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09.07.2007, 21:53 von EstrellaProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Dachausbau Ankündigung?
Hallo alle zusammen,

meine Schwiegereltern wollen in vier Wochen mit dem Dachausbau in ihrem Mehrfamilienhaus beginnen. Im Stockwerk unter der obersten Etage wohnt eine Mieterin. Nun meine Frage: müssen wir auch diese Drei-Monats-Frist bei der Ankündigung der Arbeiten einhalten? Sie wohnt zwar direkt darunter, aber die Arbeiten finden ja nicht in ihrer Wohnung statt. Ich wollte ihr morgen einen Brief mit den Daten schicken, aber reicht das oder kann sie die Arbeiten dann irgendwie blockieren / Einspruch erheben oder so?

Viele Grüße,

Estrella
Alle 15 Antworten
11.07.2007, 08:49 von Augenroll
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Ich wünschte, unser Vermieter hätte sich bei Bauarbeiten im Haus an solchen Grundsätzen orientiert, wie kasperkopf sie nannte.

Hat er aber nicht und damit das Vertragsverhältnis auf Jahre hinaus vergiftet. Von Mieterseite braucht er bis weit in die Zukunft keine Kulanz mehr erwarten. Irgendwie sitzen ja Mieter und Vermieter in einem Boot. Wer das nicht anerkennt, bekommt eben im Falle eines Falles auch keinen Rettungsring mehr zugeworfen.
10.07.2007, 17:58 von JollyJumper
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Stichwort Mietminderung wegen Baulärm
Die Hinweise von Kasperkopf sind sehr sinvoll!!
Darüber vielleicht auch noch prüfen baut Ihr nur Ausbau macht (Trockenbau, Fliesen, Elektrik) oder auch rohbaurelevante Maßnahmen durchgeführt werden!
Dann halte ich es ehrlich gesagt für fast ausgeschlossen, dass es nicht zu Belästigungen kommt.
Rohbauer sind nun mal Barbaren!!
Werden möglicherweise Veränderungen an der Dachhaut(-eindeckung) vorgenommen, besteht die Gefahr von Wassereinbrüchen (Kosten).
Thema Schallschutz
Für die Decke zwischen DG und darunterliegendem Geschoss gelten Anforderungen auf Neubauniveau für Luft- und Trittschallschutz!
Das bedarf sorgfältiger Planung und Ausführung. Ansonsten ist ist auch hier möglicherweise neuer Ärger vorprogrammiert.

Gruss JJ
10.07.2007, 17:45 von JollyJumper
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Als ich heute morgen Tanken wollte hat der Liter Super (rechtzeitig zum Ferienbeginn in Berlin) über 1.40 € gekostet.
Da mein Tank fast leer war habe ich trotzdem getankt!
Brot beim Bäcker ist auch teurer geworden.

Was ich damit sagen will. Es gefällt einem nicht,man klatscht kein Applaus aber zahlt es trotzdem. Es ist halt der Lauf der Welt. Alles wird regelmäßig teurer!
Jedes Jahr gering die Miete zu erhöhen bringt sicherlich Unruhe und mach darüber hinaus Dir als Vermieter Arbeit!!
Ich bevorzuge (wobei ich auch noch nicht so lange Vermieter bin) eine Erhöhung langfristiger so ca. alle 3 Jahre auf einen Wert der sich am Mittelwert des Mietspiegel orientiert (selbstverständlich unter Berücksichtigung der gesetzlichen vorgaben).
Das ist sozial ausgewogen.
Wenn Du 20 Jahre die Miete nicht erhöht hast, logisch dass es einen Aufschrei im Haus gibt. Meinst Du aber jemand hat geschrien als seine Zigaretten oder das Premiere Abbo teurer wurden. Alles hat nun mal seinen Preis.
Etwas für die Hälfte des Marktpreise anzbieten ist falsch, es sei demm man betreibet Vermieten als Hobby!
Danken tut Dir das sowieso niemand!!!
Dabei fällt mir übriegens ein, dass es ab morgen (11.07.2007) den neuen Mietspiegel in Berlin gibt!

Gruß JJ
10.07.2007, 16:24 von Estrella
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Du hast Recht, ich hab mich geirrt. Es sind tatsächlich 20 % in drei Jahren. Aber wie gesagt, darum geht es nicht primär.
Aber naja, das mit der schlechten Stimmung im Haus bzw. unter den Mietern kennen die meisten von euch ja selbst!
10.07.2007, 16:21 von Melanie
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Zitat:
Die Miete darf nur alle zwei Jahre angepasst werden, und das auch nur um 10 Prozent. Wieso weiß ich auch nicht genau, aber unser Rechtsanwalt sagte das...


Stimmt nicht!
Alle 3 Jahre 20% sind drin, oder alle Jahr 6,66%...
http://dejure.org/gesetze/BGB/558.html
Die Miete darf nur alle zwei Jahre angepasst werden, und das auch nur um 10 Prozent. Wieso weiß ich auch nicht genau, aber unser Rechtsanwalt sagte das...
Das ist ja auch nicht das Problem, sondern diese miese Stimmung im Haus. Es wäre natürlich schöner, wenn man sich gut verstehen würde. Wobei mit Sicherheit auch beide Parteien Schuld tragen, aber ich kann halt nicht viel machen.
10.07.2007, 15:55 von JollyJumper
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Kleine Zwischenfrage!
Zitat:
Sie zahlt eh schon nur die Hälfte von den üblichen Mieten weil ihr Vertrag 30 Jahre alt ist und nicht angepasst werden darf

Wieso dass???
Die Länge der Mietdauer hat ja zunächst nichts damit zu tun.
Ist eine Mieterhöhung vertraglich ausgeschlossen ??
Ansonsten gibt es mit Hilfe der gesetzlich zulässigen Mieterhöhungen schon ein Instrument mit dem über Jahre hier eine angemessene Miete zu erreichen iat!
Oder wurde das längere Zeit vernachlässigt! Dann geht natürlich nichts von heute auf morgen (Kappung beachten!).
Gibt es in dem Ort einen Mietspiegel!

Gruß JJ
10.07.2007, 15:42 von Jobo
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@ Estrella

Ok, mit diesen Informationen, nehme viel von meinem Geschriebenen für diesen Fall zurück.
Meine Vorschläge gingen von einem normalen Miteinander aus.
Wenn alleine die Briefzustellung schon so ein Problem darstellt. Ich wünsch Dir gute Nerven.
Jobo
10.07.2007, 15:09 von Estrella
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Ach, @ Jobo: ich kann den Brief nicht persönlich abgeben, da sie nie die Tür aufmacht, sowohl uns als auch anderen nicht. Und Einschreiben nimmt sie grundsätzlich auch nicht an...
10.07.2007, 15:07 von Estrella
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Hallo alle zusammen!

Erst einmal vielen Dank für Eure Antworten.

Natürlich werden wir die Mieterin nicht einfach übergehen und werden sie von den Arbeiten in Kenntnis setzen. Darum ging es mir auch nicht.
Das Problem bei der Frau ist, dass sie uns schon super viel Stress gemacht, weil eigentlich sie das Haus kaufen wollte und meine Schwiegereltern ihr dann ohne es zu wissen zuvor kamen. Deswegen versucht sie, uns das Leben schwer zu machen, schüttet eimerweise Wasser von ihrem (obersten) Balkon auf unsere herunter (ja, absichtlich, nicht aus Versehen!) und trampelt mitten in der Nacht wie bescheuert in ihrer Wohnung auf dem Fußboden herum (ich wohne direkt unter ihr), ganz abgesehen von den anderen Schikanierungen. Deswegen haben wir befürchtet, sie könnte sich da jetzt irgendwie wieder rächen. Und früher bescheid sagen ging auch nicht, weil es vorher noch nicht alles unter Dach und Fach war mit den Unternehmen.
Ach ja, @"Augenroll": wir wären bescheuert, wenn wir bei ihr auch noch eine Mietminderung ANBIETEN würden! Sie zahlt eh schon nur die Hälfte von den üblichen Mieten weil ihr Vertrag 30 Jahre alt ist und nicht angepasst werden darf (die Gute ist angeblich schwer gehbehindert, schafft es aber jeden Tag vier Treppen herunter und auch samt Einkäufen wieder herauf!)!!

So, tut mir Leid, dass ich so viel geschrieben habe, aber diese Frau ist einfach ... naja, problematisch.

Noch einmal Danke für Eure Antworten,

Estrella
10.07.2007, 11:29 von Jobo
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Zitat:
Ich wollte ihr morgen einen Brief mit den Daten schicken, aber reicht das oder kann sie die Arbeiten dann irgendwie blockieren / Einspruch erheben oder so?



Also ich würde den Brief persönlich übergeben und auch gleich mitteilen, dass sie sich sofort an Dich wenden kann, wenn Sie durch irgend etwas übermäßig gestört wird. Aber auch gleich zu verstehen geben, dass die Arbeiten nicht blockiert werden sollen.
Wichtig ist auch Dein regelmäßiger Baustellenbesuch und das Nachfragen bei Deiner Mieterin wie erträglich es ist.
Also nicht abwarten bis die Mieterin mit dickem Hals anruft.
Persönlich bin ich der Meinung, dass umfangreiche Bauarbeiten im Haus dem Kunden (Mieter) 3 Monate im vorraus mitgeteilt werden soll. Und über eine Mietminderung zu sprechen, sehe ich als fair an, unabhängig von der Flasche Wein.
Jobo
10.07.2007, 09:17 von Kasperkopf
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Hallo Estrella,

Zitat:
Haben Sie ihr schon eine Mietminderungsregelung angeboten?


Würde ich nicht machen.

Das, was Senial beschrieben hat, ist vernünftig. Zusätzlich die Handwerker in die Pflicht nehmen, dass sie sich möglichst rücksichtsvoll verhalten sollen. Zum Beispiel:

- keine lärmenden Arbeiten in der Mittagsruhe,
- Baumaterial sollte so gelagert werden, dass niemand behindert oder gestört wird,
- kein wildes Geparke mit den Fahrzeugen im Hof oder dem Stellplatz der Mieterin,
- tägliche Reinigung des Treppenhauses,
- kein Rauchen im Treppenhaus,
- keine Zigarettenkippen, die achtlos aus dem Fenster auf den darunter liegenden Balkon der Mieterin geschnippt werden,
- kein wildes Rumurinieren auf der Baustelle oder dem Grundstück (nicht lachen!! Das habe ich selbst schon erlebt und hat dazu geführt, dass ich den Handwerker beinahe ermordet hätte!!!).

Dann noch regelmäßig bei den Mietern vorsprechen und sich erkundigen, ob die Beeinträchtigungen erträglich sind, ob sich die Handwerker anständig benehmen, etc. Begleitet von dem einen oder anderen Fläschen Wein bringen diese Maßnahmen viel mehr als eine Mietminderungsvereinbarung. Denn Geld ist nicht alles. Vor allem kann man sich damit keinen Seelenfrieden kaufen.

Gruss Kasperkopf
10.07.2007, 08:35 von Augenroll
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Warum wollen Sie denn nicht wenigstens die Umbauarbeiten ankündigen? Fände ich nur fair, denn diese Mieterin finanziert durch ihre monatlichen nicht unerheblichen Mietzahlungen ja den Ausbau teilweise mit und soll jetzt offenbar noch drunter leiden und übergangen werden.

Haben Sie ihr schon eine Mietminderungsregelung angeboten?
10.07.2007, 05:59 von Senial
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Selbiges hatte ich vor 3 Jahren auch.

Es ist ein Stück weit abhängig davon, ob

1. Aufgrund der Umbaumassnahmen Mieterhöhung anstehen
2. Inwieweit der Mieter beeinträchtigt wird.
(Ein erschwerter Zugang zum Haus, z.B. durch ein Gerüst, ist bereits eine Beeinträchtigung, ggf. wegfall von Parkplätzen wegen Baumaschinen usw.)

Ich habe dies damals angekündigt (3 Monatsfrist) und auch klar gemacht, daß deswegen keine Mieterhöhung zu erwarten sind. (Kam gut an:-)
Einerseits wurde das Dach komplett erneuert (Wohnraum geschaffen) und andererseits wurde durch die ERneuerung das Dach zeitgemäß isoliert (Modernisierung). Dafür entschuldigt habe ich mich auch und als alles fertig war.(Lärm Dreck usw.)

Auch habe ich geschrieben, daß die Massnahme zu Dulden ist und wenn es wg. den Mietern zu verzögerungen kommt, Schadenersatz droht.

Diese Seite beschreibt es eigentlich ganz gut:
http://www.internetratgeber-recht.de/MietrechtAllgemein/frameset.htm?http://www.internetratgeber-recht.de/MietrechtAllgemein/Modernisierung/ma1.htm

Gruß Senial
09.07.2007, 23:15 von RMHV
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Wenn kein Zugang zur Mieterwohnung erforderlich ist, muss der Dachausbau auch nicht angekündigt werden. Der Mieter kann die Umbauten nicht verhindern.
Schlimmstenfalls kann die Miete wegen Belästigungen durch Lärm und Dreck gemindert werden. Die Umstände des Einzelfalls sind maßgeblich.
Eine Information vorab kann für eine positive Gesamtstimmung sorgen oder auch das genaue Gegenteil bewirken.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
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