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01.02.2007, 22:16 von KopfverdreherProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|das erste Mal-Auszug-Wohnungsübergabe-was beachten
Hallo Profis,

eigentlich bin ich froh, das diese Leute nach zwei Jahren meine Neubauwohnung verlassen wollen. Es gab immer wieder kleinere Probleme mit der Hausordnung und den Anderen Mietern, ( Saubermachen/Winterdienst) Lärm.... usw.

Tja, das Verhältniss iss grad ned so doll... und da soll ich ende März die Wohnungsabnahme machen. Ich bin mir bewusst, dass alle eventuell vorhandene Mängel in den Augen der Mieter nur Schikane sind ! wie geh ich an die Sache ran ?

Vor Allem, auf was muss ich achten wenn ich eine Wohnung zurücknehme ? ( Die war neu ! / Erstbezug )
Mache sowas zum ersten Mal !?

Wann sollte die übergabe stattfinden ? Was, wenn Mängel bis zum Ende der Mietzeit nicht behoben sind ?

Ihr seht, ich bin echt Anfänger in Sachen Vermietung.....

Aber ich hoffe Ihr Helft mir, DANKE schon mal für EUERE Antworten !

Bis dahin..LG Christian

Alle 15 Antworten
05.02.2007, 10:52 von Augenroll
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@CMAX_65: Schreiben Sie mal lieber auch was zum Thema.
05.02.2007, 10:37 von CMAX_65
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Hallo,

Zitat:
wenn mal einer die Rechtslage so erläutert, wie sie nunmal ist.


Hallo Professor Augenroll, Fachanwalt für Mietrecht, Interessenschwerpunkt schlaue Sprüche, mit mir werden Sie was erleben !

selten so gelacht.......

MUUUG
05.02.2007, 10:31 von Augenroll
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Zitat:
Wenn der Mieter keine Abnahme machen braucht, gehe ich einfach bei der Übernahme hin und verlange erst einmal Pauschal 2000 Euro für Schäden!!

Hhhmmm, ja sehr praktikabel. Mieter richten ja sowieso grundsätzlich Schäden an, oder was?
05.02.2007, 10:21 von ChristophL
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Wenn der Mieter keine Abnahme machen braucht, gehe ich einfach bei der Übernahme hin und verlange erst einmal Pauschal 2000 Euro für Schäden!!

Gruß Christoph
05.02.2007, 10:14 von Augenroll
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Zitat:
Schon gewusst: Es gibt auch anständige (Ver)Mieter, die einfach nur ein Mietverhältnis beenden möchten.


Wie immer: um die Fälle, wo alles in Butter ist, geht es doch gar nicht.

Wollte nur ausdrücken, dass der Mieter keine Abnahme machen braucht, wenn er die Befürchtung hat, vom Vermieter gnadenlos überfahren zu werden. Aus welchen Gründen auch immer!

Es wurde hier doch ein breites Meinungsspektrum gegeben, so kann jeder (ob Mieter oder Vermieter) sich eine Meinung bilden und danach handeln, wo ist denn das Problem?

Ich finde es komisch, dass hier gleich mit Unterstellungen "argumentiert" wird, wenn mal einer die Rechtslage so erläutert, wie sie nunmal ist.

Oh Mann...
05.02.2007, 10:09 von Sommer
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und noch was für die Liste von Marie aus eigener leidvoller Erfahrung: Alle Türen auf- und zumachen (hatte mal einen, der einfach ne andere Tür in die Zarge gehangen hat und sie bei der Abnahme einfach offen stehen ließ - beim Schließversuch durch einen Mietinteressenten stellte sich dann später heraus, daß die Tür 10 cm breiter war als die Zarge...die hatten einfach irgendeine andere, weiße Tür genommen weil sie die eigentliche verdamelt hatten...)

S.
05.02.2007, 10:04 von Sommer
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Ist das nicht schön - endlich haben wie mal jemanden, der hier Dampf macht.

Augenroll, bist Du etwa
a) Aktivist gegen jede Art von Justizreform?
b) Richter/Anwalt?
c) mahnisch-depressiver Prozessierer?
d) Berater für den Mieterschutzbund?
e) Betreiber des Tacheles-Sozialhilfeforums?
(Mehrfachantworten sind möglich)

Einigung ist gut-Eskalation ist besser?

Ich kann nur jedem Mieter wie auch Vermieter zu einer Abnahme raten auch wenn sie nicht Pflicht ist. Es ist in BEIDERSEITIGEM Interesse, einen Rechtsstreit zu VERMEIDEN.
Kaum ein Urteil ergeht ohne daß es BEIDE Seiten Geld und Nerven kostet.

Natürlich steht es dem Mieter frei, ein eigenes Protokoll, eigene Zeugen, eigene Fotos zu machen - es steht ihm auch frei, jede Unterschrift zu verweigern.
Aber bevor man dann nur noch über Anwälte spricht, sollte man das doch einfach mal zusammen besprechen...und dazu ist die Abnahme die beste Gelegenheit!
Schon gewusst: Es gibt auch anständige (Ver)Mieter, die einfach nur ein Mietverhältnis beenden möchten.

Oh Mann...

S.
05.02.2007, 09:03 von ChristophL
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Ich habe aktuell auch die Kaution schon länger als 6 Monate einbehalten. Es war mit einer Nachforderung aus der Betriebskostenabrechnung zu rechnen. Jetzt sind kanpp 7 Monate rum und die Zahlungsfrist läuft noch. Sollte er bezahlen werde ich halt die Kaution freigeben.

Gruß Christoph
05.02.2007, 09:00 von SiSi
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Hallo,

ein Zeitraum bis maximal sechs Monaten dürfte als Überlegungs- u. Abrechnungsfrist angemessen sein, wenn nicht besondere Umstände einer Abrechnung innerhalb dieses Zeitraums entgegenstehen. Z.B. Einholung eines Gutachtens etc.

Problematisch sind Ansprüche des Vermieters, die sich erst nach Ablauf dieser Zeit exakt beziffern lassen. Allerdings ist es unverhältnismäßig, wegen ggf. nur einem ausstehendem Posten der BA, so lange die gesamte Kaution einzubehalten. In diesem Fall ist der Vermieter verpflichtet einen angemessenen Abschlag zu leisten.

Folgende Klausel können Sie dem Abnahmeprotokoll noch hinzufügen: "Die Geltentmachung weiterer, nicht sofort sichtbarer Mängel bleibt vorbehalten".

Der Mieter muss ihnen auch alle Schlüssel die er selbst hat nachmachen lassen aushändigen.

Liebe Grüße

SiSi
05.02.2007, 08:28 von Augenroll
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Zitat:
Nach BGH ist der Anspruch auf Rückzahlung der Kaution nicht bereits bei Mietende fällig geworden. Dem Vermieter steht eine angemessene Frist zu, für die er die Kaution ganz oder teilweise einbehalten darf, wenn mit Nachforderungen aus dem Mietverhältnis gerechnet werden kann.

Dann verstehe ich aber nicht, dass Kautionen ständig zurückbehalten werden ohne dass überhaupt Schäden oder Mietrückstände bestehen.

Denken Vermieter wirklich oft, dass der Mieter die Kaution vergisst oder zu feige ist, diese einzufordern???
02.02.2007, 15:30 von nova
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Hallo Augenroll

Nach BGH ist der Anspruch auf Rückzahlung der Kaution nicht bereits bei Mietende fällig geworden. Dem Vermieter steht eine angemessene Frist zu, für die er die Kaution ganz oder teilweise einbehalten darf, wenn mit Nachforderungen aus dem Mietverhältnis gerechnet werden kann. Eine starre Frist hat der Gesetzgeber nicht vorgesehen. Entscheidend sind die Umstände des Einzelfalls. Die Kaution sichert alle, auch die noch nicht fälligen Ansprüche aus einem Mietverhältnis. Darauf beruhend kann der Vermieter zwar kein Zurückbehaltungsrecht geltend machen, weil seine Ansprüche, soweit er die Abrechnung noch nicht erstellt hat, nicht fällig sind.



Gruss

nova
02.02.2007, 15:15 von Augenroll
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Im Gegenzug sollte sich auch der Mieter vor überpeniblen Abnahmen schützen. Denn es geht um viel Geld(Kaution und weitere Schadenersatzforderungen). Der Mieter sollte sich darüber bewusst sein, dass er auch sehr viel Miete gezahlt hat, mit der eine Abnutzung der Wohnung auch abgegolten ist.

Checkliste:

Es besteht kein gegenseitiger Rechtsanspruch auf Abnahme. Machen Sie eine Begehung mit möglichst vielen Zeugen, machen Fotos, ein Ableseprotokoll und übergeben dann alle Wohnungsschlüssel außerhalb der Wohnung unter Zeugen dem Vermieter.

Falls sich eine Abnahme zusammen mit dem Vermieter nicht vermeiden lässt (dann waren Sie zu Gutmütig!): Schrauben Sie alle Birnen raus und vereinbaren einen Termin am Abend, leider haben Sie nur da Zeit, eine Taschenlampe haben Sie nur für eigene Zwecke mitgebracht.

Unterschreiben Sie nichts, der Vermieter hat keinen Rechtsanspruch auf eine Unterschrift.

Lassen Sie zur Abnahme nur die Leute ein, die angemeldet sind, und höchstens insgesamt zwei Leute. denken Sie dran, der Mietvertrag läuft noch und Sie haben das Hausrecht! Einen Anwalt brauchen Sie übrigens nie einlassen!

Postieren Sie mindestens einen Zeugen mehr(nicht verwandt, nicht im MV) als die Gegenseite versteckt in der Wohnung, der kommt erst zum Vorschein, wenn die Haustür zu ist!

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, wenn der Vermieter rummosert, lassen Sie Ihre Zeugen feststellen, dass alles in Ordnung ist, legen alle Schlüssel auf den Boden und gehen. Führen Sie ein eigenes Abnahmeprotokoll um späteren Schadenersatzansprüchen vorzubeugen.

Denken Sie scharf nach, ob die behaupteten Schäden nicht schon doch vor Einzug vorhanden waren.

Bestehen Sie auf die Auszahlung der Kaution, Sie haben ein Rechtsanspruch diese zurüchzuerhalten. Wenn Sie diese nach 6 Monaten noch nicht wieder zurückhaben, befindet sich der Vermieter automatisch in Verzug. Gehen Sie dann unverzüglich zum Anwalt und Klagen auf Herausgabe der Kaution. Befindet sich nämlich der Vermieter in Verzug und Sie haben Recht, brauchen Sie Ihren Anwalt und die Prozeßkosten nicht bezahlen.



02.02.2007, 14:13 von Kopfverdreher
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Respekt, das ist eine super Auskunft...

Danke Marie... ich verneige mich !

LG Christian
01.02.2007, 23:16 von gilowyn
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Wow - die Liste ist gut.

Was ich noch hinzufügen würde: Informiere Dich im Vorfeld, welche Abwohnfristen wann gegeben sind, und welche Kosten dann ggf. anteilig erstattet werden müssen. Beispiel Teppich: Ich weiß nicht aus dem Kopf, wann Teppich nicht mehr vom Mieter ersetzt werden muss (aber mehr als 2 Jahre). Und ob der Teppich dann vollständig oder anteilhaft, basierend auf der Abwohnfrist, erstattet werden muss.

Ich persönlich bin im Vermieterbund Haus & Grund... und die können einen sehr kompetent beraten.
01.02.2007, 23:10 von MarieP
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Hallo
Kleine Checkliste

Termin zur Vorabnahme vereinbaren

Beim Terminieren des Abnahmetermins daran denken, dass er auf jeden Fall bei Tageslicht stattfindet. Um z.B. einen wolkigen Deckenanstrich erkennen.

Den Mieter den Abnahmetermin schriftlich mitteilen und darauf hinweisen, was alles bis dahin laut Mietvertrag von ihm zu tun ist.

Den Mietvertrag zum Abnahmetermin mitnehmen. So kann man dem Mieter gleich schwarz auf weiß belegen, was zu den Schönheitsrep. Vereinbart war..

Die Abnahme nie allein durchführen - eine zweite Person als Zeugen mitnehmen. Nur einen Zeugen mitnehmen, der nicht im Mietvertrag als Vermieter aufgeführt ist.

Die endgültige Abnahme nur im geräumten Zustand vornehmen.

Genügend Zeit einplanen - Abnahme niemals unter Zeitdruck durchführen.

die Qualität der vom Mieter durchgeführten Schönheitsreparaturen eventuell von einem Fachmann überprüfen lassen.

Exakt aufschreiben, wann die Abnahme stattfand, ebenso um welche Wohnung es ging

alle bei der Abnahme teilnehmenden Personen aufschreiben.

Genau schriftlich festhalten, wie der dekorative Zustand der Wände, Decken, Türen u.Zargen, Fenster und Heizkörper in sämtlichen Räumen ist. Ein Kratzer, ein wolkiger Anstrich, ein untapeziertes Zimmer, ein Stück Tapete, das nicht richtig verklebt wurde.

Im Protokoll eventuelle Glasschäden oder Schäden an Fenstern und Türen aufnehmen.

auf Risse, Kratzer oder Emaille-Absplitterungen an den sanitären Einrichtungen in Küche, Bad und WC achten und aufschreiben.

Angaben zum Zustand von Einbaumöbeln machen. Prüfen , ob alles vollständig ist - auch das Zubehör - und Elektrogeräte wie der Herd, der Kühlschrank oder die Dunstabzugshaube noch funktionieren. Ebenso ob sich die Schränke schließen lassen bzw. Schubladen noch laufen.

alle beweglichen Teile wie Fenstergriffe, Wasserhähne, Klosettspülungen, Rollladengurte, Türschlösser usw. prüfen

Die Wasserhähne kurz aufdrehen und drauf achten, ob das Wasser abläuft.

Fußleisten auf Schäden bzw. auf fehlende Abschlussleisten kontrollieren.

falls Bodenbeläge bzw. geflieste Fußböden beschädigt sind, ins Protokoll mit aufnehmen.

Klären was mit seinen baulichen Veränderungen geschehen soll. Ob der Mieter sie entfernen soll oder ob der Vermieter diese übernehmen. Wenn an eine Übernahme in Erwägung gezogen wird, gleich den Preis festhalten.

fehlende Schlüssel oder ausgetauschte Schlösser notieren.

den Hausflur, Balkon oder die Terrasse auf vom Mieter verursachte Schäden zu untersuchen. Gleiches gilt natürlich für den Keller- oder Speicherraum, die Garage oder den mitvermieteten Garten.

gemeinsam mit dem Mieter die Zählerstände von Gas, Strom, Wasser notieren. eventuelle Heizölrückstände aufschreiben.

Vereinbaren , wer bis wann die Mängel- bzw. Schäden beseitigen soll. Ebenso, inwieweit notwendige Arbeiten mit der Kaution verrechnet werden

beschädigte Gegenstände zu Beweiszwecken aufheben

einen Fotoapparat mitnehmen – entsprechende aussagekräftige Fotos machen

Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
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