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26.12.2007, 00:50 von JollyJumperProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Brandschaden
Alle Jahre wieder!
Hatte am heutige Abend einen Brandschaden in meiner Immobilie.
Sieht zunächst mal so aus als wenn einer meiner Mieter (im Dachgeschoss) nach dem Genuss von Alkohol eingeschlafen ist und auf seinem Gasherd etwas nicht abgeschaltet hat. Zum Glück ist er noch aufgewacht und konnte die Feuerwehr rufen und die haben es mit ihrem C-Rohr dann auch sehr schnell in Griff bekommen !
Ergebnis Küche ausgebrannt und steht unter Wasser, die komplette Wohnung ist erheblich verraucht und verqualmt!
In der Wohnung darunter ist noch kein Wasser angekommen, aber das kann ja noch!
Treppenhauskopf ist verrußt und verqualmt, dass gesamt TH stinkt nach dem Rauch.
Die Decke zum Dachraum (Spitzboden) ist auf ca 2 m² zerstört allerdings in erster Linie durch die C-Rohre, weniger durch Brandeinwirkung! Dach/Deckebalken sind wenig beschädigt.
Die gegenüberliegende Wohnung ist im Türbereich innen verrußt, erheblicher Geruch!

Polizei + Kripo war da und hat die Wohnung gesperrt.
Am nächsten Werktag als Donnerstag wird dann das erst mit der Ermittlung der Brandursache begonnen (Ein Hoch auf den ÖD)!

So wie geht nun weiter!.
Gebäudeversicherung + Gebäudehaftpflicht besteht. Werde ich am Donnerstag benachrichtigen.
Ob der Mieter eine Hausratversicherung habt weiß ich nicht (der darunter jedenfalls nicht)!

Wie händelt man ein solches Schadensereignis am besten hinsichtlich Schadensbehebung (wobei eine abschließende Klärung der Schuldfrage ja noch aussteht).
Der Schaden ist ja im Mieterbereich als auch im öffentlichen Bereich (TH + Dachraum).
Lässt man den Mieter in seinem Bereich am besten den Schaden selbst beseitigen? Ich möchte hier vermeiden dass alles nur so ein bisschen übergestrichen und angehübscht wird!
Nimmt ma einen Gutachter oder nur den vom Versicherer gestellten!
Kriegt man den Geruch so ohne weiteres aus TH und den Wohnungen, Schadstoffe dadurch?
Was ist wenn der darunterliegende Mieter einen Waserschaden an Decke oder Hausrat bekommt (Hat definitiv keine Hausratversicherung!).
Bin ich da als Vermieter zunächst in der Pflicht zur Regulierung?
Wer von euch hat solch ein Ereignis schon mal gehabt?

Gruß JJ
Alle 4 Antworten
27.12.2007, 09:10 von Sommer
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Tjam, ab nächstemn Jahr ist das ja mit der "groben Fahrlässigkeit" kein Thema mehr (bei Neuverträgen); manche Versicherungen aber sind jetzt schon so weit.

Wenn der Typ alkoholisiert war, dann gilt das m.E. als nicht zurechnungsfähig und damit ist das keine Fahrlässigkeit. In Deutschland kann man so sogar Kinder umbringen oder Leute überfahren - man landet in der Klappse aber eben "unzurechnungsfähig" (als ob man den ersten Korn auf Zwang gekippt hätte...).

Aber der Typ soll das mal selber klären und sich an seine Versicherung wenden. Mit der Abmahnung würde ich erstmal warten bis sich die Sache klärt - so lange bist Du nämlich auf seine Kooperation angewiesen. Zudem können ja noch Kosten kommen (was wenn andere die Miete mindern??)

Das mit der Geruchsbelästigung würde ich an eine Fachfirma adressieren - im Zweifelsfall müssen Bodenbeläge und Wände neu gemacht werden; da gibt es aber bestimmt auch Verfahren für.

S.
26.12.2007, 21:53 von JollyJumper
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Die Fakten klären sich!
Der Mieter hat mich heute aus dem Krankenhaus angerufen ( Es tut ihm ja so leid und er kann sich das auch nicht erklären.......! )
Jedenfalls hat er nach eigener Aussage und so hat er es auch der Kripo im Krankenhaus mitgeteilt seinen Wok mit Öl auf den Gasherd gestellt und ist dann kurzzeitig eingenickt.
Durch ein Verpuffung/Explosion ist er dann wieder aufgewacht und hat getreu der Devise kein Wasser mit einer Decke versucht die Flammen zu löschen (Ich frage mich wozu die Feuerlöscher im Treppenhaus sind, wohl nur Deko!)
Dann hat er, als die Decke Feuer gefangen hatte, bei den Nachbarn geklingelt und sie haben die Feuerwehr geholt.

Anyway!
Drei Frage bewegen mich momentan noch.
1) War das nur einfach fahrlässig oder grob fahrlässig.
Haftpflicht und Hausrat ist nach seinen Angaben vorhanden, aber bei grober Fahrlässigkeit... !
2) Ist es zweckmäßig vorsorglich eine Abmahnung dafür auszusprechen!
Einerseits bin ich mit wohl bewußt, dass eine Abmahnung nur Sinn macht wenn man darauf aufbauend weitere Maßnahmen einleiten möchte und er Mieter ist auch ansonsten unproblematisch aber irgendwie widerstrebt es mir das ganze Thema so auf sich beruhen zu lassen.
Im Suff (das Weinfläschlein stand noch im Flur) einschlafen mit einem Wok mit Öl auf dem angeschalteten Gasherd! (Bei der Konstellation würde ich ja glatt tippen er wollte nicht mehr!)
3) Die Geruchsbelästigung im Treppenhaus ist doch relativ hoch. Der TH- Kopf muss zweifelsohne vollständig renoviert werden, weil völlig verrußt! Aber wie bekommt man den Geruch aus der Resttreppenhaus!
Wann immer nach da durchgeht riecht man so als wenn man gerade einen Lagerfeuerabend hinter sich hat.
Was gibt es da für Verfahren/Möglichkeiten!

Gruß JJ
26.12.2007, 10:32 von Rita
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Hallo JollyJumper

Bis die Kripo die Brandstelle wieder freigegeben hat darf ja nichts verändert werden.
Deine Versicherung trabt ebenfalls schnellstens an - sobald du sie benachrichtigt hast (i.d.R. sollte da auch eine Feiertags-Notrufnummer existieren!). Bei uns waren der Gutachter schon am Tag nach dem Brand da und hat den Ermittlern der Kripo auf die Finger geschaut.

Gutachter - Versicherung Du kannst z.B. mal abwarten, was der Gutachter der Versicherung meint; ggfs. dann noch einen eigenen Gutachter hinzuziehen, wenn du mit dem Ergebnis nicht zufrieden bist - oder darauf verzichten (womöglich lässt die Versicherung bei Verzicht auf eigenen Gutachter auch noch mit sich verhandeln > so war's bei uns, allerdings separates Gebäude, das wir nicht wieder haben aufbauen lassen - daher hatten wir uns auf eine Pauschalabgeltung verständigt).
Wenn die Versicherung die Brandschadensbeseitigungskosten übernimmt, dann brauchst du m.E. kein eigenes Gutachten, da die tatsächlich entstandenen Kosten von der Versicherung übernommen werden.
Erst wenn der Schadensbericht des Gutachters vorliegt, macht es ggfs. Sinn über eine Pauschalabgeltung der Versicherung und Selbstbeseitigung nachzudenken. Wobei ich es aber für sinnvoll (d.h. am risikolosesten) halte, die tatsächliche Schadensbeseitigungskosten von der Versicherung ersetzen zu lassen.

Gebäudebrandversicherung und Hausratversicherung regulieren verschuldensUNabhängig
Zitat:
Was ist wenn der darunterliegende Mieter einen Waserschaden an Decke oder Hausrat bekommt (Hat definitiv keine Hausratversicherung!).

unterscheide:
Decke = Gebäudebestandteil = deine Gebäudeversicherung
Hausrat = Mietereigentum = Hausratversicherung des geschädigten Mieters bzw. Schadensersatzanspruch gegen den haftbaren Verursacher

Für die Schadensbeseitigung an deinem Eigentum = allen Gebäudebestandteilen kommt also deine Gebäudeversicherung auf (das betrifft auch Schäden in umliegenden Wohnungen, im Treppenhaus etc.).
Es gibt keinen Grund, den (verursachenden) Mieter da selbst Hand anlegen zu lassen.
I.d.R. müssen da sogar Fachfirmen her (ggfs. von der Versicherung benennen lassen) > Russ, Geruch sind nicht so einfach zu beseitigen (Schutzkleidung, Sondermüll!), ggfs. muss bis zum Mauerwerk entkernt werden und womöglich wurden doch statische Bauwerksteile beschädigt!
Bei größeren Sachen schaltet ggfs. schon die Versicherung selbst einen Architekten/Bauleiter zur Brandschadenbeseitigung ein. Bei Selbstbeauftragung unbedingt vorher mit der Versicherung abklären, ob das hier notwendig ist und übernommen wird. Falls ja würde ich nicht darauf verzichten, denn Eigenleistung bekommst du i.A. nicht bezahlt.

Schäden an Eigentum Dritter (Mieter)
Wenn du nichts für die Schadensursache kannst, dann ist das nicht dein Bier. Mit ihren Ansprüchen solllten sich die Mieter vordringlich an (bestehende) Hausratversicherung wenden (Neuwert-Ersatz). Wer keine hat, der kann sich nur an einen an einen womöglich ermittelten Verursacher wenden (den DG-Mieter) - Schadensersatz in Höhe des Zeitwerts. Wird kein haftbarer Verursacher ermittelt, dann hat derjenige, der keine Hausratversicherung hat, eben Pech gehabt.

Mietverlustversicherung? Wenn eine/mehrere Wohnung(en) wegen des Schadens/der Schadensbeseitigung nicht bewohnbar sind, haben die Mieter gegen den VM zunächst mal Anspruch auf Mietminderung bzw. Ersatzunterbringung. Diesen Schaden kann der VM wiederum von einem ermittelten haftbaren Verursacher ersetzt verlangen. Wenn du einen Mietausfallversicherung hast, springt die verschuldensunabhängig ein - ansonsten bleibst du auf diesem Schaden genauso sitzen, wie die anderen Mieter, die keine Hausratversicherung haben.

Der "eingeschlafene" Mieter, hat sich hier womöglich bis an sein Lebensende verschuldet, wenn er als haftbarer Verursacher ermittelt wird und wenn er keine Privathaftpflichtversicherung hat ...
26.12.2007, 09:54 von Musti1000
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In der Regel schickt die Versicherung einen Gutachter, der die Schäden aufnimmt - meist relativ schnell innerhalb ein oder zwei Tagen.

Dieser Gutachter hat in der Regel diverse Firmen an der Hand, die die Schäden kurzfristig beseitigen - also erst mal abwarten, was die Versicherung, bzw. der Gutachter sagt.

Wenn der Mieter darunter keine Hausratversicherung hat, hat er erstmal Pech gehabt - Schäden am Gebäude (zB. Tapeten, fest verklebte Teppiche usw.) zahlt meist die Gebäudeversicherung.

Schäden am Mobiliar eher nicht - da tritt dann, wenn vorhanden zunächst die Hausratversicherung oder die Haftpflichtversicherung des Verursachers ein.

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