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22.03.2007, 12:26 von peter98Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Betriebskosten - Mieter zahlt nur was ihm passt!
Kennt jemand den Ausdruck "Sicherungsmaßnahmen außerhalb des Verantwortungsbereiches des Mieters"?

Bevor ich den unten stehenden Absatz gegenüber dem Mieter erwidere, wollte ich diesen einmal ins Forum stellen, um zu sehen, wie Vermieterkollegen (also Augenroll kann sich seinen Beitrag sparen) so etwas sehen.

Nachdem ich meinen Mieter heute an die Zahlung der Betriebskostenabrechnung 2006 erinnert habe (liegt bereits seit knapp einem Monat vor), kam folgende Mitteilung:

Zitat:
Die Nebenkosten werde ich mit der nächsten Mietzahlung anweisen, mit Ausnahme der Rechnungen Gartencenter xxx und Garten- Landschaftsbau xxx. Zum einen handelt es sich um Reparatur- und Gewährleistungsarbeiten und zum anderen um Sicherungsmaßnahmen außerhalb des Verantwortungsbereiches des Mieters) und die Rechnung der Heizungswartung werde ich nur zur Hälfte übernehmen, da es sich hierbei auch um Instandsetzungsarbeiten und nicht ausschließlich um Wartungen handelt!


Zu den Rechnungen:

1. Gartencenter xxx in Rechnung gestellt wurde folgendes:
- 270 qm Rasen mähen, vertikutieren, düngen (160,-- € + MwSt)
- 6 Stück Thuja austauschen (waren vertrocknet) (90,-- € + MwSt)

2. Garten- und Landschaftsbau xxx in Rechnung gestellt wurde ein in Auftrag gegebener Baumschnitt eines großen Ahorns (260,-- € + MwSt). Hierzu sei noch erwähnt, dass der Mieter auf brüchige Äste hingewiesen hat; ein Baumschnitt zu dem Zeitpunkt aber schon beauftragt war, da mich die Gartenbaufirma darauf hingewiesen hat.

3. Heizungsfirma xxx in Rechnung gestellt wurde:
- Wartung Heizung (Name der Marke) mit Solar und Speicher (98,50 € + MwSt)
- 1 Brennerdichtung liefern (11,-- € + MwSt)
- 1 Zünd- und Ionisatinseinheit (46,-- € + MwSt)

Also ich kann weder bei den Rechnungen der Gartenbaufirmen erkennen, dass es sich um Gewährleistungs- oder Reparaturarbeiten handelt noch kann ich etwas mit dem Einwand, dass es sich bei dem Baumschnitt um eine Sicherungsmaßnahme außerhalb des Verantwortungsbereichs des Mieters gehandelt haben soll, etwas anfangen. Auch bei der Rechnung für die Heizungswartung erscheint kein Wort von Instandsetzungsarbeiten (hier habe ich erst einmal die Firma angeschrieben, ob damals Instandsetzungsarbeiten durchgeführt wurden).

Alle 23 Antworten
30.04.2007, 20:10 von frischebrise
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Hallo,

@peter98,

sofern die Rechnung klar und eindeutig vom Leistungserbringer erstellt wurde, hat der M. dann natürlich kein Recht, diese Kosten für eine İhm angenehme Definition umzuwidmen.

Offenbar habe ich hier etwas falsch gelesen oder fehlgedeutet.

Gebe dem Mieter eine Nachfrist und Widerspreche gleichzeitig seiner unsubstantiierten Darlegung.

Sollte dies nicht fruchten - siehe RMHV

30.04.2007, 20:08 von peter98
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Zitat:
scheint es an der Zeit, den ausstehenden Betrag einzuklagen


In diesem Fall habe ich das Glück, dass nächste Woche das Haus übergeben wird und ich den Betrag dann von der Kaution zurückbehalte.

Diskussionen mit dem Mieter hatte ich zur Genüge. Ich bin es mittlerweile auch wirklich leid. Ich bin lediglich noch sehr gespannt, wie die Übergabe des Hauses ablaufen wird.
30.04.2007, 16:48 von RMHV
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Nach Lage der Dinge scheint es an der Zeit, den austehenden Betrag einzuklagen. Alle weiteren Diskussionen mit dem Mieter werden nicht zum Erfolg führen...
30.04.2007, 13:28 von peter98
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Hallo frischebrise,

vielen Dank für deine Antwort.

Zitat:
deine Position der berechtigten Forderung für die Heizungswartung hast du etwas Frühzeitig aufgegeben. Nun versucht dein M. es mit den Kosten zur Sicherung des Baumes.
Und hier dürfte er auch Erfolg haben.


Die Forderung der Heizungswartung habe ich keineswegs aufgegeben. Ich habe lediglich einen Teil der Rechnung als Instandhaltung angesehen und ihm nur diesen Teil erlaubt von der Gesamtrechnung abzuziehen.
Was den Baumschnitt angeht, bezeichnet der Mieter dies als Sicherungsmaßnahme.
Ich habe die Arbeiten ganz normal als Baumschnitt beauftragt, nachdem mir mein Landschaftsgärtner bei meinem Besuch im Sommer gesagt hat, dass dies im Herbst an der Zeit wäre.
Wenn ich so die Urteile lese, in denen sogar die Fällung eines Baumes auf die Nebenkosten umlegbar ist, frage ich mich, warum die Pflegemaßnahme eines Bauschnitts nicht dazu gehören sollte.


30.04.2007, 12:58 von frischebrise
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Hallo,

zuerst einmal wohltuend festzustellen,
dass durch qualifizierte Beitraege unserer Alt- User doch wieder die Unklarheiten ins rechte Licht gerückt werden.

@ Peter98

deine Position der berechtigten Forderung für die Heizungswartung hast du etwas Frühzeitig aufgegeben.

Nun versucht dein M. es mit den Kosten zur Sicherung des Baumes.
Und hier dürfte er auch Erfolg haben.
Selbst wenn es im Nachhinein noch möglich waere, die erforderliche Massnahme im Baumschnitt geltend zu machen, bleibt der Ruch einer möglichen Umwidmung der Kosten.

Diese Position haette ich aufgegeben und die Heizungswartungskosten durchgesetzt.

Offenbar hat dein M. rechtlichen Beistand. Nun bist du vorgewarnt und klüger.

30.04.2007, 10:17 von peter98
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jetzt muss ich meinen früheren Tread doch noch einmal aufwärmen.

Am letzten Freitag (also ca. 2 Monate nach Zusendung der Nebenkostenaberechnung) konnte ich eine Zahlung des Mieters auf dem Konto feststellen.
Nachdem ich ihm schon letzten Monat geschrieben habe, dass ich aus der Rechnung für die Heizungswartung die Zünd- und Ionisationseinheit als Instandhaltung ansehe und er deshalb diesen Betrag von der Gesamtrechnung abziehen kann, wurde jetzt die Abrechnung einfach ohne die kompletten Kosten für die Gartenpflege und die Heizungswartung angewiesen.
Nachdem ich nachgefragt habe, warum nicht der vereinbarte Betrag überwiesen wurde kam:

Zitat:
Wie ich bereits am Anfang mitteilte, sehe ich keinen Grund die Garteninstandsetzungskosten bzw. die Sicherungskosten des Ahornbaumes, die wohlgemerkt vorsorglich waren, zu übernehmen.


Weiter führt er aus, dass angeblich der beauftragte Gartenfachbetrieb damals bei der Neuanlage nur Murks gemacht haben soll. Zu erwähnen sei vielleicht noch, dass ich fast 8.000 Euro in die Anlage des Gartens investiert habe (mit Rollrasen, Bewässerungsanlage, Sträuchern etc. im Hinblick auf die bevorstehende Eigennutzung nach ca. 2 1/2 Jahren).
Die Bilder nach der Fertigstellung des Gartens, die mir vom Fachbetrieb überlassen wurden, lassen keinen Murks erkennen. Vielmehr zeigen von mir aufgenommmene Bilder aus dem letzten Jahr bei einem Besuch einen von reichlich Unkraut durchsetzten Garten.
Angeblich soll ein unabhängiger Gutachter leicht feststellen können, dass damals Murks gemacht wurde (angeblich soll nicht genügend gute Erde verwendet worden sein, sondern Bauschutt und bisherige Pflanzen, Wurzeln etc) Damals hatte er sich aber nur beschwert, dass die Anlage des Gartens soviel Dreck verursacht.

Kann man wirklich im Nachhinein durch einen Gutachter feststellen lassen, dass bei der Anlage Pfusch betrieben wurde?

Meines Erachtens sind die entstandenen Pflegekosten für Rasendüngung, Ersatz von abgestorbenen Pflanzen und der Baumschnitt unabhängig davon umlagefähig. Er sieht diese Kosten ja als Instandhaltung an und will sie deshalb nicht zahlen.
03.04.2007, 20:53 von Rita
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Hi Peter
deine Rückmeldung ist bei mir angekommen.
Danke und schönen Abend noch
Rita
03.04.2007, 16:58 von peter98
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Hallo Rita,

Zitat:
Zündbrenner
Bei uns wurde im letzten Jahr im Rahmen der turnusmäßigen Wartung ebenfalls der Zündbrenner ausgetauscht > 62 Euro zzgl. Mwst..
Klingt vom Begriff her "kleiner", der Preisvergleich > 46 Euro deutet für mich aber darauf hin, dass es sich hier auch um eine "Einheit" handelt. Vielleicht ist meine Fachfirma einfach sensibler in der Begriffswahl? ;-)

Aussage meiner Fachfirma: Das Teil war nicht kaputt. Der Zündbrenner ist im Rahmen der Wartung zu reinigen sowie alle xx Jahre auszutauschen, um niedrigen Verbrauch und Sicherheit der Anlage zu gewährleisten.

> Lass mich doch mal wissen, was deine Fachfirma dazu argumentiert


So jetzt habe ich eine Antwort von der Sanitärfirma erhalten.
Die Zünd- und Ionisationseinheit wurde gewechselt, da die Verschleißerscheinung von dieser so weit fortgeschritten war, dass ein Totalausfall der Heizung nicht ausgeschlossen werden konnte. Das Teil muss zwar anscheinend alle paar Jahre sicherheitshalber ausgetauscht werden, aber ich habe es trotzdem den Instandhaltungsgegenständen zugeordnet und den Betrag übernommen.

Gruß
Peter
23.03.2007, 14:03 von Augenroll
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Zitat:
Wenn es zweifelhaft ist, lasse ich diesen Betrag außen vor.

Danke. Dann braucht man sich auch nichts vorwerfen lassen.
23.03.2007, 11:03 von peter98
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Hallo Rita,

vielen Dank für deine - wie immer - ausführliche und fundierte Antwort . Auch für die nützlichen Links, die meine Meinung zur Umlegung der Gartenpflegekosten untermauert.

Ich lass es dich wissen, ob meine Heizungsfirma den Austausch der Zündeinheit als Reparatur oder im Rahmen der Wartung ansieht. Wenn es zweifelhaft ist, lasse ich diesen Betrag außen vor.
23.03.2007, 10:59 von prinzregent
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Hallo Peter, ich wünsche dir viel Erfolg.

Wie schreibt Rita:
Da ich darüber keine Diskussionen mit den Mietern führen wollte, habe ich für mich entschieden, dass die 46 Euro + Mwst. die Kleinteile-Grenze überschreiten - ich habe diese Kosten daher nicht umgelegt.

So weit bin ich inzwischen auch.

Wegen deinem Baum habe ich noch eine Idee: Da gab es doch diesen Sturm vor ein paar Wochen. Sicherlich mustest du den Baum pflegen, weil einige Äste runter kamen bzw. angebrochen waren. Im Fernsehen hab ich gesehen,der hat ja ganze Dächer abgedeckt. Leider weis ich das Datum nicht mehr, aber falls du Argumente brauchst ...
23.03.2007, 09:45 von Rita
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Hier noch ein paar Argumentations- bzw. Überlegungshilfen:

Zündbrenner
Bei uns wurde im letzten Jahr im Rahmen der turnusmäßigen Wartung ebenfalls der Zündbrenner ausgetauscht > 62 Euro zzgl. Mwst..
Klingt vom Begriff her "kleiner", der Preisvergleich > 46 Euro deutet für mich aber darauf hin, dass es sich hier auch um eine "Einheit" handelt. Vielleicht ist meine Fachfirma einfach sensibler in der Begriffswahl? ;-)

Aussage meiner Fachfirma: Das Teil war nicht kaputt. Der Zündbrenner ist im Rahmen der Wartung zu reinigen sowie alle xx Jahre auszutauschen, um niedrigen Verbrauch und Sicherheit der Anlage zu gewährleisten.

> Lass mich doch mal wissen, was deine Fachfirma dazu argumentiert

Siehe dazu auch Liste der typischen Verschleißteile
http://www.bdh-koeln.de/html/pdf/pdf_1/bdh-informationsblatt_nr_14_2006-01.pdf
Definition: Verschleißteile sind solche Teile, welche bei bestimmungsgemäßen Gebrauch des Produktes im Rahmen der Lebensdauer mehrfach ausgetauscht werden müssen (z. B. bei Wartung).

Nach meinem Verständnis und meinen Recherchen wäre damit der Zündbrenner vom Begriff her den umlagefähigen Betriebskosten zuzurechnen. Allerdings konnte ich nähere Bestimmungen/Urteile, wo die Grenze von umlagefähigen Kleinteilen zu nicht umlagefähigen Teilen zu ziehen ist, auch nicht finden.
Da ich darüber keine Diskussionen mit den Mietern führen wollte, habe ich für mich entschieden, dass die 46 Euro + Mwst. die Kleinteile-Grenze überschreiten - ich habe diese Kosten daher nicht umgelegt.

Ich denke, da muss eben jeder selbst entscheiden, ob er ggfs. für ein neues entsprechendes Urteil sorgen will.

Gartenpflege - Rückschnitt Bäume
M.E. sind auch die vom Mieter bestrittenen Kosten klar umlagefähig - siehe auch:
http://www.steuernetz.de/homepages/vv/vvlexikon/g2.html
... soweit eben nicht "infolge jahrelanger Vernachlässigung der Gartenpflege entstanden".
http://www.steuernetz.de/homepages/vv/pt/pt253.html
Nicht nur Rückschnitt - sogar Baumfällen ... wenn es den Mietern (und nicht den Nachbarn) zugute kommen soll! siehe VM-Begründung, das zum Urteil des AG Düsseldorf führte.
... Dagegen zählt das Beseitigen durch Alter, Witterungs- oder Umwelteinflüsse abgängiger Bäume zu den umlagefähigen Betriebskosten
http://www.wdr.de/tv/ardrecht/urteile/urteil.phtml?code=16316_687

Eine "Urteils-Zusammenstellung" findet sich auch unter
http://www.haus-und-grund-muenchen.de/mainw/recht/Was_Gartenpflege.html
Demnach sieht's hier lediglich das AG Gelsenkirchen anders als die AG Düsseldorf, Köln: "ferner nicht die Kosten für das Fällen von Bäumen, wenn diese bereits eine Gefahrenquelle (Umsturzgefahr, Eindrücken einer Mauer) darstellen" (AG Gelsenkirchen, Urteil v. 27.11.2003, 7 C 109/03, DWW 2005, 205)

Insoweit könntest du jetzt mit dem Mieter darüber Haarspalterei betreiben, ob der Rückschnitt erforderlich war, weil der Baum bereits zum Zeitpunkt der Beauftragung eine Gefahrenquelle darstellte und ob nicht AG Köln+Düsseldorf, sondern AG Gelsenkirchen "wahres" Recht gesprochen hat ... (als Sicherungsmaßnahme könnte man m.E. wohl den Umstand "bestehende Gefahrenquelle" bezeichnen)
... bzw. den Wind aus den Segeln nehmen, da der "turnusmässige Rückschnitt" bereits zu einem Zeitpunkt beauftragt war als noch kein Ast abgebrochen war.
Hallo Irm,

die Haarspaltereien meines Mieters in Berlin werden bald ein Ende haben. Im Sommer werden wir selbst in unser Eigenheim ziehen und dann ist das Thema Vermietung - zumindest in Berlin - vorerst einmal abgeschlossen.
Mit allen meinen anderen Mietern habe ich in den 17 Jahren, die sie dort wohnen, praktisch keine Probleme gehabt. Die aufgetretenen Probleme bei der vierjährigen Vermietung des Hauses hat dies aber leicht ausgeglichen .

@prinzregent

Ich werde bei meinem Mieter die Kosten der Gartenpflege (auch des Baumschnitts) einfordern. Bei der Abrechnung der Betriebskosten kommt es nicht darauf an, dass Kosten jährlich entstehen müssen; sie müssen nur in einer bestimmten Regelmäßigkeit anfallen.
Zu den Kosten der Heizungswartung warte ich noch die Stellungnahme der Firma ab.
23.03.2007, 06:55 von Irm
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Hallo Peter
Ich denk auch dass der Mieter zu diesen Haarspaltereien greift,
da du vermutlich noch in Griechenland bist.
Also für ihn in scheinbar großer Distanz.
Irm
23.03.2007, 00:41 von prinzregent
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Zitat:
Verantwortungsbereiches des Mieters


na da hat ein Mieter sicherlich ein tolles Buch gekauft und abgeschrieben. Das muss sich jetzt rechnen

Also ich verstehe darunter die Wohnung des Mieters. Alles innerhalb der Wohnung ist Mietersache, aussen (Fensteranstrich aussen ) ist Sache des Vermieters.

Gaaanz grob gesagt.

Zu den Rechnungen:

1. Gartencenter xxx in Rechnung gestellt wurde folgendes:
Eindeutig Gartenpflege. Muss der Mieter zahlen, insofern das jedes Jahr gemacht wird.

2. Garten- und Landschaftsbau xxx in Rechnung gestellt wurde ein in Auftrag gegebener Baumschnitt eines großen Ahorns
hm, gute Frage. wird ja nicht jedes Jahr gemacht ...
Ich denk mal "Sicherheitsmassnahme", keine Betriebskosten, sonden Vermietersache.

3. Heizungsfirma xxx in Rechnung gestellt wurde:
- Wartung Heizung -> muss unbestritten bezahlt werden.

- 1 Brennerdichtung liefern (11,-- € + MwSt)
- 1 Zünd- und Ionisatinseinheit (46,-- € + MwSt)
ui, das klingt wirklich nach Instandhaltung. Aber wenn die jedes Jahr ausgetauscht werden ... schwierige Frage das ist !

Bei mir ist so was in der Wartung pauschal enthalten. Kleinteile schreibt die nette Firma nicht rein, einfach "Wartung". Übrigens kostet bei mir die Wartung auch 98 Euro... Vielleicht solltest du den Vertrag neu aushandeln, pauschal jedes Jahr 149,45 Euro ( incl. Kleinteile ) Ich denk mal im Streitfall bleiben die Brennerdichtung und die Zündeinheit bei dir hängen, weil die werden doch sicherlich nicht jedes Jahr ausgetauscht ?

Mein Gas Wasser Fritze schreibt zwei Rechnungen, eine für Wartung, eine für "Reparaturen".

Fazit: 260 Euro und die 11 und die 46 würde ich rausnehmen. Oder mit dem Fachmann abklären: Das sind ja teure "Kleinteile". Das mit den 260 Euro ist ja doof ...
22.03.2007, 17:40 von peter98
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@jobo

der Mieter neigt schon seit längerem zu Haarspaltereien (wie du es so schön bezeichnest ).

Ich habe schon einige Auseinandersetzungen mit ihm gehabt, bei denen er wohl oder übel immer klein beigeben musste bzw. seine Drohungen zu Mietminderungen etc. nicht durchgeführt hat. Ich habe dabei immer versucht sachlich zu bleiben, was ehrlich gesagt, gar nicht so einfach ist (am besten ist es immer eine Nacht darüber zu schlafen ).
Aber ich versuche natürlich nicht gleich auf Konfrontation zu gehen, sondern meine Sichtweise zu belegen und auch schon mal unkonventionelle Lösungen bereit zu halten. Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass so etwas zugunsten des Mieters gerne angenommen wird, die Erwartungshaltung dadurch aber immer größer wird.
In diesem Fall werde ich ihm einige Auszüge zur Betriebskostenverordnung zukommen lassen, die die rechtmäßige Umlage der Kosten belegt. Mal sehen, was er daraus macht.
22.03.2007, 17:16 von Augenroll
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Zitat:
Für alle die sich jetzt hinter den armen Mieter stellen wollen, sei gesagt, mit dem "vier Wochen nicht Antworten ohne Begründung auf die Abrechnung" hat er die Stimmung negativ beinflußt.

Das ist wahr. Eine Abrechnung sollte man spätestens nach 2 Wochen von sich aus rügen und dann vom Einsichtsrecht in die Originalbelege Gebrauch machen.
22.03.2007, 16:14 von Jobo
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@ peter98

das der Mieter sich vier Wochen Zeit und dann erst auf nachfragen Dir eine Antwort gegeben hat, ist schon unschön.
Warum die Zahlung mit den nächsten Mietzahlung erfolgen soll, ist mir nicht ganz klar.
Aber ich denke, dass du mit zuviel Druck eventuell das Gegenteil von dem erreichst, was Dein Ziel ist. Vielleicht kannst Du mit Deinem Mieter darüber reden und Ihr könnt Euch einigen. Denn wenn die Wortschöpfung "Sicherungs....." von Deinem Mieter kommt, kann ich mir vorstellen, dass er zur Haarspalterei neigt und dann kann es ätzend werden.
Das nach vier Jahren an einer Heizung etwas kaput geht, würde ich nicht als ungewöhnlich ansehen, aber die Vorgehensweise mit einem Schriftstück des Heizungsbauers zu überzeugen finde ich in Ordnung. Halte uns auf dem laufenden.

Jobo

Für alle die sich jetzt hinter den armen Mieter stellen wollen, sei gesagt, mit dem "vier Wochen nicht Antworten ohne Begründung auf die Abrechnung" hat er die Stimmung negativ beinflußt.
22.03.2007, 15:55 von peter98
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Hallo MarieP,

die von dir angeführte Liste ist mir auch bekannt, weshalb ich entgegen der Meinung von Jobo diese Kosten auch einfordern werde.
Anscheinend ist der Begriff "Sicherungsmaßnahmen außerhalb des Verantwortungsbereichs des Mieters" sonst auch nicht bekannt und eine schön ausgedachte Formulierung meines Mieters.

Da das EFH erst Ende 2003 fertig gestellt wurde und ich die Heizungsfirma nur mit einer Wartung beauftragt habe, gehe ich davon aus, dass es sich nicht um eine Reparatur handelte, sondern um Ersatzteile im Rahmen der Wartung waren. Aber da habe ich die Firma eh schon gebeten, mir dies noch einmal genau zu erläutern.

Im Mietvertrag wurden diese Kosten als umlagefähige Betriebskosten auf den Mieter übertragen.
22.03.2007, 15:20 von MarieP
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Hallo

es kommt 1. auf die mietvertraglichen Vereinbarungen an.

zu den umlagenfähigen Wartungskosten:

Das Warten einer Anlage umfasst keine größeren Reparaturen. Werden kleinere Verschleißteile wie z.B. den Ölfilter, den Dichtungsring oder eine Düse ausgewechselt, fällt das noch unter Wartungskosten. Diese Kosten können bei entsprechender mietvertraglichen Vereinbarung auf den Mieter umlegt werden!

Typische Wartungskosten sind:
1.das Schmieren beweglicher Teile,
2.der Ausbau und das Zerlegen von Einzelteilen zur Überprüfung bzw. um diese zu reinigen,
3.der Austausch und das Reinigen von Düsen,
4.der Austausch eines Filters bei Wasseraufbereitungsanlagen,
5.das Reinigen und Entkalken bei maschinellen Wascheinrichtungen,
6.der vorsorgliche Austausch von Kleinteilen.

umlagefähige Gartenpflegekosten sofern mietvertraglich vereinbart:
Die Kosten der Pflege gärtnerisch angelegter Flächen,
die Kosten der Erneuerung von Pflanzen und Hölzern,
die Kosten der Pflege von Spielplätzen,
die Kosten der Erneuerung von Sand,
die Kosten der Pflege von Plätzen, Zugängen und Zufahrten, die dem nicht öffentlichen Verkehr dienen und sich auf dem Grundstück befinden, auf dem das Mietobjekt steht,
Rasenmähen, Düngen, Vertikutieren und Unkrautbeseitigen auf Rasen und Rabatten,
Beschneiden von Bäumen, Sträuchern und Hecken,
Erneuern von Pflanzen (nicht aber die Erstanschaffung),
Wässern und Gießen im Sommer,
Abtransportieren von Gartenabfällen,
Entfernen verblühter Blumen,
alters-, witterungs- oder umweltbedingtes Beseitigen von Sträuchern und Bäumen sowie entsprechende Neubepflanzung,
Nachsäen von Rasen (nicht Erstanlage),
Personalkosten, für die Pflege erforderliche Materialien wie z.B. Pflanzen und Dünger, Betriebs-, Wartungs- und Reparaturkosten für Geräte, durch die höhere Personalkosten eingespart werden können (umstritten, anerkannt für Laubsauger),
Kosten für die Sanderneuerung auf dem Spielplatz, Reparaturkosten für Spielgeräte und Bänke (nicht bei mutwilligen Beschädigungen oder wenn sie erneuert werden müssen),
Pflegekosten für Plätze, Zugänge oder Zufahrten,
Benzin für den Rasenmäher (nicht aber die Kosten für die Erst- oder Ersatzanschaffung von Gartengeräten).

Um nicht umlagefähige Instandsetzungskosten handelt es sich, wenn die Kosten für Nachholarbeiten infolge jahrelanger Vernachlässigung der Gartenpflege entstanden sind

s. auch Vermieternetz - Betriebskostenlexikon.

22.03.2007, 14:41 von dedl
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Moin zusammen,

Zitat:
- 1 Brennerdichtung liefern (11,-- € + MwSt)
- 1 Zünd- und Ionisatinseinheit (46,-- € + MwSt)


wäre hierzu nicht zu klären, ob es sich um einen turnusmäßigen Tausch handelt (= Wartung) oder um Tausch wegen Defektes (= Instandsetzung)?

22.03.2007, 14:06 von Augenroll
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Tja, sehe ich auch so wie Jobo und Ihr Mieter.

Die Wahrheit ist eben oft bitter.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
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