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05.04.2007, 13:31 von JoboProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Berechnung des Wirtschaftsplanes
eine Frage an die Verwalter unter Euch
Gibt es eine Rechtsgrundlage die vorgibt, wie die Kosten aus eine Wirtschaftsplan auf die Eigentümer einer WEG zu verteilen sind ?
Unser Verwalter rechnet die Vorrauszahlung über die Anteile (1/1000) aus. Bedingt durch sehr unterschiedliches Heiz- und Warmwasserverbauchs Verhalten, ergibt sich dass einige Mitbewohner immer Geld herausbekommen.
Nun ist ein Eigentümmer nicht bereit eine Erhöhung des Wohngeldes mit zu tragen !
In der Versammlung wurde jedoch der Wirtschaftplan beschlossen (17 ja von 18 Parteien). Die Versammlung war erst vor ein paar Tagen, so dass nicht klar ist, ob ein Widerspruch eingelegt wird, allerdings glaube ich nicht, dass dies geschen wird.
Jobo
Alle 10 Antworten
10.04.2007, 21:38 von Fixfeier
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Na ja, auch sorry, hatte "gekürzte" überlesen.

Du hast da schon recht, wird sich kaum lohnen. Genau wie umgekehrt oben schon beschrieben die Anfechtung.

Nichts tun geht natürlich nicht konform mit den Verwalterpflichten. Aber ja, es ist eine Ermessensfrage. Noch kann das Gericht über die Tragung der außergerichtlichen Kosten frei entscheiden. Dazu zählen die Anwaltskosten eines solchen Streites. Ich kenne Kostenentscheidungen von Richtern, da mussten die Gemeinschaften ihren Anwalt selbst bei schlicht nachgewiesenem Zahlungsunwillen selber zahlen. Wie sollte das dann erst in diesem Fall ausgehen.

Allerdings, nach Novelle des WEG wird sich das wohl wenigstens erledigt haben.

Gruß
10.04.2007, 18:28 von Jobo
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sorry habe ich mich falsch ausgedrückt.
Mit "gekürzte Betrag" meinte ich, durch den Eigentümer gegen den Wirtschaftsplan gekürtzt.
Jobo
10.04.2007, 17:55 von Fixfeier
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Hallo,

klar, wenn gezahlt wird hat der Verwalter natürlich keinen Grund für ein Mahnverfahren und außer "Meckern" nichts gewesen.

Gruß
10.04.2007, 17:47 von Jobo
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wird kein Widerspruch gegen den Wirtschaftsplan eingelegt und der "gekürzte" Betrag dennoch regelmäßig bezahlt, denke ich nicht, dass sich ein Mahnverfahren lohnt. Klar heißt es wehret den Anfängen, aber es heißt auch Verhälnissmäßigkeit der Mittel abwägen.
Ich glaube es ist viel wichtiger bei der nächsten Versammlung den genauen Zinsvorteil der sich aus einer gekürtzten Zahlung ergibt mal den anderen Eigentümern zu nennen und damit die Person entsprechend der "Lächerlichkeit" preis zu geben.
MfG
Jobo
10.04.2007, 15:41 von Fixfeier
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Hallo Jobo,

nach meiner Meinung haben Gemeinschaft und Verwalter damit eigentlich schon getan was zu tun war.

Wenn der Eigentümer trotz signalisiertem Entgegenkommen wg. Ct.-Beträgen ein Mahnverfahren anzettelt ist ihm eigentlich nicht mehr zu helfen.

Allerdings sollte man schon vorher noch einmal hinterfragen ob man es wirklich mit einem Prinzipienreiter zu tun hat oder ob es andere Gründe dafür geben könnte, dass er in diesem Punkt so pingelig ist.

Gruß
10.04.2007, 12:56 von Jobo
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zu erst einmal herlich Dank für die Antworten.

In der Teilungserklärung steht:
"Diese Kosten sind mit einem für jede Wohnung- und Teileinheit zunächst überschlägig ermittelten, anteiligen Beitrag durch jeden Wohnungs- bzw Teileigentümer spätestens am 3. Werktag eines jeden Manats kostenfrei auf das Konto der Eigentümmergemeinschaft zu zahlen, über das der Verwalter allein verfügt."

Dieser eine Eigentümer hat vor der Versammlung ein Einschreiben an den Verwalter geschickt, in dem er ankündigte die Einzugsermächtigung zu kündigen und nicht mehr zahlen zu wollen.
Der Verwalter nahm dieses Thema in der Versammlung auf.
Auf die Lösung eine individuelle Reduzierung in der Versammlung zu besprechen, wollte der Eigentümer nicht eingehen.
Das Ganze ist eh sehr seltsam , denn wenn man den Zinsverlust aus den zuviel voraus bezahlten Wohngeld rechnet, bekommt man Beträge klein 30.- Euro zusammen.

Als Beirat werde ich die verbrauchsorientierten Wirtschaftsplan mit dem Verwalter nochmal ansprechen. Klar ist es Mehraufwand größer, wenn die Kosten aus dem Vorjahresverbrauch für den Wirtschaftsplan herangezogen werden, statt nach festen Faktor die Vorrauszahlung zu berechnen.

Jobo



05.04.2007, 20:47 von Fixfeier
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Tscha Marie,

war ehrlich gesagt zuerst auch meine Überlegung. Schon weil es heut im Zeitalter vieler guter Programme wirklich kein Kunststück mehr ist einen verbrauchsorientierten Wirtschaftsplan vorzulegen.

Habe dann aber mal mit einigen Verwaltern darüber diskutiert. Ergebnis: Ist scheints nirgendwo definitiv verankert und Kleinverwalter die mit Tabellenkalkulation rumeiern wurden nach meiner Info bisher nirgendwo gezwungen. Schau mal in deinen "Deckert". Also anfechten???? Ich weiß nicht, ich halte das für höchst riskant.

Andererseits, wenn der Beispielverwalter hier sich eine geeignetes Programm kaufen würde, wenn sich ein solcher Erwerb kaufmännisch darstellen lassen könnte ...
Zitat:
Jede Arbeit hat ihren Preis
Oder besser jede Leistung, die man haben möchte, hat ihren Preis. Es würden sich durch eine geringe Investition (weit weniger als Prozessrisiko) alles in Wohlgefallen auflösen. Ich ging dabei davon aus, dass diese Gemeinschaft sicher auch ihren Grund hatte, trotz Intervention eines Eigentümers, einen solchen Mehrheitsbeschluss
Zitat:
(17 ja von 18 Parteien)
zu fassen.

Gruß
05.04.2007, 19:56 von MarieP
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05.04.2007, 17:46 von Kasperkopf
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Hallo Jobo,

ich bin mir nicht sicher, ob ich Dein Problem richtig verstehe. Es geht Dir darum, dass der Verwalter die verbrauchsabhängigen Kosten nicht anhand des letzten Verbrauchs sondern einfach aufgrund der MEA kalkuliert und es dewegen bei der Jahresabrechnung bei den einen zu hohen Guthaben und bei den anderen zu hohen Nachzahlungen kommt? Sehe ich das richtig?

Wenn ja, einfach mal den Verwalter darauf ansprechen, warum er das so macht. Ein modernes Abrechnungsprogramm hat das drauf, dass im Wirtschaftsplan auf die Abrechnung des Vorjahres zurückgegriffen wird, um auch die verbrauchsabhängigen Kosten gemäß den Gegebenheiten ansetzen zu können. Vermutlich hat der Verwalter ein altes Programm oder gar keines und rechnet noch von Hand und ist schlichtweg zu faul, den Verbrauch des Vorjahres heran zu ziehen.

Gegebenenfalls auf der nächsten Eigentümerversammlung die anderen Eigentümer schon im Vorfeld für das Thema sensibilisieren, denn erfahrungsgemäß gibt es immer ein paar Trantüten, die eine auch noch so miese Leistung eines Verwalters widerstandslos hinnehmen, da man ja dem armen Mann / der armen Frau doch nicht zumuten kann, mehr als das Nötigste zu machen.

Ich weiß, wovon ich spreche, unsere Verwalterin im Haus macht das nämlich genauso, nur ist es bei uns so, dass wir aufgrund eines immer sehr hohen Wasserverbrauches eher mit einer Nachzahlung rechnen müssen. Also schlage ich grundsätzlich ein paar Euro auf das Hausgeld gemäß Wirtschaftsplan drauf, damit wir keine Nachzahlungen zu erwarten haben.

Gruss Kasperkopf
05.04.2007, 16:53 von Fixfeier
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Hallo, ich versuchs mal, auch wenn ich nicht zu den Verwaltern hier gehöre. Mal sehen ob ich das schon kann :

Ich halte eine Beschlussanfechtung (mal abgesehen von erheblichen Zweifeln an deren Erfolgsaussicht) für schlichten Blödsinn. Bis die Gerichtsentscheidung vorliegt ist wahrscheinlich das Wirtschaftsjahr vorbei oder fast vorbei und in der beschlossenen Höhe zahlen muss man bis dahin natürlich trotzdem.

Empfehlung: Mit dem Verwalter die Möglichkeiten besprechen. Jede Arbeit hat ihren Preis. Ggf Antrag stellen zur nächsten EV, das grundsätzliche Vorgehen beraten und beschließen. Gegen die Mehrheit dürfte hier wohl nichts gehen.

Passender Auszug aus dem Fundus, leider gestützt auf nicht mehr ganz neue Urteile, gibt aber sehr wenig aktuelles:

Zitat:
Ein Wirtschaftsplangenehmigungsbeschluss verstößt nur dann gegen Grundsätze ordnungsgemäßer Verwaltung (§ 21 Abs. 3 WEG), wenn er zu wesentlich überhöhten Wohngeldforderungen oder zu erheblichen Nachzahlungspflichten führt (BayObLG Z 1986, 263/269). Es ist jedoch zulässig, bei der notwendigen Schätzung der zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben, insbesondere bei den Ausgaben großzügig zu verfahren, um Nachforderungen zu vermeiden und um sicherzustellen, dass dem Verwalter zur Deckung anfallender Ausgaben ausreichende Mittel zur Verfügung stehen (BayObLG v. 9.6.1988, BReg 2 Z 40/88).


Die Definition von "überhöhten Wohngeldforderungen" und "großzügiger Verfahrensweise" bleibt dann mal wieder dem Gericht überlassen.

Gruß
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