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27.05.2007, 18:30 von ETW_SteinProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Bauliche Ergänzung zum Balkon
Hallo

Nenne eine dachgeschoss-etw mein eigen, die ich auch selbst bewohne.
Ich möchte meinen balkon (hofseite) "überdachen", d. h. die balkonecken sollen nach oben weitergeführt werden, lösbar mit der brüstung verbunden und mittels seilzügen, z. B. einfarbigen markisenstoff gespannt werden. Zusätzlich soll ein netz der katzensicherung dienen.
Da ich ein netter bin habe ich schriftlich die miteigentümer um einverständnis gebeten. Alle im haus wohnenden eigentümer sagten zu, aber die außerhalb wohnenden lehnten ab. Begründet mit der veränderung der ansicht
Wie gehe ich damit um? Hm... Welche möglichkeiten habe ich nun?

Gespannt warte ich auf eure antworten

VG
Frank
Alle 3 Antworten
31.05.2007, 22:29 von ETW_Stein
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Vielen Dank für Eure Beantwortungen!

Da ich ein netter bin habe ich schriftlich die miteigentümer um einverständnis gebeten.
M.E. handelt es sich hier um eine bauliche Veränderung und da hat das Fragen nichts mit Nettigkeit sondern mit Recht+Gesetz zu tun ...
> Ist klar! Nur, hätte ich es einfach getan, wäre es gut gewesen, denn die Zustimmung versagten mir nur Eigentümer die nicht im Haus wohnen und da es sich um eine DG-WHG und hofseitig handelt, fällt es kaum auf...

Hm, ach ist doof... Habe mir die Teilungserklärung noch mal genauer angeschaut:
> bezieht sich natürlich auf dieses WEG

Da alle Balkone überdacht sind, außer den beiden im DG, kann ich diese Tatsache nicht zur Hilfe nehmen???

Danke und VG
Frank
28.05.2007, 19:03 von Fixfeier
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Hallo,

da habe ich leider auch keine bessere Nachricht als Rita. Es ist wahrscheinlich nichts zu machen.

Prinzipiell unterliegt zwar die Frage, ob etwas eine baul. Veränderung nach § 22 WEG darstellt oder nicht, im Streitfall der Wertung des Gerichts. Dieses wird sich an ergangen Urteilen orientieren. Es gibt eine Menge Urteile, die bereits geringste Veränderungen, beispielsweise die bloße Anbringungung eines Katzennetzes, als baul. Veränderung klassifizieren.

Jeder Eigentümer kann erwarten, dass das Erscheinungsbild seiner Wohnanlage sich optisch nicht verändert. Bei sichtbaren Veränderungen muss er gefragt werden. Ist auch nur einer nicht einverstanden darf die Veränderung nicht erfolgen. Wer trotzdem baut riskiert eine Abrißverfügung.

Habe eben mal noch in die Formulierung der WEG Reform geschaut. Nur bei Modernisierungsmaßnahmen, technischen Anpassungen an den zeitgemäßen Stand und Maßnahmen zur Energieeinsparung wird es in Zukunft Erleichterungen geben.

Gruß
28.05.2007, 10:27 von Rita
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Zitat:
Da ich ein netter bin habe ich schriftlich die miteigentümer um einverständnis gebeten.

M.E. handelt es sich hier um eine bauliche Veränderung und da hat das Fragen nichts mit Nettigkeit sondern mit Recht+Gesetz zu tun ...
Bauliche Veränderungen und Aufwendungen, die über die ordnungsgemäße Instandsetzung oder Instandhaltung des gemeinschaftlichen Eigentums hinausgehen, bedürfen der Zustimmung sämtlicher Wohnungseigentümer, soweit nicht in der Teilungserklärung ausdrücklich eine abweichende Mehrheit für ausreichend erklärt wird. Die Zustimmung eines Wohnungseigentümers ist zu solchen Maßnahmen nur insoweit nicht erforderlich, als durch die Veränderung seine Rechte nicht über das im § 14 WEG bestimmte Maß hinaus beeinträchtigt werden (§ 23 Abs. 1 Satz 2 WEG).

Unter Beeinträchtigung der Rechte des § 14 WEG ist jede Beeinträchtigung zu verstehen. Darunter fallen insbesondere
...
* Bauliche Maßnahmen, die das äußere Erscheinungsbild verändern - § 5 Abs. 1 Satz 1 WEG
...
Also zunächst mal schauen, was in der Teilungserklärung dazu vereinbart wurde (Mehrheitsbeschluss oder Einstimmig?) ...
und dann mal abwarten, was die WEG-Spezialisten hier dazu meinen ...
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