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08.01.2008, 22:41 von BrianProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Aufhebung ?
Guten Abend,

es geht dieses Mal zwar nicht um mich, aber interessieren würde mich die folgende Geschichte schon.
Mal sehen, was Ihr davon haltet...

Also, es geht um die Vermietung einer Altbau-Wohnung an eine junge Familie zum 15.01.08. Der Mietvertrag wurde noch im Dezember 07 unterschrieben und die Kaution in bar bezahlt.Vor Einzug sollte der etwas in die Jahre gekommene Küchenboden renoviert werden. Der Vermieter dazu bereit, den alten Fliesenboden zu überfliesen. Anfang Januar bekam der der zukünftige Mieter einen Schlüssel zum Ausmessen.
Beim Ausmessen stellte er unter den alten Fliesen in der Küche Feuchtigkeit fest und verlangte eine gründliche Renovierung. Der Vermieter ging der Sache nach und bestellte Handwerker zur Behebung des Problems. Der Handwerker wollte nun eine Sperrschicht aufbringen und neue Fliesen auf die alten Kleben. Die Ursache der Feuchtigkeit wurde schon im letzten Jahr behoben. Ausserdem wurde während des Leerstnd so geheizt, dass der feuchte Boden abtrocknen konnte.

Wie auch immer, als der Handwerker mit seiner Arbeit beginnen wollte, tauchte der neue Mieter auf und schickte den Handwerker weg, da dieser den Schaden in seinen Augen nicht richtig behob.

Der Vermieter war den restlichen Tag telefonisch nicht erreichbar. Ohne Rücksprache mit ihm zu halten entfernte der Mieter nun selbst die alten Fliesen.

Der Mieter hat im Übrigen die Wohnung schon komplett mit Möbeln bestückt.

Jetzt ist natürlich guter Rat teuer ;-) Der Vermieter möchte diesen Mieter natürlich nicht mehr als Mieter haben, nachdem das Ganze jetzt schon so angefangen hat...

Meiner Meinung ist ein Vertrag ein Vertrag und der ist auch schon zustande gekommen, egal, ob der Mietbeginn noch nicht erreicht ist.

Durch das Aushändigen des Schlüssels wurde vom Vermieter auch gebilligt, dass der Mieter die Wohnung schon jetzt, vor Mietbginn, nutzt.

Kommt der Vermieter eventuell dennoch irgendwie wieder aus dem Vertrag raus ?

Schönen Abend,

Gruß Brian
Alle 6 Antworten
12.01.2008, 09:55 von Brian
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Guten Morgen,

ich hatte leider erst jetzt Zeit, um hier zu antworten.

Erst Mal vielen Dank für Eure antworten.

Meinem Rechtsverständniss nach, kommt man aus einem Mietvertrag so schnell wirklich nicht heraus, darum hatte ich meinem Bekannten auch damals geraten, den Boden neu zu fliesen, den Mieter auf die Sachbeschädigung hinzuweisen und nach dem alten Motto "Gute Mine zum Bösen Spiel" vorzugehen...

Das hat auch Gott sei Dank funktioniert. Der Boden ist nun neu gefliest, der Mieter hat die Mehrkosten übernommen und nun ist wieder alles in Butter.

Aber: Wieder was gelernt : Schlüsselübergabe erst bei Mietbeginn, wenn alles fertig ist und das Übergabeprotokoll gemacht ist ;-) Nach einigen eher unschönen Erfahrungen mach ich das auch immer so ;-)

Vielen Dank nochmal,

schön, dass dieses Forum immernoch so gut funktioniert !

Danke,

Gruß Brian
09.01.2008, 13:13 von Sommer
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Also aus dem Mietvertrag kommt man so leicht nun nicht heraus - das reicht m.E. alles nicht für eine Kündigung aus.

Zunächst würde ich mir überlegen ob Dir der Mieter nicht ein Gefallen getan hat - denn das Überfliesen gerade im belasteten Bodenbereich halte ich für zumindest fragwürdig. Man macht es gerne weil das Entfernen der alten eben so aufwendig und damit teuer ist aber wenn es der Mieter jetzt schon getan hat...
Dann würde ich lieber nachfragen ob man nun neu fliesen dürfe.

Wenn Du aber darin kein Gefallen siehst:
Es obliegt nicht dem Mieter zu befinden, ob eine Maßnahme sachgemäß ist oder nicht. Er kann seine Meinung dazu äußern aber so lange er den Kram nicht bezahlt, hat er die Arbeiten an dem Eigentum zumindest zu dulden.

Also wenn Dir der Handwerker jetzt was in Rechnung stellt für die sinnlose Anfahrt, dann bitte schön die Kosten an den Mieter weiterreichen. Das soll er mal bezahlen - schließlich war das ja eine durch ihn verhinderte Maßnahme.

Bevor ich dort wieder jemand hinschicke würde ich genau nachfragen und schriftlich vereinbaren, was wie und von wem gemacht wird damit sowas nicht wieder vorkommt.

Und bitte nie wieder einen Schlüssel aushändigen vor Beginn der Mietzeit und erst bei gemeinsamer, schriftlicher Abnahme...war doch klar, daß es so kommt...

S.

09.01.2008, 12:58 von nass01
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Bausachverständige sollten den Zustand des Bodens festhalten und bewerten.
Ist die Feuchtigkeit nicht vorhanden und schon beseitigt würde ich dem Mieter die Mehrkosten und Wartestunden aufbrummen.

Ich gebe vor Übergabe der Kaution und Übergabeprotokoll keine Schlüssel raus und will der zukünftige Mieter die Wohnung nochmals besichtigen oder ausmessen bin ich dabei.

09.01.2008, 09:43 von Jobo
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und was lernt der VM daraus.
Nie den Schlüssel vor Mietbeginn herausgeben, das trifft zwar dann mal wieder die ""ordentlichen"" Mieter aber wie im richtigen Leben, wegen einer Minderheit hat die Mehrheit zu leiden.
Jobo
09.01.2008, 08:27 von Augenroll
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Zitat:
Bis dahin hat sich der Mieter mit seinen eingebrachten Sachen zu entfernen.

Die Schlüsselübergabe diente doch dem Ausmessen oder?
Der Mieter hätte den Schlüssel wieder abgeben müssen.
Das ist eine Pflicht. Die Behaltung kein Recht.


Sehr wacklige Rechtsauffassung. Vor Gericht praktisch nicht haltbar.

Wurde dem Vermieter der Schlüssel mutwillig entrissen, d.h. geraubt? Falls im Vermieterbüro eingebrochen wurde und der Schlüssel entwendet. War es dieser Mieter?

Hat sich der Mieter durch Einbruch Zugang zu der Wohnung verschafft?
09.01.2008, 07:29 von frischebrise
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Hallo,

wenn der Mieter widerrechtlich vor Mietbeginn die Mietsache besetzt und den Vermieter in der Sanierung nicht nur im Wege steht, sondern auch noch behindert, dürfte dem VM ein ordentliches Kündigungsrecht evtl. auch ein außerordentliches zustehen.

Dieses jedoch erst ab Mietbeginn.
Erst ab 15.01.08 läuft ein rechtswirksamer Mietvertrag.

Bis dahin hat sich der Mieter mit seinen eingebrachten Sachen zu entfernen.

Die Schlüsselübergabe diente doch dem Ausmessen oder?
Der Mieter hätte den Schlüssel wieder abgeben müssen.
Das ist eine Pflicht. Die Behaltung kein Recht.
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