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04.03.2007, 18:06 von Esther12Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Besichtigung bei Verkauf
Hallo, wir haben uns entschlossen unsere Wohnung zu verkaufen. Auf ein Inserat haben sich 2 Interessenten und ein Makler gemeldet. Nun möchten natürlich die Leute die Wohnung vorher sehen. Wenn ich dem Mieter schriftlich bitte, einen Besichtigungstermin innerhalb einer Woche zu gestatten, kann er ablehnen? Natürlich richten wir uns nach ihm, aber es kann sein, da er nicht ausziehen will, das er sich quer stellt? Was kann ich dann machen? Hat jemand Erfahrung damit? Ich möchte nämlich keinen Fehler machen, hatte genug Ärger mit ihm.
Danke für die Hilfe.
Gruß Esther
Alle 8 Antworten
05.03.2007, 08:58 von Augenroll
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@Uzzi:
Zitat:
Wo sind in diesem Forum die Rechtsanwälte die am Hungertuch nagen, wäre doch ideal um mal etwas Kasse zu machen

Keine Angst, sie werden genauso still hier mitlesen, wie Sie beim "wirtschaftlichen Gegner" rumschnüffeln.

Zitat:
Man darf nicht so "kriechen" als Vermieter und Eigentümer!

Auch die moralisch verwerfliche Annahme von Geld von anderen Menschen könnte als "kriechen" bezeichnet werden. Also, bitte Vorsicht mit übertriebenem Stolz. Pecunia non olet!

05.03.2007, 08:42 von dunkelROOT
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Man darf nicht so "kriechen" als Vermieter und Eigentümer! Nicht den Mieter fragen ob man eventuell wenn es genehm ist mal darf! Nein, einfach dem Mieter mitteilen, wann man die Besichtigung durchführt und Ende.

dR
05.03.2007, 08:40 von Uzzi
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Selten so gelacht bzgl. eines Artikels aus der Zeitung der Berliner Mietergemeinschaft. (Gemeinschaft kommt doch vom Gemein sein oder ? )

Zitat:
Umgang mit Kauflustigen
Wenn Ihre Wohnung oder Ihr Haus verkauft
oder versteigert werden soll und die Interessenten
bei Ihnen auftauchen, so sollten Sie
diesen kurz, aber unmißverständlich klarmachen,
daß Sie in Ihrer Wohnung bleiben
wollen und Ihre Rechte kennen. Sie können
den Besucher auch mit den Worten empfangen:
„Ich freue mich, daß sich endlich jemand. um die Mängel hier
kümmern will.“ Es kann Ihnen auch niemand
verwehren, den Besucher in sachlicher
Form auf die bestehenden Mängel von Haus
und Wohnung hinzuweisen und ihm diese
gleich anschaulich vor Augen zu führen.


Wo sind in diesem Forum die Rechtsanwälte die am Hungertuch nagen, wäre doch ideal um mal etwas Kasse zu machen
05.03.2007, 08:36 von Augenroll
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Zitat:
Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom 16.1.2004 - 1 BvR 2285/03 - und auch die mietrechtliche Beratungspraxis zeigen, dass die Problematik im Zusammenhang mit Besichtigungsrechten des Vermieters an Relevanz zunimmt.


Woran die Vermieterschaft nun wahrlich nicht unschuldig ist.
05.03.2007, 08:32 von Augenroll
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Zitat:
da er nicht ausziehen will

Warum sollte er ausziehen wollen, er hat doch sicher einen gültigen Mietvertrag.

Bezugnehmend auf alle Ihre dazu geschriebenen Beiträge, sind Sie wohl nicht ganz unschuldig an dem ganzen Ärger.
04.03.2007, 19:27 von Fixfeier
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Tach,

hat der Vermieter einen nachvollziehbaren und auch konkreten Grund für die Besichtigung der gemieteten Räume, muss er dies angemessene Zeit zuvor ankündigen. Die Gerichte gehen hier von mindestens 24 Stunden aus. Ein konkreter Grund kann der geplante Verkauf der Mietsache sein. Dem Vermieter steht das Recht zur Seite, die Wohnung bei beabsichtigter Veräußerung zusammen mit Kaufinteressenten zu besichtigen. In vielen Mietverträgen ist das Besichtigungsrecht sogar bereits formularvertraglich geregelt.

Das Vorkaufsrecht nach § 577 BGB (sofern das gemeint war) besteht nur wenn die Wohnung im zuvor bereits vermieteten Zustand in Wohnungseigentum umgewandelt wurde.

Das zitierte Urteil des BverfG http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rk20040116_1bvr228503.html
bezieht sich auf eine Kündigung wg. Behinderung von Besichtigungen. Soweit sind wir hier noch lange nicht. Also bitte keine unnötigen Unsicherheiten wecken.

Erst mal mit dem Mieter reden und ihm die Verkaufsabsicht erklären. Womöglich will er selber kaufen.

Übrigens, alles auf dieser Welt, auch ein Auszug beim Kauf eines Eigennutzers, hat seinen Preis.

Gruß
Hallo,

Zitat:
Die Problematik im Zusammenhang mit den Besichtigungsrechten des Vermieters beruht auf der Kollisionslage zwischen dem grundrechtlich geschützten Eigentum des Vermieters und dem Schutz der Unverletzlichkeit der Wohnung zu Gunsten des Mieters - der Ausschöpfung der Rechte durch den Vermieter einerseits und der korrespondierenden Beeinträchtigung der Position des Mieters andererseits.
Ob und wann dem Vermieter ein Besichtigungsrecht einzuräumen ist, bedarf einer differenzierten und konkreten Abwägung des Einzelfalles. Eine umfassende Gesamtbetrachtung aller Gesamtumstände sowie der wechselseitigen rechtlichen und tatsächlichen Gegebenheiten ist erforderlich.
Wägen Sie anhand nachfolgender Kriterien ab!
* Wie stark ist das uneingeschränkte Besitzrecht des Mieters aus Art. 13 und 14 GG betroffen?
* Wie stark ist das Recht des Vermieters zur Verwirklichung seines Eigentums nach Art. 14 GG eingeschränkt?
* Welche von der Besichtigung ausgehende Beeinträchtigungen für den Mieter sind zu erwarten?
* Hat es zwischen den Mietvertragsparteien während der Dauer des Mietvertrages Probleme gegeben?
* Welche Beeinträchtigungen für den baulichen bzw. allgemeinen nachbarschaftlichen Bestand gehen von der Wohnung aus?
* Gibt es einen konkreten Anlass für die Wohnungsbesichtigung? Wie schwerwiegend ist dieser?



Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom 16.1.2004 - 1 BvR 2285/03 - und auch die mietrechtliche Beratungspraxis zeigen, dass die Problematik im Zusammenhang mit Besichtigungsrechten des Vermieters an Relevanz zunimmt.
04.03.2007, 18:22 von kittyhawk
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Wenn Ihre Wohnung vermietet ist;
muss dem Mieter schriftlich (auf dem Anschreiben vermerken Per Breifkasteneinwurf am tt.mm.jj gilt dann als zugestellt) mitgeteilt werden, dass Sie die Wohnung verkaufen möchten und Sie Ihm das gesetzliche Vorkaufsrecht nach § 577 BGB) einräumen. Es muss ein konkreter VK-Preis genannt werden.
Im Anschreiben erwähnen, falls er bis zum tt.mm.jj nicht Antworten, Sie davon ausgehen dass der Mieter kein Interesse hat und Sie die Wohnung inserieren werden und mit ca. 3 - 4 Tage Vorlaufzeit Termine vereinbaren.
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Wenn Sie dem Mieter das gesetzliche Vorkaufsrecht nicht einräumen, kann er Ihnen u.U. noch mehr Ärger bereiten.
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Nur sollten Sie überlegen;
a) eine vermietete Wohnung verkauft sich sehr schlecht, Käufer erwerben zum grossen Teil Wohnungen zum Eigennutz.
b) wenn die Wohnung vermietet verkauft wird, wird der Käufer sicher den Kaufpreis sehr drücken.

Wenn Sie nicht schnellstmöglich verkaufen müssen/ möchten, würde ich dem Mieter kündigen - hoffentlich hat er keine langen Kündigungsfristen.
Ich würde dann die Wohnung evtl. kosmetisch herrichten, und dann - mit Preisaufschlag - verkaufen.
.................
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Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
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