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07.07.2006, 14:45 von Otto_hansProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Eigenbedarf
Hallo ,

ich habe ein älteres Wohnhaus(200qm) vermietet. Dieses Haus ist von der Einteilung bescheiden. Dies kommt daher, daß das Haus gewachsen ist. 1935 wurde es als ein kleines E+D- Haus gebaut. Meine Eltern haben bei ihrer Eheschliessung 1950 ein Stockwerk daraufgebaut und 1970 drangebaut. Meine Eltern sind bereits tot und habe dann 1995 das Haus vermietet. Nach Meinung eines befreundetet Architekten müsste ich ungefähr 200T Euro in das alte Haus investieren, was er als wirtschaftlich unsinnig findet.
Meine Kinder sind bereits über 20 Jahre und möchten das Haus abreissen und ein neues Haus bauen.

Meine Frage: kann ich hier Eigenbedarf anmelden, obwohl das Haus abgerissen wird?

Alle 4 Antworten
12.07.2006, 13:21 von Otto_hans
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Jetzt meinte doch glatt einer, bei Abriss wäre das Vernichtung von Wohnraum und das wird bei einem Ferichtsstreit nicht befürwortet.

Mir brleibt dann nur der Wed, daß ich keinen Cent für Reparaturen ausgebe und irgendwann das Haus nicht mehr bewohnbar ist!
10.07.2006, 10:52 von RMHV
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Zitat:
berger » 10.07.06 09:38 «
Ich denke, dass mit der Kündigung des Mieters wegen Abriss des Hauses ist nicht so einfach!

Man hört immer wieder, dass alte Stadhaüser nicht abgerissen und neugebaut werden können, weil die Mieter nicht rausgehen, auch wenn diese eine moderne Wohnung bekämen.



Es soll offen bleiben, wie einfach etwas sein muss, damit es als "so einfach" angesehen werden kann.

Man hört vieles und vieles davon sind Wunschträume der Mietervereine. Dass der geplante Abriss ein berechtigetes Interesse an einer Beendigung des Mietverhältnisses sein kann, ist zwischenzeitlich mehrfach entschieden. Der Tenor der Entscheidungen läuft darauf hinaus, dass dem Vermieter der Betrieb eines unwirtschaftlichen Objekts nicht zugemutet werden kann. Die Entscheidungen betrafen jeweils den letzten Mieter in Plattenbaublöcken, der trotz angebotener Ersatzwohnung nicht ausziehen wollte. Wie weit diese Entscheidungen im konkreten Fall hilfreich sein könnten, sollte man im Rahmen einer anwaltlichen Beratung erörtern.
10.07.2006, 09:38 von berger
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Ich denke, dass mit der Kündigung des Mieters wegen Abriss des Hauses ist nicht so einfach!

Man hört immer wieder, dass alte Stadhaüser nicht abgerissen und neugebaut werden können, weil die Mieter nicht rausgehen, auch wenn diese eine moderne Wohnung bekämen.

Als Eigentümer kann man nicht immer über sein Eigentum bestimmen, wie man es gerne möchte!!!
07.07.2006, 17:04 von MarieP
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Hallo

eher wirtschaftliche Verwertung

Verwertungskündigung
Gemäß § 573 BGB hat der Vermieter die Möglichkeit, ein auf unbestimmte Zeit abgeschlossenes Mietverhältnis gegenüber dem Mieter zu kündigen. Er kann dies jedoch nur dann tun, wenn er ein so genanntes berechtigtes Interesse an der Beendigung des Mietverhältnisses hat. Ein solches berechtigtes Interesse liegt unter anderem dann vor, wenn der Vermieter durch die Fortsetzung des Mietverhältnisses an einer angemessenen wirtschaftlichen Verwertung des Grundstückes gehindert ist und dadurch erhebliche Nachteile erleiden würde. Diese so genannte Verwertungskündigung hat für den Vermieter folgende Voraussetzungen:

Der Vermieter muss die Absicht haben, die Mietsache anderweitig zu verwerten.
Der Vermieter muss durch das bestehende Mietverhältnis an einer angemessenen Verwertung gehindert sein.
Verwertung kann insoweit auch der beabsichtigte Abriss oder Neubau aber auch Verkauf bedeuten.Der Vermieter muss erhebliche Nachteile dadurch erleiden, dass das Grundstück über längere Zeit keinen wirtschaftlichen Nutzen bringt und überwiegend Kosten verursacht. Eine Existenzgefährdung des Vermieters ist jedoch nicht erforderlich.
Schließlich muss die Fortsetzung des Mietverhältnisses die Verwertung verhindern und die erforderlichen erheblichen Nachteile verursachen.

Der Vermieter hat in dem Kündigungsschreiben die Gründe für das von ihm behauptete berechtigte Interesse genau darzulegen. Die Kündigung ist sonst unwirksam.

Der Mieter kann dieser Kündigung gemäß § 574 BGB widersprechen und von dem Vermieter die Fortsetzung des Mietverhältnisses verlangen, wenn die Beendigung für ihn oder seine Familie eine Härte bedeuten würde, die auch unter Würdigung der berechtigten Interessen des Vermieters nicht zu rechtfertigen ist.

Der Mieter hat diesen Widerspruch schriftlich zu erklären und muss auf Verlangen des Vermieters über die Gründe des Widerspruchs unverzüglich Auskunft geben. Außerdem muss er diesen Widerspruch innerhalb von 2 Monaten vor der Beendigung des Mietverhältnisses erklären. Andernfalls kann der Vermieter die Fortsetzung des Mietverhältnisses ablehnen. Zudem muss der Mieter in diesem Widerspruchsschreiben nach Möglichkeit alle Gründe angeben, die die angenommene unannehmbare Härte begründen und darlegen, dass er das berechtigte Interesse des Vermieters an der Verwertung der Immobilie verneint.
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