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16.06.2007, 21:02 von villaportaProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Aufteilung Grundsteuer bei Kauf Mehrfamilienhaus
Liebe Forumsgemeinde,

folgend Frage habe ich: Wenn man ein Mehrfamilienhaus erwirbt und Lasten-/Nutzenwechsel per 01.07. stattfindet, wird die Grundsteuer ebenfalls Anteilig für Käufer/Verkäufer fällig?

Die Frage ergibt sich deshalb, weil in dem betreffenden Objekt mehrere Bruttomietverträge gelten, für die die NK, also auch die Grundsteuer, nicht berechnet werden.

Mir wurde nun gesagt (aus NRW), dass die jeweils am 01.01. fällig ist und smit in die Zuständigkeit des Verkäufers fällt bei Lasten-/Nutzenwechsel später im Jahr.

Gibt es in verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Usancen?

Kennt sich damit jemand aus?

Danke für Anregungen,

viele Grüsse

Villaporta
Alle 5 Antworten
19.06.2007, 20:00 von taxpert
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Hallo villaporta!

Die Einigung über die nach Übergang N+L anfallenden Beträge kann im Notarvertrag bereits geregelt werden, man kann sie auch danach regeln. Ich habe letztes Jahr mit Übergang N+L 01.03.07 gekauft. Mit Verkäufer war abgesprochen, dass wir bereits für komplettes 2007 GrSt übernehmen. Habe einfach der Gemeinde Abbuchungsauftrag für unser Konto gegeben. So bleibt Steuerschuldner Alt-Eigentümer, belastet wird aber Neu-Eigentümer!

Rechnungen bekommst du nicht, sondern einen Bescheid von der Gemeinde/Stadt über die Jahressteuer mit den Zahlungsterminen.

taxpert
(z.Z. Landesfinanzschule Ansbach)
17.06.2007, 12:22 von Rita
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Im Innenverhältnis Verkäufer/Käufer wird das i.d.R. im Kaufvertrag geregelt - z.B. Übergang Lasten/Nutzen am ... - dann besteht ggfs. ein Ausgleichsanspruch für bereits im voraus bezahlte "Lasten" nach dem Übergangstermin.

Zitat:
Bleiben die Quartalsrg beim alten Eig?

Das Finanzamt ist nur für den Einheitswert/Feststellung der Bemessungsgrundlage zuständig.
Die Einzugsstelle/Zahlungsempfänger ist aber die Grundsteuerstelle der Stadt/Gemeinde.

Auskunft meiner Gemeinde (Hessen) "Für uns wechselt der Zahlungspflichtige erst, ab entsprechendem neuem Grundlagenbescheid an den neuen Eigentümer - bis dieser ergangen ist, ist der (ehemalige) uns gegenüber zahlungspflichtig".
Einer beantragten Stundung wurde nicht zugestimmt - die Gemeinde wusste wohl warum ...
Das Finanzamt braucht halt seine Zeit! Bei uns erging der neue Grundlagenbescheid dann endlich im 3. Jahr nach Übergang von Lasten/Nutzen gemäß Kaufvertrag - die bereits eingezogenen Beträge (2 volle Jahre) wurden allerdings anstandslos (automatisch) zurückerstattet und die entsprechende Nachforderung vom neuen Eigentümer erhoben.

Es geht also eigentlich nur darum, sich im Innenverhältnis über die anfallenden "Lasten" im laufenden Jahr der Übereignung zu verständigen, da ab dem nächsten 1.1. (ggfs. nachträglich) vom neuen Eigentümer eingefordert wird.

Der neue Eigentümer tut gut daran, einen entsprechenden Vorbehaltsvermerk in seiner Betriebskostenabrechnung an seine Mieter aufzunehmen ...
17.06.2007, 11:18 von villaporta
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Lieber Taxpert,

super! Vielen Dank für Deine Infos, bes. auch der Hinweis mit der Versicherung!

Die Erläuterung verstehe ich aber leider nicht ganz.

Du schreibst:
. Bei Übergnag im laufenden jahr wird seitens des Finanzamtes eine Zurechnungsfortschreibung hinsichtlich des Einheitswertes zum 01.01.des Folgejehres vorgenommen.

d. h: Das FA erfährt zwar, dass der Eig gewechselt hat, der Steuerschuldner bleibt aber der alte Eigentümer bis 31.12. des laufendes Jahres.

Inwieweit ist es denn üblich sich mit dem Alteig zu einigen? Wie geht es, dass Grundsteuer vierteljährlich abgebucht wird?

Bleiben die Quartalsrg beim alten Eig?

Danke Dir!!

Villaporta
17.06.2007, 08:59 von taxpert
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Ach ja noch was!

Auch die Gebäudeversicherung wird sich noch melden! Die handhaben es genauso. Hier kannst du zwar wegen Eigentümer wechseln, aber der bereits gezahlte Jahresbeitrag, der auf die Zeit nach der Kündigung entfällt, wird dir nicht erstattet!

taxpert
17.06.2007, 08:55 von taxpert
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Die Grundsteuer ist eine Jahressteuer, deren Schulgner derjenige ist, der der gemeinde durch den Einheitswertbescheid des Finanzamtes benannt ist. Bei Übergnag im laufenden jahr wird seitens des Finanzamtes eine Zurechnungsfortschreibung hinsichtlich des Einheitswertes zum 01.01.des Folgejehres vorgenommen. Genau aus diesem Grund kann die Gemeonde/Stadt die Grundsteuer nicht unterjährig aufteilen.

taxpert
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