heizung.

Die Heizung fiel jedes Jahr für ungefähr 7 Tage aus. Der Heizkessel war zu alt. Der vierte und fünfte Stock, kann seit 2003 nicht mehr heizen. Auf die Beschwerde der damaligen Nachbarn erwiderte er nur, dies würde nicht stimmen. Im Winter 2005 auf 2006, hatten vier Wohnungen Wasserrohrbrüche. Darunter auch die, meiner Ex-Nachbarin. 10 Monate später schickte er trotz Bildung von Schimmel, lediglich seinen polnischen Schwarzarbeiter vorbei, die Tapeten neu zu streichen. Die Wände wurden weder ausgetrocknet, noch korrekt behandelt.

Er hat versucht die Mieter gegeneinander aufzuhetzen mit der Hoffnung, wir würden dadurch nicht miteinander reden und Dinge austauschen. Nach der einstweiligen Verfügung, zeigte er mich wegen Datenschutzbruch an. Klage wurde abgewiesen. Seine miserable Zahlungsmoral begründete er z.B., der Wasser- und Stromgesellschaft gegenüber, dass Mieter, darunter auch ich, unsere Mieten nicht zahlen würden. Er bekam einen Brief von meiner Anwältin mit der Vorwarnung, damit umgehend aufzuhören, sonst wird er wegen Rufmord angezeigt. Fakt ist, ich habe immer meine Miete pünktlich gezahlt und kann das sogar heute noch nachweisen!

Er weigerte sich mir zu sagen, wo meine Kaution ist. Er nannte das Mietkonto, als Kautionskonto. Das konnten wir vor Gericht beweisen, indem ich auch Überweisungbelege von anderen Mietern vorlegte die klar andeuten, dass wir alle aufs selbe Konto überweisen. Klage wurde zwar abgewiesen, doch der Rat meiner Anwältin war, die Mieten für Mai-Juli 2005 auf ein gesondertes Konto zu legen. Mein Vermieter war stark verschuldet (drei Mietshäuser) und die zwei Ex-Nachbarinnen über mir, kämpfen schon seit über zwei Jahre um die Rückzahlung ihrer Kautionen.

Mein Vermieter bekam auch die Möglichkeit, die Kaution nach über sechs Jahren anzulegen. Dann würde er auch die nicht gezahlten Mieten, nach dem Nachweis, erhalten. Er ging darauf nicht ein. Ich legte also die drei Mieten weg und konnte somit für die neue Wohnung, die Kaution hinterlegen. Zum 31.07.2005 hatte ich eine neue Wohnung und somit fristlos gekündigt. Das Einzige was danach von ihm noch kam, war die Frage, wann wir den Wohnungsübergabetermin machen. Auch den versäumte er. Mit zwei Zeugen fertigte ich selbst das Übergabeprotokoll an und schmiss ihm dann (auch mit Zeugen), die Wohnungsschlüssel und eine Kopie des Übergabeprotokolls in seinen Briefkasten.

Seit 2003, wurden die Umlagennachzahlungen durch handgeschriebenes ergänzt. Als er nach einer Begründung der Kosten gefragt wurde, kam keine Antwort.

Wohnungen, die von ihm renoviert wurden, wurden ohne Lärmdämmung ausgestattet. Kacheln wurden auf den Estrich geklebt und somit wurde die besagte Wohnung extrem hellhörig und sogar der Lärm von der Wohnung über diese, wurde hörbar. Laminat wurde ohne Lärmdämmung verlegt. Die ganzen Arbeiten wurden von einem polnischen Schwarzarbeiter verrichtet.

Hat man sich über Lärm beschwert, auch wenn Nachbarn sich zusammen taten, bestritt er, dass sich jemals Jemand über Lärm beschwert hat. Sein eigener Handwerker und leider auch sein Freund will für ihn nicht mehr arbeiten. Warum, weil er keine Rechnungen bezahlt. Schon 2000, als ich Probleme mit meinem Gasboiler hatte, gab er mir vier Adressen von Wartungsfirmen, sie sollten das Gerät reinigen. Alle verweigerten den Job, denn sie hatten von ihren Chefs Hausverbot bekommen. Mein Vermieter war in der ganzen Stadt inzwischen dafür bekannt, Rechnungen nicht zu begleichen.

Jetzt verstehst Du vielleicht, wieso ich solch einem Menschen eine Mietnomade wünsche. Er hatte super Mieter. Wir haben uns gut verstanden, Missverständnisse wurden zum größten Teil ohne ihn bewältigt und seine Wasserschulden wollten wir sogar bezahlen. Wir hatten drei Anwälte ihm Haus, die sich um die Rechtslage gekümmert haben.

Heute überfüllt er die Wohnungen mit Familien und hat seine ganzen deutschen Mieter vergrault. Die letzte ist meine Nachbarin, die nach 20 Jahren einsieht, dass auch sie raus muss. Heute kommuniziert er mit vier Ex-Mietern vor Gericht. Hätte ich die Miete nicht einbehalten, wären es fünf.
22.11.2006, 22:31 von prinzregent
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Franceska, deine Beiträge sind wirklich erfrischend. Tut gut zu lesen.

Mich würde interessieren, in welcher Stadt du denn da wohnst.

In Berlin kannst du problemlos von einer öffentlichen Gesellschaft mieten, DEGEWO oder ähnliches.

In Leipzig kannst du problemlos zu 100 WARMmiete ne Wohnung bekommen.

Und wenn es Dir nicht gefällt Mieter zu sein, kauf Dir ein Haus, ich denk mal so 2.000 Euro kannst Du Dir an Miete noch einsparen. Zu diesem Preis findest du locker was bei www.karhausen.de oder andere.

Nachdem Du dann im Baumarkt gewesen bist und dem netten Staat die neue Strasse finanziert hast und mal eben 11.000 Euro für den Zwangsanschluss an die Kanalisation bezahlt hast, ei dann reden wir nochmal über "vermieten".

Mieter haben den Vorteil flexibel zu sein, wenns denen nicht mehr gefällt, ei dann kann Mieter gehen, Hausbesitzer können das leider nicht.

Und verkaufen geht nicht mehr so einfach, ich versuche mein Mietshaus zu verkaufen, 130.000 Euro und nicht mal ne Nachfrage. So ist das. Leider steht das Haus nicht in guter Westlage in Westberlin oder in Stuttgart.

Noch was, liebe Franceska, lies mal Deutschland 2020 , Du wirst erkennen, Vermieter werden in Zukunft noch mehr Probleme bekommen, rein statistisch betrachtet. Wie heisst es so schön in der Studie: Die deutsche Bevölkerung sinkt und wandert ab. Am Ende bleibt in Deutschland nur der "Bodensatz". => endlos leere Wohnungen. Klar kommt es auf die Lage an, der Osten leert sich, Dörfer im Westen veröden und in ein paar Zentren werden sich die Mieter weiter um Wohnungen kloppen.

Zitat:
1. Die Kleinreparaturklausel im Mietvertrag ist unwirksam.


Warum unterschreibst du denn dann den Vertrag ???

2.
Zitat:
Meine Umlagenvorauszahlung ist um € 70,00 höher, als der Durchschnitt hier im Haus.


... dann schreib deinem Vermieter einen Brief und frag mal warum.

Zitat:
Meinem zweiten Vermieter (von 1999-2005), würde ich von Herzen so ein paar Mietnomadchen gönnen.


Damit hast du den Kern getroffen, ich vermute die meisten Mieter denken so. Freuen sich klammheimlich wenns Vermieter schlecht geht.
22.11.2006, 21:36 von Franceska
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Zitat:
Nimm es mir bitte nich übel: Aber wenn Du schon mal von so einem Schmarotzer an den Rande der Insolvenz getrieben worden wärest, würdest Du auch leicht paranoid und übervorsichtig werden.


Das glaube ich Dir sofort. Was meinst Du wie es mir als Mieterin geht? Ich lebe seit 1997 wieder in Deutschland und wohne jetzt in meiner vierten Wohnung. Ich kann Dir nur Negatives über alle vier Vermieter erzählen. Die ersten Drei so nach dem Motto zahl die Miete, melde keinen Schanden, mach keine Forderungen, halt den Schnabel, erwarte keine Jahresabrechnung wenn Dir eine Rückzahlung zusteht geschweige davon, Deine Kaution zurück. Beim Jetzigen hat sich rausgestellt, dass der sich an mir gut bedienen wollte. Wie das weitergeht, mal sehen. Fakt ist:

1. Die Kleinreparaturklausel im Mietvertrag ist unwirksam. Mit € 160,00 pro Einzelreparatur und keiner Gesamtsumme pro Jahr (hätte ein Maximum von € 300,00 sein sollen), hat er sich anhand eines Urteiles auf dieser Seite und der Aussage eines Anwaltes, selber ins Bein geschossen. Er hat doch tatsächlich versucht festzulegen, dass ich Kleinreparaturen in Höhe von bis zu 8% der Kaltmiete (fast € 600,00 im Jahr) tragen soll.

2. Meine Umlagenvorauszahlung ist um € 70,00 höher, als der Durchschnitt hier im Haus. Wieso, werde ich wohl bei meiner ersten Abrechnung sehen.

Es gibt wirklich schwarze Schafe von beiden Seiten. Nur schade, dass die nie aufeinander treffen. Meinem zweiten Vermieter (von 1999-2005), würde ich von Herzen so ein paar Mietnomadchen gönnen.
22.11.2006, 18:42 von Kasperkopf
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Hallo Franceska,

natürlich gibt es Fälle, wo jemand wirklich nichts für einen Negativ-Eintrag in der Schufa kann. Aber glaube mir, das ist die Minderheit. Die meisten sind schon selbst Schuld an ihrem Finannzdilemma.

Ich habe auch kürzlich ein Zimmer an einen jungen Mann mit negativem Handy-Schufa-Eintrag vermietet. Obwohl er mir versicherte, dass er nun seine Finanzen im Griff hätte, lief es die ersten Monate "unrund" mit Miet- und Kautionszahlungen. Mittlerweile geht es, mal sehen, wie lange.

Zitat:
Mein Vater war selber mal vor Jahren Vermieter von zig Wohnungen und wenn es irgendwo wirklich mal eng war, war er nicht nur verständnisvoll, sondern er schaute auch, wie er dem Mieter helfen kann.

Das kann sich nicht jeder Vermieter leisten, da die meisten doch Finanzierungen bei der Bank abbezahlen müssen und daher dringend auf die Mietzahlungen angewiesen sind.

Als mein Mieter meinte, sein Geld lieber in Drogen umzusetzen anstatt seine Miete an mich zu bezahlen, und ich mich wegen des Engpasses auf meinem Konto vertrauensvoll an meine Bankerin wandte, kürzte mir diese ratzfatz meinen Dispo, anstatt mir zu helfen. Irgendwie konnte ich sie sogar verstehen, sie hatte auch keine Lust, ihren Job oder zumindest die nächste Karrierestufe wegen einer Gutmütigkeit mir gegenüber zu riskieren. Um daher nicht selbst in der Insolvenz zu landen, blieb mir gar nichts anderes übrig, als den Kerl auf die Straße zu setzen und sein Gehalt (doch das gibt es zuweilen: Schuldner, die arbeiten gehen!) zu pfänden.

Nimm es mir bitte nich übel: Aber wenn Du schon mal von so einem Schmarotzer an den Rande der Insolvenz getrieben worden wärest, würdest Du auch leicht paranoid und übervorsichtig werden.

Gruss Kasperkopf

22.11.2006, 18:30 von Franceska
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Zitat:
Auf der einen Seite Schufa-Auskunft, auf der anderen Seite negativ-Auskünfte- Handy-Vertrag.


Ich denke Du hast was missverstanden. Das mit dem Handy kam von Jemand anderes. Ich wollte lediglich wiederlegen, dass ein negativer Handyeintrag in der Schufa a. nicht unbedingt auf die Zahlungsmoral als Mieter hinweißt und b. auch wenn's das eigene Handy ist, es die Schuld eines anderen an dem Eintrag sein kann.

Ich war selber in der Situation, wo ich mir die gesamte Miete nicht leisten konnte. Doch mein Vermieter zeigte Null Verständnis. Auch als ich ihm angeboten hatte, für den Teil, den ich nicht bezahlen kann (€ 100,00) pro Monat, als Ansprechperson für die Mieter zu agieren. Da er in einer anderen Stadt wohnte und keinen Hausmeister hatte dachte ich mir, das wäre ein faires Angebot. Doch wie Du selber sagst, es gibt Vermieter und es gibt Vermieter. Diesem Vermieter habe ich zum Glück im Juli 2005, den Rücken kehren können und das ohne Mietschulden. Mein Vater war selber mal vor Jahren Vermieter von zig Wohnungen und wenn es irgendwo wirklich mal eng war, war er nicht nur verständnisvoll, sondern er schaute auch, wie er dem Mieter helfen kann.

Doch in der Arbeitswelt spiegelt sich dieses gleichgültige Verhalten auch wieder. Qualifizierte und loyale Mitarbeiter haben kaum noch einen Stellenwert. Es ist wichtiger, weniger zu zahlen und mehr Stunden raus zu bekommen.

@ prinzregent: Ich bin keine Vermieterin, sondern Mieterin und ich gebe Dir Recht bezüglich der wachsenden Anzahl von Mietnomaden. Erst heute in den Nachrichten kam folgende Ansage, dass in den letzten Jahren, die Mietnomadenanzahl sich sage und schreibe, verzehnfacht hat.
22.11.2006, 18:01 von johanni
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Hallo Franceska,

Du widersprichst Dir teilweise sehr.

Auf der einen Seite Schufa-Auskunft, auf der anderen Seite negativ-Auskünfte- Handy-Vertrag.

Schufa Auskunft wird nicht unterteilt mit schuldig oder unschuldig.

Aber Dein letzter Beitrag mit dem handy des Exfreundes zeigt auch, dass man schneller einen negativ Eintrag bekommen kann, als einem lieb ist. Auch unvershculdet. Und dieses Beispiel greife ich einmal auf:

Mieter bis zur Scheidung oder Arbeitslosigkeit braver Zahler. Dann überschlagen sich die Ereignisse, den Menschen handeln unter "Stress" auch anders, die Zahlungen bleiben aus. Zunächst müssen diese Menschen erst lernen, mit ihrer Situation umzugehen. Ich weiss, ich bekomme jetzt Schelte!!

Vermietung ist auch eine Dienstleistung und hat auch mit Verantwortung zu tun. Ich kann und darf aus meiner langjährigen Erfahrung nur sagen, dass bei einem großteil der "Gestrandeten" viel auch mit Verständnis geholfen werden kann, wie z. B. Teilzahlungen, Abtretungen etc. Nicht immer gleich der "Keule". Aber das sind nur meine Erfahrungen!!

LG Johanni
22.11.2006, 17:19 von prinzregent
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2002 haben die Mieter Deine Bedingungen noch erfüllt, im Jahre 2006 aber ....

2006 haben sich diese Mieter zu Mietnomanden verpuppt die auf keinen Fall ihre Schulden bezahlen wollen, im Gegenteil, suchen Streit vermüllen alles und kennen ihre Rechte.

Franceska dein Vorschlag in allen Ehren, aber Menschen die Schulden machen entwickeln sich ... leider ...

Zitat:
wer paranoid ist und Angst vor jedem Mieter hat, sollte vielleicht kein Vermieter werden oder es aufgeben.


Korrekt, ich vermiete nichts mehr in Köpenick an die SCHEISS ..... !!!

Mietnomade oder Schuldenmachen: Das ist ein Trend der langsam um sich greift. Wer mal mit solchen Leutchen zu tun bekommt, weis was ich meine. Und diese Leute vernichten ohne jede Rücksicht Existenzen !

Ich kann nur hoffen, das Du liebe Franciska keinen Mieter erwischst, der einfach seine GAS Rechnung nicht zahlt und du als Hausbesitzerin diesen 5000 Euro sitzen bleibst UND die Wohnung neu renovieren must UND auf 3 bis 12 unbezahlten Mieten. Von einer Räumungsklage ganz zu schweigen ...
22.11.2006, 16:57 von Franceska
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Hallo Sommer,

also ich wohne in einer Großstadt und hier eine schöne und preiswerte Wohnung zu finden, ist nicht leicht. Daher kann ich meine Punkteaufzählung halt nur von meinem Standpunkt aus begründen.

Wenn ich wie gesagt, eine begehrte Wohnung habe, dann weiß ich auch, dass wer sie haben will, mir den Namen seines Noch-Vermieters nennen wird, wenn es mit ihm keine Probleme gab. Ich persönlich hatte auch noch nie ein Problem damit, dass man bei der Schufa über mich nachfragt.

Es ist klar, habe ich eine Wohnung auf dem Dorf, die nur schlecht zu vermieten ist, kann ich nicht so knallhart mit den Interessenten umgehen, wie ein Vermieter, der 10-15 Interessenten hat, doch wenn Jemand es verweigert, dass ich eine Auskunft bei der Schufa über ihn hole, hat der nicht meistens was zu verbergen?

Ich wollte vorhin dem Kasperkopf noch etwas über eine überhöhte Handyrechnung sagen, die in der Schufa steht.

Der Ex meiner Freundin (eine Woche bevor sie sich von ihm trennte), nutze nachts wenn sie schlief, heimlich ihr Handy und rief 0190-Nummern an. Ihre nächste Rechnung zeigte einen Betrag, von fast € 1.000,00. Sie selbst hat einen festen Tarif an den sie sich hält und hat im Monat immer eine Rechnung von € 30,00 gehabt. Sie weigerte sich die Rechnung zu begleichen, es ging vor Gericht und sie verlor. Soll man ihr jetzt wegen dem rachsüchtigen Ex einen Strick daraus drehen und behaupten, dass sie mit Geld nicht umgehen kann? Es ist halt eine verzwickte Situation für die sie eigentlich nichts kann.
22.11.2006, 15:47 von Sommer
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Zitat:
1. Schufa-Auskunft (und die zwar selbst anfragen). Diese € 7,50 sollten es mir wert sein.



Stimmt - wären es mir auch. Meine Erfahrung ist nur daß schon das Bitten um die Einverständniserklärung beim Mietinteressenten auf Ablehnung stößt. Da verprellt man sich Interessenten - leider. Aber korrekt; ich vermiete nicht ohne Auskunft.

Zitat:

2. Bonitätsprüfung beim Vorvermieter.

Alleine diese beiden Punkte, anhand Eurer Geschichten, hätten die meisten von Euch vor dem jetzigen Ärger bewahrt.



Das ist dahingegen vollkommen praxisfern. So gut wie kein Mietinteressent verrät den aktuellen Vermieter; im Zweifelsfalle ist es dann eben Mama oder Papa wo sie da wohnen. Kein Vermieter erteilt auch so ohne weiteres Auskunft über ein Mietverhältnis (Datenschutz läßt grüßen) - und wenn er es tut dann will er womöglich den Mieter loswerden.

Zitat:

3. In der Vermieterkartei nachprüfen, ob es ein Urteil gegen den neuen Mietinteressenten gibt. Ich denke aber dies kann man lassen, wenn die Bonitätsprüfung positiv und die Schufa-Auskunft negativ (also es bestehen keine Mietschulden) ausgefallen ist. Ich kenne Fälle, wo man wegen dem Handy in der Schufa steht und lange gegen seinen alten Vermieter gekämpft hat, weil der nie was repariert hatte. Dadurch kann es einen Schufaeintrag und eine negative Bonitätsprüfung geben, was aber nichts mit 'keine Miete gezahlt zu haben' zu tun hat.



Diese online-Vermieterauskünfte sind hier schon mehrfach kritisiert worden. Selbst EVs und andere Fakten sind dort manchmal fehlend - selbst nachweislich falsche Aukünfte wurden gegeben. Der Datenpool ist vollkommen unbekannt; was nützen mit Millionen Kundendaten aus dem Süddeutschen wenn ich im Norddeutschen vermiete...leider verrät einem keiner wie sich der Datensatz verteilt.

Zitat:

4. Bei Berufstätigen (drei Gehaltsnachweise und/oder einen Brief vom Arbeitgeber).



DAS ist das A & O - aber bitte nicht nur das Zettelchen abheften...sondern auch anrufen. Selbst ein schöner Briefkopf täuscht darüber hinweg daß es den angeblichen Arbeitgeber gar nicht gibt. Also einfach mal anrufen und den Mietinteressenten verlangen - womöglich ist der dort gar nicht bekannt!

Zitat:
5. Bei Arbeitslosen, die schriftliche Zustimmung der Arbeitsagentur, dass die Miete und die Kaution übernommen werden.



Stimmt aber vor allem eine Abtretungserklärung unterzeichnen lassen. Und klären: wenn der Arbeitslose aus einem anderen Bundesland, resp. anderem Verwaltungsbereich/Bezirk stammt, dann wechselt er auch das zuständige Amt! Es nützt also nicht viel wenn einem das alte Amt bescheinigt, man übernehme Kaution und Miete wenn dann das neue das nicht tut...war bei mir so; hat mich 4 Monatsmieten (mindestens) gekostet!

Zitat:

6. Das kommt jetzt auf jeden individuell an, aber wer die Wohnung an einen Arbeitslosen bereit ist zu vermieten (was in meiner Stadt absolut keine Selbstverständlichkeit mehr ist), kann auch verlangen, dass die Miete direkt an ihn überwiesen wird. Der Grund, wieso die Arbeitsagenturen das nicht mehr automatisch machen und auch so ungerne tun ist, weil es für die ein weiterer Aufwand ist.

Bezahlt der Arbeitslose aber selbst die Miete und hört auf damit, sofort seine Arge ausfindig machen und mit dem Sachbearbeiter reden. Ich habe oft gelesen, wie Vermieter sich drei Monate lang im Forum beschweren und nicht einmal auf den Gedanken kamen, den 'Mietzahler', also die Arge, zu kontaktieren.



Stimmt - ich vermiete nicht mehr an Hartzler...aber leider auch praxisfern zu behaupten, die Vermieter würden die ARGEs nicht kontaktieren und zur Direktzahlung auffordern. Viele Ämter sprechen nicht mal mit dem Vermieter da dieser nicht der Vertragspartner sei und zudem Datenschutzgründe dagegen sprächen. Wer nicht die heilige BG-Nummer des ARGE-Kunden kennt darf noch länger warten bis sein Anliegen bearbeitet wird. Ich habe noch nie erlebt, daß ein ARGE-Mitarbeiter den vom Call-Center versprochenen Rückruf erledigt hätte. Kurzum: so einfach ist das also auch nicht.

Zitat:

Was mich aber als Mieterin angeht, so habe ich von meiner Seite aus, auch Horrorgeschichten auf Lager (Kaution- und Umlagenveruntreuung, ungültige Kleinreparaturklausel weil Vermieter zu gierig ist, Zinsen der Kaution einbehalten, etc.). Ich denke auf beiden Seiten gibt es schwarze Schafe.


Natürlich gibt es auch schwarze Schafer unter den Vermietern - allerdings hat der Mieter sehr umfangreichen Schutz was den Besitz der Mietsache angeht. Der Mieter hat also gegenüber dem Vermieter immer einen umfangreichen Pfand in der Hand - eine Wohnung mit Ausstattung im Wert von vielen Tausend Euro. Die Kaution ist nur ein winziger Bruchteil davon; gesetzlich limitiert und mit genauen Vorschriften über die Handhabung. Der Mieter hat dahingegen "Narrenfreiheit"; der Schutz des Privaten geht über alles...selbst wenn der drinnen alles vermüllt, auseinandernimmt und verdreckt darf man als Vermieter nicht mit der Polizei rein um das zu stoppen. Ungültiger Vertragsklauseln müssen kein Zeichen schlechter Vermieter sein - viele werden im Laufe eines Vertragsverhältnisses für ungültig erklärt. Oft zu Lasten des Vermieters, der dann erleben muß, daß jede Schönhietsreparatur entfällt...
Es ist für den Mieter in der Regel wesentlich einfacher, sich gegen solche Vermieter zu wehren - umgekehrt jedoch kaum.

Ursache des Ganzen ist ein vollkommen unfaires und entmündigendes Mietrecht (siehe Link unten zur Protestnote) das jeden zwischenmenschlichen Dialog in Paragraphen und Formen zwingt, resp. ausschließt. So darf ich nicht mal die legere Aussage machen "Sie können die Wohnung haben" weil dann schon ein Mietvertrag zustande gekommen ist!!

S.
22.11.2006, 14:44 von Mieterliebe
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<<<<<Das ist so nicht korrekt. Verlangen kann ein Vermieter nicht, dass die ARGE das Geld direkt an ihn überweist, er kann darum bitten. Vor allem ist eine diesbezügliche Vereinbarung, die ein Mieter mit seinem Vermieter trifft, für die ARGE nicht bindend, weil die ARGE sich immer auf den Standpunkt zurück zieht, dass sie in keinem Vertragsverhältnis mit dem Vermieter steht. Verstösst der Mieter zudem gegen irgendeine Auflage, wird im ratzfatz ALG II und damit auch die Mietzahlung gestrichen.>>><

nein das ist nicht so, die Mietzahlungen gehen weiter, da der vorliegende mietvertrag nichts mit den auflagen zu tun hat und die bezüge auch nur wegen einem mietvertrag erhalten werden.

ich handhabe es so, dass ich ich abtretungerklärungen unterzeichnen lasse, die auch verhindern, dass der mieter solange dieser mietvertrag nicht gekündigt ist, diese zurückziehen kann. natürlich auch nur solange ein anspruch bei der arge besteht.
22.11.2006, 11:46 von Franceska
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Hallo Kasperkopf,

klar, die neuen Hartz-IV-Gesetze verschlechtern die schon fast eh aussichtslose Lage eines Arbeitslosen überhaupt noch eine Wohnung zu finden. Schon garnicht auf dem freien Markt.

Es kommt aber auch immer auf die Person selbst an. Es gibt die und da gehöre ich dazu, die so erzogen wurden, dass erst die Rechnungen und dann alles andere bezahlt werden muss. Dann gibt es die, die in die Arbeitslosigkeit ihrer Eltern hineingeboren wurden und vielleicht lernen, dass wer nichts hat, bei dem ist auch nichts zu holen und daher sind Schulden keine Schulden, sondern eher von gekauften Sachen entstanden, die man sich nicht leisten kann, aber was solls.

Ich kenne Arbeitslose, die an ihrer Situation zu Grunde gehen und die, die Hartz-IV als Beruf wählen wollen. Ich denke, die Basis jedes Einzelnen, wie er sich in der Zukunft verhält, hat auch mit der Erziehung zu tun.

Klar muss die Gesetzlage geändert werden und damit meine ich nicht nur diese Gesetze. Doch im Endeffekt, wer paranoid ist und Angst vor jedem Mieter hat, sollte vielleicht kein Vermieter werden oder es aufgeben.

22.11.2006, 11:26 von Kasperkopf
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Hallo Franceska,

gleich vorneweg: Natürlich gibt es in beiden Lagern - Vermieter und Mieter - schwarze Schafe. Und auf beiden Seiten ist es nur ein geringer Prozentsatz, der aber den Rest der "Branche" in verruf bringt.

Zitat:
Ich kenne Fälle, wo man wegen dem Handy in der Schufa steht und lange gegen seinen alten Vermieter gekämpft hat, weil der nie was repariert hatte. Dadurch kann es einen Schufaeintrag und eine negative Bonitätsprüfung geben, was aber nichts mit 'keine Miete gezahlt zu haben' zu tun hat.

Wer so etwas geringfügiges wie seine Handyrechnungen nicht im Griff hat, kann wahrscheinlich generell nicht mit Geld umgehen und steht in großer Gefahr, früher oder später auch seine Miete nicht bezahlen zu können, weil bei ihm Konsum vor Hirn einschalten geht.

Zitat:
6. Das kommt jetzt auf jeden individuell an, aber wer die Wohnung an einen Arbeitslosen bereit ist zu vermieten (was in meiner Stadt absolut keine Selbstverständlichkeit mehr ist), kann auch verlangen, dass die Miete direkt an ihn überwiesen wird. Der Grund, wieso die Arbeitsagenturen das nicht mehr automatisch machen und auch so ungerne tun ist, weil es für die ein weiterer Aufwand ist.

Das ist so nicht korrekt. Verlangen kann ein Vermieter nicht, dass die ARGE das Geld direkt an ihn überweist, er kann darum bitten. Vor allem ist eine diesbezügliche Vereinbarung, die ein Mieter mit seinem Vermieter trifft, für die ARGE nicht bindend, weil die ARGE sich immer auf den Standpunkt zurück zieht, dass sie in keinem Vertragsverhältnis mit dem Vermieter steht. Verstösst der Mieter zudem gegen irgendeine Auflage, wird im ratzfatz ALG II und damit auch die Mietzahlung gestrichen.

Zitat:
5. Bei Arbeitslosen, die schriftliche Zustimmung der Arbeitsagentur, dass die Miete und die Kaution übernommen werden.

Die Zustimmung gilt immer nur für ein halbes Jahr und dann wird neu geprüft und festgesetzt. Hat sich in der Zwischenzeit irgend etwas geändert, wird ALG II gekürzt oder gestrichen. Die Kaution wird im Allgemeinen nur als Darlehen gewährt und muss vom Mieter in monatlichen Raten an die ARGE zurück gezahlt werden. Manchmal zahlt sie die Kaution nicht mal als Darlehen, dann muss der ALG II Empfänger selbst zusehen, wie er die organisiert.

Zitat:
2. Bonitätsprüfung beim Vorvermieter.

Das ist sicherlich nicht schlecht aber trotzdem mit Vorsicht zu genießen. Nicht selten beschönigen Vorvermieter, die jemanden los werden wollen dessen Vita. Oder die Mietinteressenten geben irgendeinen Kumpel als Vermieter an, der ihn dann natürlich in den höchsten Tönen lobt.

Je besser man den Mietinteressenten prüft, desto geringer ist die Chance, einem Nomaden aufzusitzen. Ganz ausschließen kann man das nie. Außerdem kann aus einem Mieter, der jahrelang brav die Miete bezahlt hat, durch Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheit, Tod eines Angehörigen, etc. ganz schnell ein nicht zahlender Mieter werden. Habe ich selbst erlebt (als Verwalterin) mit dem vollen Programm inklusive Zwangsräumung durch den Gerichtsvollzieher. Der Mann hatte seine Stelle, wo er jahrzehntelang gearbeitet hatte, verloren und war nicht in der Lage, sich etwas neues zu suchen, weil er alles als unter seinem Niveau empfand. Er steckte den Kopf in den Sand und reagierte auf gar nichts - nicht auf Briefe, Anrufe, Besuche, Gerichtstermine, bis eines Tages der Gerichtsvollzieher bei ihm auf der Matte stand. Seine Schulden von rund 10.000 Euro bei seinem Ex-Vermieter zahlt er mittlerweile in 50 Euro - Raten ab. Da darf sich der Vermieter noch glücklich schätzen! Selbst ohne Zinsen wären das knapp 17 Jahre, die er abbezahlen muss.

Im Vergleich dazu sind veruntreuten Kautionszinsen - nicht dass ich das Vergehen damit herunterspielen will - doch eher - wie sagte Herr Ackermann so schön? - Peanuts. Wie gesagt: Verstehe mich nicht falsch. Ich habe mich schon von Verwaltungen verabschiedet, weil die Eigentümer u. a. Kautionszinsen unterschlagen wollten und ich da nicht mitmachen wollte. Aber ich will damit deutlich machen, dass der Schaden, den ein nicht zahlender Mieter anstellen kann, meistens erheblich größer ist, als das, was ein unehrlicher Vermieter veruntreuen kann. Deshalb bedarf es dringender Gesetzesänderungen.

Gruss Kasperkopf
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