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21.12.2005, 22:52 von xyzProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|eigenbedarfskündigung
hi...

ich bin durch zufall auf diese site gestoßen und bin erleichtert menschen gefunden zu haben, denen es ähnlich geht wie uns. wir haben nämlich folgendes problem:

seit ca. 20 jahren wohnt eine "dame" in der mietswohnung eines zweifamilienhauses, welches zunächst meinen schwiegereltern gehörte und inzwischen uns gehört. eigentlich hatte die dame mit ihrem ehemann und ihrem gemeinsamen sohn die wohnung bewohnt, nach der scheidung vor ~15 jahren zog der ehemann aus ( unterzeichner des mietvertrages sind beide ehepartner, nach der scheidung kündigte der ehemann damals mündlich meinem schwiegervater!!!) der sohn studiert inzwischen in einem anderen bundesland und die "dame" wohnt allein in der wohnung. seither widerfahren uns immerwieder kuriositäten, die mit einem finanziellen schaden für uns einhergehen...

hier einige beispiele:

1. sie lässt ihre fenster seit jahren über mehrere stunden hinweg geöffnet - selbst bei -15°C -, zieht dann allerdings nicht geringe beträge von der miete ab, mit der begründung, dass die heizung nicht die von ihr geforderten 22°C Raumtemperatur erbringt!!!

2. grundsätzliche ablehnung einiger punkte der vorgelegten nebenkostenabrechnung (in zusammenarbeit mit dem mieterbund)

3. eigenmächtige beautragung von unternehmen zur reparatur von heizungsproblemen oder sonstigem

4. ... (da hat sich einiges summiert, aber alles aufzuführen, würde an dieser stelle den rahmen sprengen...daher weiter im text)

die konsequenz aus diesem zerütteten mietverhältnis war für uns die kündigung: in anbetracht der tatsache, dass meine älteste tochter heiraten wollte, haben wir also auf eigenbedarf gekündigt. doch fehlanzeige (eine vergleichbare wohnung in dem Haus war zum selben zeitpunkt frei geworden und formfehler in der kündigung - wir haben dem ex-ehemann lediglich eine kopie der kündigung zukommen lassen, da er plötzlich aber doch anspruch auf die wohnung angemeldet hat und sein mündliche kündigung von damals abstreitet, wurde im namen des volkes entschieden, dass die kündigung auf eigenbedarf zurückzuweisen ist).. dies liegt nun ~3 jahre zurück.

das mietverhältnis hat sich selbstverständlich nicht verbessert und es ergeben sich immer neue unannehmlichkeiten. mittlerweile hat meine 2. tochter jedoch den wunsch geäußert, mit ihrem langjährigen freund zusammen zu ziehen, da sie momentan lediglich eine ~16qm große studentenbude mit dusche in küche bewohnt und gendenkt, in nicht allzuferner zukunft eine familie zu gründen. in anbetracht der tatsache, dass die bewohner der anderen zur verfügung stehenden wohnung im nächsten jahr ein kind erwarten, blieb uns nichts anderes übrig als der "dame" nochmals auf eigenbedarf zu kündigen...

soweit, so gut. nun zu meinen eigentlichen fragen:

1. wie gut stehen unsere chancen, dass die kündigung trotz der bekannten vorgeschichte durchzusetzen ist? bzw. worauf sollten wir in unserem weiteren vorgehen achten?

2. natürlich versucht die "dame" alle register zu ziehen.. wir möchten ihr natürlich keine boshaftigkeit unterstellen , aber es ist auffällig, dass es seit der kündigung zu einer erhöhten korrespondenz kam. ihr letzter coup: da sie an einem freitag morgen bei der reinigung ihres sifon undichte stellen sowie rost feststellte, rief sie sogleich den installateur, welchen sie danach anwies, die rechnung an den vermieter zu adressieren. die mitteilung an uns erfolgte am gleichen tag, allerdings erst, nachdem der installateur bereits seine arbeit verrichtet hatte. mit der begründung, es sei eine reparatur von "dringender notwendigkeit" (da ihrzufolge die "wasserzuleitung" beeinträchtigt war?!?!?) übermittelte sie uns 1 woche nach zahlungsfälligkeit die rechnung mit der bitte um begleichung. mit dem hinweis darauf, dass wir als vermieter den auftrag nicht erteilt haben und über den schaden erst im nachhinein in kenntnis gesetzt wurden, schickten wir die rechnung postwendend zurück. in ihrer antwort auf unsere antwort droht sie uns bei nichtbegleichung der rechnung mietabzug an.
aus angst davor, es könne zur gewohnheit werden, möchten wir die kosten prinzipiell nicht übernehmen.
frage: doch lohnt es sich tatsächlich, auch im hinblick auf die kündigung, sich auf einen streit um einen betrag in höhe von 50€ einzulassen?

wir würden uns freuen, wenn sich jemand, der sich nicht von der länge der schilderung abschrecken lässt, einen ratschlag parat hätte. vielen dank im voraus und frohe (mietstressfreie) weihnachten

mfg XYZ
Alle 2 Antworten
22.12.2005, 11:10 von Rita
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Zitat:
in der mietswohnung eines zweifamilienhauses

Es handelt sich nicht zufällig um eine Mietswohnung "im vom VM selbst bewohnten Haus mit max. 2 Wohnungen" ?
-> erleichterte Kündigung des VM nach § 573 a (ohne Angabe von Gründen)

Im Gegensatz zu mc dance würde ich gerade hinsichtlich der geplanten Kündigung die Fronten klarstellen (= ab sofort läuft von VM-Seite aus alles ganz normal, so wie es Gesetz und Mietvertrag bestimmen) und die Nerven und den Geldbeutel der Mieterin nicht noch besonders schonen.

D.h. z.B. bzgl. der Reparaturen:

1. "Wer bestellt, der zahlt" - ... soweit sie nicht beweisen kann,
- dass der VM mit der Mängelbeseitigung in Verzug war
oder
- dass sie versucht hat den VM zu erreichen und dass die direkte Beauftragung/sofortige Reparatur unabdingbar war, um die Mietsache vor Schaden zu bewahren.

2. Ansonsten Mangelbeseitigung im Rahmen der gesetzl. Grundlagen, d.h. Mängelmeldung durch Mieterin, Reparaturauftrag in angemessener Frist durch Vermieter
u n d
bei wirksam vereinbarter Kleinreparatur-Klausel anschließend Einforderung des vertragsgemäßen Kostenersatzes vom Mieter

Bei unberechtigtem Mieteinbehalt (z.B. wegen für die geschilderte Reparatur)
> Abmahnung und Zahlungsaufforderung mit nochmaliger Fristsetzung
> dann ggfs. gerichtl. Mahnverfahren (soweit möglich im Urkundenmahnverfahren!)
> Sobald einige Abmahnungen (Kündigungsgründe !) vorliegen oder erheblicher Zahlungsverzug besteht - KÜNDIGUNG nach § 543, 569 BGB

Im Fall einer Eigenbedarfskündigung sollten gerade bei der 20jährigen Mietzeitdauer gute Gründe benannt werden können, warum die Tochter gerade diese Wohnung benötigt ...

Und immer daran denken, alles an ALLE Vertragspartner zu richten (Abmahnung, Mahnung/Mahnbescheid, Kündigung).

Etwas stutzig macht mich, dass bei einer Scheidung vor 15 Jahren, der Ehemann vor 3 Jahren noch berechtigte Ansprüche auf die Wohnung geltend machen konnte.
Üblicherweise wird im Rahmen einer Ehescheidung die Ehewohnung einem der Ehegatten per Gerichtsbeschluss zugesprochen ... der andere Ehepartner fällt damit gerichtlich angeordnet aus dem Vertrag 'raus - ohne das der VM dagegen etwas einwenden kann.
21.12.2005, 23:13 von mcdance
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Hallo XYZ,

zu 1.

Wenn die Kündigung an alle betroffenen Mieter geht sowie die Form und die Fristen eingehalten werden könnte es funktionieren, ggf. ein Beratungsgespräch mit einem Anwalt in Erwägung ziehen.

zu 2.

kommt darauf an wie stark deine Nerven sind, und in hinblick auf die Kündigung würde ich ggf. davon absehen, vorsichtshalber der "Dame" schriftlich mitteilen das schäden jeglicher art erst dem Vermieter mitzuteilen sind und erst dann ggf. ein handwerker bestellt wird andernfalls werden die Kosten für zukünftige reperaturen nicht getragen.

Grüße

Michael

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